Quartier an der Paul-Gerhardt-Allee

An der Paul-Gerhardt-Allee in Pasing-Obermenzing entsteht ein neues Stadtquartier mit zirka 2.400 Wohnungen, Handels- und Büroflächen sowie sozialen Einrichtungen.

Das Projekt

Freiflächen (Anger) zwischen den umbauten Höfen
Palais Mai Architekten / LHM
Freiflächen zwischen den umbauten Höfen (Visualisierung: Palais Mai)

Das 33 Hektar große Planungsgebiet zwischen Paul-Gerhardt-Allee, Bärmannstraße und den beiden Bahntrassen in Pasing-Obermenzing ist der letzte Abschnitt der Zentralen Bahnflächen, der noch nicht bebaut worden ist. Wo sich ein Gewerbegebiet befand, sollen einmal 5.500 Menschen wohnen und etwa 800 arbeiten.

Neben den zirka 2.400 Wohnungen sind eine fünfzügige Grundschule mit Sporthalle, Kindertageseinrichtungen, fast zehn Hektar große, öffentliche Grünflächen und Geschäfte geplant, die auch den angrenzenden Wohngebieten zugute kommen sollen. An der Paul-Gerhardt-Allee soll ein Quartierszentrum als Treff- und Orientierungspunkt geschaffen werden. Ein umlaufender Fuß- und Radweg im Landschaftspark soll das Quartier mit dem Pasinger Bahnhof und dem Nymphenburger Schlosspark verbinden, entlang der Bahnlinie sind Ausgleichsflächen vorgesehen. Die denkmalgeschützte Eggenfabrik soll erhalten und für Trendsport genutzt werden.

Verfahrensstand

Am 17. Dezember 2014 hat der Stadtrat den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan Paul-Gerhardt-Allee gefasst und die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans beschlossen. Im Juni 2019 sind die ersten Bewohnerinnen und Bewohner eingezogen.

Wettbewerbe

Im Dezember 2011 haben die Eigentümer, die sich mit der aurelis Asset GmbH zusammengeschlossen haben, in Abstimmung mit der Stadt München einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb ausgelobt. Der erste Preis ging an das Münchner Büro Palais Mai Architekten mit Lohrer.Hochrein Landschaftsarchitekten. Der Entwurf sieht polygonale Wohnhöfe vor, die die Geometrie des Gleisdreiecks aufnehmen. Sie sind von den Bahngleisen abgerückt; landschaftlich gestaltete Wälle, kombiniert mit Lärmschutzwänden, schützen vor Lärm. Zwischen den unterschiedlich hohen Wohnhöfen liegen Anger, die vom Inneren der Siedlung zu den Landschaftsparks führen. An der Paul-Gerhardt-Allee ist ein Stadtplatz vorgesehen, ein zweiter Platz im Inneren des Areals bildet das Pendant dazu. Der Entwurf bildete die Grundlage für die Bauleitplanung.

Für die einzelnen Baugebiete sind zur Sicherung der architektonischen Qualität insgesamt elf Realisierungswettbewerbe vorgesehen. Bislang wurden elf ausgelobt: für die Gebiete WA1, WA 2(1), WA 2(2), WA 2(3), WA 2(4), WA3, WA4, WA5, WA6, WA7, WA8 und das Sondergebiet liegen die Ergebnisse bereits vor.

Verkehrliche Erschließung

Das neue Wohngebiet wird spürbare Veränderungen auf die unmittelbare Umgebung mit sich bringen. Da das ehemalige Gewerbegebiet wegfällt, rechnen Experten in Zukunft mit weit weniger Schwerlastverkehr. Insgesamt bleibt die Gesamtverkehrsbelastung in etwa gleich.

Verkehrliche Erschließungsmaßnahmen, die das Planungsgebiet direkt betreffen, werden im Zuge der Bauleitplanung geregelt. Für Schritte in der weiteren Umgebung, wie zum Beispiel neue Geh- und Radwege mit neuen Fußgänger- und Radfahrbrücken oder eine verbesserte Busanbindung, sind gesonderte Stadtratsbeschlüsse notwendig.

