Truderinger Straße

An der Truderinger Straße in Berg am Laim sollen Wohnungen für unterschiedliche Lebensstile und für unterschiedliche Bevölkerungs- und Einkommensgruppen entstehen

Kompakt und flächenschonend

Luftbild mit Umgriff
LHM
Bebauungsplan Nr. 2127: Luftbild mit Umgriff

In Berg am Laim soll an der Truderinger Straße, westlich der Roßsteinstraße und östlich des Schwanhildenwegs, ein neues Quartier mit zirka 820 Wohnungen und entsprechender Infrastruktur entstehen.

Anlass und Ziel der Planung

Die privaten Grundstückseigentümer haben Interesse an der Entwicklung der 6,8 Hektar großen Flächen bekundet. Vorgesehen sind unterschiedliche Wohnformen und -typologien für verschiedene Bevölkerungs- und Einkommensgruppen, Kindertageseinrichtungen, Bereiche für kleinteiligen Einzelhandel und eine Mobilitätszentrale. Das Quartier wird in kompakter und flächenschonender Bauweise errichtet. Ein attraktives Umfeld mit vielfältig nutzbaren Grün- und Freiflächen ergänzt die Planung. Der Hachinger Bach soll langfristig freigelegt werden, der Sportplatz des ESV München Ost wird verlagert.

Wettbewerb und Bürgerbeteiligung

Der Stadtrat hat Ende 2017 einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb beschlossen. Dieser wurde im April 2018 entschieden. Der Wettbewerbsprozess wurde von einer intensiven Bürgerbeteiligung mit Workshops und Informationsveranstaltungen begleitet. Das Preisgericht empfahl, den mit dem ersten Preis ausgezeichneten Entwurf von 03 Architekten, München, mit realgrün Landschaftsarchitekten, München, der weiteren Entwicklung zu Grunde zulegen.

Stand der Planung

Von 8. September bis 8. Oktober 2021 fand die öffentliche Auslegung gemäß § 3 Absatz 2 des Baugesetzbuches statt.

Auf Basis der Empfehlung des Preisgerichts wird der Bebauungsplan ausgearbeitet.

Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit nach § 3 Absatz 1 BauGB mit Eröterungsveranstaltung wurde vom 13. Juli bis 14. August 2018 durchgeführt.

Der Billigungsbeschluss wurde in der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Bauordnung am 1. Juli 2020 beschlossen.

Chronologie

09-10/2021: Öffentliche Auslegung gemäß § 3 Absatz 2 des Baugesetzbuches
07/2020: Billigungsbeschluss des Stadtrats
10/2019: Bürgerinformationsveranstaltung durch den Bezirksausschuss
10/2019: Beteiligung der Behörden gemäß § 4 Absatz 2 Baugesetzbuch (BauGB)
07/2018: Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit nach § 3 Absatz 1 BauGB
05/2018: Ausstellung zum städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb
04/2018: Preisgerichtssitzung
01/2018: Bürgerbeteiligung zum Wettbewerb
12/2017: Eckdaten- und Aufstellungsbeschluss

Details zum Wettbewerb

Städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb

1. Preis

03 Architekten, München, mit realgrün Landschaftsarchitekten, München

Weitere Preise

2. Preis: Palais Mai, München, mit grabner huber lipp Landschaftsarchitekten, Freising

3. Preis: Steidle Architekten, München, mit Nowak Landschaftsarchitekten, München

Anerkennung: Bruno Krucker und Katharina Leuschner, München, mit Studio Vulkan Landschaftsarchitektur, Zürich

Anerkennung: Hilmer Sattler Architekten, München, mit Mahl Gebhard Konzepte, München

Ausloberin

Park Immobilien Projekt Truderinger Straße GmbH & Co. KG, Grünwald

Lage

Das Wettbewerbsgebiet liegt im 14. Stadtbezirk Berg am Laim. Es wird im Norden durch die Truderinger Straße, im Westen durch den Schwanhildenweg und eine Biotopfläche, im Osten durch die Roßsteinstraße und im Süden durch den ehemaligen Rosenheimer Bahndamm begrenzt.

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Auf der zirka sechs Hektar großen unbebauten Fläche soll ein qualitätsvolles neues Wohnquartier mit Erholungsflächen und Kindertageseinrichtungen den Stadtteil ergänzen. Einbezogen in diese Wohnbauentwicklung ist der Freiraum des Hachinger Bachs, der derzeit verrohrt verläuft und zukünftig offengelegt wird. Das Grundstück befindet sich im Eigentum einer Eigentümergemeinschaft, der die Ausloberin künftig zur Hälfte angehören wird. Die andere Hälfte befindet sich weiterhin im Privatbesitz einer Eigentümerfamilie.

