Harare - Münchens Partnerstadt im südlichen Afrika
Seit drei Jahrzehnten verbindet die Landeshauptstadt München und Simbabwes Hauptstadt Harare eine lebendige Partnerschaft.
30 Jahre Städtepartnerschaft
2026 feiert die Städtepartnerschaft zwischen Harare und München ihr 30-jähriges Jubiläum. Im Rahmen dieses Jubiläums finden verschiedene Veranstaltungen statt, über die wir hier regelmäßig informieren.
Geplante Jubiläumsaktivitäten 2026
Zwei Städte, ein Rhythmus: Erleben Sie die Weltpremiere des offiziellen Jubiläumssongs der simbabwischen Musikerin Tariro neGitare backed by JAMARAM live auf dem Zamanand-Festival.
Musik verbindet - und das in diesem Jahr ganz besonders. In einer exklusiven Kooperation haben die bekannte Münchner Band Jamaram und die großartige Künstlerin Tariro neGitare aus Harare einen gemeinsamen Jubiläumssong kreiert. Tariro reist dafür extra aus Simbabwe an. Das große Highlight steigt am 21. Juni 2026 um 18 Uhr: Auf der Hauptbühne am Siegestor wird der Song im Rahmen des Münchner Zamanand-Festivals erstmals live präsentiert. Kommen Sie vorbei und feiern Sie diesen emotionalen Höhepunkt mit uns! Förderung: Gefördert durch das Referat für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München.
Der Verein München für Harare e. V. lädt ein: Feiern Sie am 19. Juni im Eine Welt Haus 30 Jahre gelebte Freundschaft bei Begegnung, Live-Musik und spannendem Austausch.
Die Zivilgesellschaft ist das Herzstück unserer Städtepartnerschaft. Am 19. Juni 2026 veranstaltet der Verein München für Harare e. V. in Kooperation mit dem Arbeitskreis HaMuPa und der Landeshauptstadt das große „Geburtstags-Fest – 30 Jahre Partnerschaft mit Harare“. Im Eine Welt Haus in München stehen an diesem Tag Begegnung, Musik und der gegenseitige Austausch im Mittelpunkt. Ein Fest für alle Münchnerinnen und Münchner, die einen Blick hinter die Kulissen der Partnerschaft werfen möchten.
Simbabwische Klänge in München: Erleben Sie die preisgekrönte Sängerin Mary Anibal und die lettische Organistin Adita Rando am 23. Juni in St. Elisabeth.
Ein ganz besonderer kultureller Leckerbissen erwartet Sie am 23. Juni 2026 in der Kirche St. Elisabeth in München-Haidhausen. Die simbabwische Künstlerin Mary Anibal, ausgezeichnet als beste Nachwuchskünstlerin, bringt gemeinsam mit einer Mbira-Virtuosin und der lettischen Organistin Adita Rando traditionelle und moderne Klänge in einem einzigartigen Konzertformat zusammen. Ein faszinierendes Zusammenspiel der Kulturen, das Sie nicht verpassen sollten.
Die Partnerschaft hautnah erleben: Der Arbeitskreis HaMuPa organisiert im September eine Reise nach Simbabwe, um den gegenseitigen Austausch weiter zu stärken.
Vom 4. bis 12. September 2026 begibt sich eine Reisegruppe auf eine Studien- und Begegnungsreise direkt nach Harare. Organisiert vom Arbeitskreis Harare-München-Partnerschaft (HaMuPa) bietet die Reise den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, die Projekte vor Ort kennenzulernen, persönliche Kontakte zu vertiefen und den Dialog zwischen den Bürgerinnen und Bürgern beider Städte nachhaltig auszubauen.
Tauchen Sie ein in die Literatur Simbabwes: Das Münchener Übersetzungsforum präsentiert im Herbst faszinierende literarische Stimmen im Literaturhaus.
