Siedlung Ludwigsfeld

Die Siedlung Ludwigsfeld in Feldmoching-Hasenbergl soll verdichtet und erweitert werden.

Ein Strukturkonzept wird erstellt

Strukturkonzept Gesamtplan / © LHM
Strukturkonzept Gesamtplan / © LHM

Die Siedlung Ludwigsfeld in Feldmoching-Hasenbergl soll städtebaulich verträglich verdichtet und im östlich und südlich angrenzenden Bereich erweitert werden. Der Stadtrat hat sich am 24. Juli 2019 für vertiefende Untersuchungen und die Erstellung eines Strukturkonzepts ausgesprochen.

Aktuell: Öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltung

Am 10. November 2021 fand im Bürgerhaus in Karlsfeld eine öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Entwurf des Strukturkonzeptes statt.

Im Rahmen einer frühen informellen Beteiligung wurde die Bewohnerschaft und Anwohnerschaft der Siedlung Ludwigsfeld bereits im Sommer/ Herbst 2019 in den Prozess einbezogen. Ihre Anregungen und Fragen aus vier Rundgängen, Fragebögen und einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung sind gemeinsam mit vorbereitenden Untersuchungen und Gutachten in die Planungen zum Entwurf eines Strukturkonzeptes eingeflossen. Ausgehend von Arbeitsstudien, die im Auftrag der Grundstückseigentümer*innen von vier Architektur- und Landschaftsplanungsbüros erarbeitet wurden, haben die Fachplaner*innen des Referats für Stadtplanung und Bauordnung einen Entwurf für ein Strukturkonzept mit Eckdaten für die Siedlung Ludwigsfeld erarbeitet. Dieser wurde am 10. November in einer Öffentlichkeitsveranstaltung im Bürgerhaus in Karlsfeld vorgestellt und diskutiert. Sie haben die Möglichkeit Anmerkungen, Hinweise und Kritik per E-Mail einzubringen an ludwigsfeld@muenchen.de. Die Ergebnisse der Öffentlichkeitsveranstaltung werden dokumentiert und in die geplante Beschlussvorlage einfließen. Die Dokumentation wird in Kürze auf diese Website eingestellt.

Hintergrund

Für das rund 32 Hektar große Areal wurde 2019 eine grobe Strukturskizze erstellt. Sie zeigt auf, wo welche Nutzungen denkbar wären. Zudem werden darin Fragestellungen und Herausforderungen, die bei einer weiteren Planung behandelt werden müssen, benannt. Konkrete Festlegungen hinsichtlich maximaler baulicher Dichte, Anzahl an Wohneinheiten, Lage und Ausdehnung öffentlicher Grünflächen, Bedarf an Bildungs- und Sporteinrichtungen und verkehrlicher Erschließung sind nicht Bestandteil der Strukturskizze.

Nach der ersten frühen Öffentlichkeitsbeteiligung im Jahr 2019 wurde vom Referat für Stadtplanung und Bauordnung in Zusammenarbeit mit dem Referat für Klima- und Umweltschutz und dem Mobilitätsreferat der Entwurf eines Strukturkonzeptes entwickelt. Dieser Entwurf wurde am 10.November 2021 mit der Öffentlichkeit diskutiert und soll im kommenden Jahr 2022 dem Stadtrat im Rahmen einer Beschlussvorlage zur Entscheidung vorgelegt werden.

Ziele der Entwicklung

Ein Teil der Flächen gehört der Landeshauptstadt München. Sie sind aktuell unbebaut und sollen für bezahlbaren Wohnraum genutzt werden. Die restlichen Flächen befinden sich in Privateigentum. Auf diesen werden gemäß den Vorgaben der Sozialgerechten Bodennutzung im neu eingeführten Baukastenmodell ein wesentlicher Anteil der neu geschaffenen Wohnfläche für den geförderten und preisgedämpften Wohnungsbau vorgesehen.

