Schutzgebiete

In München gibt es vier Naturschutzgebiete und 18 Landschaftsschutzgebiete. Hinzu kommen geschützte Landschaftsbestandteile und Naturdenkmäler.

Naturschutzgebiete

Grasheide auf der Panzerwiese

Naturschutzgebiete sind größere Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft in ihrer Ganzheit oder in einzelnen Teilen erforderlich ist.

Die Erhaltung von Lebensstätten bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten, aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder wegen ihrer Seltenheit, besonderen Eigenart oder hervorragenden Schönheit steht an erster Stelle. Gesetzliche Grundlage ist § 23 des Bundesnaturschutzgesetzes. Naturschutzgebiete stellen die höchste Schutzkategorie dar.

Im nördlichen Stadtgebiet Münchens sind derzeit vier wertvolle Landschaftsräume als Naturschutzgebiete ausgewiesen.

Überblick der vier Gebiete

Die Allacher Lohe mit einer Größe von fast 150 Hektar ist einer der letzten Restbestände des einst für den Münchner Norden und Westen charakteristischen Lohwaldgürtels. Der Begriff "Lohwald" beschreibt einen lichten Waldtyp, der auch offene Flächen umfassen kann, zum Beispiel die für den Münchner Norden ebenfalls typischen Heideflächen.

Die Allacher Lohe befindet sich in München-Allach.

Der äußerst artenreiche und auch mit vielen Waldbodenpflanzen ausgestattete Eichen-Hainbuchen-Wald prägt die Landschaft ganz besonders und stellt ein sehr anschauliches Beispiel für einen naturnah erhaltenen Laubmischwald dar. Mit seinen reich strukturierten Waldrändern und -säumen bietet er einen Lebensraum für viele heimische Pflanzen- und Tierarten.

Zusammen mit den angrenzenden Heideflächen und den lichten, fast gehölzfreien Waldbereichen ist ein wertvolles Wald-Heide-Mosaik entstanden. Wegen des Artenreichtums, des besonderen Strukturreichtums und seiner Eigenschaft als landschaftsprägendes Element ist das Gebiet zum Naturschutzgebiet erklärt worden.

Das Naturschutzgebiet ist zusammen mit der Angerlohe und ihrem Vorfeld im Rahmen der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie für den europäischen Biotopverbund Natura 2000 als Schutzgebiet aufgenommen worden.

Das Naturschutzgebiet ist durch Autobahn und andere Straßen, Industrie-Siedlung, Bahn und Rangierbahnhof heute fast völlig vom Umland abgeschnitten und kann daher als ökologische Insel bezeichnet werden.

Um dieses einmalige Kleinod dauerhaft zu erhalten, enthält die Naturschutzgebietsverordnung auch Regelungen hinsichtlich des Befahrens mit Kraftfahrzeugen, Reitens, Radfahrens und des Betretens.

Die Regelungen der Verordnung sind jedoch so gestaltet, dass die unmittelbare Erlebbarkeit der Allacher Lohe und die naturschonende Erholungsnutzung auch nach der Ausweisung als Naturschutzgebiet gegeben sind.

Das Badeverbot für den direkt an der Dachauer Straße gelegenen Baggersee ist notwendig, um die gute Wasserqualität zu erhalten und eine ungestörte Entwicklung seiner Uferbereiche sowie seiner für Amphibien wichtigen Flachwasserbereiche zu gewährleisten. Eine Badenutzung würde dem zuwider laufen.

Entstehung und Besonderheiten

Im Jahr 1770 stellte der Allacher Wald noch den nördlichsten Endpunkt eines geschlossenen, nahezu genau in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Lohwaldgürtels im Münchner Norden dar. Das Gebiet befindet sich am Rand der Münchner Schotterebene im Übergang zu den Niedermoorbereichen des Dachauer Mooses.

Gletscher aus der Würmeiszeit haben Schotterzungen hinterlassen, auf denen sich später angewehter Löss (ein feinkörniges und kalkhaltiges Staubsediment) ansammeln konnte. Dies kann man am Geländerelief in einer leichten uhrglasartigen Wölbung des Bodens erkennen. Durch die Lössablagerung ist ein relativ fruchtbarer Boden entstanden, auf dem sich der Lohwald mit seinen speziellen Arten- und Lebensraumtypen entwickeln konnte.

