Partnerstädte

Die Stadt München unterhält insgesamt acht Städtepartnerschaften

Verona - Italienische Partnerstadt

Verona - Das Tor zum Süden
Stadt Verona

Verona - das Tor zum Süden. Diese Bedeutung hat die Stadt in Oberitalien heute für Tausende von Münchnerinnen und Münchnern, die im Sommer über den Brenner an die Adriastrände, in die Toskana oder noch weiter nach Süden reisen. Auch für die deutschen Könige des Mittelalters war Verona ein wichtiger Stützpunkt auf ihrem Zug nach Rom, wo sie die Kaiserwürde erlangen wollten.
Doch Verona kann auf eine noch längere Geschichte zurückblicken. Schon in prähistorischer Zeit gibt es eine kleine Siedlung auf dem Hügel über der Etsch-Schleife. Später ist Verona ein Hauptsitz der keltischen Cenomanen. 89. v. Chr. wird der Ort römische Kolonie. An der Kreuzung wichtiger römischer Nachschubstraßen gelegen wächst Verona rasch zu einem bedeutenden Handelsplatz heran. Die Stadt wird befestigt, prächtige Bauten errichtet. Über zwei Jahrhunderte steht Verona in großer Blüte - nicht umsonst nennt man die Stadt an der Etsch zu dieser Zeit das "kleine Rom".

Völkerwanderung
Doch mit der Völkerwanderung brechen auch für Verona rauere Zeiten an. 403 belagern die Westgoten die Stadt und 452 verwüsten Attilas Hunnenscharen die gesamte Poebene. Aber Verona erholt sich von diesen Schicksalsschlägen. In den folgenden Jahrhunderten erwählen sich immer wieder Regenten Verona zu ihrer Hauptstadt. Der Ostgotenkönig Theoderich, der "Dietrich von Bern" der deutschen Sage, residiert auch in Verona. Der Langobarde Alboin lässt sich in der Stadt an der Etsch nieder und regiert von hier aus sein Reich. Ende des 8. Jahrhunderts gründet Karl der Große die Mark Verona und macht seinen Sohn Pippin zum König von Italien. Otto der Große schließlich trennt 952 die Mark Verona von Italien und schließt sie an Bayern an, um damit den deutschen Einfluss zu stärken.

Mittelalter
Ende des 10. Jahrhunderts entsteht in Oberitalien reges Wirtschaftsleben. Auch in Verona lebt der Handel auf. Gleichzeitig verändert sich das politische Bewusstsein der Veroneser, sie streben nach größerer Unabhängigkeit vom deutschen Kaiser. 1162 bildet sich die Veroneser Liga gegen Friedrich Barbarossa, dessen Heer 1164 erfolglos wieder aus Oberitalien abziehen muss. Diese Zeit wirtschaftlicher Blüte schenkt Verona eine Vielzahl neuer Bauten. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht gelangt die Stadt schließlich unter der Herrschaft die Skaliger (1262-1387). Verona wird zum kulturellen Zentrum nicht nur Oberitaliens. Dante findet hier aus Florenz kommend Zuflucht. Giotto, Pisanello und viele andere Künstler schaffen in Verona große Werke.
Nach dem Ende der Skaliger-Herrschaft steht die Stadt kurz unter mailändischem Einfluss. 1405 unterwirft sie sich der Republik Venedig. Trotz der politischen Abhängigkeit bleibt Verona ein eigenständiges kulturelles Zentrum. Vor allem der Maler Paolo Veronese und der Baumeister Sanmicheli erlangen große Bedeutung.

18. Jahrhundert
1796 erobert Napoleon Verona, 1797 fällt die Stadt mit Venedig an Österreich. Auch nach dem Wiener Kongress bleibt Verona unter habsburgischer Herrschaft und wird eine der wichtigsten österreichischen Festungen in Oberitalien. 1866 wird Verona dem Königreich Italien angeschlossen und teilt seither die Geschichte Italiens.

Verona hat sich von den starken Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges gut erholt und ist in den letzten Jahrzehnten kräftig gewachsen. Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz hat heute ca. 260 000 Einwohner. Schon immer an einer Schnittstelle des Ost-West- und des Nord-Süd-Verkehrs gelegen, hat sich Verona durch den Ausbau der Verkehrswege, besonders durch den Bau der Brennerautobahn, immer mehr zu einem Verkehrsknotenpunkt in Oberitalien entwickelt.

Wirtschaft
Die Stadt bildet den Hauptumschlagplatz für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse der fruchtbaren Poebene. Zu einer der bedeutendsten Messen ihrer Art gehört die Landwirtschaftsmesse in Verona. Angelockt durch die günstige Verkehrslage, haben sich auch zahlreiche Industriebetriebe im Großraum Verona niedergelassen. Von besonderer Bedeutung ist hier die Möbelindustrie, die unter anderem hervorragende Möbel im antiken Stil herstellt. Einen guten Namen hat auch der schon seit vielen Jahrhunderten nördlich der Stadt gebrochene Veroneser Marmor.

Kultur
Für Oberitalien stellt Verona auch ein kulturelles Zentrum dar. Die Stadt ist Sitz einer Universität und sie besitzt mehrere bedeutende Bibliotheken und Museen. Das Aushängeschild der Kulturstadt Verona sind natürlich die Opernfestspiele in der "Arena di Verona". Seit 1913 bestehend, locken sie alljährlich Tausende von Besuchern in die Stadt. Berühmtestes Wahrzeichen der Stadt ist neben den Opernfestspielen aber wahrscheinlich der Balkon, auf dem Romeo einst seine Julia küsste!

Florian Mittermeier
Protokollabteilung
Marienplatz 8
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Bordeaux - Französische Partnerstadt

Theatre Bordeaux

Bereits in den fünfziger Jahren entwickelten sich die ersten Kontakte zwischen Bordeaux und München. Beide Städte hatten großes Interesse, nach dem furchtbaren Weltkrieg durch den Aufbau einer Städtepartnerschaft zur Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich und zur Entstehung eines brüderlichen Europa beizutragen. Die Kontakte vertieften sich dank zahlreicher Austauschbesuche rasch und am 30. Mai 1964 konnten die Oberbürgermeister der beiden Städte, Hans-Jochen Vogel und Jacques Chaban-Delmas, die offizielle Partnerschaft besiegeln.

Im 2. Jahrhundert v. Chr. waren die Kelten die ersten, die sich am Ufer der Garonne niedergelassen haben. Unter römischer Herrschaft wächst die keltische Ansiedlung Burdigola zu einer blühenden Handelsstadt heran. Die Römer sind es auch, die als erste die günstigen klimatischen Bedingungen erkennen und an den Uferhängen des Flusses Weinstöcke anpflanzen. Der Weinbau wurde schnell erfolgreich und bald begann der Weinexport in andere Regionen des Römischen Weltreiches.
Nach dem Ende des Römischen Reiches gerät die Stadt zunächst unter westgotische, ab 507 unter fränkische Herrschaft. Unter Karl dem Großen wird Bordeaux Hauptstadt des Herzogtums Aquitanien. Reges Leben entwickelt sich in der mittelalterlichen Stadt. Die Herzöge lassen sie in den folgenden Jahrhunderten immer weiter ausbauen und befestigen.

Hoch- und Spätmittelalter
1152 heiratet Alienor, einziges Kind des Herzogs Wilhelm X. von Aquitanien, den mächtigen Henri Plantagenet. Als dieser zwei Jahre später den englischen Königsthron erbt und als Henri II. den Thron besteigt, wird Bordeaux englisch. Dies hat für die Stadt weitreichende Folgen. Bordeaux wird Hauptumschlagplatz für den Handel mit England. Der Weinhandel mit England, Flandern und auch mit den deutschen Städten floriert und bringt der Stadt Wohlstand. 300 Jahre bleibt Bordeaux unter englischer Herrschaft. Im 15. Jahrhundert kann die englische Krone ihre Besitzungen nicht mehr halten. 1453 fällt die Stadt wieder an Frankreich.
Durch die zuletzt proenglische Haltung verliert die Stadt alle Handelsprivilegien und jegliche politische Freiheit. Vergeblich wehrte sich die Stadt gegen die Zentralisierung der französischen Krone. Mehrere Aufstände werden blutig niedergeschlagen, Bordeaux verarmt.

18. - 20. Jahrhundert
Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts bessert sich die Lage der Stadt wieder. Um die königliche Macht zu verstärken wird der Ausbau des Hafens gefördert und der Handel neu belebt. Rasch blüht die Stadt erneut auf und erlebt ihr zweites "goldenes Zeitalter".
Die Französische Revolution bringt der Stadt erneut einen herben Rückschlag. Die aus der Gegend kommenden "Girondisten", die gemäßigt föderalistische Positionen vertreten, unterliegen radikalen Gruppen. Dadurch gerät Bordeaux wieder unter scharfen Druck aus Paris.
Unter Napoleon bricht der Handel völlig zusammen. Die Stadt verarmt schlagartig.
Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts geht es mit der Stadt bergauf. In dieser Zeit ist Bordeaux auch dreimal kriegsbedingt Sitz der französischen Regierung. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelingt es der Stadt wieder Anschluss zu finden und sie erlangt ihre heutige Bedeutung, Metropole des französischen Südwestens zu sein.

Bordeaux ist Hauptstadt der Region Aquitanien und Präfektursitz des Departments Gironde. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Stadt zur Wirtschaftsmetropole Südwestfrankreichs entwickelt. Ihre Einwohnerzahl ist sprunghaft angestiegen. Die Stadt selbst hat heute etwa 219 000 Einwohner. Im Umland, der "Communauté de Bordeaux" leben über 659 000 Menschen.

Wirtschaft
Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor war und ist für die Stadt der Hafen. Obwohl die Stadt fast 100 Kilometer vom Meer entfernt liegt, hat sie nahezu ideale natürliche Bedingungen für einen bedeutenden Handelshafen. Die Gironde, der Trichter in dem Garonne und Dordogne in den Atlantik münden, bietet sicheren Schutz vor den Stürmen der offenen See, und ermöglicht auch großen Schiffen die Einfahrt in dieses natürliche Hafenbecken. Heute erstrecken sich die Hafenanlagen über viele Kilometer entlang beider Flussufer. Der Hafen ist einer der bedeutendsten Häfen Frankreichs.
Zweiter wichtiger Wirtschaftsfaktor ist von jeher das Handelshauptgut von Bordeaux, der Wein. Millionen von Flaschen gehen jedes Jahr in alle Welt. Günstige klimatische Bedingungen ermöglichen es den Winzern des Bordelais, alljährlich Spitzenweine zu produzieren.
Die Weinproduktion hat auch verschiedenste Zulieferbetriebe entstehen lassen. In den Fabriken in und um Bordeaux werden Flaschen, Korken, Weinkisten und anderes Verpackungsmaterial hergestellt. Am Hafen haben sich Werften und Raffinerien angesiedelt. Daneben ist vor allem die Luft- und Raumfahrtindustrie in Bordeaux von überregionaler Bedeutung.

