Stadtentwicklungskonzept "Perspektive München"

Das Stadtentwicklungskonzept "Perspektive München" ist das zentrale Steuerungsinstrument zur Gestaltung der Zukunft der Stadt. Es wird laufend fortgeschrieben.

Grafik "Für München"

Online-Dialog

Von 29. November bis 23. Dezember 2021 fand ein Online-Dialog mit den Bürger*innen zur neuen Präambel, den strategischen Leitlinien und zum neuen Stadtentwicklungsplan STEP2040 statt. Die Beiträge fließen in den weiteren Erarbeitungsprozess ein.
Dialog abgeschlossen

Was ist die Perspektive München?

Bausteine der Perspektive München
LHM

Das Stadtentwicklungskonzept "Perspektive München" beinhaltet die Ziele, wie sich München entwickeln soll, und die Strategien, wie das erreicht werden soll. Mit seinen strategischen und fachlichen Zielen, die in zahlreiche Konzepte, Programme und Maßnahmen münden, und dem neuen Stadtentwicklungsplan STEP2040 setzt es den Handlungsrahmen für eine zukunftsfähige und nachhaltige Stadtentwicklung.

Damit die "Perspektive München" ihre Funktion als Zielsystem für die Stadt erfüllen kann, wird sie regelmäßig an neue Herausforderungen und sich verändernde Rahmenbedingungen angepasst. Die "Perspektive München" wurde 1998 erstmals vom Stadtrat beschlossen und seitdem mehrfach fortgeschrieben. Sie besteht aus verschiedenen, aufeinander aufbauenden Elementen:

  • In der Präambel „Stadt im Gleichgewicht“ werden die Grundwerte der Münchner Stadtentwicklung mit einem besonderen Augenmerk auf Nachhaltigkeit und Gemeinwohlorientierung beschrieben.
  • Die strategischen Leitlinien zeigen, wohin sich München in Zukunft entwickeln will. Sie sind querschnittsorientiert angelegt und greifen künftige Herausforderungen und aktuelle Trends auf.
  • Die Fachleitlinien leiten sich aus den strategischen Leitlinien ab und konkretisieren die Ziele zu allen wichtigen Themenfeldern der Stadtentwicklung. Zahlreiche Fachkonzepte, Handlungsprogramme und Maßnahmen der verschiedenen Referate setzen die Ziele um.
  • Der Stadtentwicklungsplan STEP2040 ergänzt die Perspektive München um ein Planwerk, das stadtweite Ziele und Strategien zur räumlichen Entwicklung konkretisiert, bündelt und visualisiert.
  • Der Handlungsraumansatz richtet den Blick zudem auf fachübergreifende Schwerpunktgebiete der Münchner Stadtentwicklung, die eine besonders große Entwicklungsdynamik aufweisen. In diesen neun Räumen sollen mit Hilfe von integrierten Handlungsraumkonzepten und entsprechenden Managementstrukturen die strategische und operative Ebene besser miteinander verbunden werden.
  • Die Perspektive München dient zugleich als Plattform für den Dialog von Verwaltung und Stadtgesellschaft über die Zukunft Münchens sowie als Steuerungselement einer nachhaltigen Stadtentwicklung.

Fortschreibung 2019 bis 2021

Mobilitätswerkstatt 2019: Gemeinsam den Verkehr von morgen diskutieren
Evisco / LHM

Das Stadtentwicklungskonzept „Perspektive München“ wird seit 2019 inhaltlich und organisatorisch weiterentwickelt. Damit wird die Grundlage geschaffen, dass es als Steuerungsinstrument einer nachhaltigen Stadtentwicklung gestärkt und den Anforderungen einer modernen Stadtverwaltung gerecht wird.

Die bisherigen Ergebnisse werden im Februar 2022 dem Stadtrat vorgestellt und das weitere Vorgehen zur Fortschreibung und Umsetzung der Handlungsempfehlungen beschlossen. Hier geht es zum Bericht .

Warum wurde die Perspektive München fortgeschrieben?