Motorisierter Verkehr

Das neue Quartier wird über die Peter-Anders-, die Berdux- und eine noch neu zu bauende Straße von Westen her erschlossen. Letztere mündet in einen dreiarmigen Kreisverkehr, der nördlich des Übergangs von der Nusselstraße in die Paul-Gerhardt-Allee ebenfalls neu gebaut wird. Innerhalb des Wohngebiets werden alle Erschließungsstraßen so ausgebaut, dass sie die verkehrlichen Funktionen erfüllen können und eine hohe Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer bieten.

Fußgänger und Radfahrer

In dem Neubaugebiet soll ein weitläufiges Fuß- und Radwegenetz entstehen. Dazu wurden unter anderem drei neue Fuß- und Radwegebrücken im Herbst 2014 vom Stadtrat beschlossen, die dieses interne Wegenetz mit dem umliegenden sowie übergeordneten Wegenetz verbinden sollen. Mittelfristig realisiert werden sollen der Steg über die Offenbachstraße nördlich der Bahntrasse zur schnellen und attraktiven Anbindung an den S-Bahnhof Pasing sowie der bahnquerende Steg in Nord-Süd-Richtung zwischen der Baumbachstraße und der Straße "Am Knie" über die Fern- und S-Bahntrasse zur besseren Erreichbarkeit der Trambahnlinie 19 (optionaler U-Bahnhof Am Knie). Langfristig geplant ist ein Steg in West-Ost-Richtung über die S-Bahn- und Ferntrasse nach Ingolstadt / Landshut / Freising zur besseren Vernetzung mit dem Wegenetz im Umfeld des Nymphenburger Schlossparks und des S-Bahnhofs Laim.

Nach Rechtsverbindlichkeit des Bebauungsplans hat das Baureferat mit der Projektplanung beider Brücken - über die Offenbachstraße nördlich der Bahn sowie bahnquerend nach Süden zu  "Am Knie" - begonnen. Die Ergebnisse werden dem Stadtrat zu gegebener Zeit vorgelegt, der dann über die konkreten Maßnahmen entscheidet.

Öffentlicher Nahverkehr

Zusätzlich zu der vorhandenen Buserschließung wird ein Bus-Shuttle zwischen dem Neubaugebiet und dem Nordausgang des Bahnhofs über die Nussel- und Gottfried-Keller-Straße eingerichtet. Im neuen Wohngebiet soll es für diese Linie voraussichtlich zwei Haltestellen geben.

Wettbewerbe

Realisierungswettbewerb

1. Preis

Meck Architekten, München, mit studio B Landschaftsarchitektur, München

Weitere Preise

2. Preis
PRPM Architekten, München, mit Lex-Kerfers Landschaftsarchitekten, Bockhorn

3. Preis
Reinhart + Partner Architekten, München, mit Nowak + Partner Landschaftsarchitekten, München

Ausloberin

BLV Objekt Pasing GmbH (Objektgesellschaft der Baywobau GmbH mit Münchner Grund)

Details

Lage

Das Wettbewerbsgrundstück ist Teil des Entwicklungsgebietes Paul-Gerhardt-Allee im Westen Münchens im Stadtbezirk 21 Pasing-Obermenzing. Das Gebiet Paul-Gerhardt-Allee wiederum ist der letzte noch zu entwickelnde Teilbereich der „Zentralen Bahnflächen München“.

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Im Schnittpunkt der Bahnlinien München-Ingolstadt und München-Augsburg soll ein neues Stadtquartier mit Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungen, sozialen Einrichtungen und Freizeitangeboten entstehen.

Basis für die Planungen im Wettbewerb ist der Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 2058a. Das Wettbewerbsgrundstück entspricht dem Baugebiet WA 6. Die BLV Objekt Pasing GmbH, eine Objektgesellschaft der Baywobau Immobilien AG und der Münchner Grund Immobilien Bauträger AG, möchte hier Wohnungen mit einer Gesamtgeschossfläche von 16.000 Quadratmetern realisieren. Mit der Lage des Wettbewerbsgrundstücks am internen Platz und an einer öffentlichen Grünfläche des neuen Quartiers kommt seiner Bebauung eine ganz besondere städtebauliche, architektonische und freiraumplanerische Bedeutung zu.