Eine besondere Herausforderung der Planung lag darin, ein schlüssiges städtebauliches und landschaftsplanerisches Gesamtkonzept zu entwerfen, das zugleich im Anschluss an den Wettbewerb eine Aufteilung in zwei eigenständige, real geteilte Areale ermöglicht. Die Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Grundstücks wurden in Abstimmung mit dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung geklärt. Um für die anspruchsvolle Planungsaufgabe eine in jeder Hinsicht optimale Lösung zu finden, wurde in enger Abstimmung mit der Landeshauptstadt München ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb gemäß Richtlinie für Planungswettbewerbe (RPW) 2013 ausgelobt. Basis für die Planungen im Wettbewerb ist ein Aufstellungs- und Eckdatenbeschluss der Landeshauptstadt München. Vor dem Start des Wettbewerbs wurde für die Anwohnerinnen und Anwohner eine Beteiligungsveranstaltung angeboten, deren Ergebnisse ebenfalls in die Wettbewerbsauslobung eingeflossen sind. Nach Abschluss des Wettbewerbs soll das Ergebnis in einen Bebauungsplan überführt werden.

Würdigung des Preisgerichts (Auszug)

„Die Verfasser gehen mit einer hohen städtebaulichen Dichte einfühlsam auf den Ort ein. Unter dem Thema 'Feld zwischen Feldern' wird ein maßstäblich dimensioniertes wohlproportioniertes urbanes Quartier entworfen.

An der Truderinger Straße sind die Gebäude orthogonal angeordnet, zum Hachinger Bach bewegt gestaltet und nach Osten und Westen mit einer öffnenden Geste ausgestattet. So wird differenziert und angemessen auf die jeweils vorgefundene räumliche und freiräumliche Nachbarschaft reagiert. Mit einer durchgehend viergeschossigen Bebauung wird an der Truderinger Straße eine geschickte Antwort auf die gegenüberliegende Eisenbahnersiedlung gefunden.

Aus Rhythmus und Höhe der Bestandsbebauung werden fünf Quartiersbausteine entwickelt. Die Quartiersmitte liegt an der richtigen Stelle vis a vis des kleinen Vorplatzes an der Eisenbahnersiedlung und führt mit trichterförmigem Raumzuschnitt bis hin zum Hachinger Bach. Drei weitere, in der Dimension etwas kleiner ausformulierte Fugen erschließen die übrigen Gebäude und gliedern das Quartier in gut dimensionierte Abschnitte. Sie dienen der Aneignung der Anwohner und bilden im Zusammenhang mit den grünen Höfen ein interessantes Freiraumangebot.

Die durchgehend viergeschossige Basisbebauung wird punktuell über alle Baufelder mit Hochpunkten ergänzt. An stadträumlich bedeutenden Stellen werden richtigerweise noch kräftigere Akzente gesetzt. Das 15-geschossige Hochhaus im Westen liegt stadträumlich gut am Umlenkpunkt des Hachinger Baches; ein etwas niedrigerer Hochpunkt unterstreicht den Eingang zur Quartiersmitte. Geschickt werden diese städtebaulichen Gliederungselemente genutzt, um die Dachflächen zu aktivieren und von rückliegenden Gebäuden einen visuellen Bezug zum Grünzug herzustellen.

Die Bebauungsstruktur schafft lärmberuhigte Hofbereiche. Der Lärmschutz an der Truderinger Straße kann technisch gelöst werden. Insgesamt lobt das Preisgericht einen wertvollen Beitrag, der zeigt, wie auf einfache aber einprägsame Weise ein Feld in die bestehenden Felder eingefügt werden kann, ohne an dieser Stelle fremd zu wirken.“

Empfehlung des Preisgerichts

„Das Preisgericht empfiehlt, das mit dem ersten Preis ausgezeichnete Projekt zur Grundlage der weiteren Entwicklung des Planungsgebietes zu machen. Die in der schriftlichen Beurteilung enthaltenen Hinweise sollen dabei Beachtung finden. Zudem empfiehlt das Preisgericht, die Preisträger bei den Realisierungsplanungen zu beteiligen.“

Preisgerichtssitzung

27. April 2018

Koordination

bgsm Architekten Stadtplaner, München

Pläne und Visualisierungen des Siegerentwurfs

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