Im Zuge der Entwicklung sollen die Versorgung der bestehenden Siedlung Ludwigsfeld mit sozialen Einrichtungen, Bildungs- und Sportinfrastruktur, Nahversorgung sowie die Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr verbessert werden. Um dies zu erreichen, sind mehr Bewohner*innen notwendig. Es sollen 1.800 bis 2.000 neue Wohneinheiten in der Münchner Mischung entstehen. Planungsziel ist es, den wertvollen Baumbestand und den parkähnlichen Charakter der Bestandssiedlung zu erhalten. Zusätzlich sollen öffentliche Grünflächen und private Freiflächen geschaffen werden. Besonderes Augenmerk liegt auf dem notwendigen Ausbau der Karlsfelder Straße und der problematischen Parkplatzsituation innerhalb der Siedlung. Lösungen sollen gefunden werden, um dem vorherrschenden Mangel an Stellplätzen zu begegnen.

Ebenfalls ein wichtiger Aspekt ist das historische Erbe des Gebiets: 1943 wurde im Bereich der heutigen Siedlung Ludwigsfeld das Außenlager Dachau-Allach des Konzentrationslagers Dachau angelegt, das im Laufe der Jahre 1943/44 mehrfach erweitert wurde und von dem noch ein heute denkmalgeschütztes Gebäude erhalten ist. Ein sorgfältiger Umgang mit den vorhandenen Spuren sowie die Schaffung eines Gedenkorts werden bei den weiteren Planungen berücksichtigt.

Nach Kriegsende entstand auf dem Gelände des Außenlagers eine Siedlung für sog. Displaced Persons, in der Menschen mit sehr unterschiedlichem kulturellen Hintergrund eine Heimat gefunden haben. Über die Jahrzehnte des Zusammenlebens hat diese Gemeinschaft die Bestandssiedlung geprägt.

Chronologie

2022: Befassung des Stadtrats, Beschlussvorlage zum Strukturkonzept
10. November 2021: Öffentliche Vorstellung und Diskussion des Strukturkonzeptentwurfes
2020: Erarbeiten von planerischen Eckdaten
17. Oktober 2019: Informations- und Dialogveranstaltung
24. Juli 2019: Stadtratsbeschluss  zur Strukturuntersuchung der Siedlung Ludwigsfeld

FAQ - häufige Fragen und Antworten

Die Siedlung Ludwigsfeld liegt im 24. Stadtbezirk Feldmoching-Hasenbergl. Für das 32 Hektar große Areal der bestehenden Siedlung sowie im Osten und Süden angrenzende Flächen wurde 2019 eine grobe Strukturskizze erstellt. In den Jahren 2020 / 2021 wurde durch das Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Entwurf eines Strukturkonzeptes auf Grundlage der Strukturskizze, dem Input aus dem Öffentlichkeitsbeteiligungsprozess im Jahr 2019, Arbeitsstudien und weiteren gutachterlichen Untersuchungen sowie der fachlichen Prüfung der betroffenen Fachstellen der Landeshauptstadt München erstellt.

Die Siedlung Ludwigsfeld soll städtebaulich verträglich verdichtet und im östlich und südlich angrenzenden Bereich erweitert werden. Im Zuge der Entwicklung soll die Versorgung der bestehenden Siedlung mit sozialen Einrichtungen, Bildungs- und Sportinfrastruktur sowie Nahversorgungsläden verbessert werden. Planungsziel ist den wertvollen Baumbestand und den parkähnlichen Charakter der Bestandssiedlung zu erhalten. Zusätzlich sollen öffentliche Grünflächen und private Freiflächen angelegt werden. Außerdem soll eine bessere Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr geschaffen werden. Besonderes Augenmerk liegt auf der problematischen Parkplatzsituation innerhalb der Siedlung und dem notwendigen Ausbau der Karlsfelder Straße.