Anlass für den Fortschreibungsprozess sind die großen Transformationsaufgaben, vor denen München steht: Klimaschutz und -anpassung, Digitalisierung sowie demografischer, sozialer und wirtschaftlicher Wandel betreffen alle Bereiche der Stadtentwicklung. Rahmenbedingungen und Anforderungen verändern sich immer schneller. Das anhaltende Wachstum und die Flächenknappheit verstärken Nutzungskonkurrenzen und Interessenkonflikte. Gleichzeitig nehmen Beteiligungswünsche verschiedener Akteursgruppen zu. Ein zentrales Ziel der Fortschreibung bestand zudem in der Integration der globalen Nachhaltigkeitsziele der UN (Agenda 2030).

Mit der Perspektive München möchte die Stadt auf Veränderungen in der Gesellschaft rechtzeitig reagieren und zukünftigen Entwicklungen die Richtung weisen. Die Herausforderungen und Trends für München finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Wer ist an der Fortschreibung beteiligt?

Für die integrierte Stadtentwicklung hat die Beteiligung der Öffentlichkeit einen hohen Stellenwert. Das Stadtentwicklungskonzept Perspektive München ist in einem innovativen Beteiligungsprozess sowohl innerhalb der Verwaltung als auch im Dialog mit Bürger*innen und verschiedenen Akteur*innen der Stadtgesellschaft inhaltlich und organisatorisch weiterentwickelt worden.

Die Beteiligungsformate stießen sowohl bei den Bürger*innen als auch bei den beteiligten Expert*innen auf großes Interesse. Mit gezielt eingesetzten Methoden, wie beispielsweise der Zufallsauswahl der Beteiligten in den, konnte ein breiter Querschnitt der Bevölkerung erreicht werden. In den zwei „Perspektiven-Werkstätten“ erarbeiteten jeweils 100 Teilnehmende Zukunftsbilder für München. Erfolgreich war auch das erstmals eingesetzte Social Lab, bei dem eine Gruppe von 30 Personen, die nach unterschiedlichen Kriterien (Alter, Geschlecht, beruflicher oder ehrenamtlicher Hintergrund) zusammengesetzt wurde, in mehreren Workshops die Zukunftsbilder der Perspektiven-Werkstätten weiterentwickelte und qualifizierte.

Weitere Information zum bisherigen Dialog mit der Stadtgesellschaft finden Sie hier.

Im verwaltungsinternen Prozess erarbeiteten Teilnehmende aus allen Referaten und Querschnittsstellen die neuen strategischen Leitlinien inkl. Präambel. Die Ergebnisse aus den Perspektiven Werkstätten und Social Lab wurden dabei berücksichtigt.

Was ist das Ergebnis des Fortschreibungsprozesses?

Zentrales Ergebnis der Fortschreibung sind die neue Präambel, die im Sinne einer „Stadt im Gleichgewicht“ das Bekenntnis zur Nachhaltigkeit und zur Gemeinwohlorientierung als Grundwerte der Münchner Stadtentwicklung beinhaltet und die neu überarbeiteten strategischen Leitlinien für die zukünftige Entwicklung Münchens. Diese wurden an neue Herausforderungen und Trends angepasst. Zudem wurden beispielsweise die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals) in die strategischen Ziele der Perspektive München vollständig integriert. Diese übergeordneten Ziele für eine nachhaltige Stadtentwicklung bilden nun die Grundlage für vertiefende Fachleitlinien und -konzepte der verschiedenen Referate, die wiederum mit Hilfe zahlreicher Maßnahmen und Projekte umgesetzt werden sollen.

Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) wurden in die strategischen Ziele der Perspektive München vollständig integriert (siehe Schaubild unten).

Parallel zur Aktualisierung der strategischen Leitlinien und Präambel wurde der Stadtentwicklungsplan (STEP2040) erarbeitet, der als ergänzender Baustein der Perspektive München die stadtweiten Ziele und Strategien zur räumlichen Entwicklung konkretisiert, bündelt und visualisiert.

Neben der inhaltlichen Weiterentwicklung wurden zudem Empfehlungen erarbeitet, wie Verbindlichkeit und Wirksamkeit der Perspektive München verbessert werden können, um ihre Funktion als zentrales Steuerungsinstrument der nachhaltigen Stadtentwicklung zu stärken (u.a. Verknüpfung mit dem städtischen Haushalt, Messung der Zielerreichung und Berichterstattung).