Um für die anspruchsvolle Bauaufgabe eine in jeder Hinsicht optimale Lösung zu finden, lobte die BLV Objekt Pasing GmbH in Abstimmung mit der Landeshauptstadt München den Realisierungswettbewerb aus.

Würdigung des Preisgerichts

„Die besondere Qualität der Arbeit liegt in der klugen Weiterentwicklung des städtebaulichen Konzepts. Das Prinzip der Höhenstaffelung als quartierprägendes Gestaltungsmerkmal wird in der dreidimensionalen Gliederung der Baumasse fortgeschrieben.

Mit kleinen Verschiebungen der Grundrisse gelingt es den Architekten, ein plastisches Gebäude mit hohem Wiedererkennungswert zu formen. Die ineinander verschachtelten Häuser sind sowohl als eine individuelle Einheit, als auch als ein Teil des Ganzen zu lesen. Dies wird das Gefühl der Identifikation der Bürger mit ihrem Wohnort langfristig unterstützen.

Durch die horizontale Staffelung werden die Fassaden zur Straße hin harmonisch rhythmisiert und der öffentliche Raum stark aufgewertet. Folgerichtig befinden sich die Hauseingänge an den Vor- beziehungsweise Rücksprüngen der Gebäude und sind daher aus der Perspektive der Fußgänger leicht auffindbar.

Alle Eingangsbereiche sind aufwändig und liebevoll gestaltet. Diese Sorgfalt und damit verbundene räumliche Qualität findet sich in den Wohnungsgrundrissen wieder.

Hervorzuheben sind die Anbindung an den Freiraum und die diskrete Anordnung der Freibereiche in den Obergeschossen. Die Zugänge zu den gemeinschaftlichen Dachflächen beziehungsweise deren Gestaltung ist nicht besonders dargestellt.

Die Arbeit besticht auch in der Freianlagenplanung durch ihre eigenständige Gestaltsprache und die klare Zonierung der Freiflächen in sinnvoll dimensionierte private Gärten und einen spannungsvoll gestalteten, großzügigen Innenhof zur gemeinsamen Nutzung.

Die Erschließung überzeugt in Form von gut proportionierten parkseitigen Zugängen zu den Punkthäusern und einladenden Durchgängen in den Innenhof.

Die vollflächige Ausführung der Wegeflächen im Hof als wassergebundene Decke ist hinsichtlich ihrer Eignung als Feuerwehrzufahrt zu überprüfen.

Die schwungvoll organische Gestaltung schafft durch Geländemodellierungen gute Standortbedingungen für Bäume im unterbauten Innenhof und zugleich vielfältig nutzbare Teilräume.

Die disziplinierte Gestaltung der Fassaden und die Wahl der natürlichen Materialien signalisieren ein zeitloses Erscheinungsbild und sichern dauerhafte Schönheit der Gebäude. Der wohnliche Charakter und die attraktive Atmosphäre des Gebäudeensembles und der Freiräume könnte ein Leitbild für die Weiterentwicklung des Quartiers sein.

Auf § 14 (3) der Satzung (zu öffnende Fenster nur hinter Vorbauten zulässig) wird nicht ausreichend reagiert. Die Forderung des Bebauungsplans nach einer gegliederten Fassade entlang der Berduxstraße ist umgesetzt.“

Empfehlung des Preisgerichts

„Das Preisgericht empfiehlt einstimmig, den mit dem ersten Preis ausgezeichneten Entwurf unter Berücksichtigung der genannten Anregungen und Kriterien als Grundlage für die weitere Planung und Entwicklung zu verwenden.“

Preisgerichtssitzung

30. Juni 2015

Koordination

bgsm Architekten Stadtplaner

Realisierungswettbewerb

1. Preis

Grassinger Emrich Architekten, München, mit Liebald + Aufermann Landschaftsarchitekten, München