Kultur
Bordeaux ist nicht nur eine Wirtschaftsmetropole. Die Stadt an der Garonne ist auch das kulturelle Zentrum des Südwestens Frankreichs. Bordeaux hat eine bedeutende Universität. Neben zahlreichen Museen besitzt die Stadt das Grand Théâtre, das als Meisterwerk des Pariser Architekten Victor Louis betrachtet wird und Ende des 18. Jahrhunderts errichtet wurde.

Manuela Forster
Protokollabteilung
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Sapporo - Japanische Partnerstadt

Partnerstadt Sapporo
Stadt Sapporo

Sapporo liegt auf Hokkaido, der nördlichsten der japanischen Inseln und ist deren Hauptstadt. Trotz der großen Entfernung von 8.764 km besteht zwischen Sapporo und der bayerischen Landeshauptstadt eine besondere Verbindung: Beide Städte waren 1972 Gastgeber für die Olympischen Sommer- bzw. Winterspiele. Im Zuge dessen wurde am 28. August 1972 die Partnerschaftsurkunde durch den damaligen Oberbürgermeister Georg Kronawitter und seinen japanischen Kollegen Takeshi Itagaki unterzeichnet und damit die Städtepartnerschaft gegründet.
Die Geschichte der Stadt steht in engem Zusammenhang mit der Geschichte Hokkaidos. Noch 1850 ist die zweitgrößte der vier japanischen Hauptinseln eine nahezu unberührte Wildnis, bedeckt von dichten Wäldern. Wenige Menschen, weitgehend Ureinwohner vom Volk der Ainu, leben hier. Aus der ihrer Sprache stammen vielen Bezeichnungen für Orte auf Hokkaido, unter anderem auch der Name unserer Partnerstadt Sapporo, der in etwa "Land, das der Fluss gab" bedeutet.

Besiedlung
1857 wird zum ersten Mal eine japanische Ansiedlung in der Gegend des heutigen Sapporos aktenkundig. Sieben Siedler haben sich dort niedergelassen. 1867 endet in Japan die Edo-Periode und damit die seit dem 13. Jahrhundert bestehende Samurai-Regierung. Das Shogunat wird abgeschafft. Der nun herrschende Kaiser Mutsushito ordnet die großangelegte Kolonisierung Hokkaidos an. Erstmals wird die Insel in ihrer Gesamtheit erforscht. 1868 wird in der Ishikari-Ebene am Ufer des Flusses Toyohira das zentrale Kolonisationsbüro errichtet. Hier entsteht ab 1869 auch die künftige Hauptstadt der Insel. Der Hauptträger des ehrgeizigen Kolonisationsprojekts sind die abenteuerlustigen Samurai, die nach der Auflösung der Feudalgesellschaft keinen Platz in der neuen Gesellschaft finden können.
Daneben sind von Anfang an zahlreiche Europäer und Amerikaner an der Kolonisation und am Aufbau der neuen Stadt beteiligt. Der Kolonisationsbeauftragte wirbt zahlreiche europäische Ingenieure für den Aufbau der Industrie und Landwirtschaft an. 1876 gründet der amerikanische Landwirtschaftspezialist William Clark in Sapporo ein Ausbildungszentrum für Agraringenieure. Ungefähr zur gleichen Zeit führen deutsche Brauer das Bier auf Hokkaido ein.
Um 1875 zählt Sapporo etwa 1000 Einwohner. 1880 wird eine der ersten Eisenbahnlinien Japans zwischen Sapporo und der Hafenstadt Otaru eröffnet.

20. Jahrhundert
1918 werden zum 50. Geburtstag der Stadt die von Pferden gezogenen Straßenbahnen durch elektrifizierte Wagen ersetzt. 1922 hat die Stadt bereits 127 000 Einwohner. Den Zweiten Weltkrieg übersteht Sapporo weitgehend unbeschadet. Auch 1945 wird die Entwicklung der Stadt zielstrebig weiterverfolgt. 1970 überschreitet die Einwohnerzahl erstmals die Millionengrenze.
1972 erleben die Bewohner von Sapporo das bisher größte Ereignis der Stadtgeschichte, die Olympischen Winterspiele. Dieses Ereignis verschaffte Sapporo weltweite Bekanntheit. Schon 1966 hat das Internationale Olympische Komitee die Winterspiele an Sapporo vergeben. In den folgenden Jahren werden enge Kontakte zwischen Sapporo und München, der Gastgeberin der Sommerspiele, geknüpft, woraus sich auch die Städtepartnerschaft entwickelte.

Wirtschaft und Wissenschaft
Als größte Stadt der Insel stellt Sapporo Hokkaidos wirtschaftliches und kulturelles Zentrum dar. Mit ca. 1,9 Millionen Einwohnern (Stand 1.12.2020) gehört sie zu den größten Städten Japans. Ihr derzeitiger Bürgermeister ist Katsuhiro Akimoto.
Neben der traditionellen Holz- und Forstwirtschaft haben sich bereits im letzten Jahrhundert Betriebe der Textil- und Nahrungsindustrie in der Stadt angesiedelt. Hervorzuheben ist hierbei vor allem das Brauereiwesen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch einen konsequent eingehaltenen Plan zur Wirtschaftsentwicklung die Stadt auch für andere Industriezweige attraktiv gemacht. Außerhalb des Stadtgebiets wurde der sogenannte "Techno-Park" errichtet. Neben einem Elektronikzentrum wurden hier Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen erbaut.
Mit der Winterolympiade wurde für die Stadt ein neuer Wirtschaftsbereich erschlossen, indem sich Sapporo 1972 als attraktives Wintersportzentrum der Weltöffentlichkeit präsentierte.
Die Hokkaido-Universität, die aus dem Landwirtschaftskolleg hervorgegangen ist, zählt zu den bedeutendsten Hochschulen mit einem der größten Campi des Landes. Auch der Uhrenturm von Sapporo, ein bekanntes Wahrzeichen der Stadt, ist Teil einer ehemaligen Exerzierhalle des Landwirtschaftskollegs.

Kultur
Das bedeutendste Kulturereignis in Sapporo ist das Sapporo Snow Festival. Die Stadt erlangte durch das jährlich im Februar stattfindende Event internationale Bekanntheit, bei dem riesige Kunstwerke aus Schnee und Eis aufgebaut werden. Seinen Ursprung hatte es im Jahre 1950, als Schüler und Studenten im Odori Park Statuen aus Schnee bauten. Inzwischen ist das öffentliche Interesse und der damit einhergehende Besucherandrang so groß, dass sich das Festival auf die Dauer von einer Woche und über drei Parks, den Odori Park, den Susukino Park und den Tsudome Park erstreckt.
Auch der der Moerenumakoen-Park ist sehr bekannt. Er verbindet vor den Toren Sapporos Installationen und Naturelemente zu Kunstwerken.
Der Hokkaidō-jingū ist der größte und wichtigste Shinto-Schrein auf Hokkaido. Dieser befindet sich in einem Teil des Maruyama-Parks in Sapporo. Das Hauptfest des Schreins, vom 14. bis 16. Juni, zählt zu den zehn größten Festen Japans und zieht Jahr für Jahr etwas eine Millionen Besucher an.
Ähnlich wie München ist auch Sapporo in Japan für seine Bierkultur berühmt. Hier entstand 1877 unter Federführung des Braumeisters Nakawaga Seibei eine der ersten Brauereien Japans und die Marke „Sapporo Beer“. Nakawaga lernte sein Handwerk in Deutschland, ehe er die Braukunst nach Japan brachte. Neben der Braukunst führte er auch Biergärten in Sapporo ein, einer der größten befindet sich im Odori-Park.

Kulinarik
In Sapporo findet man die Yubari-Melone, bei der es sich um die teuerste Frucht der Welt handelt. Angebaut wird sie in Gewächshäusern in Yūbari, Hokkaido, einer kleinen Stadt in der Nähe von Sapporo, wo die Melonen einzeln beim Wachsen betreut und täglich massiert werden. Da den Früchten nachgesagt wird, dass sie dem Käufer Glück und Wohlstand einbringen, werden bei traditionellen Lebensmittel-Auktionen hohe Summen erzielt.
Auch für Liebhaber von Süßspeisen ist mit Shiroi Koibito gesorgt. Hierbei handelt es sich um mit weißer Schokolade gefüllte Biskuit-Kekse. Wer es eher herzhaft mag, kann auch die bekannte Miso-Ramen-Suppe kosten. Diese traditionelle japanische Nudelsuppe ist auf der Insel Hokkaidō besonders beliebt, da sie ursprünglich aus Sapporo stammt.

Sport
Im Juni 2001 wurde auf dem großen grünen Hügel Hitsujigaoka der Sapporo All-Wetter-Dome - auch HIROBA genannt - fertiggestellt. Dieser war der Austragungsort einiger Spiele der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2002, darunter das erste Spiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen Saudi Arabien (8:0). Neben Sapporos Fußballteam, den Consadole Sapporo, ist der All-Wetter-Dome auch Heimat des Baseballteams Hokkaido Nippon Ham Fighters, die in der Japanischen Profibaseballliga spielen.
Sapporos nähere Umgebung bietet mit dem Mount Teine, an dessen Hängen die Skiwettbewerbe der Olympischen Winterspiele 1972 ausgetragen wurden, ein großartiges Skigebiet mit phänomenalen Schneeverhältnissen.