Später wurden dann große Teile des Waldes gerodet, zum Beispiel für Bebauung und Landwirtschaft. Die heute noch vorhandenen Teile des Lohwaldgürtels sind die Allacher Lohe, die Angerlohe, der Hartmannshofer Wald und das Kapuzinerhölzl; auch im Nymphenburger Landschaftspark, der das südliche Ende des ehemaligen zusammenhängenden Waldes darstellt, sind noch großflächige Lohwaldreste mit vielen Waldarten erhalten geblieben.

Tier- und Pflanzenarten

Bedingt durch die enge Verzahnung unterschiedlicher Lebensräume wurde in der Allacher Lohe eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren mit einem hohen Anteil an sehr seltenen und geschützten Arten nachgewiesen. Unter den dort vorkommenden rund 400 Pflanzenarten sind allein 25 nach der bayerischen Roten Liste gefährdet; 24 Arten stehen unter gesetzlichem Schutz laut Bundesartenschutzverordnung - zum Beispiel die Türkenbund-Lilie und der Fransenenzian. Unter den dort lebenden weit über 1.000 einzelnen Tierarten kommen seltene Arten wie zum Beispiel Hermelin, Grau- und Grünspecht, Wechselkröte, Zauneidechse, Schwalbenschwanz und Bläuling vor.

Verordnung Naturschutzgebiet Allacher Lohe

Das Naturschutzgebiet Panzerwiese und Hartelholz im Münchner Stadtteil Milbertshofen liegt innerhalb einer landesweit bedeutsamen Heidelandschaft der nördlichen Münchner Schotterebene.

Zusammen mit der bis in den Landkreis München reichenden Fröttmaninger Heide, dem Mallertshofer Holz und der Garchinger Heide stellt die Panzerwiese mit dem Hartelholz heute noch ein großräumiges Relikt der ursprünglich weit ausgedehnten Münchner Heidelandschaft dar.

Das 280 Hektar große Gebiet wurde bis 1990 militärisch genutzt. Nach Aufgabe der militärischen Nutzung konnte der für den Münchner Norden charakteristische Landschaftsraum mit seinen landesweit bedeutsamen Magerrasen als Naturschutzgebiet dauerhaft geschützt werden. Die Erhaltung, Stärkung und Zusammenführung mit den oben genannten Teilgebieten war vorrangiges Ziel der Naturschutzgebietsausweisung.

Beim Hartelholz handelt es sich um eine natürliche Waldentwicklung zum Eichen-Kiefernwald auf dem ursprünglichen Heidestandort, der allerdings teilweise von standortfremden Fichtenaufforstungen durchsetzt ist. Die enge Verzahnung von lichten Waldteilen beziehungsweise offenen Flächen und Waldsäumen mit wärmeliebenden Tier- und Pflanzenarten führten auf engstem Raum zu einer außerordentlich großen Arten- und Lebensraumvielfalt.

Das Naturschutzgebiet ist auch im Rahmen der FFH-Richtlinie für den europäischen Biotopverbund Natura 2000 als Schutzgebiet aufgenommen worden.

Im Ballungsraum München, einem auch durch Erholungsdruck stark belasteten Raum, ist es erforderlich, die wenigen noch verbleibenden, besonders naturschutzwürdigen Flächen besonders rücksichtsvoll zu nutzen - das heißt, sie mehr noch als in anderen Bereichen vor nachhaltiger Störung und Zerstörung zu bewahren.

Zur Erreichung dieses Schutzziels enthält die Naturschutzgebietsverordnung auch Verbote hinsichtlich des Befahrens mit Kraftfahrzeugen, des Freilaufenlassens von Hunden und des Radfahrens außerhalb dafür vorgesehener Wege. Diese Regelungen wurden jedoch so gestaltet, dass die unmittelbare Erlebbarkeit und die naturschonende Erholungsnutzung auch nach der Ausweisung als Naturschutzgebiet noch gegeben ist.