Ausloberin

Corpus Sireo Projektentwicklung

Weitere Preise

2. Preis
MSM Meyer Schmitz-Morkramer Rhein GmbH, Köln, mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten GmbH, München

3. Preis
Palais Mai Architekten, München, mit grabner + huber Landschaftsarchitekten, Freising

Details

Lage

Das Wettbewerbsgrundstück ist Teil des Entwicklungsgebietes Paul-Gerhardt-Allee im Westen Münchens im Stadtbezirk 21 Pasing-Obermenzing. Das Gebiet Paul-Gerhardt-Allee wiederum ist der letzte noch zu entwickelnde Teilbereich der „Zentralen Bahnflächen München.“

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Im Schnittpunkt der Bahnlinien München-Ingolstadt und München-Augsburg soll ein neues Stadtquartier mit Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungen, sozialen Einrichtungen und Freizeitangeboten entstehen.

Basis für die Planungen im Wettbewerb ist der Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 2058a. Das Wettbewerbsgrundstück entspricht dem Baugebiet WA 2 (1). Die Corpus Sireo Projektentwicklung Wohnen GmbH möchte hier Wohnungen mit einer Gesamtgeschossfläche von rund 27.100 Quadratmetern realisieren.

Neben der architektonischen Ausformulierung des Quartiereingangs und der Schaffung hoher Wohnqualität stellten der Übergang zum südlich angrenzenden Landschaftspark sowie die grundstücksübergreifende Gestaltung der Angerfläche im Osten des Gebiets wesentliche Aspekte der Wettbewerbsaufgabe dar.

Um für die anspruchsvolle Bauaufgabe eine herausragende Lösung zu finden, lobte die Corpus Sireo Projektentwicklung Wohnen GmbH in Abstimmung mit der Landeshauptstadt München den Realisierungswettbewerb aus.

Würdigung des Preisgerichts

„Die Arbeit entwickelt aus den Vorgaben des Bebauungsplans das gewünschte Bild einer vielfältig gestaffelten Baukörperkonfiguration.

Mit einem deutlichen Akzent beginnt das neue Wohngebiet: ein horizontal geschichteter neungeschossiger Wohnturm besetzt die nordwestliche Ecke des Blocks. Dabei verzichten die Verfasser auf erdgeschossiges Wohnen und schlagen eine weit aufgeglaste Gewerbefläche vor. Die obersten zwei Geschosse setzen sich in Baukörper und Fassade von dem durch bodentiefe Fenster und Loggien geprägten Wohnbereich ab: Großflächige raumhohe Verglasungen signalisieren hier hochwertigstes Maissonette-Wohnen in sogenannten „Skylofts“.

An das Hochhaus schließt sich eine Reihe von farblich unterschiedlich gefassten Drei- und Vierspännern an, die abwechselnd vier- und sechsgeschossig ausgebildet sind. Dieser Rhythmus zieht sich entlang der Südseite bis zum Anger fort.

Die Baukörper sind maßstäblich und gut proportioniert.

Die freistehenden Hauskuben am Anger setzen die Architektursprache aus Putzfassade, Loggien und auskragenden Balkonen fort.

Die Fassaden folgen in ihrer Architektursprache dem heute Marktgängigen und lassen keinen weitergehenden architektonischen Ausdruckswillen erkennen.

Die Gestaltung des Innenhofs in frei geformten Polygonen steht in reizvollem Gegensatz zur kubischen Masse der Baukörper. Durch das unnötig dichte Wegenetz verliert der Innenhof von seiner Großzügigkeit und es entstehen sehr kleine Teilräume.

Die Kontur des Angers wird durch die grünen Vorzonen verunklart. Auch die Verdichtung der Bäume im Norden schließt den Raum gegenüber der nördlich abschließenden baulichen Raumkante. Allerdings scheint die grundsätzliche Haltung mit multifunktionalen Aufenthaltsangeboten einen nachvollziehbaren Ansatz zur Ausgestaltung das Angers darzustellen. Die Vorgärten im Westen sind aufgrund der fehlenden Lagegunst zu hinterfragen.

