Stephensonplatz
In Ramersdorf-Perlach soll eine neue Seniorenpflegeeinrichtung entstehen. Der Platz bekommt mehr Aufenthaltsqualität.
Beteiligung
Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit
Von Montag, 8. Juni bis Mittwoch, 8. Juli 2026 liegen die Planungsunterlagen im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung nach § 3 Absatz 1 des Baugesetzbuches aus. In diesem Zeitraum kann sich die Öffentlichkeit über die Planung für das Areal informieren und zum Projekt äußern.
Am Mittwoch, 17. Juni um 19 Uhr findet die öffentliche Erörterungsveranstaltung in der Aula des Werner-von-Siemens-Gymnasiums in der Quiddestraße 4 statt. Alle Interessierten haben die Möglichkeit, sich umfassend über die Planungen zu informieren und sich dazu zu äußern. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die Planungsunterlagen sind ab 8. Juni auf der digitalen Beteiligungsplattform Bauleitplanung Online München veröffentlicht. Hier haben Sie die Möglichkeit Äußerungen abzugeben.
Weitere Auslegungsorte
Die Öffentlichkeit kann sich im Zeitraum vom 8. Juni bis 8. Juli 2026 auch an folgenden Auslegungsorten über die Planung informieren:
- Blumenstraße 28b, Erdgeschoss, Raum 071 (Auslegungsraum, barrierefreier Eingang Blumenstraße 28a)
- Montag bis Freitag von 6 bis 18 Uhr
- Trausnitzstraße 33
- Montag, Mittwoch, Freitag von 7.30 bis 12 Uhr, Dienstag von 8.30 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr, Donnerstag von 8.30 bis 15 Uhr
- Eine Einsichtnahme ist nur nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung unter 089/233-763500 möglich.
- Charles-de-Gaulle-Straße 2a
- Dienstag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr und Samstag von 10 bis 15 Uhr. Die Stadtbibliothek Neuperlach ist nur an jedem zweiten Samstag (in den ungeraden Kalenderwochen) geöffnet.
- Bitte informieren Sie sich im Internet unter www.muenchner-stadtbibliothek.de/orte-zeiten oder telefonisch unter 089/233-772432 über etwaige kurzfristige Abweichungen von den regulären Öffnungszeiten der Stadtbibliothek.
Zudem stehen Ihnen Mitarbeiter*innen des Referats für Stadtplanung und Bauordnung für Auskünfte zum Bebauungsplan zur Verfügung:
- per E-Mail unter plan.ha2-31p@muenchen.de
- telefonisch unter 089/233-27298, Montag bis Donnerstag von 9.30 bis 12.30 Uhr und Freitag von 9.30 bis 12 Uhr
Grundsätzliche Aussagen zum Flächennutzungsplan erhalten Sie:
- per E-Mail unter plan.fnp@muenchen.de
- telefonisch unter 089/233-22562, Montag bis Donnerstag von 9.30 bis 12.30 Uhr und Freitag von 9.30 bis 12 Uhr
Projekt
Das unmittelbar nördlich des S-Bahnhofs Perlach gelegene Planungsgebiet Stephensonplatz bietet durch seine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr das Potenzial für eine städtebauliche Entwicklung. Auf dem Gelände soll eine gewerblich betriebene Seniorenpflegeeinrichtung mit Pflegeapartments und einer Pflegestation entstehen. Die zugehörigen medizinischen und physiotherapeutischen Angebote sollen auch für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Der Stephensonplatz wird neu gestaltet und erhält mehr Aufenthaltsqualität, auch die Freiflächen werden aufgewertet. Zugleich werden die ÖPNV- und die Mobilitätsangebote am Bahnhof Perlach ausgebaut.
Für die Entwicklung des Gebiets wird der Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 2203 aufgestellt sowie parallel der Flächennutzungsplan mit integrierter Landschaftsplanung geändert.
Steckbrief
Stadtbezirk: Ramersdorf-Perlach
Lage: zwischen S-Bahn-Station Perlach und Schneckestraße
Fläche: zirka 2,3 Hektar
Bisher: P+R-Anlage, Zufahrt Bahnhof
Geplante Nutzungen: zirka 300 Pflegeapartments, Pflegestation mit zirka 60 Betten, medizinische und physiotherapeutische Infrastruktur, Gastronomie
Bebauungsplan Nr: 2203
Verfahrensstand: Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit
Lage
Das zirka 2,3 Hektar große Planungsgebiet im Stadtbezirk Ramersdorf-Perlach wird nördlich von der Schneckestraße und südlich von den Bahngleisen sowie der S-Bahn-Station Perlach begrenzt. Westlich schließt ein bestehendes Wohngebiet an. Im Osten verläuft die Neubiberger Straße.
Für das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude am Stephensonplatz ist eine Sanierung vorgesehen. Da es allerdings weiterhin für Bahnzwecke gewidmet ist, kann es aus bahnrechtlichen Gründen nicht in den Bebauungsplanumgriff aufgenommen werden.
