Neues Quartier an der Zschokkestraße

Wo sich jetzt noch der Busbetriebshof der Stadtwerke befindet und früher ein Straßenbahnbetriebshof war, soll ein Quartier mit zirka 1.065 Wohnungen entstehen.

Das Projekt

Luftbild Zschokkestraße

Neben den Wohnungen sind soziale Infrastruktur, ein Kerngebiet mit Geschäften, Büros und Dienstleistungen am Knoten Zschokke-/Westendstraße sowie eine 1,45 Hektar große Grünfläche geplant.

Das 9,5 Hektar große Planungsgebiet liegt südlich der Zschokkestraße zwischen der Westend- und Hans-Thonauer-Straße in Laim. Im Süden wird es begrenzt von der Kleingartenanlage Bahn-Landwirtschaft München-West. Im südlichen Teil befindet sich derzeit noch der Busbetriebshof der Stadtwerke. Er soll aus Kapazitätsgründen nach Moosach an den Georg-Brauchle-Ring verlagert werden, so dass der ursprüngliche Umgriff erweitert werden konnte und der Weg frei wurde für ein größeres, neues Wohngebiet. Durch den Umzug des Busbetriebshofes fällt auch die Lärm- und Verkehrsbelastung weg.

Geplant sind genossenschaftlicher, geförderter und frei finanzierter Mietwohnungsbau, vier Kindertageseinrichtungen, eine fünfzügige Grundschule, eine offene Einrichtung für Kinder und Jugendliche sowie ein Alten- und Servicezentrum. Der zentrale Quartierspark verbindet drei kompakte Wohnquartiere, eine Gemeinbedarfsfläche und das Kerngebiet.

Da die derzeitigen Grundstückszuschnitte und Eigentumsverhältnisse einer Gesamt­entwicklung des Areals entgegenstehen, wurde parallel zum Bebauungsplanverfahren ein einvernehmliches gesetzliches Umlegungsverfahren einschließlich der Ausarbeitung eines städtebaulichen Vertrages eingeleitet.

Wettbewerb und Beteiligung der Öffentlichkeit

Bereits 2007 fand ein Wettbewerb für den nördlichen Teil des Areals statt. Da sich die zur Verfügung stehende Fläche nahezu verdoppelt hat und sich die Rahmenbedingungen maßgeblich geändert haben, wurde erneut ein Wettbewerb durchgeführt: Im Mai 2016 haben die Stadtwerke, die Stadt München und die Eisenbahner-Baugenossenschaft einen zweistufigen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb ausgelobt. Am 8. Juni 2016 fand eine erste Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit statt. Für die erste Stufe, aus der sechs Arbeiten ausgewählt wurden, tagte am 13. Oktober 2016 das Preisgericht. In einer zweiten Öffentlichkeitsveranstaltung am 27. Oktober 2016 wurden die ausgewählten Arbeiten vorgestellt. Die Bürgerinnen und Bürger hatten die Möglichkeit, Ideen und Wünsche an die Architekten weiterzugeben. Das Preisgericht für die zweite Stufe fand am 23. Februar 2017 statt.

Es wurden zwei erste Preise vergeben an: Laux Architekten, München, mit Studio Vulkan Landschaftsarchitektur, Zürich sowie Teleinternetcafé, Berlin, mit TH Treibhaus Landschaftsarchitektur, Hamburg. Nach einer konzeptionellen Überarbeitung der beiden Entwürfe entschied sich das Beratungsgremium am 27. Juni 2017 für den Entwurf des Büros Laux Architekten mit Studio Vulkan.

Das Ergebnis des Wettbewerbs bildete die Grundlage für das weitere Bauleitplanverfahren zur Erarbeitung des Bebauungsplans mit Grünordnung Nr. 2027.

Nach den Verfahrensschritten zur Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden fasste der Stadtrat am 18. Juli 2019 den Billigungs- mit vorbehaltlichem Satzungsbeschluss. Mit Bekanntgabe im Amtsblatt vom 30. Januar 2020 trat der Bebauungsplan in Kraft.