Im Herbst 2026 setzt eine hochkarätige Lesung im Literaturhaus weitere kulturelle Akzente im Jubiläumsjahr. Das Münchener Übersetzungsforum präsentiert in Zusammenarbeit mit Jan Schönherr, Tanja Handels und Patricia Klobusiczky zeitgenössische Literatur aus Simbabwe. Lassen Sie sich von den Stimmen und Geschichten unserer Partnerstadt verzaubern.
Förderung: Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München.
Zum Abschluss des Jubiläumsjahres wird es noch einmal bildgewaltig. Vom 3. bis 17. Dezember 2026 präsentiert das Kulturzentrum Mohr-Villa eine beeindruckende Ausstellung, die aktuelle Positionen zeitgenössischer Kunst aus Simbabwe zeigt. Die Werke widmen sich dem zentralen Thema Demokratie und machen den kreativen Dialog zwischen beiden Städten sichtbar.
Förderung: Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München.
Aktivitäten anlässlich des Partnerschaftsjubiläums
- Begegnungsreise nach Harare: Aus Anlass des 30-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen München und der simbabwischen Hauptstadt Harare organisiert HaMuPa eine Studien- und Begegnungsreise für eine kleine Reisegruppe. => Alle Infos zur Reise
- Hier finden Sie das Programm zu den Jubiläumsaktivitäten
Geschichte der Partnerschaft
Im Jahr 1996 wurde der Grundstein für eine außergewöhnliche Verbindung über Kontinente hinweg gelegt. Seither ruht die Städtepartnerschaft zwischen München und Harare auf drei starken Säulen: dem fachlichen Austausch der Stadtverwaltungen, der engen Zusammenarbeit in der nachhaltigen Stadt- und Verkehrsplanung sowie der tiefen Verwurzelung in der Zivilgesellschaft. Von gemeinsamen Klimapartnerschaften bis hin zu Soforthilfen in Krisenzeiten – München und Harare zeigen, wie kommunale Zusammenarbeit globale Herausforderungen meistern kann.
Das 30-jährige Jubiläum nutzen wir, um diese Verbindung in der Münchner Stadtgesellschaft noch sichtbarer zu machen. Gemeinsam mit Partnern aus Kultur, Verwaltung und zivilgesellschaftlichen Initiativen haben wir ein buntes Jubiläumsprogramm auf die Beine gestellt. Wir laden Sie herzlich ein, die Vielfalt dieser Partnerschaft bei Konzerten, Festivals, Ausstellungen und Lesungen hautnah zu erleben.
Die Stadt
Harare, die Hauptstadt von Simbabwe (vormals Rhodesien), wurde im Jahr 1890 von britischen Siedlern gegründet. Der ursprüngliche Name der Stadt „Salisbury“ wurde 1982, zwei Jahre nach der Unabhängigkeit Simbabwes, nach dem größten und ältesten Township in „Harare“ umbenannt. Harare hat ca. 1,5 Millionen Einwohner, liegt 1.500 Meter über dem Meeresspiegel und hat einen Durchmesser von 50 Kilometern.
Die Stadt ist noch heute von den Apartheidsstrukturen geprägt: eine moderne Innenstadt für das Geschäftsleben, noble Villen-Viertel für die reiche Bevölkerung und die einfachen "High density areas", die ehemaligen Townships, die als Ghettos für die Schwarzen Arbeiter errichtet worden waren. Aufgrund der Wirtschaftskrise sind in den vergangenen Jahren auch zahlreiche slumähnliche Wohnviertel entstanden.
