Konzeptioneller Mietwohnungsbau

Als Maßnahme gegen steigende Grundstückspreise und für stabile Mieten hat die Landeshauptstadt München 2013 den Konzeptionellen Mietwohnungsbau (KMB) eingeführt.

So funktioniert der Konzeptionelle Mietwohnungsbau

Baugebiet Prinz-Eugen-Park
Michael Nagy / LHM

Durch den Konzeptionellen Mietwohnungsbau (KMB) sind mittlerweile mehr als 1.500 Wohnungen an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet in Planung, im Bau oder bereits bezogen. 2019 beschloss der Stadtrat einige Neuerungen.

  • Mit dem KMB reagiert die Landeshauptstadt München auf den angespannten Münchner Wohnungsmarkt und unterstützt den Bau von preisgedämpften, freifinanzierten Mietwohnungen für Haushalte, deren Einkommen oberhalb der Grenzen der Wohnraumförderprogramme liegen.
  • Bei der Vergabe von Grundstücken verzichtet die Landeshauptstadt München auf einen Preiswettbewerb und vergibt die Flächen zu einem Lage-unabhängigen Festpreis in Höhe von 1.050 Euro je Quadratmeter Geschossfläche.
  • Den Zuschlag erhält der Bewerber, der im Ausschreibungsverfahren das überzeugendste Konzept liefert („Konzeptausschreibung").
  • 2019 kamen soziale Aspekte hinzu: Mindestens 60 Prozent der KMB-Wohnungen sind an Zielgruppen zu vergeben, die besonders von der angespannten Wohnungssituation betroffen sind und zum Teil geringe Einkommen haben. Dieser Anteil kann vom Stadtrat erhöht werden.

Die dauerhafte Einführung des KMB ist ein wichtiger Baustein des wohnungspolitischen Handlungsprogramms „Wohnen in München VI“, das der Stadtrat 2016 beschlossen hat.

Bindungen

  • Im KMB sind verbindliche Vorgaben und Bindungen der Landeshauptstadt München einzuhalten. Diese betreffen sowohl den Ausstattungsstandard und die Wohnungsgrößen als auch konkrete Vorgaben zu einer angemessenen Belegung für mindestens 80 Jahre.
  • Von besonderer Bedeutung ist die Begrenzung der Erstvermietungsmieten und der Mieterhöhungsmöglichkeiten. Die Erstvermietungsmieten (Netto-Kaltmieten) sind Lage-unabhängig auf maximal 13,50 Euro je Quadratmeter Wohnfläche begrenzt. Die Bewerberinnen und Bewerber haben im Rahmen der Konzeptausschreibung zudem die Möglichkeit, eine geringere als die festgesetzte Höchstmiete von 13,50 Euro anzubieten.
  • Die Erstvermietungsmiete darf erstmalig nach Ablauf der ersten fünf Jahre und nur auf Basis des Lebenshaltungskostenindex angepasst werden. Die Begrenzung der Nettokaltmiete bei Wiedervermietungen auf die Höhe der ortsüblichen Vergleichsmiete stellt einen zusätzlichen Schutz für die Mieterinnen und Mieter dar.

Bewahrung der "Münchner Mischung"

Der Konzeptionelle Mietwohnungsbau ist kein Förderprogramm, sondern dient ausschließlich dem Bau von preisgedämpften Mietwohnungen. Denn die „Münchner Mischung", also die breite Streuung verschiedener Einkommensgruppen in einem Wohngebiet, soll erhalten bleiben: In München sind deshalb 60 Prozent der städtischen Wohnbauflächen für den geförderten und 40 Prozent für den Konzeptionellen Mietwohnungsbau vorgesehen. Die dort entstehenden Wohnungen sind überwiegend für Bevölkerungsgruppen vorgesehen, die für eine nachhaltige Stadtentwicklung und eine gesunde, funktionierende Stadtgesellschaft eine wichtige Bedeutung haben, insbesondere für Beschäftigte in Mangelberufen in der öffentlichen Daseinsvorsorge sowie im Bereich Pflege und Erziehung. Darüber hinaus sind KMB-Wohnungen auch für Haushalte gedacht, die von Förderprogrammen wie dem „München Modell" knapp nicht mehr erfasst werden.

Wo wird gebaut?

Die Wohnungsbauvorhaben befinden sich im ganzen Stadtgebiet und werden von traditionellen Bauträgern, Baugenossenschaften und den städtischen Wohnungsbaugesellschaften GWG und GEWOFAG umgesetzt. 2019 hat die GEWOFAG ein umfangreiches Vorhaben an der Carl-Wery-Straße in Neuperlach mit über 300 Mietwohnungen, davon rund 200 im KMB, realisiert. Darüber hinaus sind im Prinz-Eugen-Park rund 530 Wohnungen im KMB entstanden. Im neuen Stadtteil Freiham wurden 2018 und 2019 diverse Grundstücke vergeben, unter anderem für den genossenschaftlichen Wohnungsbau. So entstehen dort im Laufe der kommenden Jahre im ersten Bauabschnitt rund 600 Mietwohnungen im KMB, davon mindestens 250 Genossenschaftswohnungen. Nach weiteren Grundstücksvergaben 2020 und 2021 werden in den kommenden Jahren zum Beispiel im Kreativfeld (Kreativquartier) rund 160 weitere Wohnungen im KMB gebaut.

Auch im Jahr 2022 sollen Flächen für zahlreiche KMB-Wohnungen für Bauträger, Baugenossenschaften und Mietshäuser-Syndikate im Erbbaurecht ausgeschrieben werden. Auf diese Weise wird die Grundlage zur Schaffung von rund 1.200 KMB-Wohnungen in Freiham (zweiter Bauabschnitt) sowie auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne (erster Bauabschnitt) gelegt.

Dialog mit der Immobilienwirtschaft

Der mittlerweile etablierte KMB wird regelmäßig evaluiert. Nach wie vor legt die Landeshauptstadt München daher großen Wert auf den Dialog mit interessierten Akteuren am Wohnungsmarkt, so dass bei Bedarf auf veränderte Marktbedingungen reagiert und der KMB angepasst werden kann.

Wie finde ich eine Wohnung?

Die Wohnungen werden von den Bauherren direkt vermietet. Angebote finden Sie über den Mietwohnungsmarkt in Zeitungen und im Internet.

Grundstücksausschreibungen

Grundstücksausschreibungen für Bauträger, Investoren und Baugenossenschaften finden Sie unter diesem Link:

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