Details zum Projekt
Auf der früher als Parkplatz genutzten Brachfläche soll künftig eine gewerbliche Seniorenanlage zur Deckung des steigenden Bedarfs an Pflegeeinrichtungen sowie auch an Betreuungsangeboten für pflegebedürftige Senior*innen beitragen.
In Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt München erarbeitete die Investorin ein geeignetes Planungskonzept im Rahmen eines zweistufigen, konkurrierenden Gutachterverfahrens. Wesentliche Anforderungen hierzu waren der Umgang mit dem städtebaulichen Kontext, adäquate Grundrisse mit lärmgeschützten Freiräumen sowie Nachhaltigkeits- und Klimaschutzaspekte.
Der empfohlene Entwurf des Gutachterverfahrens (siehe unten) besteht aus einem langgestreckten Baukörper, der sich in vier ablesbare, zueinander versetzte Gebäudeteile gliedert. Diese sind durch einen gemeinsamen Sockel und Erschließungsbereiche auf allen Ebenen verbunden. Der Haupteingang der Seniorenanlage richtet sich zum Stephensonplatz, der im Zuge der Planung umgestaltet und aufgewertet werden soll. Zum Platz orientieren wird sich das auch öffentlich nutzbare Restaurant mit Außenterrasse. Der östliche Grundstücksbereich wird für die bestehende Kaltluftströmung freigehalten. Die beiden Gebäudeteile im östlichen Bauteil sind mit fünf Geschosse vorgesehen, die beiden Teile im Westen mit sechs.
Geplant sind zirka 300 Pflegeapartments unterschiedlicher Größe und eine Pflegestation mit zirka 60 Betten sowie Therapie- und Behandlungsbereiche, Gemeinschaftseinrichtungen und ein öffentlich zugängliches Restaurant. Die ergänzenden medizinischen und physiotherapeutischen Angebote sowie weitere Dienstleistungsangebote sollen ebenfalls für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.
Bei der Neugestaltung des Stephensonplatzes soll der dortige Baumbestand weitgehend berücksichtigt werden. Auch die Bäume entlang der Schneckestraße werden soweit möglich erhalten. Müssen Bäume aufgrund der Baumaßnahmen gefällt werden, sollen sie möglichst umfangreich ersetzt werden.
Im Planungsgebiet entstehen attraktive Freiflächen für Bewohner*innen, Besucher*innen und Mitarbeiter*innen. Der Entwurf sieht für jedes Appartement und Pflegezimmer gut nutzbare, lärmgeschützte Loggien oder Freisitze vor. Gemeinschaftlich nutzbare Freiflächen befinden sich als Dachgärten oberhalb des Erdgeschosses.
Die Seniorenanlage wird in eine Gartenanlage eingebettet, die auch für umliegende Anwohner*innen nutzbar sein wird: Im Ostteil des Grundstücks ist eine Freifläche mit Spielmöglichkeiten als generationsübergreifender Begegnungsraum vorgesehen.
Entlang der Bahntrasse an der südlichen Grundstücksgrenze ist ein durchgehender Biotopvernetzungsstreifen geplant.
Auf allen Gebäudeteilen sollen Dachflächen begrünt werden. Im Rahmen der weiteren Planung sollen auch Potenziale für eine Fassadenbegrünung geprüft werden.
Die Zufahrt für die Anlieferung und Krankenfahrzeuge soll von der Schneckestraße erfolgen. Auch die Tiefgarage unter den Gebäuden mit zirka 100 Stellplätzen wird von der Schneckestraße aus erschlossen. So kann der Stephensonplatz künftig weitgehend von privatem Pkw-Verkehr freigehalten werden.
Eine durchgehende Wegeverbindung entlang der Bahngleise wird den Stephensonplatz mit der Unterbiberger und Neubiberger Straße verknüpfen. Für die künftige Fuß- und Radverkehrsunterführung an der Neubiberger Straße, die zugleich die Stadtteilverbindung in Nord-Süd-Richtung schafft, sind Flächen berücksichtigt.
Am Stephensonplatz sollen zahlreiche Mobilitätsangebote zur Verfügung stehen: Bike & Ride, Bike- und Carsharing sowie Fahrradabstellanlagen. Vorgesehen sind auch eine Buswendeschleife mit Haltestellen, eine Taxizufahrt und Stellplätze für mobilitätseingeschränkte Personen.
