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Neufreimann

Urban und grün: Auf dem Gelände der früheren Bayernkaserne in Freimann entstehen rund 5.500 Wohnungen für bis zu 15.000 Menschen.

Blick in einen der neuen Wohnhöfe der Bayernkaserne in der Simulation. Im Hof befinden sich Bäume und attraktiv gestaltete Aufenthaltsorte, die umliegende Wohnbebauung ist dicht und verfügt über Balkone.

Adresse mit Geschichte und Zukunft

An der Zufahrt zur Bayernkaserne ist ein Schild
LHM
Zufahrt verboten: An der Bayernkaserne wird ein neues Wohnquartier gebaut.

Es ist einiges los auf der weiten staubigen Schotterfläche. Ein Betonmischer fährt vorbei, Bauarbeiter schleppen Material über ein bereits fertiggestelltes Betonfundament. Es wird gesägt und geschweißt, über der Szenerie drehen sich die Kräne. Graue Container-Unterkünfte und erste Rohbauten verstellen den Blick – eine Grundschule ist bereits im Bau.

Sonst aber kann man weit gucken über das ebene Gelände, auf dem einst die langgestreckten Bauten der Bayernkaserne standen. 48 Hektar ist das Areal groß, das jahrzehntelang eine unpassierbare Barriere zwischen dem Wohnviertel am Carl-Orff-Bogen und dem Euro-Industriepark bildete. Ganz im Westen sind noch einige der alten Häuser übrig, dort befinden sich ein Übernachtungsangebot für Obdachlose und eine Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge. Am Helene-Wessel-Bogen dämmert ein übriggebliebener Bürobau dahin - mit Laderampe und schon etwas ramponierten Rolltoren.

Noch ein paar Jahre, dann soll aus der Baustelle ein urbanes und lebendiges Wohnviertel geworden sein. Mit flanierenden Menschen, Cafés, Geschäften und viel Grün.

5.500 Wohnungen für 15.000 Menschen

2021 hat die städtische Wohnungsbaugesellschaft GWG mit dem Bau von Wohnhäusern im Südteil des Areals begonnen. Zudem hat der Stadtrat im Juni 2021 die Ausschreibung von weiteren 700 Miet- und Genossenschaftswohnungen beschlossen – mit strengen Auflagen für die Miethöhe. Dann füllt es sich allmählich auf dem Areal in Freimann, das wegen seiner Mauern und Zäune für die meisten Münchner*innen wohl immer ein wenig wie ein Niemandsland wirkte.

In den 1930er Jahren war die Wehrmacht hier stationiert, dann die US-Army und die Bundeswehr. Später, nach Auszug der Armee, entstanden Münchens zentrale Aufnahmestelle für Flüchtlinge sowie der sogenannte Kälteschutz für Obdachlose. Nun wird der Standort mit seiner bewegten Geschichte ein neues Münchner Wohnviertel: Rund 5.500 Wohnungen für bis zu 15.000 Menschen sollen auf dem Grundstück der Bayernkaserne sowie dem östlich angrenzenden Gewerbegebiet an der Heidemannstraße entstehen.

In einem ganz besonderen Quartier: Denn Neufreimann, wie die Bayernkaserne nach einem Namensfindungswettbewerb heißt, soll innerstädtisch dicht bebaut werden und so ein urbanes und gemeinschaftlich orientiertes Flair erhalten. München benötigt weiterhin dringend Wohnungen, da gilt es, sorgsam mit den wenigen noch freien Flächen umzugehen. Trotzdem soll es großzügige Grünflächen geben und die Einrichtungen, die ein nachhaltiges Viertel der kurzen Wege benötigt - damit man möglichst viel gleich vor Ort erledigen kann. Ungewöhnlich ist auch das auf der Freimanner Baustelle praktizierte Betonrecycling: Das Material der alten Bauten wird teilweise wiederverwendet – Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema in der neuen Siedlung.

Die Bayernkaserne heißt jetzt Neufreimann

Neufreimann soll das neue Stadtquartier auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne heißen. Der Name wurde aus über 300 Vorschlägen, die die Münchner Bürger*innen in einem Wettbewerb eingereicht haben, ausgewählt. Das neue Quartier an der Heidemannstraße steht für bunte Vielfalt und soll mit seiner zukunftsweisenden Bebauung seine eigene Identität entwickeln.

Um einen passenden Namen für das geschichtsträchtige Areal zu finden, wurde die Münchner Bevölkerung zur Beteiligung eingeladen. Über 300 Vorschläge sind eingegangen, die von einer Jury aus Vertretern*innen der Landeshauptstadt München und des Bezirksausschusses 12 Schwabing – Freimann ausgezählt und geprüft wurden. 14 überzeugende Namensvorschläge wurden zur finalen Abstimmung vom Bezirksausschuss 12 freigegeben, die nun in letzter Instanz von den Freimanner*innen ausgewählt werden konnten. Die hohe Zahl an Einsendungen belegt, wie wichtig den Freimanner*innen die Namenswahl für ihr Quartier war. Die endgültige Abstimmung und damit die Entscheidung für Neufreimann fand nach intensiver Debatte in nichtöffentlicher Sitzung des Bezirksausschusses 12 statt. Für die kreativsten Vorschläge hat der Bezirksausschuss Preise zur Verfügung gestellt. Die Sieger*innen werden in Kürze informiert.