Wie geht es weiter?

Online-Dialog

Von 29. November bis 23. Dezember 2021 fand eine Diskussions- und Beteiligungsphase statt. Die Entwürfe der neuen Präambel und der strategischen Leitlinien wurden zur Diskussion gestellt. Die Bürger*innen hatten die Möglichkeit, die Präambel und die strategischen Leitlinien zu kommentieren oder um aus ihrer Sicht fehlende Aspekte zu ergänzen. Ihre Beiträge gehen in den weiteren Erarbeitungsprozess ein. Der Dialog ist abgeschlossen.

Fachbeirat

Neben der Beteiligung der Bürger*innen ist auch Einbindung der Fachöffentlichkeit ein wichtiges Element der Beteilungsphase. Aus diesem Grund wird 2022 ein Fachbeirat ins Leben gerufen. Dieser Fachbeirat wird aus Expert*innen zusammengesetzt, die ein möglichst breites Spektrum an Themen der Stadtentwicklung (z. B. Mobilität, Wirtschaft, Soziales, Bildung) sowie Organisationen, Institutionen und Akteursgruppen (z. B. Wissenschaft, Nichtregierungsorganisationen, Verbände) abbilden sollen.

Der Fachbeirat wird u.a. in vier Workshops diskutieren,

  • wo es bei den formulierten strategischen und räumlichen Zielsetzungen für die zukünftige Stadtentwicklung noch Anpassungs- bzw. Ergänzungsbedarfe gibt
  • wo Zielkonflikte gesehen und wie diese gelöst werden könnten
  • wie resiliente Wege zur Zielerreichung aussehen könnten

Die Ergebnisse des Onlinedialogs sowie des Fachbeirats fließen in die strategischen Leitlinien und die Präambel ein. Diese werden wo erforderlich überarbeitet und im Anschluss dem Stadtrat zur endgültigen Beschlussfassung vorgelegt.

Nachhaltigkeitsziele der UN

Dies ist eine Bildergalerie in einem Slider. Mit den Vor- und Zurück-Kontrollelementen kann navigiert werden. Bei Klick öffnet sich ein Modal-Dialog, um das vergrößerte Bild mit weiteren Informationen anzuzeigen.

Herausforderungen und aktuelle Trends für München

München wächst. Bis zum Jahr 2040 steigt die Einwohnerzahl nach den aktuellen Prognosen um 18,8 Prozent auf 1,85 Millionen Einwohner*innen an. Entgegen landesweiter Trends bleibt München eine junge Stadt, in der alle Altersgruppen wachsen werden; daher müssen Angebote für Jung und Alt ausgebaut werden. Die Stadtgesellschaft wird durch den Zuzug aus dem Ausland und der sich ausdifferenzierenden Lebensstile auch heterogener und bunter.

Durch den Bevölkerungszuzug nimmt der Druck auf die zur Verfügung stehenden Flächen in München weiter zu. Während in den letzten Jahrzehnten noch Flächen von Industrie, Bahn und Kasernen zu Wohn- und Gewerbeflächen umgewandelt werden konnten, sind diese Möglichkeiten nahezu ausgeschöpft. Es wird immer schwieriger, Raum für Wohnen, Arbeit, soziale und kulturelle Infrastruktur oder Verkehrsinfrastruktur zu finden.

Der Immobilienmarkt in München hat – sowohl bei Kauf- als auch bei Mietpreisen - das höchste Preisniveau in Deutschland. Dieses ist in den letzten Jahren noch einmal stark angestiegen. Die Gründe hierfür sind sehr komplex. Immobilien in München sind weltweit als Geldanlage gefragt und durch den Zuzug in die Landeshauptstadt konkurrieren immer mehr Menschen um den vorhandenen Wohnraum. Es bleibt auch weiterhin eine große Herausforderung, bezahlbaren Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen zur Verfügung zu stellen.

Trotz wirtschaftlich günstiger Bedingungen und niedriger Arbeitslosenzahlen nimmt die materielle Armut in München nicht ab. Kinder- und Altersarmut hängen oft mit den hohen Wohn- und Lebenshaltungskosten, sinkenden Rentenansprüchen und Beschäftigungsverhältnissen im Niedriglohnsektor zusammen. Die Stadtentwicklungsplanung steht vor der Herausforderung, den Rahmen für eine inklusive Stadtgesellschaft zu gestalten, bei der die Teilnahme aller möglich ist, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Bildung.