Partnerschaft
Nach einem vielversprechenden Beginn gestalteten sich die Kontakte zur Stadt Harare seit 1999 aufgrund der politischen Entwicklung in Simbabwe schwierig. Der simbabwische Staatsapparat unter Präsident Robert Mugabe, der durch Menschenrechtsverletzungen und eine brutale Unterdrückung jeglicher Gegenbewegung von sich reden machte, blockierte den - der demokratischen Opposition angehörenden - Stadtrat massiv und suspendierte mehrmals die Mandatsträger, so dass die formellen Kontakte zur Stadtverwaltung Harare wiederholt auf Eis gelegt werden mussten. Stattdessen intensivierte München die Beziehungen zu zivilgesellschaftlichen Organisationen vor Ort. Erst seit 2008 gibt es wieder einen beständigen Kontakt zur Stadt Harare und eine Zusammenarbeit mit dem Stadtrat.
Zusammenarbeit für den Klimaschutz
Kooperationen und Hilfen
Nach jahrelanger Eiszeit zwischen beiden Stadtverwaltungen konnte nach der Stadtrats- und Bürgermeisterwahl im März 2008 die Partnerschaft wieder belebt werden. Dies besiegelten die Städte mit einer Kooperationsvereinbarung im Oktober 2009 und vereinbarten Projekte zum fachlichen Erfahrungsaustausch zu initiieren, um den demokratisch orientierten Kräften in Harare zur Seite zu stehen und Harare bei der Bewältigung ihrer enormen Probleme zu unterstützen. Trotz der schwierigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf nationaler Ebene konnten verschiedene Projekte umgesetzt werden. Die Städte vereinbarten ihre Kooperationen zu intensivieren und die Schwerpunkte auf folgende Bereiche zu legen: Abfallwirtschaft, Energiegewinnung und Klimaschutz, Geoinformationssysteme, Informationstechnologie sowie Stadtratsarbeit. Dazu wurde eine neue Kooperationsvereinbarung im Oktober 2015 geschlossen.
Kooperation in Sachen Klima
Die Landeshauptstadt München nimmt seit 2017 gemeinsam mit ihrer Partnerstadt Harare am Förderprogramm „Kommunale Klimapartnerschaften“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung teil. Das Programm unterstützt Kommunen dabei, innerhalb von zwei Jahren ein Handlungsprogramm für gemeinsame Aktivitäten zu Klimaschutz und Klimawandel zu entwickeln. Mit der Stadt Harare ist vereinbart, sich dabei primär auf den Sektor Verkehrsplanung zu konzentrieren.
Partner aus Harare sind die Planungsabteilung, die Abteilung für internationale Beziehungen sowie die Umweltorganisation Environment Africa, aus München das Mobilitätsreferat, der Fachbereich Europa und Internationales des Referats für Arbeit und Wirtschaft, das Kulturreferat sowie Green City Projekt GmbH.
=> Mehr Infos zur Klimapartnerschaft München - Harare
Kooperation zum Einsatz von Geoinformationssystemen in Harare
Seit 2014 tauschen sich die Städte München und Harare zu Geoinformationssystemen (GIS) aus.
Gemeinsam mit der südafrikanischen Stadt eThekwini (früher Durban) nahmen die Partnerstädte 2014 und 2015 dazu an dem von der GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GmbH) durchgeführten Projekt ZIGESA-Trialogue – kurz für Zimbabwe-Germany-South Africa – teil, das die Erprobung von kommunalen Lernpartnerschaften zum Ziel hatte. Schwerpunkt dieser Lernpartnerschaft war ein Konzept für den Einsatz eines Geodatensystems in Harare zu etablieren.
Um künftig verstärkt zum Thema GIS zusammenzuarbeiten – wie auch in der Kooperationsvereinbarung vom Oktober 2015 festgehalten – bewarben sich die Partnerstädte 2015 erfolgreich mit einem Projekt für das Förderprogramm Nakopa des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Das Projekt „Einsatz eines Geoinformationssystems in Harare“, das mit rund 90.000 € gefördert wird, hatte zum Ziel, bis Juni 2018 eine tragfähige Strategie für die Implementierung eines GIS in der Stadt Harare aufzustellen und ein regionales Know-How-Netzwerk zusammen mit den Städten Bulawayo (Simbabwe) und Durban (Südafrika) zu etablieren. Dazu reisten Münchner Expert*innen wiederholt zu Beratereinsätzen nach Harare und organisierten Hospitationen in München sowie Schulungen in Harare und Durban. Zur Unterstützung der Landvermesser wurde auch eine Basis-Messstation für Harare angeschafft.