Entstehung und Besonderheiten

Die Voraussetzung für die Entstehung der Heidelandschaft waren die flachgründigen Böden, die durch einen nacheiszeitlichen Schwemmkegel des Isargletschers, der so genannten Garchinger Schotterzunge, entstanden sind.

Auf dem kalkreichen, aber ansonsten nährstoffarmen Untergrund entwickelte sich vor etwa 10.000 Jahren eine Heidelandschaft mit ihren typischen Wäldern und Grasheiden (Magerrasen), die bis in das 19. Jahrhundert das Erscheinungsbild des Münchner Nordens zwischen München und Freising wesentlich prägte.

Bei den Heideflächen im Münchner Norden handelt es sich um Grasheiden auf kalkreichem Untergrund im Gegensatz zu den norddeutschen Heiden, die auf bodensauren Sandstandorten wachsen. Im Gegensatz zu den bewaldeten Bereichen des Hartelholzes wurde die auf nährstoffarmen, flachgründigen Böden ohnehin langsam voranschreitende natürliche Waldentwicklung auf den heute noch offenen Heideflächen der Panzerwiese durch Beweidung verhindert.

Tier- und Pflanzenarten

Die Kalkmagerrasen weisen eine besondere, an nährstoffarme Böden gebundene Artenzusammensetzung auf. Diese "mageren" Standortbedingungen sind allgemein im Rückgang begriffen und werden durch die intensive Bodennutzung der Landwirtschaft und Bebauung nach und nach verdrängt. Hier kommen sowohl kontinentale Pflanzenarten osteuropäischer Herkunft (Weißes Fingerkraut, Regensburger Ginster), Arten aus dem Mittelmeerraum (Hügel-Meister, Kugelblume) sowie alpine Arten (Silberdistel, Fransenenzian) nebeneinander vor, die alle an diese "mageren" Böden und extremen klimatischen Standortbedingungen offener, ungeschützter Lagen angepasst sind und hier gemeinsame Rückzugsgebiete gefunden haben.

Es wurden insgesamt 178 Pflanzenarten gefunden, von denen 23 in der Roten Liste aufgeführt sind, also stark bis sehr stark gefährdet sind. Neben dem Vorkommen gefährdeter Wirbeltierarten (Vögel wie Rebhuhn oder Steinschmätzer sowie Wechselkröte, Laubfrosch, Zauneidechse) wurden bei den Wirbellosen 20 Rote-Liste-Arten nachgewiesen (Tagfalter, Heuschrecken, Libellen, Schnecken, Käfer).

Verordnung Naturschutzgebiet Panzerwiese und Hartelholz

Das etwa 100 Hektar große Schwarzhölzl liegt an der nördlichen Stadtgrenze im Stadtteil Feldmoching. Es repräsentiert mit seinen vier Einzelflächen einen Querschnitt durch mehrere Typen der Reste des ehemals riesigen Moorgebietes am Nordrand der Münchner Schotterebene im Übergangsbereich zum Dachauer Moos.

Der Hauptteil des eigentlichen Schwarzhölzls ist mit einem alten, teils lichten Moorwald aus Schwarzkiefern bestockt.

Durch die Grundwasserabsenkungen im letzten Jahrhundert hat das großflächige Moor seinen ursprünglichen Charakter weitgehend verloren. Es sind jedoch an einigen Stellen noch Moorwaldreste mit typischen Tier- und Pflanzenarten vorhanden, die erhalten werden sollen. Seit 1. Januar 1994 ist das Schwarzhölzl als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Das Naturschutzgebiet ist zusammen mit der Angerlohe und ihrem Vorfeld im Rahmen der FFH-Richtlinie (FFH = Flora-Fauna-Habitat) für den europäischen Biotopverbund Natura 2000 als Schutzgebiet aufgenommen worden.

Um die wertvollen Flächen dauerhaft erhalten zu können, enthält die Naturschutzgebietsverordnung Regelungen hinsichtlich des Befahrens mit Kraftfahrzeugen, Reitens, Radfahrens und des Betretens.