Florian Mittermeier
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Jubiläumslogo

Veranstaltungen zum Partnerschaftsjubiläum

Anlässlich des 50-jährigen Städtepartnerschaftsjubiläums werden viele Veranstaltungen in München den Jahrestag berücksichtigen. Hier finden Sie eine Aufstellung von Events, welche mit dem Jubiläum in Zusammenhang stehen
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50 Jahre Städtepartnerschaft München - Sapporo

Virtuelle Ausstellung von Gastgeschenken und Fotos anlässlich der 50-jährigen Städtepartnerschaft zwischen der LH München und Sapporo
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Cincinnati - Partnerstadt in den Vereinigten Staaten

Cincinnati

Eine leibhaftige "Mutter" hat die Partnerschaft zwischen München und Cincinnati: Denn es war Auguste Kent, die nicht locker ließ, bis die immer schon freundschaftlichen Beziehungen zwischen ihrer alten und ihrer neuen Heimatstadt – bereits 1871 fertigte die Münchner Erzgießerei Ferdinand von Miller die Brunnenfiguren für den Tyler-Davidson-Brunnen, der heute im Zentrum Cincinnatis aufgestellt ist – am 18. September 1989 von Oberbürgermeister Georg Kronawitter und Mayor Charles J. Luken endlich auch offiziell besiegelt wurden.

US-Bundesstaat Ohio
Cincinnati – unbekannte Partnerstadt in den Vereinigten Staaten. Allzu viel wissen die meisten Münchner und Münchenerinnen nicht über die Partnerstadt im US-Bundesstaat Ohio, dabei gab es im letzten Jahrhundert Kontakte zwischen den beiden Städten.
Ursprünglich ist das Gebiet des heutigen Bundesstaates Ohio von verschiedenen Indianerstämmen besiedelt gewesen. Im 17. Jahrhundert beanspruchten die Franzosen das Land für ihr Kolonialreich. Parallel zum Siebenjährigen Krieg zwischen England und Frankreich (1756-1763) kommt es auch in der Neuen Welt zu Kampfhandlungen. Schon seit 1740 hat es immer wieder Auseinandersetzungen gegeben. Englische Siedler sind von Osten her immer weiter in das obere Ohiotal vorgedrungen und haben sich auch auf französischem Boden niedergelassen. Ab 1756 herrscht offiziell Kriegszustand.
Schließlich setzen sich die Engländer durch. Im Frieden von Paris tritt 1763 Frankreich alle Gebiete östlich des Mississippi an Großbritannien ab. Das Gebiet um das heutige Cincinnati wird britisch. Doch deshalb wird die Zeit für das Land nicht freundlicher. Blutige Kämpfe mit den indianischen Ureinwohnern des Gebiets folgen. Auch die Loslösung der Kolonien vom britischen Mutterland vollzieht sich erst durch kriegerische Auseinandersetzungen. 1783 werden die USA unabhängig. Ohio gehört zunächst zum sogenannten "Northwest Territority" und wird 1803 zum 17. Staat der neuen amerikanischen Union.

Stadtgründung
In dieser unruhigen Zeit entsteht Cincinnati. Im Zuge der Besiedlung des Landes werden 1788 am Nordufer des Ohio River drei Dörfer gegründet. 1790 erhält das Dorf Losantiville, das sich als Zentrum einer Stadt herausgebildet hat, den "Namen" Cincinnati. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nimmt der Zuzug aus den östlichen Staaten der USA, aber auch aus Europa und vor allem Deutschland stark zu. Die kleine Stadt wächst rasch heran, der Anteil der deutschstämmigen Einwohner nimmt stetig zu.

Deutsche Gemeinde
Das Leben in Cincinnati ist überwiegend deutsch geprägt. Deutsche Zeitungen sind weit verbreitet, deutsche Vereine prägen das gesellschaftliche Leben und das deutsche Theater erfreut sich großer Beliebtheit. Um 1900 sind rund zwei Drittel der Bürger der Stadt deutschstämmig. In der Entwicklung des kirchlichen Lebens spielt die deutsche Gemeinde eine wichtige Rolle. Auf kirchlichem Gebiet ergeben sich auch die ersten Kontakte zwischen Cincinnati und München. Die mit großen Schulden belastete katholische Gemeinde von Cincinnati erhält mit Genehmigung des bayerischen Königs Ludwig I. großzügige finanzielle Unterstützung. Gleichzeitig wird der "Ludwig-Missions-Verein" ins Leben gerufen, der lange für die gesamte Missionsarbeit der bayerischen katholischen Kirche in Nordamerika verantwortlich ist.
Schon im 19. Jahrhundert zeigen sich die Bewohner von Cincinnati moderner Technik sehr aufgeschlossen. In der Stadt entstehen die erste Eisengießerei, die erste Zuckerraffinerie und die erste Dampfmühle des damaligen amerikanischen Westens.
Das Wachstum der Stadt setzt sich im 20. Jahrhundert fort. Cincinnati erholt sich ziemlich schnell von den großen Wirtschaftskrisen zu Beginn des Jahrhunderts. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt sich die Stadt am Ohio River zu einem bedeutenden Industrie- und Handelsplatz des amerikanischen Mittelwestens.

Cincinnati selbst hat etwa 420 000 Einwohner, im sich bis in die Bundesstaaten Indiana und Kentucky ausdehnenden städtischen Bebauungsgebiet leben rund 1,5 Millionen Menschen.
Die Stadt liegt an der Kreuzung dreier wichtiger Eisenbahnstrecken. Der schiffbare Ohio River mündet in den Mississippi, gleichzeitig verbindet ihn ein Kanal mit den großen Seen. Damit ist Cincinnati über Wasserstraßen an wichtige Industriezentren der USA angebunden.

Wirtschaft
Die verkehrsgünstige Lage ermöglichte es der Stadt, zu einem der bedeutendsten Industrie- und Handelsplätze des amerikanischen Mittelwestens heranzuwachsen. Längere Tradition haben in der Stadt bereits Druckereien, Maschinenproduktion und Brauereien. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich hier auch weltweit renommierte Betriebe der Elektronik- und Chemischen Industrie angesiedelt. Außerdem ist Cincinnati eine überregional bedeutende Zeitungs- und Verlagsstadt.

Kultur
Auch kulturell hat die Stadt am Ohio River einiges zu bieten. Schon 1819 wurde die "University of Cincinnati" gegründet. Heute studieren an dieser Hochschule ca. 35 000 Studenten. Bemerkenswert ist die umfassende Sammlung deutscher Bücher der Universitätsbibliothek. Internationale Anerkennung haben die Forschungsergebnisse der medizinischen Fakultät gefunden.
Weltweit einen Namen erspielt hat sich das "Cincinnati Symphony Orchester". Das Orchester ist in den Konzertsälen der Welt ein gern gesehener Gast. Im nach der New Yorker "Metropolitan Opera" zweitgrößten Opernhaus der USA gastieren immer wieder hervorragende Kräfte. Eine große Anzahl von Ballett- und Theatergruppen ergänzen mit ihren Aufführungen das kulturelle Angebot der Stadt. Gerade im kulturellen Bereich ist der deutsche Einfluss noch stark spürbar.
Die deutschstämmigen Bürger der Stadt vergaßen auch nach dem Zweiten Weltkrieg die darniederliegende Heimat nicht. So erreichten zahlreiche Hilfsangebote die Münchner Bürger und Bürgerinnen, es wurde z. B. für die Wiederherstellung des "Alten Peter" eine beträchtliche Summe zur Verfügung gestellt.

Andrea Deller
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Kiew - Ukrainische Partnerstadt

Plakat Partnerstadt Kiew

Im Zuge der Entspannung im Ost-West-Konflikt Ende der 1980er Jahre entstand in München der Wunsch nach einer Dreieckspartnerschaft Münchens mit je einer Stadt in den USA und in der damals noch existierenden UdSSR. Auf Kiew einigte man sich relativ schnell, da zu dieser Zeit schon etliche Kontakte in die Hauptstadt der Ukraine entstanden waren. Unter anderem gab es zwischen den Zoologischen Gärten beider Städte Kooperationen und mehrere Münchner Initiativen organisierten medizinische Hilfe für Geschädigte der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl, das nur knapp 100 km nördlich Kiews liegt.
Noch vor dem Berliner Mauerfall besiegelten die damaligen Oberbürgermeister Münchens und Kiews Georg Kronawitter und Valentin Sigurskij am 6. Oktober 1989 die Städtepartnerschaft.
Schulpartnerschaften, Begegnungen zwischen Kirchengemeinden, bürgerschaftliches Engagement und ein Austausch zwischen den beiden Stadtverwaltungen füllen die Städtepartnerschaft bis heute mit Leben.

Die Anfänge
Die Tage der Stadtgründung verlieren sich im Dunkel der Geschichte, Realität und Sage vermischen sich. Der Legende nach kamen die drei Brüder Kij, Schtschek und Choriw mit einem Boot den Dnjepr heruntergefahren. An einer Stelle, an der ihnen die Landschaft besonders gefiel, ließen sie sich nieder. Die neu entstandene Siedlung benannten sie nach dem ältesten von ihnen "Kiew". Archäologen und Historiker verweisen diese schöne Geschichte ins Reich der Fabel. Funde römischer Münzen und anderer Gegenstände belegen nur, dass schon seit alters her am Dnjepr eine Handelsstadt bestanden haben muss. Kaufleute und Händler, die auf der Bernsteinstraße von der Ostseeküste nach Byzanz zogen, haben hier Station gemacht und Waren gelagert.

Mittelalter
Genaueres über die Geschichte Kiews wissen wir erst ab dem Mittelalter. Im 9. Jahrhundert begründet der normannische Warägerfürst Rurik das altrussische Reich. Seine Nachfolger führen Kiew zu großer Bedeutung. Oleg gelingt es, alle Fürstentümer unter seiner Führung zu vereinen. Er macht Kiew zu seiner Residenz und befestigt die Stadt gegen mögliche Angriffe aus den asiatischen Steppen. Handelsbeziehungen zu Byzanz werden aufgebaut. Kiew wird wirtschaftlicher, kultureller und politischer Mittelpunkt des Großfürstentums. 988 lässt Wladimir der Heilige seine Untergebenen taufen. Rasch wird Kiew auch religiöses Zentrum des Landes. Unter Jaroslav dem Weisen im 11. Jahrhundert erreicht die Bautätigkeit ihren Höhepunkt. Die Sophienkathedrale wird errichtet, Klöster entstehen, das "Goldene Tor" und eine mächtige Stadtmauer werden gebaut. Kiew ist zu dieser Zeit eine der bedeutendsten und prachtvollsten Städte Europas. Händler aus aller Welt bieten hier ihre Waren an, Geistliche, Mönche und Pilger treffen sich zur Verehrung Gottes, Gesandte von den wichtigsten Königshöfen Europas halten sich an der Residenz der Kiewer Fürsten auf. Um 1200 schwächen Herrschaftskämpfe das Reich und es zersplittert in Teilreiche. Kiew sieht sich immer wieder Angriffen der Nachbarn ausgesetzt. 1240 kann die Stadt dem Ansturm der Mongolen nicht mehr standhalten und wird völlig zerstört.