Die schalltechnischen Vorgaben werden größtenteils eingehalten, die Fassade zur Haupterschließungsstraße ist nur bedingt gegliedert. Die durchgehende Tragstruktur ist im Grundriss klar erkennbar.“

Empfehlung des Preisgerichts

„Das Preisgericht empfiehlt einstimmig, die mit dem ersten Preis ausgezeichnete Arbeit der Umsetzung des Projekts zu Grunde zu legen. Dabei sind die im Beurteilungstext enthaltenen Hinweise zu beachten.“

Preisgerichtssitzung

29. September 2015

Koordination

bgsm Architekten Stadtplaner, München

Realisierungswettbewerb

1. Preis

Dressler Mayerhofer Rössler Architekten und Stadtplaner, München, mit michellerundschalk Landschaftsarchitektur und Urbanismus, München

Weitere Preise

Weitere Preise2. Preis: zillerplus Architekten und Stadtplaner, München, mit fischer heumann landschaftsarchitekten

3. Preis: Steidle Architekten, München, mit grabner + huber Landschaftsarchitekten Partnerschaft, Freising

Anerkennung

Leuschner von Gaudecker, München, mit toponauten Landschaftsarchitektur Gesellschaft mbH, Freising

Ausloberin

Verwaltungsgesellschaft Berduxstraße mbH & Co. KG 

Details

Lage

Das Wettbewerbsgrundstück ist Teil des Entwicklungsgebietes Paul-Gerhardt-Allee im Westen Münchens im Stadtbezirk 21 Pasing-Obermenzing. Das Gebiet Paul-Gerhardt-Allee ist der letzte noch zu entwickelnde Teilbereich der „Zentralen Bahnflächen München."

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Im Schnittpunkt der Bahnlinien München-Ingolstadt und München-Augsburg soll ein neues Stadtquartier mit Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungen, sozialen Einrichtungen und Freizeitangeboten entstehen.

Basis für die Planungen im Wettbewerb ist der Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 2058a. Das Wettbewerbsgrundstück entspricht dem Baugebiet WA 2(3) und liegt im Süden des Entwicklungsgebietes. Es wird flankiert von zwei Angerflächen im Westen und Nordosten mit den angrenzenden Allgemeinen Wohngebieten WA 2(2) und WA 2(4).

Im Süden sowie im Südosten schließt eine weitläufige öffentliche Grünfläche an, der Landschaftspark.

Die Verwaltungsgesellschaft Berduxstraße mbH & Co. KG möchte im Baugebiet WA 2(3) auf einer Geschossfläche von rund 23.600 Quadratmetern Wohnungsbau realisieren. Die Ausloberin beabsichtigt, die Wohnungen im Bestand zu behalten.

Als wesentliche Aspekte der Wettbewerbsaufgabe stellen sich der Übergang zu den öffentlichen Freiflächen, den Angerflächen sowie dem Landschaftspark, aber auch der Umgang mit den Lärmimmissionen dar.

Um für das Baugebiet eine qualitätvolle Entwicklung auf hohem städtebaulichen, architektonischen und freiraumplanerischen Niveau zu gewährleisten, hat die Verwaltungsgesellschaft Berduxstraße mbH & Co. KG in enger Abstimmung mit der Landeshauptstadt München einen Realisierungswettbewerb ausgelobt.

Würdigung des Preisgerichts

„Die Arbeit nimmt die Gebäudevolumetrie aus dem städtebaulichen Entwurf weitestgehend auf, interpretiert jedoch durch eine leichte Fächerung das Fassadenrelief zum Innenhof hin wie nach außen auf interessante Weise neu. Direkt an der nördlichen Erschließungsstraße wird diese Fassadenfächerung jedoch kritisch gesehen.

Die differenzierte Klinkerverkleidung nach innen beziehungsweise außen mit unterschiedlichen Farbnuancierungen wird positiv beurteilt. Sie stimmt typologisch mit der Situierung der Eingänge gut überein. Die variierenden Tiefen der Fensterlaibungen und ihre unterschiedliche Kombination mit Loggien nach außen wie zum Innenhof beleben die Fassaden spannungsvoll und bieten den Wohnungsnutzern ergänzende Privatheit.