Diese Regelungen sind jedoch so gestaltet, dass die unmittelbare Erlebbarkeit des Schwarzhölzls und die naturschonende Erholungsnutzung auch nach der Ausweisung als Naturschutzgebiet noch gegeben ist.

Entstehung und Besonderheiten

Während der Eiszeiten wurden die feinkörnigen und schlecht wasserdurchlässigen Böden aus dem Tertiär mit bis zu zirka 20 Meter mächtigen Schichten aus weitgehend kalkhaltigen Flussschottern überdeckt. Auf der kaum wasserdurchlässigen Tertiärschicht (Flinz) staute sich das Niederschlagswasser und bildete einen ausgedehnten Grundwasserkörper. Durch die verschiedenen Neigungen beziehungsweise Gefälle der beiden unterschiedlichen Schichten kam es zu großflächigen Grundwasseraustritten, welche die Entstehung riesiger Quellmoore (Niedermoore) zur Folge hatten. Auf seinem Weg durch die darüber liegenden Kalkschotter konnte sich das Wasser mit Kalk sättigen, weshalb die Moore kalkreich sind. Auf diese Weise wurden die Grundvoraussetzungen für eine nährstoffarme, kalkliebende Niedermoorvegetation geschaffen.

Seit etwa einem Jahrhundert wurde der Grundwasserspiegel durch die fortschreitenden Entwässerungsmaßnahmen allerdings immer weiter gesenkt. Der letzte besonders gravierende Eingriff in die Grundwasserverhältnisse erfolgte mit dem Bau der Regattastrecke. Auch die Nutzung (Torfstich, Landwirtschaft) hat zu einer mechanischen Veränderung der Böden und deren Nährstoffhaushalt geführt.

Tier- und Pflanzenarten

Das Schwarzhölzl wird auch heute noch von verschiedenen Bächen und Gräben eingerahmt und durchzogen. Der ursprüngliche Kiefernmoorwald ist jedoch seit der Grundwasserabsenkung durch den Bau der Ruderregattastrecke in seiner typischen Baumartenzusammensetzung stark in Umwandlung begriffen. Als wertvolle Pflanzengesellschaft bodennasser, nährstoffarmer Standorte sind die Reste der Pfeifengrasstreuwiesen und andere Niedermoorreste besonders hervorzuheben. Trotz der starken Beanspruchung durch Erholungssuchende hat der Wald immer noch eine große Bedeutung als Brutgebiet für Vögel. So sind hier unter anderem der Buntspecht, der Erlenzeisig, der Mäusebussard, der Pirol und die Waldohreule beheimatet.

Die Teiche im Süden und im Nordosten sind bedeutende Laichgewässer für Erdkröte und Grasfrosch. In ihnen finden sich auch Arten wie die Krebsschere, eine in Oberbayern sehr seltene Wasserpflanze.

Als typischer Unterwuchs offener Bereiche der Niedermoorstandorte und lichter Kiefernmoorwälder auf nährstoffarmen Standorten sind die noch vorhandenen Reste der Pfeifengrasstreuwiesen besonders hervorzuheben. Sie beherbergen eine Fülle seltener Pflanzenarten.

Verordnung Naturschutzgebiet Schwarzhölzl

Fröttmaninger Heide

Die Fröttmaninger Heide zählt zusammen mit den Naturschutzgebieten Panzerwiese und Hartelholz, Garchinger Heide, Echinger Lohe und Mallertshofer Holz sowie den Heiden des Flugplatzes Oberschleißheim zu den wertvollsten Naturschätzen Bayerns.
Mehr Infos

Landschaftsschutzgebiete

Sommerlinde bei der Badenburg

In München gibt es 18 verschiedene Landschaftsschutzgebiete. Dazu zählen die Isarauen mit Auwaldresten und den Laubmischwaldbeständen der Hangleitenwälder, der Nymphenburger Park, die Angerlohe (ein Lohwaldrest mit ausgeprägtem Unterwuchs), die Aubinger Lohe mit angrenzenden Niedermoorstandorten, der Langwieder See und der Waldfriedhof.