Neuzeit
Die Stadt ist zunächst unter litauischer, später unter polnischer Herrschaft. Erst im 16. Jahrhundert bessert sich die Lage. Durch Handel kommt die Stadt wieder zu bescheidenem Wohlstand. In dieser Zeit erwacht das ukrainische Nationalbewusstsein. Nach mehreren Aufständen gegen die polnische Herrschaft gelingt es den Ukrainern, sich von der polnischen Oberhoheit zu lösen. 1686 wird Kiew wieder russisch. Im Zarenreich erlebt die Stadt ihre zweite große Blüte. Im 18. Jahrhundert herrscht reges Treiben in der Stadt, neue Gebäude werden errichtet, und Kiew wird zu einer der wichtigsten Städte des Zarenreiches. Im 19. Jahrhundert kann sich Kiew auch wieder als kulturelles und geistiges Zentrum etablieren. Die Universität der Stadt zieht bedeutende Gelehrte an und Tausende von Pilgern besuchen jedes Jahr das berühmte Höhlenkloster.

Das 20. Jahrhundert
bringt der Stadt das zweite Inferno ihrer Geschichte. Nachdem Kiew die Wirren der Revolution einigermaßen überwunden hat, werden die Jahre des Wiederaufbaus und der fortschreitenden Industrialisierung durch den Einmarsch der deutschen Truppen im Zweiten Weltkrieg jäh unterbrochen. Zerstörungen und Deportationen sind die Folge. Als die Deutschen Ende 1945 die Stadt verlassen, bleiben nur Trümmer, Schutt und Asche zurück. Nachdem die Spuren der Zerstörung weitgehend getilgt sind kann sich Kiew dem Besucher wieder als moderne Großstadt präsentieren.

Das 21. Jahrhundert
Im Spätherbst 2004 war Kiew Schauplatz der "Orangenen Revolution". Mit ihr wehrte sich die Zivilgesellschaft gegen das amtierende Präsidialsystem. Die politische Entwicklung der Ukraine scheint vor diesem Hintergrund relativ instabil.

Kiew, ist mit seinen heute gut 2,7 Millionen Einwohnern Mittelpunkt des wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Lebens des Landes. Durch seine günstige Lage am Fluss Dnjepr ist Kiew zu einem attraktiven und beliebten Industrie- und Bildungsstandort geworden. Auch das ukrainische Parlament befindet sich in Kiew.
Bedingt durch hervorragende Klima- und Bodenverhältnisse ist die Ukraine von jeher eine Kornkammer des Russischen Reiches gewesen.
Durch seine günstige Lage am für die Schifffahrt gut ausgebauten Dnjepr ist Kiew auch zu einem attraktiven und beliebten Industriestandort geworden. Alle wichtigen Industriezweige sind in der Stadt vertreten. Von besonderer Bedeutung sind der Maschinen- und Gerätebau sowie die Nahrungsmittelindustrie. Um enge Zusammenarbeit mit den Industriebetrieben sind auch die naturwissenschaftlichen und technischen Fakultäten der Universität bemüht. Kiew ist seit 1834 Sitz der Universität. Die Leistungen in der medizinischen Forschung sind weltweit anerkannt.
Zahlreiche Theater, Konzertsäle und Museen haben dazu geführt, dass Kiew auch im Bereich der Kultur große Bedeutung erlangt hat. Das musikalische Leben wird geprägt durch die Aufführungen der nationalen Ensembles der Ukraine. Das ukrainische Sinfonieorchester, der berühmte Volkschor "Werjowka" und das Volkstanzensemble bieten dem Interessierten hervorragende Kunst dar. Traditionell jedes Frühjahr findet der "Kiewer Frühling" statt. Bei diesem Kunst- und Musikfestival geben musikalische Gruppen und Solisten aus dem ganzen Land Proben ihres großen Könnens.

Organisationen und Initiativen von A-Z

Bayerische Ostgesellschaft
Zu den Tätigkeiten des Vereins gehören Informationsveranstaltungen, die Förderung von persönlichen Begegnungen, Einladungen zu Fortbildungsseminaren, Organisation von Erholungsaufenthalten für kranke Kinder in ihrem eigenen Land und humanitäre Hilfe. Aktuell unterstützt die BOG eines der großen Kiewer Gefängnisse in Borispol und organisiert Alten- und Kinderhilfe in den Karpaten. Das Arbeitsgebiet der BOG ist das Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Neben eigenen Aktivitäten im Arbeitsgebiet wie Kirgistanhilfe und Ukrainehilfe liegt ein Schwerpunkt der Arbeit auf politischer Bildung durch Vorträge und Seminare, auf der Herausgabe einer Informationsschrift und der Veranstaltung von Regionalkonferenzen, die der Vernetzung von Aktivitäten bayerischer Vereine mit Organisationen, die in Nachfolgestaaten der Sowjetunion tätig sind, dienen.
Nähere Informationen unter www.bayerische-ostgesellschaft.de

Brücke nach Kiew e.V.
Elisabeth Hölzl und ihr Mann, der damalige Chef der Berufsfeuerwehr München, waren im September 1994 zu einem Privatbesuch in der Ukraine und besuchten bei dieser Gelegenheit auch den Samariter Bund Kiew. Dort erfuhren sie über die bittere Armut der Bevölkerung, insbesondere der kinderreichen Familien. Tschernobyl hat überdies in viele Familien Krankheit und Invalidität gebracht. Spontan übernahmen sie eine Patenschaft für eine Mutter mit 6 Kindern, die eine Verzweiflungstat angekündigt hatte. Vereinbart wurde eine monatliche Zuwendung mit Lebensmitteln, die vom Samariter Bund Kiew beschafft und verteilt werden sollten. Diese Art der direkten Hilfeleistung an ganz bestimmte Empfänger ermunterte in den folgenden Jahren viele Münchner, ebenfalls Patenschaften zu übernehmen oder durch Einzelspenden verschiedene Aktionen zu unterstützen.
Inzwischen versorgt der Verein ständig ca. 1000 Menschen mit Grundnahrungsmitteln, und leistet Hilfe in besonderen Notfällen. Jährlich werden 40-50 Tonnen Lebensmittel vor Ort gekauft und verteilt. Der Umfang der Hilfeleistung erstreckt sich inzwischen nicht nur auf Familien, sondern vor allem auch auf Waisenkinder, Invaliden und Rentner. Zusätzlich unterstützt der Verein noch verschiedene Projekte wie z.B. ein Kinderheim / Waisenhaus in Lubny, eine „Notunterkunft für behinderte Kinder“ und eine Station für verlassene Kinder im Krankenhaus Nr. 1 in Kiew.
Nähere Informationen unter www.bruecke-nach-kiew.de

BUSD e. V. / SUS-N
Der Bund ukrainischer Studenten in Deutschland (BUSD e.V., ukrainisch: SUS-N) berät die studentische ukrainische Diaspora in Deutschland. Das wichtigste Ziel des Vereins besteht darin, die Interessen der ukrainischen Studierenden in Deutschland vor deutschen, ukrainischen und europäischen Behörden, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen zu vertreten.
Der Verein war Mitveranstalter der Konferenz „Zivilgesellschaft in Harare, Kiew und München“ im Februar 2010.

Caritasverband der Erzdiözese München und Freising
Die Caritas ist nicht nur in München tätig. Sie unterhält auch ausländische Hilfsprojekte und ist Partner der griechisch- sowie der römisch-katholischen Caritas in der Ukraine, beide mit Sitz in Kiew. Zusammen ermöglichen sie jährlich mehr als 3000 sozial benachteiligten Kindern und Kindern, die durch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl strahlengeschädigt sind, medizinisch betreute Ferien in den insgesamt drei bestehenden Ferienlagern in der Ukraine. Sie werden dort von Ärzten untersucht und behandelt und erhalten täglich Mahlzeiten. In Lemberg werden Straßenkinder und Kinder mit Behinderungen betreut, in Ternopil zwei Waisenhäuser. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Connect plus e.V.
Der gemeinnützige Verein Connect plus wurde im April 2001 gegründet, mit dem Ziel, die Erfahrung und Kompetenz der Aids-Arbeit in Deutschland staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen in Osteuropa zur Verfügung zu stellen. Die Ukraine ist seit einigen Jahren ein zentrales Betätigungsfeld.
Connect plus e.V. unterstützt den Kampf gegen HIV/AIDS in Osteuropa durch Wissenstransfer, und zwar konkret durch Vermittlung von Experten, die in Deutschland im AIDS-Bereich arbeiten, und die ihr Wissen und ihre Erfahrung in Fort- und Weiterbildungsprogrammen für professionelle und ehrenamtliche Mitarbeiter von AIDS-Projekten weitergeben.
Nähere Informationen erhalten Sie unter de.connect-plus.org/

forumNET.Ukraine – Netzwerk für Information, Koordination und Ukrainestudien
Auf der Grundlage des „Arbeitsforum Ukraine e.V.“ mit Sitz in München ist seit 2002 das forumNET.Ukraine entstanden, eine zentrale Stelle (Schwerpunkte: Berlin und München) für Informationsaustausch, Koordination und Beratung in den deutsch-ukrainischen Beziehungen. Das Portal steht als offenes Diskussionsforum zur Verfügung, berät, begleitet und initiiert neue Vorhaben und organisiert spezifische Veranstaltungen. Über einen gesonderten Verteiler werden Interessierte regelmäßig über aktuelle Themen im deutsch-ukrainischen Verhältnis sowie Veranstaltungen, Ausschreibungen oder Publikationen informiert.
Peter Hilkes von forumNet.Ukraine war Berater und Mitveranstalter der Konferenz "Zivilgesellschaft in Harare, Kiew und München" im Februar 2010 und berät die Stelle für internationale Angelegenheiten bei Fragen in Zusammenhang mit Kooperationsprojekten in Kiew.