Am 12. Dezember 2020 wurde für das Kerngebiet an der Zschokke-/Westendstraße ein Realisierungswettbewerb ausgelobt, um für das Areal mit zwei Hochpunkten als Eingang ins neue Quartier ein zukunftsweisendes Projekt mit hoher gestalterischer Qualität entwickeln zu können. Das Preisgericht vergab am 4. Mai 2021 drei Preise.

Details zum Ideenwettbewerb 2016/17

Zwei Erste Preisträger

Laux Architekten GmbH, München, mit Studio Vulkan Landschaftsarchitektur, Zürich (Realisierung)

Teleinternetcafe GbR, Berlin, mit TH Treibhaus Landschaftsarchitektur, Hamburg

Weiterer Preis

Riegler Riewe Architekten GmbH, Berlin, mit yellow z, Berlin, und lad + landschaftsarchitektur diekman, Hannover

Auslober

Stadtwerke München GmbH, Landeshauptstadt München, Eisenbahner-Baugenossenschaft München-Hauptbahnhof eG

Lage

Das zirka 8,7 Hektar große Planungsgebiet liegt im 25. Stadtbezirk, Bezirksteil Laim, südlich der Zschokkestraße zwischen der Westend- und Hans-Thonauer-Straße und wird im Süden begrenzt von der Kleingartenanlage „Bahn-Landwirtschaft München-West“.

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Der geplante Umzug des Busbetriebshofs in Laim an den neuen Standort in Moosach eröffnet die Möglichkeit, das frei werdende Areal zusammen mit dem ehemaligen Straßenbahnbetriebshof neu zu strukturieren. Ziel des Wettbewerbs ist es, die städtebaulichen und freiraumplanerischen Voraussetzungen für ein attraktives Stadtquartier zu schaffen. Auf dem Areal sollen etwa 1.000 Wohnungen mit der erforderlichen sozialen Infrastruktur einschließlich einer Grundschule sowie eine große zusammenhängende öffentliche Grünfläche entstehen. Darüber hinaus sollen neben Nahversorgung und kleineren Geschäften auch Flächen für Büros und Dienstleistung geschaffen werden.

Zweistufiger städtebaulicher und landschaftsplanerischer Ideenwettbewerb

Als Grundlage für die weiteren Planungen wurde von den Stadtwerken München gemeinsam mit der Landeshauptstadt München und der Eisenbahner-Baugenossenschaft München-Hauptbahnhof eG ein zweistufiger Ideenwettbewerb mit vorgeschaltetem Auswahlverfahren ausgelobt, an dem 18 Büros teilnahmen. In einer ersten Stufe wurden sechs Wettbewerbsbeiträge der Arbeitsgemeinschaften gleichrangig als Preisgruppe prämiert:

Blaumoser Architekten, Starnberg, mit zaharias landschaftsarchitekten, München

Laux Architekten GmbH, München, mit Studio Vulkan Landschaftsarchitektur, Zürich

Deffner Voitländer Architekten, Dachau, mit Burger Landschaftsarchitekten, München

Teleinternetcafe GbR, Berlin, mit TH Treibhaus Landschaftsarchitektur, Hamburg

bbzl – böhm benfer zahiri landschaften städtebau,
Berlin

Riegler Riewe Architekten GmbH, Berlin, yellow z, Berlin, mit lad + landschaftsarchitektur diekman, Hannover

Beteiligung der Öffentlichkeit

Nach einer ersten Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit zum Auftakt des Wettbewerbsverfahrens im Juni 2016 wurden in der Informationsveranstaltung im Oktober 2016 die sechs ausgewählten Entwürfe der ersten Stufe von den jeweiligen Planungsteams vorgestellt. In der anschließenden Diskussion hatten die Bürgerinnen und Bürger sowie weitere Interessensvertretungen die Möglichkeit, ihre Ideen, Anregungen und besondere Ortskenntnis zu den Wettbewerbsbeiträgen einzubringen. Die Anregungen aus der Informationsveranstaltung wurden in einem Protokoll zusammengefasst und den Teilnehmern der Preisgruppe zur Überarbeitung mitgegeben.