Das neue Quartier mit rund 5.500 Wohnungen wird über die Jahre in einem gemeinsamen Prozess mit Bauherren, Stadtverwaltung und den Bewohner*innen entwickelt. Es soll für eine Quartierskultur stehen, die den Zusammenhalt fördert und langfristig zu einer lebendigen, aktiven Nachbarschaft beiträgt. Mit der nun auf Basis des Namens erfolgenden Entwicklung eines visuellen Erscheinungsbildes und Logos geht das Konzept in die nächste Phase.

Mitreden bei einem ganz besonderen Projekt

Infoveranstaltung im Plantreff am 14. Juli 2022
LHM

Neufreimann – Mehr als nur Wohnen

Wie realisiert man ein urbanes, belebtes Stadtviertel?
Am 14. Juli 2022 fand eine Infoveranstaltung zum Stadtviertel Neufreimann im PlanTreff statt.
Der Vortrag und die anschließende Diskussionsrunde hatten das Gewerbeflächenmanagement in Neufreimann zum Thema. Die Referent*innen Philine Stadtmüller, Corinna Hey und Steffen Kercher vom Referat für Stadtplanung und Bauordnung sowie der Gewerbeflächenmanager Thomas Kästle freuten sich über eine rege Beteiligung der Münchner*innen.

Stadtteilkoordination Neufreimann

Damit sich ein funktionierendes Quartier entwickelt und die Nachbarschaft zu einem lebendigen Miteinander zusammenwächst, braucht es engagierte Bürger*innen. Die Landeshauptstadt München hat eine Stadtteilkoordination für die Bayernkaserne beauftragt, die bereits während der Bauzeit beginnt, die Akteure zu vernetzen.

In einer digitalen Veranstaltung am Mittwoch, 27. Oktober 2021, konnten alle Bürger*innen die neuen Ansprechpartner*innen kennenlernen und sich über den aktuellen Stand der Planung informieren. Vorgestellt wurden zudem das innovative Beton-Recycling sowie das Gewerbemanagement.

Der Stream kann weiterhin hier angesehen werden. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Neufreimann finden Sie über den blau hinterlegten Link unten.

Für weitere Informationen stehen Ihnen die Vorträge der Referent*innen zum Download zur Verfügung:

Präsentation des Planungsreferats zum neuen Wohnquartier auf dem Areal der Bayernkaserne

Präsentation des Kommunalreferats zum Beton-Recycling

Präsentation der neuen Stadtteilkoordination

 

Drohnenflug über die Baustelle

Beitrag auf YouTube ansehen.

Simulation des neuen Wohnquartiers (noch ohne Fassadengestaltung)

Beitrag auf YouTube ansehen.

Das Projekt

Die Simulation zeigt einen grünen Boulevard, der sich zwischen den Wohnhäusern durch das neue Quartier auf dem Gelände der Bayernkaserne zieht.
Arge Max Dudler, Berlin; Hilmer & Sattler und Albrecht, München; Adelheid Schönborn Gartenarchitektin, Muhr am See / LHM
Ein Viertel der kurzen Wege: Geschäfte und Schulen sollen bequem fußläufig erreichbar sein.

Was sonst noch geplant ist

Neben rund 5.500 Wohnungen sind Kindertagesstätten, zwei Schulstandorte mit einem Gymnasium, zwei Grundschulen, einer Förderschule, einer Musikschule und Sportanlagen, soziale Einrichtungen wie ein Seniorenzentrum, eine Jugendfreizeitstätte und Nachbarschaftstreffs, eine Zweigstelle der Münchner Volkshochschule, ein großer Lebensmittelmarkt und weitere Geschäfte geplant. Hinzu kommen öffentliche und private Freiflächen: ein Stadtpark, zwei großzügige Grünflächen im Norden und Süden, der Grünboulevard in Ost-West-Richtung mit Fuß- und Radwegen, gemeinschaftliche Dachgärten und Innenhöfe. Für die Verlängerung der Trambahnlinie 23 führt eine Trasse durch das Gelände, die so genannte Magistrale. An der Heidemannstraße soll eine Feuerwache entstehen.

Wettbewerbe

Realisierungswettbewerbe sollen die Qualität der Bauvorhaben in räumlich exponierter Lage des Planungsgebietes sicherstellen. Eine Beratungsgruppe soll die Bauvorhaben begleiten. Dabei sollen insbesondere die Themen Architektur, Freiraumgestaltung, Nachhaltigkeit und Ökologie begutachtet werden.