Fritz-Kreuzer Stiftung
Fritz Kreuzer, selbst beinamputierter Schwerkriegsbeschädigter, wurde auf einer Reise in die Ukraine 1989 darauf aufmerksam, dass die orthopädische Versorgung in der Ukraine nicht nur qualitativ mangelhaft , sondern technisch völlig veraltet war. Unmittelbar nach seiner Rückkehr organisierte er umfangreiche Spenden an Rollstühlen und Gehhilfen sowie medizinische Versorgung von ehemaligen Afghanistansoldaten und schwerst strahlengeschädigten Kindern in Münchner Krankenhäusern.
Ab 1990 wurden sieben Ukrainer in bayerischen Fachwerkstätten zu Orthopädietechnikern ausgebildet. Sie sind in zwei modern ausgestatteten Orthopädiewerkstätten tätig, die seinerzeit von Fritz Kreuzer mit fachlicher Hilfe von Münchner Orthopädiemeistern und finanzieller Unterstützung der Stadt München und des Bayerischen Sozialministeriums in Kiewer Kinderkliniken eingerichtet wurden. Die dort hergestellten Prothesen, Orthesen, Stützapparate usw. entsprechen deutscher Qualitätsnorm. Vergleichbares wird in ukrainischen Fabriken nicht angefertigt. Eine Besonderheit der Stiftung ist, dass schwerbehinderte, bedürftige Kinder bis zu ihrem 18. Lebensjahr kontinuierlich betreut und unterstützt werden.
Nähere Informationen unter www.fritz-kreuzer-stiftung.de

Kiew Ausschuss des evangelisch-lutherischen Dekanats München
Der Kiew Ausschuss des evangelisch-lutherischen Dekanats München wurde mit Beginn der Städtepartnerschaft gegründet. Er pflegt sehr engen Kontakt zu der evangelisch-lutherische Stankt Katharinen-Gemeinde in Kiew, wobei die wichtigsten Aufgaben des Ausschusses die Begegnung mit den Menschen in Kiew und das diakonische Engagement in der Gemeinde und darüber hinaus sind. Mit gezielten Medikamenten- und anderen medizintechnischen Hilfen wird kranken Menschen eine Chance der Genesung gegeben. Außerdem werden eine kinderonkologische Station und ein Heim für psychisch kranke Frauen sowie Erholungsangebote für Kinder und ältere Menschen mit Sach- und Geldspenden unterstützt.

Munich Kiev Queer
Fight for Global Rights – Solidarität kennt keine Grenzen. Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuelle (LGBTI) leiden an vielen Orten der Welt unter Entrechtung, Verfolgung und Übergriffen. Die Kontaktgruppe Munich Kiev Queer setzt sich seit 2012 speziell für die Menschenrechtssituation von LGBTI in Kiew ein. Die ehrenamtlich organisierte Gruppe versteht sich als Schnittstelle zwischen der Münchner sowie der Szene in Kiew und anderer ukrainischer Städte. Sie initiiert, vermittelt, konzipiert, koordiniert und setzt Projekte allein oder gemeinsam mit den Gruppen und Vereinen der jeweiligen Communities um. Ein regelmäßiger Fachaustausch, Fortbildungsveranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen, Ausstellungen und Spendenaktionen machen diese Kooperation lebendig.
Der Münchner CSD und der KyivPride haben eine gesonderte Zusammenarbeit vereinbart. Seit 2012 wird jährlich ein KyivPride veranstaltet, der 2013, 2015 und 2016 erfolgreich durchgeführt werden konnte.
Nähere Informationen unter www.munichkievqueer.org

Luitpold Gymnasium
Der Kontakt zwischen dem Luitpold-Gymnasiums und dem Gymnasium 123 in Kiew ist ursprünglich über ein Onkologie-Hilfsprojekt vor etwa 15 Jahren entstanden. 2008 besuchte die erste Delegation des Luitpold-Gymnasiums die Schule 123 in Kiew, um gespendete Röntgengeräte zu übergeben, welche durch einen Sponsorenlauf finanziert worden waren. Außerdem findet seit 2010 ein Schüleraustausch mit Schülerinnen und Schülern der 10. Klassen des Gymnasiums 123 statt. Anders als bei einem gewöhnlichen Schüleraustausch steht hier nicht die Sprachverbesserung im Vordergrund, sondern die interkulturelle Begegnung.

Renovabis
Renovabis ist die "Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa" und wurde 1993 von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) auf Anregung des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK) gegründet. Renovabis unterstützt seine Partner bei der pastoralen, sozialen und gesellschaftlichen Erneuerung der ehemals kommunistischen Länder Mittel-, Ost- und Südosteuropas. Bis heute hat Renovabis in 29 Staaten in Mittel-, Ost- und Südosteuropa mehr als 17.000 Projekte mit einem Gesamtvolumen von über 500 Millionen Euro gefördert. Die Mittel fließen in kirchlich-pastorale, sozial-caritative sowie in Bildungs- und Medienprojekte. Zugleich fördert Renovabis den Dialog zwischen Ost und West unter anderem durch Partnerschaften, Bildungsarbeit, den Internationalen Kongress Renovabis und die Zeitschrift "Ost-West.Europäische Perspektiven" und unterhält zahlreiche Kooperationen mit Organisationen in Deutschland und auf europäischer Ebene. Projekte in Kiew, welche von dem Hilfswerk unterstützt werden, sind die Betreuung von HIV- und Suchtkranken und eine Kleiderkammer.
Nähere Informationen unter www.renovabis.de/

Tschernobyl Kinderhilfe e.V.
Der Verein unterstützt eine onkologische Klinik für Kinder und Jugendliche in Kiew. Durch Spenden und ein mittlerweile jährliches veranstaltetes Benefiz-Konzert im Alten Rathaus konnten wichtige und hochwertige Geräte für die Klinik beschafft werden. Auch die Renovierung von Räumen in der Klinik wurde so ermöglicht und hatte zur Folge, dass die Anzahl der durchgeführten Knochenmarktransplantationen um 100% gesteigert werden konnte.

Ukrainische Freie Universität (UFU) München
Bei der Ukrainischen Freien Universität (UFU) München handelt es sich um eine staatlich genehmigte Privathochschule mit Promotions- und Habilitationsrecht, welche seit 1945 ihren Sitz in München hat. Sie wurde vor einhundert Jahren am 17.1.1921 infolge des Einmarsches der Roten Armee in die Ukraine durch die aus Kiew und dem damaligen jungen Staat der Ukraine emigrierten Professoren und Studenten in Wien gegründet. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs verlegte die Universität ihren Sitz nach München. Die UFU ist damit einer der ältesten privaten Universitäten in Deutschland.
Heutzutage stellt die UFU mit ihren drei Fakultäten für 50 ordentlichen Professoren sowie rund 200 Studierenden die Entwicklung der Ukraine als modernen Rechtsstaat in einem freien Europa im Kontext der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa sowie der Europäischen Union in den Mittelpunkt ihres wissenschaftlichen Wirkens.
In Bayern sowie Deutschland sieht sich die UFU als „Fenster zur Ukraine“, sozusagen als Forum zum Austausch über die wechselvolle Geschichte der Ukraine, Gegenwart und Zukunft; eine Plattform für Dialog und Austausch zwischen Deutschland und der Ukraine sowie umgekehrt.
So sollen die Studierenden der Ukrainischen Freien Universität frühzeitig befähigt werden, sich einzubringen und als „Citoyen“ selbst für die Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen. Im Jahr ihres einhundertjährigen Bestehens sowie im 76. Jahr in München stellt die UFU auch einen Teil der gelebten Städtepartnerschaft zwischen Kiev und München dar.
Mehr Informationen zur Freien Universität finden Sie hier .

Women in Europe for a Common Future e.V.
WECF e.V. Deutschland engagiert sich in über 40 Ländern mit konkreter Projektarbeit für nachhaltige Lösungen in den Bereichen Energie- & Klimaschutz, Chemikalien & Gesundheit, Wasser- & Sanitärversorgung und Geschlechtergerechtigkeit. Der Schwerpunkt der Projekte liegt in Osteuropa. Konkret in der Ukraine organisiert WECF mit seinen Partnern Schulungen zum Thema Solarenergie und Wärmeisolierung. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Fachleute erhalten die Möglichkeit, die technischen und wirtschaftlichen Kenntnisse für Solarmodule und Isolierungsmethoden zu lernen und installieren selber im Rahmen der Seminare die Module oder isolieren ihre Gebäude nach Anleitung. Die Bürgerinnen und Bürger haben dadurch Zugang zu günstigen, erneuerbaren und sicheren Energiequellen. Außerdem werden Trainerinnen und Trainer ausgebildet, die diese Kompetenzen wiederum multiplizieren. Durch die Ausbildung und Zertifizierung von Handwerkerinnen/Handwerkern und Trainerinnen/Trainern wird das Wissen über dezentrale, klimaschützende Warmwasserbereitung, Heizung sowie effiziente Wärmedämmungen in den Regionen multipliziert und ein höheres Bewusstsein und Akzeptanz für klimaschützende Warmwasser- und Energieversorgung erreicht und anhand von Pilotprojekten umgesetzt.
Nähere Informationen unter www.wecf.eu/german/

Lehrer*- und Schüler*innenaustausch
Die Zusammenarbeit im pädagogischen Bereich zwischen München und Kiew ist Teil der Städtepartnerschaft seit ihrer Gründung. Sie sieht den Austausch von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Auszubildenden aus Münchner und Kiewer Schulen vor. Das Programm umfasst z.B. Fortbildungsveranstaltungen für Kiewer Lehrkräfte und Hospitationen von Münchner Lehrerinnen und Lehrern. Seit 1989 nahmen jährlich im Durchschnitt je zwölf Münchner und Kiewer Lehrkräfte an dem Austauschprogramm teil und gewannen während eines einwöchigen Aufenthaltes Einblicke in den jeweils anderen schulischen Alltag, das Bildungssystem sowie die kulturellen Besonderheiten des Gastlandes. Das Kiewer Lehrpersonal wurde zudem in Fragen der Landeskunde und der Didaktik des Deutschunterrichts jeweils während einer weiteren Woche in Seminaren in München geschult. Weitere Maßnahmen betreffen den unmittelbaren Lehrer- und Schüleraustausch, wie den Austausch von Auszubildenden im Bereich KFZ und Metallbau sowie Schüleraustausch zwischen Münchner Realschulen und Gymnasien und Kiewer Schulen mit erweitertem Deutschunterricht.

Kooperation auf dem Gebiet der HIV-Prävention
Die Ukraine gilt als das Land in Europa mit der höchsten HIV-Neuinfektionsrate, wovon Kiew als Ballungszentrum besonders betroffen ist. Um die Münchner Erfahrungen bei der Prävention, der medizinischen Versorgung und der Betreuung HIV-Infizierter an die Partnerstadt weiterzugeben, wurde ein Fachaustausch zwischen beiden Städten initiiert. Ein von 2013 bis 2015 laufendes Projekt zur Qualifizierung und Bewusstseinsbildung von medizinischem Personal und Sozialarbeiterinnen und -arbeitern in Kiew konnte mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung realisiert werden.