Aktuell besteht die Siedlung aus 36 zwei- bis dreigeschossigen Gebäudezeilen mit zirka 660 Wohneinheiten und einer Gesamtwohnfläche von rund 29.000 Quadratmetern. Die durch­schnittliche Wohnungsgröße beträgt 43 Quadratmeter. Neben der Wohnnutzung gibt es 15 Gewerbeeinheiten mit einer Gesamtnutzfläche von rund 1.150 Quadratmetern. Darunter befinden sich unter anderem das Sportheim des TSV Ludwigsfeld sowie jeweils ein Versammlungsraum für die ukrainisch-orthodoxe Kirchengemeinde und die Interessengemeinschaft Ludwigsfeld (IGLU). Südlich der Karlsfelder Straße befindet sich die Erzengel-Michael-Kirche. Am östlichen und südlichen Rand der Siedlung wurden ab Ende der 1990er Jahre Reihen- und Mehrfamilienhäuser gebaut. Hier befinden sich zwei weitere Kirchen, die georgisch-orthodoxe und die katholische Kirche. Diese Flächen sind nicht Teil der Nachverdichtungsuntersuchungen, die im Zuge des Strukturkonzepts erstellt werden. Bei der Planung wird großer Wert auf hochwertige Übergänge zwischen den vorhandenen Häusern und der neu hinzukommenden Bebauung gelegt.

Der Entwurf des Strukturkonzeptes sieht eine Spanne von 1.800 bis 2.000 neuen Wohneinheiten als umsetzbar an. Dabei sind vielfältige Anforderungen und Vorgaben zu erfüllen. Dazu gehören beispielsweise das städtebauliche Erscheinungsbild der Siedlung, Grün- und Abstandsflächen zwischen den Gebäuden, der Schutz des Baumbestandes und vorhandener Pflanzen- und Tierarten, Einschränkungen durch Lärmbelastung sowie Bereiche, die frei bleiben müssen, um Kaltluft hindurchströmen zu lassen. Der Entwurf des Strukturkonzeptes stellt das Planungsziel dar, in der Bestandssiedlung aus den 50er Jahren nur sehr behutsam einzugreifen, um den parkartigen Charakter und den wertvollen Baumbestand erhalten zu können. In sogenannten Schwerpunktbereichen nördlich der Bestandssiedlung und südlich der Karlsfelder Straße sowie auf den bisher unbebauten Flächen die östlich und südlich an die Siedlung anschließen, soll dichter und höher gebaut werden. Um Verbesserungen beispielsweise für die Nahversorgung und die Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr schaffen zu können, ist eine gewisse Dichte an Nutzer*innen erforderlich. Konkrete Entwürfe und Lösungsvorschläge für die Herausforderungen, die sich bei der Entwicklung der Siedlung stellen, wird ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb zeigen.

  • Schon vor der Entwicklung des Strukturkonzepts wurden die Bürgerinnen und Bürger in einer ersten frühen Beteiligung in den Prozess einbezogen: Vertreter*innen des Referats für Stadtplanung und Bauordnung und der Eigentümerseite stellten eine grobe Strukturskizze bei vier Rundgängen durch die Siedlung vor und nahmen das Ortswissen und die Bedürfnisse der Teilnehmer*innen auf. Die Spaziergänge fanden am 29. August sowie am 5., 20. und 21. September statt. Am 17. Oktober wurden die Erkenntnisse aus den Rundgängen und allgemeine Informationen zum Projekt bei einer Informations- und Dialogveranstaltung vorgestellt und diskutiert.
  • Auf dieser Basis wurden ab Herbst 2019 die planerischen Eckdaten erarbeitet und der Entwurf des Strukturkonzeptes entwickelt.
  • Mit einer öffentlichen Informationsveranstaltung und Diskussion über den Entwurf des Strukturkonzeptes wurden die Bürger*innen erneut in den Prozess eingebunden. Die Anmerkungen, Hinweise und Kritik die während dieser Veranstaltung und auch noch im Nachgang (bis 26. November 2021) aufgenommen werden, werden dokumentiert und fließen in den Entwurf einer Beschlussvorlage über das Strukturkonzept ein.
  • Dieser Entwurf wird dem Stadtrat zur Entscheidung über die weitere Entwicklung der Siedlung Ludwigsfeld voraussichtlich im 2. Quartal 2022 vorgelegt werden (Eckdaten- und Aufstellungsbeschluss). Anschließend ist ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb geplant.
  • Gemäß Beschluss des Stadtrates zum Klimafahrplan sind entsprechend Konzepte zur Energie, zum Klima und zur Mobilität zu erstellen.
  • Es folgt ein Bebauungsplanverfahren mit formeller Beteiligung der Öffentlichkeit nach § 3 des Baugesetzbuches (BauGB).