Als Landschaftsschutzgebiete können Gebiete festgesetzt werden, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft

  • zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts oder der Regenerationsfähigkeit und nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter, einschließlich des Schutzes von Lebensstätten und Lebensräumen bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarbeiten,
  • wegen der Vielfalt, Eigenart oder Schönheit oder der besonderen kulturhistorischen Bedeutung der Landschaft oder
  • wegen ihrer besonderen Bedeutung für die Erholung

erforderlich sind (Zitat § 26 Bundesnaturschutzgesetz BNatSchG).

Die genaue Bezeichnung aller Gebiete und ihr Grenzverlauf ergeben sich aus der jeweiligen Landschaftsschutzverordnung. Die Verordnung finden Sie im Münchner Stadtrecht.

Die genaue Lage der einzelnen Schutzgebiete können Sie in den Karten im Maßstab 1:5.000 zu den Parteiverkehrszeiten bei der Unteren Naturschutzbehörde einsehen.

In Landschaftsschutzgebieten ist es verboten, Veränderungen vorzunehmen, die die Natur schädigen, den Naturgenuss beeinträchtigen oder das Landschaftsbild verunstalten.

Welche dauerhaften oder vorübergehenden Maßnahmen einer Erlaubnis der Unteren Naturschutzbehörde bedürfen, geht aus den Landschaftsschutzverordnungen der Stadt München hervor.

Befahren mit Kraftfahrzeugen außerhalb von öffentlichen Straßen, bauliche Anlagen oder Veranstaltungen im Landschaftsschutzgebiet (z.B. Feste mit Tischen und Bänken) sind grundsätzlich erlaubnispflichtig. Auch auf Filmaufnahmen kann dies zutreffen.

Grillen im Landschaftsschutzgebiet

Ausführliche Informationen, wie und an welchen Stellen das Grillen im Landschaftsschutzgebiet erlaubt ist, erhalten Sie hier und am Grilltelefon der Landeshauptstadt München unter der Telefonnummer 089-233-27900.

Verstöße gegen die Regelungen der Landschaftsschutzverordnung können mit Geldbußen geahndet werden.

Die Landschaftsschutzgebiete - eine Auswahl

Die Isarauen verleihen mit ihren Hangleitenwäldern und Auwaldrelikten, mit den in Teilen naturnahen Parkanlagen des Englischen Gartens, der Maximiliansanlagen und der Hirschau der Stadt ein unverwechselbares Erscheinungsbild.

Der gesamte städtische Isarraum ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, das sich im Landkreis München nach Norden und Süden fortsetzt. Am Flaucher und im Bereich der Museums- und Praterinsel hat die Isar ihren Wildflusscharakter bewahrt, was durch die bei Hochwasser immer wieder stattfindende Verlagerung der Kiesbänke sichtbar wird.

Gehölzfreie Wiesenflächen im Hochwasserbett, magere und trockene Standorte an den Dämmen - so genannte Brennen -, artenreiche Gehölzsäume, an feuchte Verhältnisse angepasste auwaldartige Bestände, durch Buchen geprägte Wälder der Hangleiten, an denen immer wieder Hangquellen zu Tage treten, bieten einer Vielzahl von zum Teil seltenen Tieren und Pflanzen Lebensraum. So findet sich zum Beispiel die Wasseramsel in den Bereichen, in denen das Wasser besonders sauber und beispielsweise durch kleine Abstürze auch besonders sauerstoffreich ist. In den Wäldern kommen Orchideen vor.

Aufgrund der hohen Bedeutung für den Naturschutz wurden die nördlichen und südlichen Isarauen auch als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet Nr. 7537-301) für den europäischen Biotopverbund an die Europäische Union gemeldet und genießen hierdurch einen besonderen Schutz.

Der Isarraum lädt zum Spazieren gehen, zum Verweilen, zum Beobachten und Entdecken, zur Muße und Erholung ein. Ein naturbewusstes Verhalten ist hierbei für die meisten Besucherinnen und Besucher selbstverständlich, da sich nur so der hohe Wert des Isarraumes langfristig erhalten lässt.

