Frankfurter Ring 227: Produktives Quartier

Büro-, Gewerbe- und Hotelquartier mit bis zu 3.500 Arbeitsplätzen

Aktuelles

Beteiligung der Öffentlichkeit

Von Montag, 6. Mai bis einschließlich Donnerstag, 6. Juni 2024 liegen die Planungsunterlagen im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung nach § 3 Absatz 1 Baugesetzbuch aus. In diesem Zeitraum kann sich die Öffentlichkeit über die Pläne für das Gebiet informieren und zum Entwurf des Bebauungsplans äußern.

Am Donnerstag, 16. Mai, 19 Uhr findet die Erörterungsveranstaltung im Gymnasium Neufreimann, Ungererstraße 191 statt. Alle Interessierten haben die Möglichkeit, sich umfassend über die Planungen zu informieren und sich dazu zu äußern.

Projekt

Wettbewerb Frankfurter Ring 227, 1. Preis Ideenteil
UTA / bauchplan

Das neue Gewerbequartier am Frankfurter Ring 227 wird geprägt von urbanem Quartiersplatz und einem knapp 100 Meter hohem Hochhaus. Im Osten des Frankfurter Rings gelegen bildet das Areal den Auftakt für den Transformationsprozess des Gewerbebands.

Information

Projekt-Steckbrief

Stadtbezirk: Schwabing-Freimann
Lage: zwischen Frankfurter Ring, Lilienthalallee, DB-Nordring und Freimanner Bahnhofsstraße
Fläche: 5,6 Hektar
Bisher: Gewerbegebiet
Geplante Nutzungen: höherwertiges Gewerbe
Neue Arbeitsplätze: 3.500
Bebauungsplan Nummer: 2166a

Lage

Umgriff BPlan 2166a
© LHM

Details zur Planung

Der Entwurf bildet sowohl zum Frankfurter Ring im Süden als auch zur Bahntrasse nördlich des Areals eine klare städtebauliche Kante aus. Rücksprünge und Öffnungen ermöglichen gezielte Einblicke und Durchwegungen und öffnen das Quartier, das durch zahlreiche Höfe und Binnenräume gekennzeichnet ist, nach außen. Wesentliches Entwurfselement ist die Gartenfuge des Rahmenplans, die das Quartier von Nordwesten nach Südosten durchzieht und eine Verbindung zu den benachbarten Arealen schafft.

Zwischen der Gartenfuge und dem denkmalgeschützten Bauwerk im Südwesten des Areals liegt der Quartiersplatz, der im Osten vom Hochpunkt flankiert wird. Der Hochpunkt direkt am Frankfurter Ring bildet den Quartiersauftakt und markiert den östlichen Auftakt des Frankfurter Rings.

Geplant ist ein vielfältiger Arbeitsstandort mit etwa 160.000 Quadratmeter Geschossfläche für Büro-, Gewerbe- und Hotelnutzung. Flexible Nutzungsszenarien – zum Beispiel durch Stapeln von Gewerbe, Kultur und Büros – sollen die Entstehung eines belebten und durchmischten „Quartiers der kurzen Wege” unterstützen. In den Erdgeschossen sind vorrangig öffentliche Nutzungen vorgesehen, die den Freiraum beleben. 

Die sogenannte Gartenfuge, eine übergeordnete, begrünte Wegeverbindung für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen, bietet Aufenthaltsmöglichkeiten und ermöglicht eine Verbindung zu den benachbarten Arealen. Die Baukörper werden von mäandernden Freiräumen umflossen. Eine sogenannte produktive Gasse verknüpft die einzelnen Werkhöfe, Showrooms und Gewerbe miteinander. Eine zentrale Quartiersterrasse auf dem Sockel des Hochhauses und zahlreiche Dachgärten dienen als Orte der Auszeit, der Begegnung und des Austausches.

Die Neugestaltung des Areals bietet die Chance, es robuster gegen die aktuelle Klimakrise zu gestalten. Der derzeitige Versiegelungsgrad soll verringert und größere Flächen für eine natürliche Wasserretention geschaffen werden. Ein zentraler multifunktionale Bereich auf dem Quartiersplatz wird als temporär überflutbares Rückhaltebecken gestaltet, das an sonnigen, trockenen Tagen Raum für Veranstaltungen und Alltagsaktivitäten bietet. 

Die Ergebnisse des Wettbewerbs wurden Anfang März 2024 dem Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung des Stadtrats vorgestellt und sind Grundlage für den Bebauungsplan. Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit findet im Mai/Juni 2024 statt. 

Der von der Grundstückseigentümerin ausgelobte städtebauliche Ideen- und Realisierungswettbewerb mit zehn eingeladenen Planungsteams aus Architektur und Stadtplanung wurde Ende November 2023 entschieden.

Die Preisträger des Ideenwettbewerbs und damit des städtebaulich-freiräumlichen Konzepts für das Gesamtareal sind das Architektur- und Stadtplanungsbüro UTA, Stuttgart mit bauchplan Landschaftsarchitekten, München.
Den Realisierungswettbewerb für die Planung des Hochhauses und des Quartiersplatzes konnten robertneun Architekten mit Lohrengel Landschaft, beide Berlin, für sich entscheiden. 