Die Digitalisierung verwandelt die moderne Gesellschaft umfassend. Umfassende Veränderungen werden in der Arbeitswelt erwartet. Nicht nur in der Produktion auch im Dienstleistungsbereich können viele Tätigkeiten künftig automatisiert erledigt werden. Arbeitsplätze fallen weg oder verändern sich grundlegend. Großen Einfluss hat die Digitalisierung insbesondere auch in den Bereichen Mobilität, Bildung, Handel, Kommunikation oder E-Government, die beispielsweise Verfahren und Prozesse auf elektronischem Weg erledigt. Auch Shared Economy, d.h. Unternehmenskonzepte, die auf der Nutzung geteilter Ressourcen basieren, gewinnen - gestützt durch digitale Technologien – an Bedeutung. Das Funktionieren der Stadtgesellschaft wird sich durch diese Entwicklungen stark verändern.

Münchens Mobilität der Zukunft steht vor vielfältigen Herausforderungen: Sie muss klimaneutral werden und auch bei zunehmender Bevölkerung und begrenzten Verkehrsflächen allen die Teilnahme an Mobilität ermöglichen und dabei die Lebensraumqualitäten der Stadt zu erhöhen. Die hierfür nötige Verkehrswende erfordert eine Zunahme des Öffentlichen Nahverkehrs, der das Rückgrat der Mobilität ausmacht, sowie des Rad- und Fußverkehrs und Sharing-Angeboten. Der nicht vermeidbare motorisierte muss elektrisch erfolgen und benötigt eine entsprechende Ladeinfrastruktur.

Politik und Klimaforschung sind sich darüber einig, dass der vom Menschen verursachte Anstieg der Durchschnittstemperatur auf maximal zwei Grad Celsius begrenzt werden muss, um die Risiken für die Weltgemeinschaft zu verringern und das Ausmaß der Folgeschäden einzugrenzen. Städte wie München spielen bei der Bekämpfung des Klimawandels eine wichtige Rolle. Deshalb hat der Stadtrat 2017 beschlossen, dass München bis 2035 (nahezu) klimaneutral sein soll. Hierzu sind umfassende Strategien und Maßnahmen in den Bereichen Energie, Wohnen, Mobilität, Wirtschaft und Konsum erforderlich. Es werden aber auch umfassende Anpassungsmaßnahmen an die Folgen des nicht mehr vermeidbaren Klimawandel erforderlich.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie stellt die Stadtentwicklung auch längerfristig vor Herausforderungen. Die Lebenswelten der Bürger*innen haben durch die Pandemie einen tiefgreifenden Wandel erlebt. Das soziale Miteinander wurde stark eingeschränkt, Arbeitswelten und Einkaufsverhalten veränderten sich. Seitens der Stadtentwicklungsplanung gilt es auf die wirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Folgen adäquat zu reagieren. Jedoch gilt es auch das aus der Krise entwachsene Entwicklungspotential der Digitalisierung dauerhaft gewinnbringend für die zukünftige Stadtentwicklung zu nutzen.

Die Bausteine der "Perspektive München"

Der Entwurf der neuen Präambel und strategischen Leitlinien

Die Präambel beinhaltet die Grundwerte der Münchner Stadtentwicklung, mit dem Schwerpunkt auf einem Bekenntnis zur Nachhaltigkeit und Gemeinwohlorientierung gestärkt wurde. Sie leitet zu den strategischen Leitlinien über. Diese zeigen anhand grundlegender Ziele, wohin sich München in Zukunft entwickeln will. Die strategischen Leitlinien sind querschnittsorientiert angelegt und greifen künftige Herausforderungen und aktuelle Trends auf.

