Handlungsräume in München

Das Münchner Modell der Handlungsräume ist ein Instrument der Stadtentwicklungsplanung. Momentan gibt es neun solcher Schwerpunktgebiete.

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Infostand zum Handlungsraum Neuperlach

Handlungsraum 6 beim Tag der Städtebauförderung

Am 14. Mai von 13 bis 19 Uhr im Staddteilladen in der Quiddestraße 35 in Neuperlach.
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Das Modell

Beteiligung in Neuperlach
Florian Freund

Das Handlungsraummodell soll einerseits die grundsätzlichen Leitlinien der "Perspektive München" auf eine konkrete räumliche Situation übertragen und andererseits die Gebiete in der Stadt identifizieren, die eine besondere stadtplanerische Aufmerksamkeit benötigen: die Handlungsräume.

Das sind die Handlungsräume

Die Handlungsräume sind als Schwerpunktgebiete der Stadtentwicklung die Teile der Stadt, die eine besonders große Entwicklungsdynamik aufweisen. Durch die Bearbeitung dieser Gebiete in einem Handlungsraumprozess soll diese Dynamik im Sinne der Stadt genutzt werden; es sollen Ziele, Maßnahmenvorschläge sowie Umsetzungsstrategien für die weitere Gebietsentwicklung formuliert werden. Dabei werden sowohl die in den dynamischen Gebieten ohnehin geplanten Maßnahmen der örtlichen Akteure einbezogen als auch aus der Perspektive München abgeleitete (städtische) Maßnahmen ergänzt. Dieser Prozess erfolgt mit Hilfe von sogenannten Integrierten Handlungsraumkonzepten.

Integrierte Handlungsraumkonzepte

Integriert bedeutet dabei, dass:

  1. es eine zeitliche Verknüpfung der verschiedenen Schritte gibt: von der Analyse der Herausforderungen, Potenziale, Chancen und Risiken über die Zielformulierung und Strategiefindung bis hin zur entsprechenden Umsetzung von Maßnahmen und Projekten. Damit ist das Ziel der Handlungsräume, mit konkreten Maßnahmen Verbesserungen vor Ort zu erreichen, von Beginn an festgeschrieben.
  2. alle geplanten Maßnahmen im Gesamtzusammenhang betrachtet werden: So werden Wechselwirkungen zwischen Fachplanungen und -konzepten aufgezeigt und Ausstrahlungen einzelner Projekte sowie Beziehungen zwischen verschiedenen Maßnahmen deutlich. Damit entsteht ein gemeinsamer Rahmen um die verschiedenen Fachkonzepte und -planungen, die auf diesem Weg besser miteinander verzahnt und verbunden werden.
  3. alle Akteure in einem Handlungsraum auch über fachliche und administrative Grenzen (zum Beispiel der Stadtbezirke) hinweg einbezogen werden: So wird ein gemeinsames Planungsverständnis für den entsprechenden Teilraum gefördert. Auf diesem Weg soll zu einer kooperativen Verwaltungs- und Planungskultur beigetragen und der Ausgleich unterschiedlicher Interessen erleichtert werden. 
  4. Synergien, Kooperationen und Transparenz geschaffen werden: Die Förderung eines abgestimmten Handelns aller beteiligten Akteure eröffnet zudem Bündelungs- und Synergieeffekte. Zielkonflikte können rechtzeitig aufgedeckt, moderiert und nach Möglichkeit gelöst werden.

Letztlich ist mit dem Handlungsraumsatz der Anspruch verbunden, die Prozesse zur Umsetzung vorher formulierter Ziele (und damit der Perspektive München) transparenter zu gestalten und zu beschleunigen.

In den Schwerpunkträumen agierende Schlüsselakteure aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft können verstärkt mobilisiert und vernetzt werden. Ziel ist die Förderung eines abgestimmten Handelns auf Grundlage von gemeinsamen Entwicklungszielen.