Naturschutz im oberen Isartal: Flyer

Die Ursprünge des Parks gehen auf einen ehemaligen Barockgarten im französisch-italienischen Stil zurück. Der Nymphenburger Park besteht zum Teil aus 300-jährigen Gehölzbeständen mit Wiesen, Wasserflächen sowie stets auf das Schloss gerichteten freien Blickfeldern - so genannten Sichtachsen.

Ebenso prägt der Kanal mit seinen beidseitigen Doppelreihen aus Winterlinden den Schlosspark.

Als ehemaliges Jagdrevier des Bayerischen Königshauses beherbergt der Park bis in die heutige Zeit noch Niederwildbestand. Durch den wertvollen und alten mit Bruthöhlen besetzten Baumbestand mit teilweise dichtem Unterholz sind Vögel, Fledermäuse sowie alt- und totholzbewohnende Insekten besonders stark vertreten.

Der Wert des Nymphenburger Schlossparks liegt, neben seiner kulturellen Bedeutung, dem Erholungswert und dem landschaftlichen Reiz, vor allem in der Großflächigkeit der Gehölzbestände und ihrem naturnahen Bestandsaufbau. Sie beherbergen noch eine Vielzahl von Waldarten, die in den kleineren Lohwaldresten des Münchner Nordwestens teilweise nicht mehr zu finden sind.

Aufgrund der hohen Bedeutung für den Naturschutz wurde ein Großteil des Nymphenburger Parks mit der Allee beidseits des Nymphenburger Kanals auch als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet Nr. 7834-301) für den europäischen Biotopverbund an die Europäische Union gemeldet und genießt hierdurch einen besonderen Schutz.

Durch seine Lage inmitten der Stadt hat das Landschaftsschutzgebiet einen hohen Wert als Lebensraum für Tiere und Pflanzen und als Naherholungsraum für die Münchner Bürgerinnen und Bürger, den es dauerhaft zu erhalten gilt.

Die Angerlohe stellt ähnlich wie der Allacher Forst mit ihrem typischen Bestand an Eichen und Hainbuchen einen Überrest des Lohwaldgürtels im Münchner Norden dar. Der hochwertige Baumbestand zeichnet sich vor allem durch ein starkes Hervortreten der Hainbuche und das völlige Fehlen von Nadelbäumen aus.

Die Bodenvegetation ist üppig entwickelt. Es sind u.a. gefährdete und / oder geschützte Arten wie z.B. Frühlingsknotenblume, Türkenbund, Aaronstab, Gelbes und Weißes Buschwindröschen vorhanden. Auch zahlreiche Pilzarten sind vertreten.

Das Landschaftsschutzgebiet ist ein wichtiges Naherholungsziel, besonders für die Bürgerinnen und Bürger Allachs und Untermenzings.

Die häufigsten Singvogelarten, aber auch Waldkauz und Turmfalke sind in dem Wald zu Hause. Die vor allem im Norden unmittelbar anschließenden Wälder mit dazwischen liegenden landwirtschaftlich genutzten und naturnahen Flächen bieten diesen Tieren ein reiches Nahrungsangebot.

Aufgrund der hohen Bedeutung für den Naturschutz wurde die Angerlohe zusammen mit den nördlich angrenzenden Landschaftsteilen und der Allacher Lohe als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet(FFH-Gebiet Nr. 7734-302) für den europäischen Biotopverbund an die Europäische Union gemeldet und genießen hierdurch einen besonderen Schutz.

Das Gebiet im Moosgrund ist seit 2021 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Festgehalten ist dies in einer Verordnung des Münchner Stadtrechts.

Das Verfahren zur Unterschutzstellung des Gebietes "Moosgrund im Münchner Nordosten" als Landschaftsschutzgebiet wurde bereits 2014 mit der gesetzlich vorgeschriebenen Öffentlichkeitsbeteiligung eingeleitet. Vielfältige Belange, insbesondere die Anliegen der Landwirte als auch notwendige Verkehrsuntersuchungen für die unmittelbar südwestlich an das geplante Landschaftsschutzgebiet anschließende städtebauliche Entwicklungsmaßnahme wurden anschließend einem langwierigen Abwägungsprozess unterzogen.