Unterstützung von Menschenrechtsarbeit
Besonders Homo-, Trans- und Bisexuelle (LGBT) leiden unter der Missachtung ihrer Rechte. Aufgrund der zunehmend homophoben Grundstimmung, die sich auch in gewalttätigen Übergriffen äußert, vermeiden sie wenn möglich eine Bekenntnis zur sexuellen Identität. Eine Gruppe aus der Münchner Szene setzt sich daher zusammen mit der Kiewer LGBT-Community dafür ein, Menschenrechte auch für Homo-, Trans- und Bisexuelle geltend zu machen. Daraus entstanden ist eine Szenepartnerschaft, die von Munich Kiev Queer koordiniert wird.
Die Landeshauptstadt München begrüßt und unterstützt dieses Engagement sehr, denn die Einhaltung von Menschenrechten ist eine wichtige kommunale Aufgabe.
Seit 2012 wird jährlich der sogenannte KyivPride in der Partnerstadt veranstaltet. Diese Kundgebung steht für den sichtbaren Einsatz von Toleranz und gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung und Entrechtung von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen. An der Kundgebung nimmt jedes Jahr auch eine offizielle Vertretung der Landeshauptstadt München teil.
Die Aktivitäten der Szenepartnerschaft sind vielfältig und sehr intensiv: regelmäßiger Fachaustausch in verschiedenen Bereichen, Fortbildungsveranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen, Ausstellungen und Spendenaktionen.
Damit die Kooperation auch weiterhin bestand haben kann, wird diese von der Landeshauptstadt München finanziell gefördert.

Kooperation im Bereich Energieeffizienz
Die Ukraine gehört im weltweiten Vergleich zu einem der energie-ineffizientesten Länder mit einem geschätzten Energiesparpotential von 50%. Eine wichtige Aufgabe für die gesamte Ukraine ist die Energieeffizienz zu steigern, um die Sicherheit der Energieversorgung zu erhöhen, die Abhängigkeit schwankender Energieimporte zu verringern und gleichzeitig durch Investitionen die lokale Wertschöpfung zu steigern.
Die Landeshauptstadt München betreibt darum einen Erfahrungsaustausch zu Klima- und Umweltschutzfragen mit Partnern aus Kiew. Verschiedene Maßnahmen wurden seither organisiert, um Know-How über Energieeffizienz und regenerative Energien weiter zu geben und über Klimaschutzmaßnahmen und -projekte aus beiden Städten zu diskutieren.
So arbeiteten die Partnerstädte von November 2015 bis April 2018 in einem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung geförderten Projekt zusammen, um die Beratungs- und Qualifizierungsangebote zu Energieeffizienz in Kiew auszubauen. Schwerpunkt des Projekts war neben einem zielgruppenspezifischen Kommunikationskonzept der Aufbau eines nachhaltigen Know-How-Netzwerks, wobei gleichermaßen Privathaushalte, die Kommune sowie Unternehmen im Bereich Energieeffizienz Profiteure darstellen. Hauptakteur ist unter anderem das städtische Energieeffizienz-Zentrum in Kiew, welches die PR-Maßnahmen durchführt und dabei eng mit den lokal beteiligten Energiefachleuten vernetzt ist.
Von 2015 bis 2020 wirkte Kiew zudem als Observerstadt am EU-Projekt „Smarter Together“ mit. In dem Projekt erproben München und weitere europäische Partner neue Technologien in der Stadtentwicklung und tauschen sich dazu aus.

Erste Hilfe Lehrgang
Der Arbeitersamariterbund (ASB) Kiew möchte flächendeckend Erste-Hilfe-Lehrgänge für die Bevölkerung in Kiew anbieten. Bisher gibt es kaum entsprechende Aktivitäten in der Ukraine und eine erschreckend schlechte Qualifizierung auch von Sicherheitskräften und Feuerwehr.
Vor diesem Hintergrund hat sich die Branddirektion München im Frühjahr 2018 auf dem Gebiet der Ersten Hilfe mit Kiew ausgetauscht und Schulungen vor Ort von Rettungssanitätern im Bereich der Breitenausbildung angeboten. Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Einrichtungen in Kiew war ebenfalls Inhalt der Schulung. Exemplarisch ist zu benennen, dass die Feuerwehr Kiew neben dem Löschen von Brandherden auch für die technische Rettung verantwortlich ist und der ASB in Zusammenarbeit mit dem Ukrainischen Roten Kreuz am Krankentransport beteiligt. Als Resultat wurde Ende Mai eine Arbeitsgruppe in Kiew gegründet. Der Grundstein für eine bessere Kooperation von Feuerwehr und Rettungsdienst vor Ort konnte so gelegt werden. Teilgenommen an den Schulungen haben Vertreterinnen und Vertreter des ASB, des Roten Kreuzes, der Berufsfeuerwehr und des städtischen Rettungsdienstes in Kiew.
Realisiert werden konnte der Austausch mit Unterstützung des Vereins Brücke nach Kiew, der Branddirektion München und des Referats für Arbeit und Wirtschaft.

Unterstützung des Kiewer Rettungsdienstes
Basierend auf einer Anfrage des Oberbürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, beschloss der Münchner Stadtrat im Juli 2015, den städtischen Rettungsdienst in Kiew zu unterstützen und eine dafür Summe in Höhe von 800 000 Euro zur Verfügung zu stellen. Der städtische Katastrophen- und Rettungsdienst (KARS) in Kiew, der seit seiner Gründung 2004 mehr als 20 000 Einsätze hatte, musste seine Aktivitäten seit 2012 stark reduzieren. Die gesamte Ukraine befand sich seither in einer Rezession und leidet stark unter dem Konflikt mit Russland. Die öffentliche Hand kämpft mit hohen Haushaltsdefiziten. Das Defizit der Stadt Kiew war besonders groß und eine Besserung in naher Zukunft war nicht absehbar, so dass Kiew den Katastrophen- und Rettungsdienst aus eigener Kraft mittelfristig nicht wieder funktionsfähig machen konnte. Oberbürgermeister Klitschko befürchtete, insbesondere im Fall von Terroranschlägen oder Militäreinsätzen nicht die erforderliche Hilfe für die Bevölkerung leisten zu können.
Die Münchner Mittel wurden für die Beschaffung von Sachgütern und Schutzausrüstung verwendet. Mit der Bedarfsermittlung und Umsetzung wurde die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) betraut. Angeschafft wurden insgesamt sechs gebrauchte Fahrzeuge: ein großes und zwei mittlere Rüstfahrzeuge inkl. umfangreicher Ausrüstung, zwei Drehleitern und ein Hubrettungsarm. Weiter wurden für den Rettungsdienst besondere hydraulische Rettungsgeräte, Rettungssägen, ein Geophon, eine Drohne, ein Spektrometer sowie Chemieschutzanzüge beschafft.

Nicole Weber
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Harare - Partnerstadt im südlichen Afrika

Skyline Harare

Eine Stadt in einem sogenannten „Entwicklungsland“ sollte es sein, die siebte Partnerstadt Münchens, um gemeinsam für eine nachhaltige Entwicklung zu arbeiten und damit der zunehmenden Kluft zwischen Nord und Süd etwas entgegenzusetzen. Gemeinsam mit Münchner Entwicklungsorganisationen und Eine-Welt-Initiativen einigte man sich auf Harare, die Hauptstadt von Simbabwe im südlichen Afrika, die aufgrund ihrer Größe und vermeintlichen Stabilität einen spannenden Austausch auf Augenhöhe erhoffen ließ. Im April 1996 unterzeichneten die Oberbürgermeister von München und Harare eine Vereinbarung über gegenseitige Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen den beiden Städten.

Die Stadt
Harare, die Hauptstadt von Simbabwe (vormals Rhodesien), wurde im Jahr 1890 von britischen Siedlern gegründet. Der ursprüngliche Name der Stadt „Salisbury“ wurde 1982, zwei Jahre nach der Unabhängigkeit Simbabwes, nach dem größten und ältesten Township in „Harare“ umbenannt. Harare hat ca. 2 Millionen Einwohner, liegt 1.500 Meter über dem Meeresspiegel und hat einen Durchmesser von 50 Kilometern.
Die Stadt ist noch heute von den Apartheidsstrukturen geprägt: eine moderne Innenstadt für das Geschäftsleben, noble Villen-Viertel für die reiche Bevölkerung und die einfachen "High density areas", die ehemaligen Townships, die als Ghettos für die schwarzen Arbeiter errichtet worden waren. Aufgrund der Wirtschaftskrise sind in den vergangenen Jahren auch zahlreiche slumähnliche Wohnviertel entstanden.

Partnerschaft
Nach einem vielversprechenden Beginn gestalteten sich die Kontakte zur Stadt Harare seit 1999 aufgrund der politischen Entwicklung in Simbabwe schwierig. Der simbabwische Staatsapparat unter Präsident Robert Mugabe, der durch Menschenrechtsverletzungen und eine brutale Unterdrückung jeglicher Gegenbewegung von sich reden machte, blockierte den - der demokratischen Opposition angehörenden - Stadtrat massiv und suspendierte mehrmals die Mandatsträger, so dass die formellen Kontakte zur Stadtverwaltung Harare wiederholt auf Eis gelegt werden mussten. Stattdessen intensivierte München die Beziehungen zu zivilgesellschaftlichen Organisationen vor Ort. Erst seit 2008 gibt es wieder einen beständigen Kontakt zur Stadt Harare und eine Zusammenarbeit mit dem damals gewählten Stadtrat.

Bekräftigung der Kooperationsvereinbarung durch Hep Monatzeder

Nach jahrelanger Eiszeit zwischen beiden Stadtverwaltungen konnte nach der Stadtrats- und Bürgermeisterwahl im März 2008 die Partnerschaft wieder belebt werden. Dies besiegelten die Städte mit einer Kooperationsvereinbarung im Oktober 2009 und vereinbarten Projekte zum fachlichen Erfahrungsaustausch zu initiieren, um den demokratisch orientierten Kräften in Harare zur Seite zu stehen und Harare bei der Bewältigung ihrer enormen Probleme zu unterstützen. Trotz der schwierigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf nationaler Ebene konnten verschiedene Projekte umgesetzt werden. Die Städte vereinbarten ihre Kooperationen zu intensivieren und die Schwerpunkte auf folgende Bereiche zu legen: Abfallwirtschaft, Energiegewinnung und Klimaschutz, Geoinformationssysteme, Informationstechnologie sowie Stadtratsarbeit. Dazu wurde eine neue Kooperationsvereinbarung im Oktober 2015 geschlossen.