Der städtebauliche Entwurf von UTA mit bauchplan ist gekennzeichnet durch eine abgeknickte Wegeführung vom Platz im Südwesten bis zur östlichen Grundstücksgrenze, die das Gebiet in zwei Teile gliedert und eine nicht-orthogonale Grundstruktur für die Baufelder und deren Erschließung einführt.
An der südwestlichen Ecke ist ein nicht-unterbauter Platz vorgesehen, der vom denkmalgeschützten Bestandsgebäude, dem Hochpunkt (im Osten) und dem Hotelbaukörper (im Norden) gefasst wird. Der Hochpunkt befindet sich östlich des Denkmals in markanter Lage direkt am Frankfurter Ring. Das Hotel im Norden des Platzes kann aufgrund seiner zentralen Lage einen wichtigen Beitrag zur Belebung des Quartiers leisten. Der Platz nimmt die Gartenfuge auf, die das gesamte Gebiet vom Südosten mit zahlreichen Knicken und Windungen bis zum Nordwesten durchzieht und sowohl für die slow mobility-Erschließung als auch für Aufenthaltsqualitäten und Durchlüftung sorgt. Die grüne Fuge könnte sequenzierter gedacht und mit einem breiteren Nutzungsspektrum entwickelt werden. Um gute Aufenthaltsqualitäten zu schaffen, ist der Querschnitt der Gartenfuge zu prüfen.
Die Erschließung für MIV und LKWs erfolgt über eine neu zu schaffende Erschließungsstraße im Norden des Gebiets. Die Fortführung nach Westen ist derzeit nicht möglich, weswegen eine Wendemöglichkeit möglichst verträglich vorzusehen ist. Die Erschließung des südlichen Baufelds quert die Gartenfuge. Hier wäre eine Optimierung wünschenswert und eine Anbindung an den Frankfurter Ring zu prüfen. Der Gewerbehof befindet sich als eigenständiger, aber über Brücken mit dem angrenzenden Block verbundener Baukörper im Nordosten des Quartiers und ist beidseitig erschlossen. Weitere Flächen für GE-A befinden sich in den Erdgeschossen sowohl in den nördlichen als auch den südlichen Baufeldern.
Die baulichen Strukturen sind durch nicht-orthogonale Hof- und Gassenräume gegliedert, die eine kleinteilige Entwicklung begünstigen und vielfältige räumliche Situationen ermöglichen. Fast entsteht der Eindruck, man befindet sich in einer gewachsenen Stadt und nicht in einem neu entwickelten Gebiet. Im weiteren Prozess wird es wichtig sein, die im städtebaulichen Entwurf dargestellten Qualitäten – wie die Kleinteiligkeit und der post-industrielle Charme – in die Ausführung zu überführen.

Das aus dem Umwandlungsprozess den dargebotenen städtebaulichen Konzeptes heraus entwickelte Hochhaus, schöpft seine besondere Ausstrahlung und Signifikanz aus einer vielschichtigen und facettenreichen Nah- und Fernwirkung. Mit klugen rhythmischen Höhenstaffelungen passt sich das 96 m hohe Haus geschickt in die jeweiligen bauplastischen Nachbarschaften ein und bietet somit auch in der Außenwirkung eine einladende Adressierung auf Fußgängerebene, eine feinsinnige Übersetzung einer Bel Etage über mehrere Ebenen sowie eine sehr plastische „Fernwirksamkeitsfassade“, die einen guten Auftakt hoher Punkte im transformierenden Band des Frankfurter Rings im Osten abgeben könnte. Die Nutzungsvielfalt der angebotenen Grundrisse bietet vielfältigen Mietszenarien gute Entfaltungsmöglichkeiten und erlaubt auch unterschiedlichste Flächenlayouts in der Aufteilung wenn auch optimierungsbedarf beim Flächenanteil der Verkehrsflächen besteht. Strukturell ist das Haus klar und einfach aufgebaut, bietet eine maximale Stützenfreiheit und eine dem hohen Haus angemessene Kernzone. Lediglich die Anzahl der angebotenen Aufzüge gilt es zu optimieren, ebenso die Frage nach dem in der Vorprüfung aufgeworfenen hohen spezifischen TGA-Kosten. Eine Sprinklerung ist derzeit nur in den Sockelgeschossen notwendig, nicht jedoch in den oberen Ebenen mit einem ausreichend dimensionierten Brandüberschlag. Das Thema Fassadenbegrünung ist im Sockelbereich dargestellt, sollte aber nochmals qualifiziert überprüft werden. Die vorgeschlagene Positionierung der PV-Module innerhalb der Fassaden ist nachvollziehbar und sehr effizient. Eine öffentliche Nutzung der obersten Ebene ist bislang nicht vorgesehen, könnte aber durchaus einen qualitativen Mehrwert für das Haus und den Standort darstellen. Insgesamt ein klarer und einfach nachzuvollziehender Entwurf, wirtschaftlich gut übersetzbar und signifikant in seiner Nah- und Fernwirkung.

Pläne, Visualisierungen und Bilder

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Chronologie

03/2024 Bekanntgabe Ergebnis Ideen- und Realisierungswettbewerb Frankfurter Ring 227 im Stadtrat
11/2023 Entscheidung Ideen- und Realisierungswettbewerb Frankfurter Ring 227
03/2023 Beschluss Rahmenplanung und Aufstellungs- und Eckdatenbeschluss Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 2166a