Die strategischen Leitlinien beinhalten Ziele zu folgenden Themenschwerpunkten:

  • Weitsichtige Steuerung und globale Verantwortung
    München handelt nachhaltig und setzt Klimaneutralität um. Die Stadt arbeitet mit der Region sowie nationalen und supranationalen Institutionen zusammen. München ermöglicht die Beteiligung der Stadtgesellschaft bei der Gestaltung der Stadt und Quartiere. Die Stadt setzt sich aktiv für Chancengleichheit, Teilhabe und gegen Diskriminierung ein.
  • Offene und attraktive Ausstrahlung
    Die hohe Attraktivität als lebenswerter Wohnort, wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort und kreatives Zentrum für Wissenschaft und Kultur wird weiterentwickelt. München setzt auf eine resiliente und nachhaltige Wirtschaftsstruktur.
  • Solidarische, engagierte Stadtgesellschaft und bezahlbares Wohnen
    Die Stadt führt ihre Politik des sozialen Ausgleichs fort und wirkt Benachteiligungen entgegen. Stadtteilarbeit, Engagement und Selbsthilfe im Quartier werden gestärkt. Chancengleichheit wird verbessert und Bildungsungleichheit verringert. München setzt sich für bezahlbaren Wohnraum ein.
  • Qualitätsvolle und charakteristische Stadträume
    München realisiert eine „Stadt der kurzen Wege“ mit einer Mischung aus Wohnen, Einkaufen, Arbeiten und Freizeit in den Stadtquartieren. Dabei nutzt München seine knappen Flächenressourcen, seine Grünflächen und den öffentlichen Raum kreativ und verantwortungsvoll.

Entwurf Präambel und strategische Leitlinien zum Download

Die Fachleitlinien

Die Fachleitlinien bilden den Kern der Perspektive München. Als Bindeglied zwischen den strategischen Leitlinien und der Umsetzung durch Fachplanungen vor Ort, enthalten sie fachbezogene Zielaussagen zu allen zentralen Themenfeldern der Stadtentwicklung, u.a. zu Wirtschaft, Soziales, Mobilität, Bildung, Gesundheit oder Ökologie.

Die in den Fachleitlinien formulierten Ziele und Strategien werden in einer Vielzahl von Fachkonzepten und Handlungsprogrammen der verschiedenen Referate konkretisiert (z. B. Wohnen in München, Langfristige Siedlungsentwicklung, Freiraum M 2030, Interkulturelles Integrationskonzept, Gesamtkonzept Münchner Altenhilfe, Aktionsprogramm Schul- und Kita-Bau 2020, Integriertes Handlungsprogramm Klimaschutz in München – IHKM oder Maßnahmenkonzept Anpassung an den Klimawandel) und mit Maßnahmen und Projekten mit der operativen Ebene verbunden. Im Rahmen der Fortschreibung wurde gemeinsam mit allen Referaten Standards für die Erstellung und Fortschreibung von Fachleitlinien festgelegt.

  • Die Fachleitlinien sollen möglichst einheitlich nach einer vorgegebenen Struktur aufgebaut sein und bestimmte Qualitätsstandards erfüllen. Dazu gehört zunächst die Auseinandersetzung mit Trends, Herausforderungen und Querschnittsthemen im jeweiligen Gegenstandsbereich der Leitlinie.
  • Darauf aufbauend werden fachliche Ziele und Strategien formuliert, die sich aus den strategischen Leitlinien der Perspektive München ableiten und diese konkretisieren.
  • Die Fachleitlinien benennen auch Leitprojekte und Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele und Strategien.
  • Die Fachleitlinien werden mit einem geeigneten System evaluiert, um feststellen zu können, ob Maßnahmen und Leitprojekte zur Zielerreichung betragen.
  • In regelmäßigen Abständen von ca. 5 Jahren sollen die Fachleitlinien auf Aktualität und Weiterentwicklungsbedarf überprüft werden.
  • Die Fachleitlinien werden unter Federführung der zuständigen Referate erarbeitet jedoch integriert unter Beteiligung aller anderen thematisch betroffenen Referate.