Kooperation in Sachen Klima
Die Landeshauptstadt München nimmt seit 2017 gemeinsam mit ihrer Partnerstadt Harare am Förderprogramm „Kommunale Klimapartnerschaften“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung teil. Das Programm unterstützt Kommunen dabei, innerhalb von zwei Jahren ein Handlungsprogramm für gemeinsame Aktivitäten zu Klimaschutz und Klimawandel zu entwickeln. Mit der Stadt Harare ist vereinbart, sich dabei primär auf den Sektor Verkehrsplanung zu konzentrieren.
Partner aus Harare sind die Planungsabteilung, die Abteilung für internationale Beziehungen sowie die Umweltorganisation Environment Africa, aus München das Mobilitätsreferat der Fachbereich Europa und Internationales des Referats für Arbeit und Wirtschaft sowie Green City Projekt GmbH.

Kooperation zum Einsatz von Geoinformationssystemen in Harare'
Seit 2014 tauschen sich die Städte München und Harare zu Geoinformationssystemen (GIS) aus.
Gemeinsam mit der südafrikanischen Stadt eThekwini (früher Durban) nahmen die Partnerstädte 2014 und 2015 dazu an dem von der GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GmbH) durchgeführten Projekt ZIGESA-Trialogue – kurz für Zimbabwe-Germany-South Africa – teil, das die Erprobung von kommunalen Lernpartnerschaften zum Ziel hatte. Schwerpunkt dieser Lernpartnerschaft war ein Konzept für den Einsatz eines Geodatensystems in Harare zu etablieren.
Um künftig verstärkt zum Thema GIS zusammenzuarbeiten – wie auch in der Kooperationsvereinbarung vom Oktober 2015 festgehalten – bewarben sich die Partnerstädte 2015 erfolgreich mit einem Projekt für das Förderprogramm Nakopa des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Das Projekt „Einsatz eines Geoinformationssystems in Harare“, das mit rund 90.000 € gefördert wird, hatte zum Ziel. , bis Juni 2018 eine tragfähige Strategie für die Implementierung eines GIS in der Stadt Harare aufzustellen und ein regionales Know-How-Netzwerk zusammen mit den Städten Bulawayo (Simbabwe) und Durban (Südafrika) zu etablieren. Dazu reisten Münchner Expert*innen wiederholt zu Beratereinsätzen nach Harare und organisierten Hospitationen in München sowie Schulungen in Harare und Durban. Zur Unterstützung der Landvermesser wurde auch eine Basis-Messstation für Harare angeschafft.

Projekt "IT-Konzept für die Stadt Harare"
Von 2011 bis 2015 arbeiten die Partnerstädte an der Entwicklung und Umsetzung von technischen und organisatorischen Lösungen zum Aufbau einer robusten und nachhaltigen IT-Infrastruktur für die Stadtverwaltung Harare. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der Verwaltung zu erhöhen und ihre Arbeit transparenter zu machen, insbesondere in Bezug auf das kommunale Rechnungswesen, die Gebührenerhebung und die zeitnahe Fertigstellung der Jahresbilanzen. Finanziert wird das Projekt durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Arbeitskreis HaMuPa
HaMuPa hat sich zum Ziel gesetzt:

  • Münchnerinnen und Münchner aus erster Hand über das Leben, die Kulturen, die Probleme und die aktuelle Situation in Zimbabwe und Harare zu informieren
  • Organisationen und Einzelpersonen, die die Städtepartnerschaft als Brücke nutzen wollen, zu begleiten und mit Kontakten, Know-how und Informationen behilflich zu sein
  • Kontakt mit Basisgruppen in Harare zu pflegen, Solidarität zu zeigen und ihren demokratischen Widerstand zu unterstützen
  • Undemokratische und menschenrechtsverletzende Vorgehensweisen in Zimbabwe aufzuzeigen, dagegen zu protestieren und vorzugehen

Hier können sich interessierte Münchnerinnen und Münchner in die Städtepartnerschaft einbringen. Es gibt keine feste Mitgliedschaft, jede/r ist zu den monatlichen Treffen (immer am letzten Donnerstag im Monat) im EineWeltHaus willkommen. HaMuPa bietet Informationen über Harare, organisiert Veranstaltungen über die Lage in Zimbabwe und betreut Besucher aus der Partnerstadt. Der Arbeitskreis gibt auch einen deutschsprachigen monatlichen E-Mail-Pressespiegel ZIMNEWS heraus.

Bund der katholischen Jugend (BDKJ)
Der Bund der katholischen Jugend München hat in der Vergangenheit bereits mehrfach Begegnungsreisen zwischen Jugendlichen aus Simbabwe und München durchgeführt, zuletzt im Jahr 2005. Jährlich an Sylvester organisiert der BDKJ das Spendenprojekt „Brot statt Böller“. Der Erlös fließt an Jugendhilfeprojekte in Nairobi und Simbabwe. Projektpartner in Harare ist das Zambuko House, das auch der München für Harare e.V. unterstützt. Zambuko bedeutet Brücke. Das Auffang- und Rehabilitationszentrum bietet Straßenjungen eine Chance, aus Ihrer Lebenssituation zu entkommen. Sie finden dort eine warme Mahlzeit, Waschmöglichkeiten, medizinische und psychische Betreuung und auch für kurze Zeit ein Dach über dem Kopf, aber auch Zugang zu beruflicher oder schulischer Ausbildung. Das Zambuko House ist gerade für ältere Jugendliche und junge Erwachsene, die von anderen Waiseneinrichtungen nicht mehr gefördert werden, eine wichtige Anlauf- und Transitstelle.

Hanns-Seidel-Stiftung (HSS)
Die Stiftung war im Februar 2010 - gemeinsam mit der Stelle für internationale Angelegenheiten der Landeshauptstadt München und weiteren Partnern (Misereor, HaMuPa, ESS...) an der Ausrichtung der Münchner Konferenz „Zivilgesellschaft und Kiew, München und Harare“ beteiligt und hat ein einwöchiges Vorbereitungsprogramm zur politischen Bildung für die Konferenzgäste aus Harare und Kiew durchgeführt. Auch für eine Stadtratsdelegation aus Harare, die im März/ April 2011 zum Erfahrungsaustausch in München war, organisierte die HSS eine Einführungswoche. Die Hans Seidel Stiftung beabsichtigt ab 2011 auch direkt in Zimbabwe tätig zu werden und dort primär Projekte zu „Good Governance“ durchzuführen bzw. zu unterstützen.

Misereor
Das Hilfswerk Misereor , das auch ein Büro in Harare hat, ist ein wichtiger Berater und Kooperationspartner im Rahmen der Städtepartnerschaft. Der München für Harare e.V. unterstützt in Zusammenarbeit mit Misereor das Glen Forest Development Centre. Diese betreibt am Stadtrand von Harare eine Secondary School für ca. 250 Kinder und Jugendliche, die sich die Gebühren an den staatlichen Schulen nicht leisten können. Für Jugendliche und Erwachsene werden Kurse zur Alphabetisierung, zur handwerklichen Ausbildung und Gesundheitsaufklärung, besonders zu HIV, angeboten. Der Kindergarten gibt auch ein Mittagessen aus, welches für viele der Kinder die einzige Mahlzeit am Tag ist. Mit den Spenden des München für Harare e.V. werden alle laufenden Kosten für den Betrieb des Centres abgedeckt. Bei Glen Forest arbeiten immer wieder für einige Monate junge Münchnerinnen und Münchner mit und und auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Glen Forest kommen zu Praktika nach Deutschland.

München für Harare e.V.
Der München für Harare e.V. entstand 1998 auf Initiative einiger Münchner Stadtratsmitglieder, die bei ihrem Besuch auf das Leid der Straßenkinder und Aids-Waisen in Harare aufmerksam wurden. Daher unterstützt der Verein Projekte einheimischer Nichtregierungsorganisationen in Harare, die Waisenkinder zu einem Schulabschluss verhelfen, HIV-Aufklärungsarbeit betreiben, berufliche Weiterbildung organisieren oder sich um Straßenkinder kümmern. Dabei kooperiert er als Förderverein mit weiteren Münchner Initiativen und deren örtlichen Partnern. Die Geschäftsstelle des Vereins ist bei der Landeshauptstadt München angesiedelt.

Nord Süd Forum München e.V.
Das Nord Süd Forum München e.V. , ein Zusammenschluss von ca. 60 Münchner EineWeltGruppen, hat die Städtepartnerschaft 1996 mit angestoßen und engagiert sich dafür, dass die Partnerschaft auch eine Brücke zwischen den Bürgerinnen und Bürgern beider Städte ist. Dazu wurde der Arbeitskreis Harare-München-Partnerschaft (HaMuPa) gegründet.

Pamuzinda München
Der Münchner Ableger der Musik- und Performancegruppe Pamuzinda möchte mit seinen Aufführungen zeigen, dass es in Zimbabwe nicht nur Negatives gibt. Die Gagen werden für die soziale Arbeit in Harare und für Gastspiel-Aufenthalte in Deutschland eingesetzt. Die Hauptgruppe in Harare unterstützt im Stadtteil Highfield 21 Jugendliche und gibt dort Workshops in Schulen, u.a. in einer Schule für geistig behinderte Kinder. Für letzteres Vorhaben wird noch eine Partnerschule in München gesucht. Geplant ist auch, ein Grundstück in Harare kaufen und dort ein Jugend- und Kulturzentrum zu errichten. Pamuzinda ist für Auftritte und Workshops buchbar. Regelmäßig im Sommer wird die Münchner Gruppe durch Mitglieder von Pamuzinda Harare verstärkt und tourt für mehrere Wochen durch ganz Deutschland.

Technischen Universität München (TUM) / Learning from the Roots e.V.
Die Architektur-Fakultät der TU München startete 2005 das Projekt „Learning from the Roots“ . In der Jesuiten-Mission St. Ruperts (etwa 200 km westlich von Harare) planten und errichteten die Architekturstudenten zwei Lehrer-Wohnhäuser und eine Schule. Zwei weitere Lehrerhäuser und eine Werkstatt sind in Planung. Damit sollen auch Lehrer für die abgelegene Gegend gewonnen werden. Um das Projekt langfristig zu unterstützen, haben Studenten und Studentinnen 2010 den Verein „Learning from the Roots e.V.“gegründet. Die Mitarbeit ist mittlerweile interdisziplinär: So kümmern sich Studenten und ehemalige Studenten von der TUM-Fakultät Elektrotechnik beispielsweise um die Elektrik der Missionsstation, eine kleinere Photovoltaik-Anlage ist bereits im Bau.