Projekt "IT-Konzept für die Stadt Harare"
Von 2011 bis 2015 arbeiten die Partnerstädte an der Entwicklung und Umsetzung von technischen und organisatorischen Lösungen zum Aufbau einer robusten und nachhaltigen IT-Infrastruktur für die Stadtverwaltung Harare. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der Verwaltung zu erhöhen und ihre Arbeit transparenter zu machen, insbesondere in Bezug auf das kommunale Rechnungswesen, die Gebührenerhebung und die zeitnahe Fertigstellung der Jahresbilanzen. Finanziert wird das Projekt durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Arbeitskreis HaMuPa
HaMuPa hat sich zum Ziel gesetzt:
- Münchnerinnen und Münchner aus erster Hand über das Leben, die Kulturen, die Probleme und die aktuelle Situation in Zimbabwe und Harare zu informieren
- Organisationen und Einzelpersonen, die die Städtepartnerschaft als Brücke nutzen wollen, zu begleiten und mit Kontakten, Know-how und Informationen behilflich zu sein
- Kontakt mit Basisgruppen in Harare zu pflegen, Solidarität zu zeigen und ihren demokratischen Widerstand zu unterstützen
- Undemokratische und menschenrechtsverletzende Vorgehensweisen in Zimbabwe aufzuzeigen, dagegen zu protestieren und vorzugehen
Hier können sich interessierte Münchnerinnen und Münchner in die Städtepartnerschaft einbringen. Es gibt keine feste Mitgliedschaft, jede/r ist zu den monatlichen Treffen (immer am letzten Donnerstag im Monat) im EineWeltHaus willkommen. HaMuPa bietet Informationen über Harare, organisiert Veranstaltungen über die Lage in Zimbabwe und betreut Besucher aus der Partnerstadt. Der Arbeitskreis gibt auch einen deutschsprachigen monatlichen E-Mail-Pressespiegel ZIMNEWS heraus.
München für Harare e.V.
Der München für Harare e.V. entstand 1998 auf Initiative einiger Münchner Stadtratsmitglieder, die bei ihrem Besuch auf das Leid der Straßenkinder und Aids-Waisen in Harare aufmerksam wurden. Daher unterstützt der Verein Projekte einheimischer Nichtregierungsorganisationen in Harare, die Waisenkinder zu einem Schulabschluss verhelfen, HIV-Aufklärungsarbeit betreiben, berufliche Weiterbildung organisieren oder sich um Straßenkinder kümmern. Dabei kooperiert er als Förderverein mit weiteren Münchner Initiativen und deren örtlichen Partnern. Die Geschäftsstelle des Vereins ist bei der Landeshauptstadt München angesiedelt.
Nord Süd Forum München e.V.
Das Nord Süd Forum München e.V. , ein Zusammenschluss von ca. 60 Münchner EineWeltGruppen, hat die Städtepartnerschaft 1996 mit angestoßen und engagiert sich dafür, dass die Partnerschaft auch eine Brücke zwischen den Bürgerinnen und Bürgern beider Städte ist. Dazu wurde der Arbeitskreis Harare-München-Partnerschaft (HaMuPa) gegründet.
ZimRelief e.V.
Ein Münchner Student hat den Verein ZimRelief e.V. im Jahr 2007 nach seinem Praktikumsaufenthalt beim Glen Forest Development Centre gegründet. Der Verein unterstützt heute fünf Partnerprojekte in Harare. Die finanziellen Mittel dafür stammen vor allem aus Privatspenden und Erlösen von Benefiz-Veranstaltungen.