Lärm

In einer Großstadt wie München gehört Lärm zu den Umweltbelastungen, die die Lebensqualität am meisten beeinträchtigen.

Lärm in Städten

Straßen- und Schienenverkehrslärm, Gewerbe-, Industrie- und Baulärm, aber auch Freizeit- und Nachbarschaftslärm: Lärm gehört zu den Umweltbelastungen, die die Lebensqualität und die Wohnsituation gerade in Städten mit am meisten beeinträchtigen.

Hohe Lärmpegel belästigen aber nicht nur. Auf Dauer können sie auch zu gesundheitlichen Schäden führen: von Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Unlustgefühlen, Aggressionen sowie einer Minderung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit bis hin zu Bluthochdruck, der das Herzinfarktrisiko erhöht.

Systematische Lärmminderung ist daher auch in der Landeshauptstadt München eine unumstrittene Aufgabe für die kommunale Planung in Wohn- und Erholungsbereichen, denn rund 70 Prozent der Bevölkerung fühlen sich durch häufigen oder andauernden Lärm gestört.

Lärmschutz bei der Landeshauptstadt München

Almgren - Fotolia.com

Lärmbelästigungen in einer Großstadt

In einer Großstadt wie München sind Bewohner*innen den unterschiedlichsten Quellen und Formen von Lärm ausgesetzt – dazu zählen Baulärm oder der Geräuschpegel von Gewerbe- und Industriegebieten genauso wie der Laubsauger von nebenan. Aber welche Regelungen gelten für die unterschiedlichen Lärmquellen und welche Behörde ist wann zuständig? Auf dieser Seite finden Sie nähere Informationen und Kontaktmöglichkeiten.

Baulärm

Baustellenlärm (auch: Baulärm) ist Lärm, der an Baustellen im Zusammenhang mit der Beseitigung und Errichtung baulicher Anlagen wie z. B. Gebäuden, Straßen und Industrieanlagen entsteht.

Fluglärm

Aufgrund der Lage des Flughafen München ergeben sich bei den Einwohner*innen der Landeshauptstadt München kaum Betroffenheiten durch Fluglärm.

Die zuständigen Stellen zum Thema Fluglärm sowie weitere Informationen finden Sie unter folgenden Links.

Gaststättenlärm

Neben den seit jeher verbreiteten Bier- und Wirtsgärten erfreuen sich in München auch Freischankflächen und „Schanigärten“ auf öffentlichem Grund (Straßen, Gehsteige, Plätze und Fußgängerzonen) zunehmender Beliebtheit.

Bedauerlicherweise treibt der Betrieb der Gaststätten und Außengastronomie Anwohner*innen immer wieder auf die Barrikaden. Für die von einer Gaststätte ausgehenden Geräusche (Innen- und Außenlärm, An- und Abfahrt der Gäste, lautes Verweilen der Gäste im Umgebungsbereich der Wirtschaft) ist der/ die Gastwirt*in verantwortlich.

Beschwerden sind dem Kreisverwaltungsreferat anzuzeigen. Die örtlich zuständige Bezirksinspektion sucht das Gespräch mit der/dem Gastwirt*in und verwarnt diese/n. Häufen sich die Beschwerden, wird seitens des Kreisverwaltungsreferates eine Lärmpegelmessung angeordnet, die vom Referat für Klima- und Umweltschutz durchgeführt wird.

Beschwerden über eine Gaststätte können sie hier melden.

Geräte- und Maschinenlärm

Zum Schutz der Bevölkerung gelten für den Betrieb von lauten Geräten und Maschinen (Laubbläser, Rasenmäher, Baumaschinen u.a.) zeitliche Beschränkungen.

Gewerbelärm

Von Industrie- und Gewerbelärm wird gesprochen, wenn der Lärm von gewerblich oder industriell genutzten Anlagen im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes ausgeht. Dazu zählen große Betriebe (Kraftwerke, Stahl- und Walzwerke, Gießereien), aber auch kleine Gewerbe- oder Handwerksbetriebe wie Tischlereien, Einzelhandelsgeschäfte oder andere Betriebe. Dabei zählt der Lärm, der bei der Produktion oder Herstellung im Betrieb selbst entsteht, ebenso zum Gewerbelärm wie der Verkehrslärm auf dem Betriebsgelände.

Nachbarschaftslärm

Schienenverkehrslärm

Der Schienenverkehr in München umfasst Eisenbahnen (Personenzüge einschließlich S-Bahnen und Güterzüge), Tram-, und U-Bahnen. Einerseits leistet ein gut ausgebautes Schienenverkehrswegenetz (insbesondere für den ÖPNV) einen wichtigen Beitrag zum Lärmschutz, andererseits entstehen durch den Schienenverkehr auch Lärmbetroffenheiten. Unter folgenden Links gelangen Sie zur zuständigen Stelle für die jeweilige Art des Schienenfahrzeugs.

Straßenverkehrslärm

Straßenverkehrslärm ist Lärm von Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Straßen. Der Straßenverkehr stellt vielerorts in Deutschland die dominierende Lärmquelle dar. Die Zuständigkeiten nach Straßenart sowie die gesetzlichen Regelungen finden Sie unter folgenden Links.