ZimRelief e.V.
Ein Münchner Student hat den Verein ZimRelief im Jahr 2007 nach seinem Praktikumsaufenthalt beim Glen Forest Development Centre gegründet. Der Verein unterstützt heute mehrere Ausbildungsprojekte in Harare. Die finanziellen Mittel dafür stammen vor allem aus Privatspenden und Erlösen von Benefiz-Veranstaltungen.
Das Glen Forest Development Centre am Stadtrand von Harare betreibt eine Secondary School für ca. 250 Kinder und Jugendliche, die sich die Gebühren an den staatlichen Schulen nicht leisten können. Für Jugendliche und Erwachsene werden Kurse zur Alphabetisierung, zur handwerklichen Ausbildung und Gesundheitsaufklärung, besonders zur HIV Aufklärung, angeboten. Der Kindergarten gibt auch ein Mittagessen aus, welches für viele der Kinder die einzige Mahlzeit am Tag ist. Zim Relief hilft dem Centre dabei, seine Programme qualitativ und quantitativ zu verbessern.
Im Shingirirai Trust Projekt erhalten Kinder und Jugendliche (überwiegend AIDS-Waisen) handwerkliche Aus- und Weiterbildung. Außerdem unterhält die Organisation sechs Kindergärten für über 240 Waisen, missbrauchte oder anderweitig benachteiligte Kinder und bietet für ältere Jugendliche Freizeitangebote mit geschulten Betreuern. Frauenkooperationen werden bei einkommensschaffenden Maßnahmen unterstützt, vor allem bei der Textilienherstellung, Perlenkettenproduktion und einer Fahrradwerkstatt.
Zum Angebot von Vision & Hope gehört die Betreuung und Unterstützung von Waisen und benachteiligten Kindern sowie präventive und aufklärende Bildungsmaßnahmen wie Theateraufführungen, Spiel- und Freizeitangebote, bei denen offen über HIV/Aids und andere Themen informiert wird. Zudem wird der Schulbesuch von 150 Kindern durch den Kauf von Schuluniformen oder das Bezahlen des Schulgeldes gefördert.

Nicole Weber
Protokollabteilung
Marienplatz 8
80331 München

Tel. (089) 233 92563
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Edinburgh - Schottische Partnerstadt

Schloß Edinburgh
The City of Edinburgh Council

Edinburgh ist Münchens älteste Schwester. Im Frühjahr 1954 fing es an, als sich die damaligen Stadtschulräte erstmals begegneten. Der Deputy Director of Edinburgh (korrekte Aussprache übrigens: "Ädinbörra") besuchte seinen Münchner Kollegen Dr. Anton Fingerle und man beschloss, künftig regelmäßig Lehrer- und Schülergruppen auszutauschen. Die Stadtparlamente der schottischen und bayerischen Hauptstadt fanden dies eine ausgezeichnete Idee und mit den Vertragsunterschriften von Oberbürgermeister Thomas Wimmer und Lord Provost John G. Banks begann im gleichen Jahr die Geschichte der Münchner Städtepartnerschaften.

Der Ursprung der Stadt liegt im Dunkeln. Um 450 lassen sich auf dem heutigen Burgfelsen die Pikten, ein keltischer Stamm, nieder. Um 700 rücken die Angeln nach Norden vor. Ein König Namens Edwin zerstört die kleine Siedlung und lässt eine starke Festung errichten. Doch all diese Ereignisse können nicht historisch belegt werden.

Mittelalter
Verlässliche Kenntnisse über die Geschichte der Stadt haben wir erst ab der Jahrtausendwende. Der schottische König Malcolm III. Canmore lässt um 1100 eine Burg auf dem Felsen der Mündungsbucht Firth of Forth erbauen. Sein Sohn, König David I., gründet eine Meile weiter östlich auf dem auslaufenden Burgfelsen die Augustinerabtei Holyrood. Zwischen diesen beiden Gebäudekomplexen, die Sicherheit und Wohlstand garantieren, kann sich rasch eine kleine Stadt entwickeln. Doch bald kommen kriegerische Zeiten. Im 13. und 14. Jahrhundert wird Edinburgh mehrmals belagert und schwer verwüstet. Erst Mitte des 15. Jahrhunderts kann sich die Stadt von diesen Schlägen wieder erholen. Edinburgh gewinnt an Bedeutung und kann allmählich den führenden schottischen Städten Perth und Dunfermline den Rang ablaufen. König James IV. erkennt dies und erklärt 1452 Edinburgh zur neuen Hauptstadt Schottlands. Die Stadt wird befestigt und ein mächtiger Schutzwall um den Burgberg gezogen.

Neuzeit
Aber nur kurz können sich die Bürger der Stadt der neugewonnenen Bedeutung uneingeschränkt erfreuen. Das 16. Jahrhundert bringt religiöse und politische Unruhen. Edinburgh wird von den Wirren der Reformation erfasst. Auch die blutigen Auseinandersetzungen zwischen Maria Stuart und ihren Gegnern verschonen die Stadt nicht.
Trotzdem entwickelt sich Edinburgh weiter. Die Stadt wächst und das Stadtbild erhält charakteristische Züge. Bedingt durch die geographischen Gegebenheiten - steil abfallende Felsen und großer flacher See am Fuß des Burgfelsens - ist eine Ausdehnung des Stadtgebietes kaum möglich. Die Stadt wird dichter und wächst in die Höhe. Auf engstem Raum werden schmale hohe Häuser errichtet. Reges Leben herrscht in den engen Gässchen.
Einen herben Einschnitt bringt für die Stadt das Jahr 1603. König James VI. von Schottland besteigt den englischen Thron. Er verlegt seinen Hof von Edinburgh nach London. 1707 schließlich wird Schottland mit England vereinigt. Edinburgh verliert in dieser Zeit an politischer Bedeutung und an Prestige.
Doch dafür blüht die Stadt jetzt umso mehr. Im 18. Jahrhundert erlebt Edinburgh eine Zeit kreativer Vitalität in Kunst und Wissenschaft. Die großen Philosophen David Hume und Adam Smith leben hier, berühmte Dichter und Maler besuchen die Stadt, der Ruf schottischer Ärzte ist in der ganzen Welt anerkannt.
In dieser Zeit beschloss der Stadtrat den Bau eines neuen Stadtteils am Fuß des Burgfelsens. Die Ebene wird entwässert, es entsteht unter Leitung des jungen Architekten James Craig die "New Town" von Edinburgh. Klassizistisch großzügig ist die Straßenanlage, und die genialsten Architekten der Zeit steuern Entwürfe für die geplanten Gebäude bei.
Um 1830 jedoch bricht das "goldene Zeitalter" der Stadt abrupt ab. Literaten, Künstler und Philosophen wandern nach London ab. Edinburghs Bedeutung als kulturelles und städtebauliches Zentrum reduziert sich auf Schottland. Auch die Industrialisierung ändert daran nichts mehr.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihren Festspielen gelang es der schottischen Hauptstadt sich wieder einen Namen zu machen.

Als Hauptstadt Schottlands ist Edinburgh das politische Zentrum der Region, Alle regionalen Verwaltungsbehörden haben hier ihren Sitz. Die Einwohnerzahl hat sich in den letzten Jahren kaum geändert und pendelt um 450 000.
 

Wirtschaft

Den ersten Rang als schottisches Wirtschaftszentrum muss sich Edinburgh mit Glasgow teilen. Edinburgh hat einen Hochseehafen und verschiedenste Industriebetriebe sind hier angesiedelt. Neben den traditionellen Gewerben Papierherstellung und Druckerei hat vor einigen Jahren auch die elektronische Industrie den Standort Edinburgh entdeckt. Seit 1960 hat sich die Stadt mit ihren großen Bankhäusern zu einem Finanzzentrum entwickelt. Auch der Fremdenverkehr ist in den letzten Jahren zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden.
 

Kultur

Edinburgh ist das kulturelle Zentrum Schottlands und neben London die Kulturstadt Großbritanniens. Die Stadt besitzt eine Universität, mehrere Hochschulen und einige berühmte Lehranstalten. Bedeutende Museen und Galerien, allen voran die "National Gallery of Modern Art" sind ein Muss für jeden kunstbeflissenen Besucher der Stadt.
Absoluter Höhepunkt des kulturellen Lebens sind jedes Jahr im August die Internationalen Festspiele von Edinburgh. Geboten werden hochklassige Aufführungen in allen Bereichen der Musik. Das "Edinburgh-Festival" wurde 1947 ins Leben gerufen, um die friedensstiftende Kraft der Kunst für die Völkerverständigung zu nutzen.

Manuela Forster
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Be´er Sheva - isrealische Partnerstadt

Partnerschaftsurkunde

Be´er Sheva ist die insgesamt achte Städtepartnerschaft Münchens. Das Abkommen wurde am 21.07.2021 in einer Online-Konferenz besiegelt. Nachdem sich der Verwaltungs- und Personalausschuss des Münchner Stadtrats einstimmig für die Begründung der Partnerschaft zwischen der Landeshauptstadt und Be'er Sheva ausgesprochen hatte, unterzeichneten Oberbürgermeister Dieter Reiter und Ruvik Danilovich, Bürgermeister von Be'er Sheva, die Urkunde.

Die Stadt
Be’er Scheva (übersetzt „Brunnen des Schwurs“ oder „Brunnen der Sieben“) liegt in der nördlichen Negev-Wüste in Israel. Sie wurde 1906 gegründet und ist die größte und wichtigste Stadt im Süden des Landes, die Hauptstadt des israelischen Süddistrikts und das städtische Zentrum des Negev. Die hier angesiedelte Ben Gurion Universität gilt als eine der besten des Landes. Mit rund 220.000 Einwohner*innen zählt Be'er Sheva zudem zu den größten und auch zu den am schnellsten wachsenden Städten Israels. Sie wird auch als "Cyber-Hauptstadt" des Landes bezeichnet. Die Stadt bietet mit hochmodernen Einrichtungen und einer dynamischen Bevölkerung von 30.000 Student*innen eine Fülle von Möglichkeiten. Über 50 % der Bevölkerung ist unter 40 Jahre alt.

Wappen von Be´er Sheva

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