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Langfristige Siedlungsentwicklung

Mit dem Projekt „Langfristige Siedlungsentwicklung“ (LaSie) sucht die Landeshauptstadt München Antworten auf den absehbaren Engpass bei Wohnbauflächen.

Modell beim 2. LaSie-Kongress
Stefan Cop
"Dichte-Modell" beim 2. LaSie-Kongress

Warum LaSie wichtig ist

München entwickelt sich weiterhin dynamisch: Die aktuelle Bevölkerungsprognose geht von 1,845 Millionen Münchner*innen bis 2040 aus. Deshalb müssen jährlich 8.500 Wohnungen fertiggestellt werden. Wenn die Wohnungsbauaktivitäten nicht gesteigert werden, wird es einen Engpass geben, besonders beim öffentlich geförderten Wohnungsbau. Folgen einer Wohnraumverknappung wären unter anderem steigende Mieten, die Verdrängung von angestammten Bevölkerungsgruppen und mehr Pendlerverkehr.

Oben im Bild: "Dichte-Modell" beim 2. LaSie-Kongress
Stefan Cop
Information

Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerungsentwicklung der Landeshauptstadt München ist historisch betrachtet das Ergebnis von längeren Perioden der Stagnation und größeren Wachstumsschüben. Es ist also nichts Neues, dass München einen großen Wachstumsschub bewältigen muss. Aber es gehört zu den größten Herausforderungen, dieses Wachstum intelligent und mit Weitsicht zu gestalten.

LaSie - das sind die Ziele

  • Eine mögliche bauliche Entwicklung in die Wege leiten und neue Flächen für Wohnungsbau identifizieren
  • Auch geförderten Wohnungsbau schaffen, um sozialen Ausgleich zu ermöglichen

  • Integrierte tragfähige Konzepte erstellen, die nachhaltige, ressourcenschonende und urbane Quartiere entstehen lassen
  • Nutzungsmischung schaffen durch enges räumliches Nebeneinander von Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Versorgung
  • Durch eine "Stadt der kurzen Wege" mit hohen stadträumlichen Qualitäten Verkehre reduzieren, so dass der individuelle Mobilitätsbedarf nicht durch dezentrale Wohn- und Arbeitsorte sowie Freizeitverkehr weiter steigt
  • Freiflächen nachhaltig sichern und deren Qualitäten entwickeln und profilieren
  • Soziale Infrastrukturen wie Schulen, Kitas und Sportflächen planen und Synergien zwischen den Einrichtungen ermöglichen
Wichtiger Hinweis

Drei Strategien

Mit unterschiedlichen Strategien sollen mittel- und langfristig zusätzliche Potenziale zur Schaffung von Wohnraum generiert werden: qualifiziertes Verdichten, verträgliches Umstrukturieren und Erweitern im Einklang mit der Landschaft am Stadtrand. Die Strategien wurden gutachterlich untersucht und ihre Auswirkungen evaluiert - mit positivem Ergebnis!

LaSie - das wurde schon erreicht

  • LaSie hat dazu beigetragen, in Auseinandersetzung mit der deutlich wachsenden Stadtbevölkerung und dem erkennbaren Mangel an verfügbaren Entwicklungsflächen die Frage nach verträglichen baulichen Dichten in den Mittelpunkt zu rücken.
  • Dies hat zu einem Bewusstseinswandel bei allen betroffenen Akteuren geführt. Bei vielen Neubauprojekten haben sich die Eckdaten im Laufe des Planungsprozesses verändert - es sind deutlich höhere Baudichten zu verzeichnen.
  • Die Strategien wurden in den letzten Jahren erfolgreich angewendet: Von 2015 bis 2018 wurde dadurch Baurecht für rund 15.000 Wohneinheiten geschaffen.

Durch Schaffung höherer Dichten konnten die Rahmenbedingungen auch für die bestehende Umgebung qualitativ verbessert werden:

  • mehr soziale Infrastruktur
  • bessere Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr
  • qualifizierte Ausstattung mit Grün- und Freiflächen, insbesondere zur Erholung, und die Sicherung von Grün- und Freiflächen mit bioklimatischer Bedeutung

Die Region um München spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Wachstumsfrage. Wichtig sind eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Akteuren und eine partnerschaftliche Entwicklung der Stadtregion, zum Beispiel durch gemeinsame Verkehrsprojekte oder das Sichern und Entwickeln von stadtregionalen Freiräumen.

Die Strategien im Detail

Das qualifizierte Verdichten von Wohnsiedlungen bietet ein großes Potenzial, um in München neuen Wohnraum zu gewinnen. Denn Siedlungen machen ein Viertel aller Wohngebiete aus. Durch die Strategie des Verdichtens wurde und wird in den kommenden Jahren voraussichtlich eine erhebliche Anzahl an Wohnungen generiert.

Nachverdichtung

Nachverdichtung hat verschiedenste Gesichter:

  • Aufstockungen,
  • Hinterhofbebauungen,
  • Baulückenschließungen

Bei all diesen Vorhaben müssen verkehrliche Erfordernisse, soziale Belange und Freiraumqualitäten besonders berücksichtigt werden.

