Allacher Lohe

Lesen Sie hier unter anderem Informationen zu Flora und Fauna, Geschichte und Erholungsmöglichkeiten der Allacher Lohe.

Kurzinfo

Die Allacher Lohe ist mit einer Größe von fast 150 Hektar einer der letzten Restbestände des einst für den Münchner Norden und Westen charakteristischen Lohwaldgürtels. Der Begriff "Lohwald" beschreibt einen lichten Waldtyp, der auch offene Flächen umfassen kann, zum Beispiel die für den Münchner Norden ebenfalls typischen Heideflächen.

Die Allacher Lohe befindet sich im Münchner Nordwesten, im Stadtteil Allach.

Weitere Informationen zur Allacher Lohe

Der äußerst artenreiche und auch mit vielen Waldbodenpflanzen ausgestattete Eichen-Hainbuchen-Wald prägt die Landschaft ganz besonders und stellt ein sehr anschauliches Beispiel für einen naturnah erhaltenen Laubmischwald dar. Mit seinen reich strukturierten Waldrändern und -säumen bietet er einen Lebensraum für viele heimische Pflanzen- und Tierarten.

Bedingt durch die enge Verzahnung unterschiedlicher Lebensräume wurde in der Allacher Lohe eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren mit einem hohen Anteil an sehr seltenen und geschützten Arten nachgewiesen. Unter den dort vorkommenden rund 400 Pflanzenarten sind allein 25 nach der bayerischen Roten Liste gefährdet. 24 Arten stehen unter gesetzlichem Schutz laut Bundesartenschutzverordnung . Zum Beispiel die Türkenbund-Lilie und der Fransenenzian. Unter den dort lebenden weit über 1.000 einzelnen Tierarten kommen seltene Arten wie zum Beispiel Hermelin, Grau- und Grünspecht, Wechselkröte, Zauneidechse, Schwalbenschwanz und Bläuling vor.

Gletscher aus der Würmeiszeit haben Schotterzungen hinterlassen, auf denen sich später angewehter Löss (ein feinkörniges und kalkhaltiges Staubsediment) ansammeln konnte. Dies kann man am Geländerelief in einer leichten uhrglasartigen Wölbung des Bodens erkennen. Durch die Lössablagerung ist ein relativ fruchtbarer Boden entstanden, auf dem sich der Lohwald mit seinen speziellen Arten- und Lebensraumtypen entwickeln konnte.

Im Jahr 1770 stellte der Allacher Wald noch den nördlichsten Endpunkt eines geschlossenen, nahezu genau in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Lohwaldgürtels im Münchner Norden dar. Später wurden dann große Teile des Waldes gerodet, zum Beispiel für Bebauung und Landwirtschaft. Die heute noch vorhandenen Teile des Lohwaldgürtels sind die Allacher Lohe, die Angerlohe, der Hartmannshofer Wald und das Kapuzinerhölzl; auch im Nymphenburger Landschaftspark, der das südliche Ende des ehemaligen zusammenhängenden Waldes darstellt, sind noch großflächige Lohwaldreste mit vielen Waldarten erhalten geblieben.

Das Gebiet der Allacher Lohe befindet sich heute am Rand der Münchner Schotterebene im Übergang zu den Niedermoorbereichen des Dachauer Mooses.

Zusammen mit den angrenzenden Heideflächen und den lichten, fast gehölzfreien Waldbereichen ist ein wertvolles Wald-Heide-Mosaik entstanden. Wegen des Artenreichtums, des besonderen Strukturreichtums und seiner Eigenschaft als landschaftsprägendes Element ist das Gebiet zum Naturschutzgebiet erklärt worden.

Das Naturschutzgebiet ist durch Autobahn und andere Straßen, Industrie-Siedlung, Bahn und Rangierbahnhof heute fast völlig vom Umland abgeschnitten und kann daher als ökologische Insel bezeichnet werden.

Das Naturschutzgebiet ist zusammen mit der Angerlohe und ihrem Vorfeld im Rahmen der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie für den europäischen Biotopverbund Natura 2000 als Schutzgebiet aufgenommen worden.

Um dieses einmalige Kleinod dauerhaft zu erhalten, enthält die  Naturschutzgebietsverordnung auch Regelungen hinsichtlich des Befahrens mit Kraftfahrzeugen, Reitens, Radfahrens und des Betretens.

Die Regelungen der Verordnung sind so gestaltet, dass die unmittelbare Erlebbarkeit der Allacher Lohe und die naturschonende Erholungsnutzung auch nach der Ausweisung als Naturschutzgebiet gegeben sind.

Das Badeverbot für den direkt an der Dachauer Straße gelegenen Baggersee ist notwendig, um die gute Wasserqualität zu erhalten und eine ungestörte Entwicklung seiner Uferbereiche sowie seiner für Amphibien wichtigen Flachwasserbereiche zu gewährleisten. Eine Badenutzung würde das Gegenteil bewirken.

  • Referat für Klima- und Umweltschutz

    SG Untere Naturschutzbehörde

    Blumenstraße 28b

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