Das soziale Nutzungs- und Versorgungskonzept für München
Das Konzept befasst sich damit, wie sich zu planende Sozial-, Bildungs-, Gesundheits-, Kultur- und Freizeitstrukturen gegenseitig ergänzen können.
Münchens Quartiere - langfristig lebenswert
Sozial gemischt und klimaneutral, mit kurzen Wegen, vielfältigen Begegnungsmöglichkeiten und hoher Aufenthaltsqualität - Münchens Quartiere sollen langfristig lebenswert für alle Münchner*innen sein. Doch die Flächen werden knapper, die Anforderungen an die soziale Infrastruktur vielfältiger. Eine intensive und fachübergreifende Planung ist nötig – wichtiges Instrument dafür ist das Soziale Nutzungs- und Versorgungskonzept.
Was ist das Soziale Nutzungs- und Versorgungskonzept?
Das Soziale Nutzungs- und Versorgungskonzept befasst sich damit, wie Sozial-, Bildungs-, Gesundheits-, Kultur- und Freizeitstrukturen so geplant werden können, dass sie sich sinnvoll ergänzen. Ziel ist eine vernetzte „soziale Landschaft“ mit Wechselwirkungen und Mehrfachnutzungen der Einrichtungen ebenso wie der Freiflächen. So entsteht ein Mehrwert für alle Altersgruppen im gesamten Quartier. Im Fokus stehen dabei zwei Handlungsfelder:
• „Innovative soziale Infrastruktureinrichtungen“
• „Lebendige Stadträume und Förderung von sozialem Zusammenhalt“
Das Soziale Nutzungs- und Versorgungskonzept wird zunächst für Neubaugebiete angewendet. Es wird ergänzt und ausgebaut, um perspektivisch auch der Weiterentwicklung von Bestandsquartieren zu dienen.
Handlungsfelder und Ziele
- Mehrfach nutzen und kombinieren: Räume und Einrichtungen sollen so geplant und gestaltet werden, dass sie verschiedenen Nutzungen dienen können. Werden beispielsweise eine Bibliothek, ein Stadtteilkulturzentrum und ein GesundheitsTreff unter einem Dach realisiert, eröffnet das viele Vorteile: Verschiedene Nutzer*innen- und Bevölkerungsgruppen können soziale Kontakte knüpfen, die Räume sind besser ausgelastet – und die räumliche Nähe spart Flächen und Kosten, da auch Toiletten, Eingangsbereiche oder Büros gemeinsam genutzt werden.
- Die Einrichtungen altern mit: Im Rahmen des SNVK wird eine Nachnutzbarkeit und effiziente Auslastung der Infrastrukturen angestrebt. Die Bevölkerungsstruktur in einem Quartier ändert sich mit der Zeit. In Neubauquartiere ziehen zu Beginn üblicherweise viele Familien mit Kindern. So braucht es in den ersten Jahren viele Kindergartenplätze, wenige Jahre später ist die Zahl an Grundschulklassen besonders hoch. Um zukünftige Leerstände zu vermeiden, werden beispielsweise Kitas, die nur für begrenzte Zeit benötigt werden, für eine gewisse Zeit in einer neuen Grundschule untergebracht, die noch nicht voll belegt ist. Eine neue Grundschule könnte in Zukunft so gebaut werden, dass sie im Falle dauerhaft rückläufiger Schüler*innenzahlen in eine Altenpflegeeinrichtung umgebaut werden kann.
„Stadt der kurzen Wege“: Die Münchner Siedlungsgebiete sollen gemischte Quartiere sein, in denen wohnen, arbeiten, einkaufen und Erholung zusammen stattfinden können. Sozial-, Kultur- und Bildungsinfrastrukturen spielen dabei eine wichtige Rolle. Das SNVK sorgt dafür, die sozialen Angebote in einem qualitätvollen Stadtraum innovativ, flexibel und vor allem zukunftsfähig zu gestalten.
Diese „Stadt der kurzen Wege“ ist auch ein zentrales Ziel des Münchner Stadtentwicklungsplans (STEP).
Belebung, Nutzungsvielfalt und Aneignung fördern: Grün- und Freiräume ohne Konsumzwang sind ein zentraler Bestandteil eines Quartiers. Sie sind Orte der Begegnung und des Austauschs, der Ruhe und Erholung, für Spiel und Sport – und sie haben wichtige ökologische Funktionen. Das SNVK entwickelt Empfehlungen für die Gestaltung lebendiger Stadträume, die eng mit gebauten Einrichtungen der sozialen Infrastruktur verknüpft sein sollen, inklusiv, barrierefrei, für alle Bevölkerungsgruppen nutzbar. Mitgedacht wird dabei, dass Bewohner*innen ihr Umfeld auch selbst mitgestalten können.
Den grundsätzlichen Rahmen dafür gibt die Leitlinie Freiraum des Stadtentwicklungskonzepts „Perspektive München“ vor.
Soziales Nutzungs- und Versorgungskonzept für den Münchner Nordosten
Ab den 2030er Jahren entsteht zwischen Daglfing, Englschalking und Johanneskirchen auf einer Fläche von etwa 600 Hektar ein komplett neues Stadtquartier für bis zu 30.000 Menschen. Die Siedlungsentwicklung birgt große Chancen – für neuen Wohnraum, moderne Arbeitswelten und eine nachhaltige soziale Quartiersgestaltung.
Das Soziale Nutzungs- und Versorgungskonzept bildet den fachlichen Rahmen und dient als Orientierungshilfe für alle weiteren Schritte der sozialen Infrastrukturplanung im Planungsgebiet. Das Konzept enthält Empfehlungen für soziale Infrastrukturen und Maßnahmen zur Belebung der Quartiere. Gleichzeitig zeigt es Möglichkeiten auf, wie verschiedene Nutzungen kombiniert und soziale Infrastrukturen im Stadtraum verortet werden können.