Für fast alle derzeit bestehenden Fachleitlinien wurde festgestellt, dass sie inhaltlich nicht mehr ganz aktuell sind und Weiterentwicklungsbedarf besteht. Folgende nächste Schritte sind bei den einzelnen Fachleitlinien geplant:

Bestehende Fachleitlinien

Die bisherigen Fachleitlinien „Wirtschaft“ und „Wissenschaft“ werden zur Leitlinie „Wirtschafts-, Innovations- und Wissenschaftsstandort München“ zusammengeführt. Es werden inhaltlich neue Aspekte integriert: u.a. dynamischer wirtschaftlicher Strukturwandel, Beitrag der Wirtschaft zur Klimaneutralität, ökonomische Folgen der Coronakrise, Anforderungen an eine auch in Krisensituationen resiliente und erfolgreiche Wirtschaft. Ein erster Entwurf liegt voraussichtlich 2022 vor, danach findet eine referatsübergreifende Abstimmung und Beteiligung der Öffentlichkeit statt.

Die Leitlinie Regionales wird fortgeschrieben, dabei werden inhaltlich neue Aspekte integriert: u.a. stärkere Ausrichtung auf eine integrierte Betrachtung z. B. bei Wohnen, Mobilität, Freiraum, Gewerbe; Fokus auf interkommunale Kooperation bei der Entwicklung der Ziele und Umsetzung der Maßnahmen. Der voraussichtliche Beginn der Fortschreibung befindet sich derzeit in Abstimmung.  

Der Stadtentwicklungsplan 2040 (STEP) dient als Grundlage für die Fortschreibung der Fachleitlinie. Zentrale Ergebnisse aus dem STEP und der hierzu stattfindenden Öffentlichkeitsphase 2022 werden für die Weiterentwicklung herangezogen.

Die Leitline wird fortgeschrieben und um vielfältige neue Aspekte ergänzt, wie z. B. Anpassung an den Klimawandel und -schutz; multifunktionale Gebäudenutzung; zeitgemäße, ästhetische und funktionale Gestaltung des Stadtkörpers; Rolle des öffentlichen Raums sowie um das Thema Bau- und Planungskultur erweitert.

Die Fortschreibung beginnt abhängig von finanziellen und personellen Ressourcen voraussichtlich ab 2023.

Die neue Mobilitätsstrategie 2035 des Mobilitätsreferats (MOR) fungiert zukünftig als Fachleitlinie zu den Themen Mobilität und Verkehr. Vielfältige neue Aspekte werden dabei integriert: Klimaschutz, Luftreinhaltung, Ziele der Bürgerbegehren zum „Radentscheid“, Digitalisierung, neue Mobilitätsangebote.

Zur Mobilitätsstrategie

 

Bei der Weiterentwicklung der Fachleitlinie wird der zukünftige Schwerpunkt auf Sicherheitsthemen im engeren Sinn gelegt und neue Aspekte integriert: z. B.

Sicherheitsempfinden, Terrorismus, politisch motivierter Extremismus, Cyberkriminalität, städtebauliche Kriminalprävention, Pandemie und Begleiterscheinungen. Es werden Synergien genutzt, die sich bei der Erstellung des Strategieplans „Kommunale Sicherheit und Prävention“ ergeben.

Die neue Digitalisierungsstrategie des Referats für Informations- und Telekommunikationstechnologie (RIT) wird zur Fachleitlinie und ersetzt die bisherige Fachleitlinie „Neue Medien“ .

Zur Digitalisierungsstrategie

Die bisher aus zwei Teilen bestehende Fachleitlinie „Ökologische Qualitäten entwickeln – natürliche Ressourcen sichern“ und „Ökologie – Klimawandel und Klimaschutz“ wird zusammengeführt. Bei der Weiterentwicklung werden neue Aspekte integriert: u. a. Ausrichtung an Klimaneutralitätszielen bis 2035, Resilienz, Suffizienz, Rohstoffverfügbarkeit, Ressourcenverbrauch und Kreislaufwirtschaft, E-Mobilität und Artensterben. Die Klimaschutzstrategie des Referats für Klimaschutz und Umwelt (RKU) dient als eine wichtige Grundlage für die Leitlinie. Die Fortschreibung beginnt voraussichtlich 2023.