Überarbeitung der Preisgruppe

Unter Berücksichtigung der Empfehlungen aus dem Preisgericht und der Anregungen aus der Öffentlichkeit erfolgte die Überarbeitung der Entwürfe der Preisgruppe. Die Jury hat sich in der Sitzung am 23. Februar 2017 mit den überarbeiteten Konzepten befasst und zwei erste Preise vergeben an:

Laux Architekten GmbH, München, mit Studio Vulkan Landschaftsarchitektur, Zürich

Teleinternetcafe GbR, Berlin, mit TH Treibhaus Landschaftsarchitektur, Hamburg

Ein dritter Preis ging an:

Riegler Riewe Architekten GmbH, Berlin, mit yellow z, Berlin, und lad + landschaftsarchitektur diekman, Hannover

Empfehlung des Preisgerichts

Das Preisgericht empfahl den Auslobern einstimmig, eine konzeptionelle Umsetzbarkeit der Arbeiten zu prüfen und dann einen der ersten Preise mit der weiteren Bearbeitung zu beauftragen. Die Anmerkungen aus den Beurteilungen sollten der weiteren Bearbeitung zugrunde gelegt werden.

Überarbeitung des ersten und zweiten Preisträgers

Die Ausloberinnen folgten der Empfehlung des Preisgerichts. Beide Preisträger wurden nach Abschluss des Wettbewerbsverfahrens um Überarbeitung ihrer Entwürfe gebeten.

Nach einem kooperativen Kolloquium am 4. Mai 2017, das in erster Linie dem Dialog zwischen den Preisträgern und den Ausloberinnen hinsichtlich entwurfsspezifischer Fragestellungen diente, wurden dem Beratergremium am 27. Juni 2017 im Rahmen einer Endpräsentation die erfolgten Überarbeitungen durch die Verfasserteams persönlich vorgestellt.

Im Anschluss an die Präsentationen und darauffolgender Beratung haben sich die Ausloberinnen für den überarbeiteten Entwurf des Büros Laux Architekten GmbH mit Studio Vulkan Landschaftsarchitektur entschieden.

Preisgerichtssitzungen

13. Oktober 2016
23. Februar 2017

Entscheidung nach Überarbeitung

27. Juni 2017

Koordination

Dragomir Stadtplanung GmbH

Nächste Schritte

Voraussetzung für die Quartiersentwicklung ist der für Ende 2021/Anfang 2022 geplante Umzug des Busbetriebshofs an den Georg-Brauchle-Ring. Nach Abschluss der jeweiligen Planungs- und Genehmigungsphasen für die verschiedenen Bauquartiere sowie des Abbruchs der Gebäude (geplant bis Ende 2023) kann das Areal in mehreren Abschnitten bebaut werden.

Chronologie

5/2021: Realisierungswettbewerb "Zwei Hochhäuser an der Westend-/Zschokkestraße"
30.01.2020: Inkrafttreten des Bebauungsplans
9 bis 10/2019: Erneute Beteiligung der Öffentlichkeit
7/2019: Billigungsbeschluss und vorbehaltlicher Satzungsbeschluss des Stadtrats
3 bis 4/2019: Erneute Beteiligung der Behörden
12/2018: Erörterungsveranstaltung
11 bis 12/2018: Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit
6 bis 07/2018: Frühzeitige Beteiligung der Behörden
10/2017: Bekanntgabe des Wettbewerbsergebnisses im Stadtrat
5/2016: Auslobung des Ideenwettbewerbs
7/2015: Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 2027 zur Erweiterung des Umgriffs
2007: Wettbewerb für den nördlichen Teil des Areals (ehemaliges Straßenbahndepot)

  • Referat für Stadtplanung und Bauordnung

    Stadtplanung - Planungsgruppe Bezirk Mitte (Stadtbezirk 6, 7, 8 und 25)

    Blumenstraße 28b

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