Das Handlungsraummanagement

Um diese Ziele erreichen zu können, gibt es in jedem Handlungsraum ein Handlungsraummanagement. Dessen Aufgaben sind:

  1. Direkter Ansprechpartner für alle Akteure im Gebiet innerhalb und außerhalb der Verwaltung zu sein, die am Handlungsraumprozess beteiligt sind.
  2. Gemeinsame Strukturen für alle Mitwirkenden zu schaffen, um den notwendigen Dialog und Aushandlungsprozesse zu ermöglichen.
  3. Wechselwirkungen, Interessen, Synergien und Zielkonflikte sichtbar zu machen und ein gemeinsames Planungsverständnis aller Akteure im Raum zu schaffen.
  4. Mit der nötigen Übersicht alle Beteiligte und Prozesse so zu koordinieren, dass die erarbeiteten Strategien und Maßnahmen für den Handlungsraum umgesetzt werden können.

Die Handlungsraumkulisse

Handlungsraum Kulisse
LHM
Das sind die Handlungsräume.

Das Münchner Modell der Handlungsräume basiert auf der Identifizierung und räumlichen Festlegung von Gebieten mit besonderer Entwicklungsdynamik bei gleichzeitig hohem Handlungsbedarf.

Die Gesamtzahl dieser Räume wie auch deren räumlicher Umgriff kann sich mit der Zeit ändern:

  • neue Räume können hinzukommen,
  • andere Räume können nach der Umsetzung aller Maßnahmen beendet werden.

Die Gesamtheit aller Handlungsräume wird als Handlungsraumkulisse bezeichnet. Derzeit sind in München neun Handlungsräume festgelegt. Diese sind:

  1. Freiham – Neuaubing – Westkreuz – Pasing
    Vom Stadtteilzentrum Pasing bis zum neuen Stadtrand im Westen
  2. Obersendling – Mittersendling – Fürstenried – Forstenried
    Zentren, Verkehrsachsen und öffentliche Räume im Südwesten
  3. Rund um den Ostbahnhof – Ramersdorf – Giesing
    Innenstadtnahe urbane Quartiere entlang der Bahnachsen
  4. Münchner Nordosten
    Infrastrukturausbau, neue Wohnquartiere und Landschaftsschutz
  5. Riem – Trudering
    Gewachsene Ortskerne, neue Siedlungen und Verkehrsachsen
  6. Neuperlach
    Integriertes Wohnen, neue Mitte und innovative Bildungsangebote
  7. Moosach
    Grüne Achsen, gewachsene Siedlungen und Gewerbezentrum
  8. Zwischen Feldmoching und Freimann
    Wohnen, Arbeiten, Bildung, Sport und innovative Mobilität im Münchner Norden
  9. Innenstadt
    Neue Impulse im Münchner Zentrum

 

Handlungsräume in Bearbeitung

Mit dem Beschluss des Münchner Stadtrats zur Umsetzung des Modells der Handlungsräume im Jahr 2018 können Schritt für Schritt weitere Handlungsräume aktiviert werden. Derzeit gibt es zwei aktive Handlungsräume, ein dritter ist in Vorbereitung.

Die Bearbeitung von Handlungsräumen ist in drei Phasen eingeteilt:

  • Erste Phase: Am Beginn steht die Festlegung eines Gebiets als Handlungsraum aufgrund von strukturellen Merkmalen wie zum Beispiel Bevölkerungswachstum, Sozialstruktur, Bautätigkeit und vieles mehr.
  • Zweite Phase: In der sogenannten Konzeptphase werden diese Befunde gemeinsam mit den Fachreferaten und weiteren Beteiligten weiter vertieft. Anschließend werden gemeinsam mit einer Vielzahl an Mitwirkenden, darunter auch örtlichen Vereinen, Verbänden und Einrichtungen sowie Bezirksausschüssen und der Öffentlichkeit Ideen diskutiert und Maßnahmen festgelegt, mit denen die weitere Entwicklung im Handlungsraum im Sinne des Gemeinwohls vorangebracht werden soll.
  • Dritte Phase: In der sogenannten Umsetzungsphase werden diese Maßnahmenideen weiter ausgearbeitet und schließlich unter Einbindung der zuständigen Fachreferate und weiterer Beteiligter umgesetzt.

Hintergrund: Die "Perspektive München"

Die Handlungsräume sind ein Teil des Stadtentwicklungskonzepts "Perspektive München". Diese gibt die Leitlinien für die weitere Entwicklung der Stadt vor.

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