Sonstige Lärmbelästigungen

Michael Nagy und Accon GmbH

Ballungsräume sollen leiser werden

Lärm verhindern, vermeiden oder mindern, ist Ziel der Lärmminderungsplanung, die von der Europäischen Union durch die Richtlinie 2002/49/EG (Umgebungslärmrichtlinie) angestoßen wurde. Die Grundlage ist das Bundes-Immissionsschutzgesetz. Demnach muss im fünfjährigen Turnus die Lärmsituation in Ballungsräumen ab 100.000 Einwohner*innen ermittelt und in Lärmkarten abgebildet werden.

Auf Grundlage von Lärmkarten hat die Landeshauptstadt München in Zusammenarbeit mit einem externen schalltechnischen Beratungsbüro übergeordnete stadtweite Maßnahmen sowie auf Untersuchungsgebiete beschränkte Maßnahmen zur Lärmminderung untersucht und bewertet. Die Ergebnisse sind im Lärmaktionsplan dargestellt.

Was ist Umgebungslärm?

Zum Umgebungslärm zählen belästigende oder gesundheitsschädlich Geräusche im Freien einschließlich des Lärms von Straßen-, Eisenbahn- und Flugverkehr sowie Industrie- und Gewerbelärm. Nachbarschaftslärm oder Lärm am Arbeitsplatz zählen nicht zum Umgebungslärm.

Lärmkartierung

Als Grundlage für die Beurteilung der Lärmbelastung werden Lärmkarten für jede Lärmart berechnet.

Lärmaktionsplan - wer macht was?

München ist für die Lärmaktionsplanung an städtischen Straßen, Straßenbahnstrecken und oberirdischen U-Bahnstrecken verantwortlich. Autobahnen und Flughäfen fallen in die Zuständigkeit des Freistaats Bayern. Für die Lärmaktionsplanung an den Haupteisenbahnstrecken des Bundes inklusive der S-Bahnstrecken ist das Eisenbahnbundesamt zuständig.

Lärmschutzmaßnahmen

Was kann man tun gegen Lärm?

Lärmschutzmaßnahmen sollen die Entstehung und die Ausbreitung von Lärm verhindern. Hierfür kann man an verschiedenen Stellen ansetzen:

  • Verkehrsbezogene Maßnahmen: z.B. Verkehrsbündelung zur Entlastung der Nebenstraßen, Verkehrsbeschränkungen, Tempo-30-Zonen, Parkraummanagement oder die Förderung des ÖPNV und des Fahrrad- und Fußgängerverkehrs.
  • Baulich und technisch: aktiver Schallschutz (z.B. leisere Motoren, Lärmschutzwände), passiver Schallschutz (z.B. Schallschutzfenster) usw.
  • Planerisch: Schallschutz im Städtebau, Schallschutz in Gebäuden und bei der Planung von Verkehrswegen.
  • Aufklärung: Durch lärmbewusstes Verhalten lassen sich in vielen Bereichen die Lärmbelästigungen stärker reduzieren, als dies mit ausschließlich technischen Mitteln möglich wäre. Wenn Konsumenten auf lärmarme Produkte Wert legen, werden sich die Hersteller danach richten.

Im Münchner Lärmaktionsplan werden in den Kapiteln 6 und 7 umgesetzte sowie geplante Maßnahmen in München beschrieben.

Weitere Infos

Weitere Infos

Die Förderbedingungen in aller Kürze

Mit dem Programm wird der Einbau von Schallschutzfenstern in bestehenden Wohngebäuden in München mit bis zu 3.000 Euro je Wohnung gefördert.

Förderfähig sind nur baulich passive Schallschutzmaßnahmen an Wohngebäuden, sofern am Immissionsort die Lärmsanierungswerte von 67 dB(A) tags und 57 dB(A) nachts überschritten sind, auch keine Möglichkeit von aktiven Lärmschutzmaßnahmen besteht und die anderen Bedingungen der aktuellen Richtlinie zum städtischen Schallschutzfensterprogramm erfüllt sind.

Unter passiven Schallschutzmaßnahmen versteht man z.B. Schallschutzfenster und -fenstertüren, Schalldämmlüfter und Rollladenkästen, während eine Lärmschutzwand eine aktive Lärmschutzmaßnahme darstellt.

Ob Ihr Anwesen grundsätzlich förderwürdig ist, können Sie über den Schnellcheck herausfinden. Sie benötigen dafür den Straßennamen und die Hausnummer des Objektes in dem Sie Schallschutzfenster einbauen und dafür eine Förderung im Rahmen des Schallschutzfensterprogramms beantragen möchten.

Das Städtische Schallschutzfensterprogramm ist eine freiwillige Leistung der Landeshauptstadt München. Ein Rechtanspruch auf Bewilligung von Zuwendungen besteht nicht. Die Zuteilung erfolgt im Rahmen der haushaltsrechtlich zur Verfügung stehenden Mittel in der Reihenfolge des Eingangs der vollständigen prüfungsfähigen Anträge. Insgesamt standen 810.000 Euro (seit Laufzeitbeginn September 2013) zur Verfügung. Das Schallschutzfensterprogramm ist Teil der Lärmminderungsplanung der Landeshauptstadt München. Das Programm endet, wenn alle zur Verfügung stehenden Mittel verbraucht sind.

Einkommensteuerrechtlicher Hinweis:

Die einkommensteuerrechtlichen Vorgaben, u.a. hinsichtlich der steuerrechtlichen Absetzbarkeit gemäß § 35 a Abs. 3 Einkommensteuergesetz (EStG), sind zu beachten.

Weitere Infos zum Schallschutzfensterprogramm