Mit den Themen Sport und Bewegung werden neue Schwerpunkte bei der bisherigen Fachleitlinie „Sicherung des Freizeitwerts der Stadt München“ gesetzt. U.a. werden folgende Themen aufgenommen: Förderung der Gesundheit und Fitness, die Ausübung von Trend- oder Actionsportarten, Wettkampf, Spielfreude und soziales Miteinander, neue Sport- und Bewegungsanreize, veränderte Rahmenbedingungen durch Digitalisierung, Individualisierung und Differenzierung des Freizeitverhaltens, Bevölkerungswachstum und Verdichtung des Stadtraumes. Die Erarbeitung der Leitlinie beginnt voraussichtlich 2024, Vorbereitungen finden bereits ab 2022 statt. Es werden Synergien aus dem Bereich Sportentwicklungsplanung genutzt.

Bei der Fortschreibung der Fachleitlinie werden eine Reihe neuer Themen integriert: Diversität, digitaler Wandel, Stärkung der Demokratie, Stärkung von Bildung und Teilhabegerechtigkeit, nachhaltig handeln. Die Fortschreibung wird nach einem internen Strategieprozess in Abhängigkeit von Ressourcen beginnen.

Der Stadtrat hat bereits 2018 die Fortschreibung der Fachleitlinie beschlossen. Sie soll aktualisiert und neue Themen integriert werden: z. B. Digitalisierung der Kindheit und des Alltags, Veränderungen der Arbeitswelt, Verschärfung der Wohn-/Mietsituation, neue Anforderungen an Kinderbetreuung (gesetzlicher Anspruch), neue Familienformen, wachsende Armutsrisiken. Die Fortschreibung beginnt in Abhängigkeit von entsprechenden Ressourcen.

Der Stadtrat hat 2020 die Fortschreibung der Fachleitlinie beschlossen. Es werden eine Reihe neuer Themen integriert: u.a. Partizipation und Teilhabe, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Digitalisierung, Erfahrungen aus der Corona-Krise und Bewältigung der Folgen. Die Fortschreibung hat bereits begonnen, eine Entwurfsfassung der Leitlinie liegt voraussichtlich Ende 2022 vor.

Zur Fortschreibung

 

Die Leitlinie Gesundheit wird fortgeschrieben und es werden neue Themen aufgenommen wie z. B. Folgen der Pandemie, Klimawandel und Gesundheit, Auswirkungen von Bevölkerungswachstum und Diversität auf Gesundheitsvorsorge und -versorgung, Fachkräftemangel. Der Beginn der Fortschreibung ist abhängig von zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Bei der Leitlinie Soziales besteht aufgrund der Aktualität (2017) kein akuter Fortschreibungsbedarf. Es wird jedoch vom Sozialreferat eine Befragung zur so sozialen Lage vorbereitet, die als Grundlage der Evaluierung und Weiterentwicklung der Leitlinie künftig regelmäßig durchgeführt werden soll.

Zur Leitlinie Soziales

Neue Fachleitlinien

Der Stadtrat hat 2019 eine neuen Fachleitlinie Freiraum mit folgenden Themenschwerpunkten beschlossen: Sicherung und Entwicklung von Grün- und Freiräumen im Stadtgebiet und im weiteren Grüngürtel vor dem Hintergrund des Stadtwachstums und der Urbanisierung; Naturschutz und Landschaftspflege; Förderung der biologischen Vielfalt; Maßnahmen zur Klimaanpassung; Strategien und Potenziale zur Multicodierung von Freiräumen. Die Erarbeitung beginnt 2022.

Zum Stadtratsbeschluss

 

Der Stadtrat wird voraussichtlich Ende 2021 / Anfang 2022 beschließen, dass das interkulturelle Integrationskonzept zur Fachleitlinie weiterentwickelt wird. Die Leitlinie wird u. a. folgende Themenschwerpunkte enthalten: Verbesserung des verwaltungsinternen Informationsflusses über die Themen Integration, Diversität und interkulturelle Öffnung.

Der Stadtentwicklungsplan STEP2040

Der STEP2040 ist ein zentraler, programmatischer Bestandteil der Perspektive München. Er ergänzt sie um einen integrierten Gesamtplan, der stadtweite Ziele und Strategien zur räumlichen Entwicklung konkretisiert, bündelt und visualisiert.
STEP2040

Der Handlungsraumansatz

Der Handlungsraumansatz richtet den Blick auf fachübergreifende Schwerpunktgebiete der Stadtentwicklung, die eine besonders große Entwicklungsdynamik aufweisen. Derzeit gibt es neun Handlungsräume.
Handlungsraumansatz