Zweistufiges konkurrierendes Gutachterverfahren
Um qualitätvolle Planungskonzepte als Basis für die weitere Bauleitplanung zu finden, wurde ein zweistufiges konkurrierendes Gutachterverfahren ausgelobt. Sechs Planungsteams aus Architekt*innen und Landschaftsarchitekt*innen nahmen daran teil. In der ersten Stufe entwickelten sie städtebauliche, landschaftsplanerische und verkehrliche Grundkonzepte. Die Jury aus unabhängigen Fachleuten, Vertreter*innen der Vorhabenträgerin, des Stadtrats, des Bezirksausschusses 16 Ramersdorf-Perlach und der Fachdienststellen der Landeshauptstadt München wählte drei Teams für die zweite Stufe aus. Hier sollten die Entwürfe konkretisiert werden. Diese beurteilte die Jury am 12. Juli 2024 und sprach eine Empfehlung für das weitere Verfahren aus.
Auf der früher als Parkplatz genutzten Brachfläche soll künftig eine gewerbliche Seniorenanlage den steigenden Bedarf an Pflegeeinrichtungen sowie auch an Betreuungsangeboten für pflegebedürftige Senior*innen decken. Geplant sind bis zu 300 Pflegeapartments und eine Pflegestation mit zirka 60 Betten, sowie Therapie- und Behandlungsbereiche, Gemeinschaftseinrichtungen und ein öffentlich zugängliches Restaurant. Auch der Stephensonplatz und die angrenzenden Freiflächen sollen neu gestaltet und aufgewertet werden. Eine Tiefgarage unter den Gebäuden soll zirka 100 Stellplätzen aufnehmen, die Zufahrt soll von der Schneckestraße erfolgen. Wesentliche Anforderungen an die Planungen waren das Einfügen in den städtebaulichen Kontext, adäquate, differenziert ausgerichtete Grundrisse mit lärmgeschützten Freiräumen sowie Nachhaltigkeits- und Klimaschutzaspekte.
Die drei an der zweiten Stufe beteiligten Planerteams waren:
- Baumschlager Eberle Architekten, Lustenau, mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten, München
- Johannes Kaufmann und Partner GmbH, Dornbirn, mit Planstatt Senner, München
- Maier Neuberger Architekten GmbH, München, mit grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner partnerschaft mbb, Freising
Die Jury tagte am 12. Juli 2024 und empfahl einstimmig den Entwurf von Johannes Kaufmann und Partner mit Planstatt Senner. Dieser soll im weiteren Verfahren als Grundlage für die Aufstellung eines Bebauungsplans dienen.
Den empfohlenen Entwurf lobte die Jury insbesondere aufgrund der Gliederung des Gebäudevolumens in vier versetzte Baukörper und deren übersichtliche Erschließung. Auch der einladende Eingangsbereich mit den Arkaden zum Stephensonplatz wurde hervorgehoben, ebenso die gleisbegleitende Biotopfläche mit Fußweg und gestalteten Sitzbereichen. Im Inneren des Gebäudes schafft die räumliche Vielfalt der Flurzonen zahlreiche Begegnungsorte. Zudem stehen Dachgärten im 1. Obergeschoss den Bewohner*innen als attraktive, lärmgeschützte Freiflächen zur Verfügung.
Der Entwurf von Baumschlager Eberle Architekten mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten kombiniert einen langgestreckten, differenziert unterteilten Gebäuderiegel mit einem kompakten Baukörper. Besonders markant ist hier der tiefergelegte Innenhof, der die Gemeinschaftsbereiche charakterisiert und das Untergeschoss belichtet. Die Architekten vermeiden nordorientierte Apartments, was zu einer weitgehend einhüftigen Erschließung führt. Diese wird als für den Betrieb des Hauses zwar als nicht günstig gesehen, doch bieten die Flure eine abwechslungsreiche Erschließung und fördern Begegnungen. DIe Jury merkt an, dass der Baukörper sehr weit nach Westen rückt, sodass die Vorgaben nicht vollständig eingehalten werden.
Den Entwurf von Maier Neuberger Architekten mit grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner bewertet die Jury hinsichtlich des geringen Footprints der Gebäude und des Erhalts des Baumbestands positiv, ebenso wie die klare Struktur und die Wirtschaftlichkeit der Anlage. Kritisiert wird, dass aufgrund der zweihüftigen Erschließung ein Teil der Zimmer nach Norden ausgerichtet ist und der lange, gerade Flur nur vergleichsweise geringe Aufenthaltsqualitäten bietet. Denn in einem Senioren- und Pflegeheim kommt den Räumen zwischen den Räumen besondere Bedeutung zu.
Die nächsten Schritte
Von 8. Juni bis 8. Juli 2026 können die Planungsunterlagen im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit eingesehen werden. Die eingehenden Äußerungen werden geprüft und fließen in das weitere Bauleitplanverfahren ein. Eine Entscheidung zu den Äußerungen trifft der Stadtrat mit dem Billigungsbeschluss.
Chronologie
12/2025 Einleitungs- und Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 2203
07/2024 Juryentscheidung konkurrierendes Gutachterverfahren
12/2022 Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit
07/2022 Eckdatenbeschluss und Auftrag für die Durchführung eines konkurrierenden Gutachterverfahrens