Das Gebiet im Moosgrund ist ein ehemaliges Niedermoorgebiet und heute vorwiegend durch landwirtschaftlich genutzte Flächen geprägt. Diese Kulturlandschaft hat große Bedeutung für die Biodiversität und für die Naherholung im Münchner Nordosten.

Die etwa 360 Hektar umfassende Fläche liegt zwischen den Gemeinden Unterföhring und Aschheim sowie dem Münchner Stadtteil Johanneskirchen im Stadtbezirk Bogenhausen am nordöstlichen Rande des Stadtgebiets.

Geschützte Landschaftsbestandteile

Kleine Biotopflächen, die aufgrund ihrer Größe nicht die Voraussetzungen eines Naturschutzgebietes erfüllen, aber für den Naturhaushalt von großer Bedeutung sind, können als so genannte Landschaftsbestandteile durch Verordnung unter Schutz gestellt werden.

Dies gilt besonders, wenn sie für die Tier- und Pflanzenwelt oder wegen ihrer Bedeutung für die Entwicklung oder Erhaltung von Biotopverbundsystemen erforderlich sind oder zur Belebung des Landschaftsbilds beitragen. Dies gilt unter anderem für Baum- und Gebüschgruppen, Heideflächenreste, Alleen, Hecken, Feldgehölze, Parks etc. (§ 30 Bundesnaturschutzgesetz). Den jeweiligen Verordnungstext finden Sie im Münchner Stadtrecht unter den Satzungs-/Verordnungsnummern 880.

47 geschützte Landschaftsbestandteile

In München sind sehr unterschiedliche Lebensräume als Landschaftsbestandteile unter Schutz gestellt (z.B. Hecken und Bäche am Erlbachwiesen- und Faulwiesenweg, Streuwiesen und Weidengebüsche an der Scharinenbachstraße, die Langwieder Heide, Restflächen der Perlacher Heide, Alter Nördlicher Friedhof). Die bislang 47 geschützten Landschaftsbestandteile haben eine Fläche von insgesamt 175 Hektar. Die Unterschutzstellung besonders wertvoller Biotope wird kontinuierlich fortgesetzt. 

Geschützte Landschaftsbestandteile dürfen nicht ohne Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde entfernt, zerstört oder verändert werden. Welche Maßnahmen einer Genehmigung bedürfen, geht aus den jeweiligen Schutzverordnungen hervor.

Naturdenkmäler

Als Naturdenkmäler können Einzelschöpfungen der Natur geschützt werden, deren besonderer Schutz aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit erforderlich ist (§ 28 Bundesnaturschutzgesetz - BNatSchG).

In München sind derzeit ausschließlich ortsbildprägende Bäume mit hohem naturschutzfachlichen Wert durch die Naturdenkmalverordnung geschützt.

Die letzte Novellierung erfolgte mit Beschluss der Vollversammlung des Stadtrates vom 23.06.2021 (Sitzungsvorlagen Nr. 20-26/V 03003). Sie beschränkte sich auf die Fortschreibung der Naturdenkmalliste und geringfügige Anpassungen im Text der Verordnung.

Die Naturdenkmalliste umfasst nun 117 Naturdenkmäler mit 200 Einzelbäumen, die mit Baumart, Lage und Qualitätsmerkmalen aufgeführt sind. Die Bäume sind durch ein kleines, dreieckiges Schild mit grünem Rand und schwarzem Adler auf weißem Grund gekennzeichnet.

Die Naturdenkmalverordnung mit der Liste der Naturdenkmäler und den Bezeichnungen sowie den jeweiligen Standorten der Bäume können Sie im Münchner Stadtrecht einsehen.

Ein Naturdenkmal und seine geschützte Umgebung darf nicht ohne Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde entfernt, zerstört oder verändert werden. Welche Maßnahmen einer vorherigen Genehmigung oder Anzeige bedürfen, geht aus der Verordnung hervor.

Naturdenkmalverordnung

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