Der im Juli 2019 gefasste Grundsatzbeschluss des Stadtrats gab dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung den Auftrag, die Öffentlichkeit zu beteiligen und alle notwendigen Untersuchungen und Prüfungen vorzunehmen. Auf Basis der bisher unternommenen Voruntersuchungen wird von einer grundsätzlichen Eignung des Gebiets für eine Bebauung beziehungsweise Verdichtung ausgegangen, zumal diese auch Vorteile für die Versorgung der Bestandssiedlung mit sich bringen würde. Die grundsätzliche Eignung der Flächen für Wohnungsbau wurde vom Stadtrat bestätigt.

Der Entwurf des Strukturkonzeptes, der im weiteren Planungsprozess auf Grundlage weiterer Untersuchungen und den Rückmeldungen aus der Öffentlichkeit aus dem Jahr 2019 erarbeitet wurde, sieht eine Spanne von 1.800 bis 2.000 neuen Wohneinheiten als möglich an.

Mit der Stadtratsbefassung über den Entwurf des Strukturkonzeptes wird über die Planungsziele und Prämissen für den weiteren Planungsprozess entschieden werden. Schritt für Schritt wird die Planung detaillierter und konkreter werden. Vorausgesetzt der Stadtrat stimmt dem Entwurf des Strukturkonzeptes zu, wird als nächstes ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb einen konkreten Planungsvorschlag liefern.

Das Siedlungsgebiet verfügt über einen hohen Anteil an Grünflächen und Biotopstrukturen. Die teilweise dichten Gehölzbestände geben dem Bereich einen landschaftlichen Charakter. Bei der Planung für eine Weiterentwicklung des Gebiets sind sowohl die Belange des Natur- und Artenschutzes als auch der Erholungsfunktion und eines attraktiven Wegenetzes (insbesondere Fuß- und Radwege) zu beachten. Die Siedlung ist mit dem Schwabenbächl, dem Würmkanal und der anschließenden Landschaft als Teil eines landschaftlichen Erholungsraums zu sehen. Da der Bereich erstmals vor 80 Jahren bebaut und ab den 1950er Jahren als Wohngebiet weiter bebaut wurde, stammen die meisten gebietsprägenden Bäume aus dieser Zeit. Das Gebiet des Strukturkonzeptes befindet sich teilweise im Umgriff der Baumschutzverordnung der Landeshauptstadt München. Die prägende Baumkulisse der bestehenden Siedlung Ludwigsfeld soll möglichst erhalten werden, ebenso die Grünstrukturen der Fläche um die Baracke und im Bereich des Sportplatzes. Weiterhin ist auf eine ausreichende Biotopvernetzung zu achten.

Bei der Planung soll darauf geachtet werden, dass möglichst wenig zusätzlicher Autoverkehr entsteht. Stattdessen müssen Angebote für eine verbesserte Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr gefunden werden. Außerdem sollen Sharing-Modelle gefördert werden. Planungen der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hinsichtlich der Einrichtung beziehungsweise Ausweitung von Ring- und Expressbuslinien sollten in die Überlegungen mit einbezogen werden. Außerdem könnte mit einer guten Anbindung an das Radnetz auf die verkehrlichen Belastungen reagiert werden. Die Parkplatzsituation ist ein besonders wichtiger Aspekt bei den Überlegungen für die Siedlung Ludwigsfeld. Für den heute bereits bestehenden Mangel an Autoparkplätzen sollen im Zuge der Planungen Lösungen gefunden werden.

1943 wurde im Bereich der heutigen Siedlung Ludwigsfeld das Außenlager Dachau-Allach des Konzentrationslagers Dachau angelegt, das im Laufe der Jahre 1943/44 mehrfach erweitert wurde und von dem noch ein heute denkmalgeschütztes Gebäude erhalten ist. Ein sorgfältiger Umgang mit den vorhandenen Spuren sowie die Schaffung eines Gedenkorts werden bei den weiteren Planungen berücksichtigt.

Weitere Informationen zum Erinnerungsort „Ehemaliges KZ-Außenlager Allach” sowie zur Machbarkeitsstudie zu einem Dokumentationsort finden Sie hier.