Insgesamt kann ein urbanes Stadtquartier entstehen, das gut mit seiner Umgebung vernetzt ist und attraktive Angebote auch für die Nachbarschaft bietet. Öffentliche und soziokulturelle Nutzungen an geeigneten Stellen tragen zur Urbanität und zur Nutzungsmischung bei.

Städtebaulicher und landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb

Ergebnis der Überarbeitungsphase

1. Rang
Max Dudler, Berlin
Architekten Hilmer & Sattler und Albrecht, München
Adelheid Schönborn Gartenarchitektin, Muhr am See
2. Rang
Ammann Albers GmbH StadtWerke, Zürich
Studio Vulkan, Landschaftsarchitektur, Zürich
4. Rang
Laux Architekten GmbH, München
terra.nova landschaftsarchitektur, München
4. Rang
Schellenberg + Bäumler Architekten GmbH, Dresden
Adler & Olesch Landschaftsarchitekten GmbH, Nürnberg
6. Rang
COBE Berlin GmbH, Berlin
Manmade Land, Berlin
6. Rang
sauerbruch hutton, Berlin
mahl gebhard konzepte, München

Die Ränge 3 und 5 wurden nicht vergeben

 

EU-Projekt URGE: Kreislaufwirtschaft im Bausektor

Das Gelände der ehemaligen Bayernkaserne dient auch als Modellareal, um in einem europaweiten Projekt Maßnahmen der Kreislaufwirtschaft für die Baubranche zu erproben, zum Beispiel wie Beton recycelt werden kann. Mehr Informationen hier.

Nationales Projekt des Städtebaus

Das Bundesbauministerium hat die ehemalige Bayernkaserne als „Nationales Projekt des Städtebaus“ ausgezeichnet und stellt 1,47 Millionen Euro an Fördergeldern zur Verfügung. Als mustergültiges „Urbanes Gebiet“ ist die Bayernkaserne ein Premiumprojekt des Städtebaus in Deutschland und wird im Förderprogramm des Bundes berücksichtigt. Weitere Informationen finden Sie hier.

Stand der Planung

Der Bebauungsplan Nr. 1989 ist seit April 2019 rechtskräftig. In diesen wurde die Masterplanung überführt, die aus dem prämierten Wettbewerbsentwurf der Arbeitsgemeinschaft Max Dudler, Hilmer & Sattler und Albrecht und Adelheid Schönborn Gartenarchitektin sowie Mahl Gebhardt Konzepte entwickelt worden war. Der städtebauliche und landschaftsplanerische Wettbewerb war 2013 mit 38 eingereichten Arbeiten gestartet und wurde am 18. Juli 2014 entschieden. Das Grundstück befindet sich seit 2011 im Eigentum der Stadt.

Startschuss für den Bau des neuen Quartiers war der Spatenstich für zwei Schulen im Herbst 2020.

Frühere Beteiligung der Öffentlichkeit

An der alten Zufahrt zur Bayernkaserne befinden sich Schranken sowie Schilder, auf denen
LHM
Die alte Zufahrt zur Bayernkaserne

Die Bürger*innen  wurden schon sehr früh, bereits vor Auslobung des Wettbewerbs, in die Planungen eingebunden: Im Februar 2012 fanden Auftakt- und Werkstattgespräche statt, in denen die Grundlagen der Planung diskutiert wurden.

Die Veranstaltungen stießen auf reges Interesse, die wesentlichen Anregungen und Empfehlungen der Bürgerinnen und Bürger flossen in die Auslobung ein.

Zum Start des Wettbewerbs fand am 21. März 2013 eine Podiumsdiskussion auf dem Kasernengelände statt. Rund 100 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung und konnten sich dort mit Mitgliedern des Preisgerichts, der Bezirksausschüsse und der Stadtverwaltung über die Erwartungen an das Wettbewerbsverfahren austauschen und über den Auslobungstext informieren.

Das umfassende Beteiligungsformat wurde auch nach dem Wettbewerb fortgesetzt: Die sechs Entwürfe der Preisgruppe waren vom 19. Februar bis 19. März im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit ausgelegt. Am 22. Februar 2014 konnten interessierte Bürgerinnen und Bürger bei einem ganztägigen Werkstattgespräch mit den Planungsteams der Preisgruppe über die Entwürfe diskutieren und Empfehlungen für die Überarbeitung direkt weitergeben. Auf der Erörterungsveranstaltung am 11. März 2014 wurden weitere Empfehlungen zu den sechs Entwürfen gesammelt. Die Dokumentation der Veranstaltungen, die auch den Planungsteams für die Überarbeitungsphase zur Verfügung steht, finden Sie oben. Die darüber hinaus schriftlich eingegangenen Stellungnahmen der Bürgerinnen und Bürger werden dem Stadtrat mit dem Billigungsbeschluss des Bebauungsplans vorgelegt.

Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung möchte Bürgerinnen und Bürger auch im weiteren Verlauf des Planungsverfahrens regelmäßig informieren und beteiligen. Auf dieser Seite werden entsprechende Termine angekündigt.

Luftbild und Größenvergleich mit der Innenstadt

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