Gebiete mit Gartenstadtcharakter

Ein besonderer Fall sind die Gebiete mit Gartenstadtcharakter:

  • Hier soll die Wohnbauentwicklung mit Hilfe einer "blockweisen Betrachtung" verträglich gesteuert werden.
  • Dazu werden in ausgewählten Gebieten Rahmenplanungen erarbeitet, um die vorhandene städtebauliche Qualität zu sichern.
  • Ziel ist es, Qualitäten wie Einzelhausbebauung, wertvolle Baumbestände und zusammenhängende private Freiflächen zum einen zu erhalten und zum anderen in Bereichen mit Verdichtungspotenzial behutsam fortzuentwickeln.

Großes Umstrukturierungspotenzial lag in den vergangenen Jahren in der Umwandlung ehemaliger Konversionsflächen (z.B. Bahnflächen, Flughafen, Messe, Kasernenflächen). Diese Flächenreserven sind heute zu einem erheblichen Maß bereits umgesetzt.

Umwandlung gewerblich genutzter Flächen

Chancen liegen auch in der Umwandlung gewerblich genutzter Flächen. Durch die Verlagerung von Gewerbebetrieben oder die Entwicklung extensiv genutzter Einzelhandelsflächen konnten und können neue Wohnbauflächen erschlossen und Gewerbe integriert und intensiviert werden. Gemischt genutzte Flächen aus Wohnungen und Gewerbebetrieben rücken damit noch stärker in den Fokus. Dabei ist auf Basis des Gewerbeflächenentwicklungsprogramms dafür Sorge zu tragen, dass Wohnnutzungen das Gewerbe nicht verdrängen und Gewerbe und Wohnen miteinander harmonieren.

Qualifizierung durch Nutzungsmischung

Es gilt also, Quartiere zu entwickeln, in denen aufgrund unterschiedlicher Nutzungen kurze Wege entstehen und wo ein verträgliches Nebeneinander von Wohnen und Gewerbe stattfindet.

Beispiel Münchner Nordosten

Ein weiterer wichtiger LaSie-Baustein ist die städtebauliche Entwicklung des Stadtrands, zum Beispiel im Münchner Nordosten. Hier befinden sich große zusammenhängende Flächen, die nicht bebaut sind. Vorbereitende Untersuchungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme wurden eingeleitet, ein Strukturkonzept wurde erstellt. Aufbauend auf dem Strukturkonzept hat 2019 ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb stattgefunden, der aufzeigt, dass Wohnraum für bis zu 30.000 neue Einwohner*innen und circa neue 10.000 Arbeitsplätze, davon 2.500 in Schulen, Kitas sowie sozialen Einrichtungen, entstehen können.

Siedlungsentwicklung im Einklang mit der Landschaft

Die dynamische Siedlungsentwicklung hat dazu geführt, dass innerhalb des bereits bebauten Bereichs der Stadt kaum noch Entwicklungsflächen zur Verfügung stehen. Daher kann auf Entwicklungen in der Peripherie immer weniger verzichtet werden. Gleichzeitig sind die Freiräume am Stadtrand ein bedeutender Ausgleichs- und Naherholungsraum mit wertvollen Natur- und Landschaftsräumen. Diese Belange gilt es zu würdigen und in Einklang zu bringen. Auch die Abstimmung und Kooperation mit den Nachbargemeinden sowie die Einbeziehung der Öffentlichkeit ist wichtig.

Rückblick: Zukunftskongresse 2012 und 2017

Teilnehmerinnen und Teilnehmer schreiben ihr Feedback auf einen Würfen
Stefan Cop / LHM

2012
Der 1. Zukunftskongress Langfristige Siedlungsentwicklung fand am 2./3. Februar 2012 im Literaturhaus statt und hatte die Vorstellung und Diskussion der gutachterlich untersuchten Strategien zum Inhalt. Gut fünf Jahre später lagen die ersten geplanten und gebauten Umsetzungsergebnisse vor.

2017
Am 8. November 2017 fand dann der 2. Zukunftskongress zur Langfristigen Siedlungsentwicklung in der Alten Kongresshalle statt.

Ein Fachpublikum mit internationalen und nationalen Expert*innen aus Politik, Immobilienwirtschaft und Wissenschaft stellte Beispiele vor zu den Themen Zukunft der Mobilität, Freiraum und Öffentlicher Raum sowie zur Zusammenarbeit mit der Region. Im Fokus standen die Fragen, wie der Bau neuer Wohnungen gefördert werden kann und vorhandene Potenziale zeitnah und sozial gerecht entwickelt werden können. Zwei Videos zum Kongress finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Statusberichte

Die Ergebnisse des 1. Zukunftskongresses fanden Eingang in den Statusbericht 2015. Die Ergebnisse des 2. Kongresses wurden im zweiten Statusbericht zusammengefasst und am 24. Oktober 2018 im Stadtrat beschlossen. Der Bericht stellt die Weichen bei der städtebaulichen Entwicklung neuer Wohnbauflächen in München. Kern ist die Aussage, dass es in München aktuell noch Potenzial für den Bau von rund 72.500 Wohneinheiten gibt, unter anderem auf der Fläche der ehemaligen Bayernkaserne und in Freiham Nord.

In diesen und weiteren Beispielen wird dargestellt, wie durch die LaSie-Strategien neben einer rein quantitativen Mehrung an Wohnraum gemischt genutzte, lebendige und lebenswerte Stadtquartiere geschaffen werden können.

Video: Rückblick auf den Kongress

Beitrag auf YouTube ansehen.

Video: Dokumentation des Kongresses

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