Die zusätzlichen Gebäudedurchgänge sind richtig situiert und dimensioniert. Die Innenhoffläche spielt sich formal völlig frei von den umgebenden Baukörpern. Dadurch entstehen im Kernbereich räumlich angemessene Teilräume für Aufenthaltsangebote, teilweise aber auch sehr formale Übererschließungen in den südöstlichen Randzonen.

Der freistehende Tiefgaragen-Aufgang liegt räumlich sehr exponiert. Die sehr großflächig versiegelten Anger werden durch Belagswechsel auf nicht nachvollziehbare Weise gegliedert.

Die Grundrisse und Treppenhauskerne sind überzeugend, allerdings werden die außen liegenden fensterlosen Bäder kritisch beurteilt.

Die Wohnungsgrundrisse im freifinanzierten Bereich sind zu flächenintensiv. Eine entsprechende Anpassung wäre wünschenswert.

Die Tiefgarage ist kompakt und lässt wesentliche Teile des Innenhofs ohne Unterbauung, sodass auch die Pflanzung von Großbäumen möglich ist. Insgesamt wird sowohl bei der Herstellung wie beim laufenden Betrieb der Wohnungen eine gute Wirtschaftlichkeit erwartet.“

Empfehlung des Preisgerichts

„Das Preisgericht empfiehlt mit großer Mehrheit, die Verfasser der mit dem ersten Preis ausgezeichneten Arbeit mit der weiteren Bearbeitung des Projekts zu beauftragen. Dabei sollen die im Beurteilungstext enthaltenen Hinweise beachtet werden.“

Preisgerichtssitzung

2. Oktober 2015

Koordination

bgsm Architekten Stadtplaner, München

Realisierungswettbewerb

1. Preis

su und z Architekten GbR, München, mit studio B Landschaftsarchitektur, München

Weitere Preise

2. Preis: Lederer, Ragnasdóttir, Oei, Stuttgart, mit Helmut Hornstein, Landschaftsarchitekt, Überlingen

3. Preis: bogevischs Büro, München, mit Burger Landschaftsarchitekten, München

Ausloberin

Anders Wohnen GmbH, Projektgesellschaft der Baywobau Immobilien AG und der Münchner Grund Immobilien Bauträger GmbH

Details

Lage

Das Wettbewerbsgrundstück liegt im Entwicklungsgebiet Paul-Gerhardt-Allee im Münchner Westen im 21. Stadtbezirk Pasing-Obermenzing. Es ist der letzte noch zu entwickelnde Teilbereich innerhalb der „Zentralen Bahnflächen München.“

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Auf dem bislang gewerblich und industriell genutzten Areal soll ein neues Stadtquartier mit attraktivem Wohnraum von zirka 2.400 Wohnungen entstehen. Für die 13 Baugebiete ist zur Sicherung der architektonischen Qualität jeweils ein Realisierungswettbewerb vorgesehen. Der Realisierungswettbewerb für den offenen Wohnhof im Baugebiet WA5 ist der fünfte Wettbewerb für das neue Quartier. Mit seiner Lage am Eingang des Quartiers und an einer öffentlichen Grünfläche kommt dem neuen Wohnhof mit etwa 250 Wohnungen eine ganz besondere städtebauliche, architektonische und freiraumplanerische Bedeutung zu.

Würdigung des Preisgerichts

„Die städtebauliche Konzeption interpretiert die Vorgaben des Bebauungsplanes funktional und auch gestalterisch sehr eigenständig und kreativ. Klar gesetzte Vor- und Rücksprünge formulieren einzelne Häuser mit hervorgehobenen Eingangsbereichen. Die Dimensionierung entspricht den Proportionen der Punkthäuser und lässt auf diese Weise eine übergeordnete prägnante Architektursprache erkennen. Die Erschließung der Häuser erfolgt konsequent vom öffentlichen Raum aus. Die Gliederung des stadträumlichen Akzents in zwei unterschiedlich hohe Baukörper führt zu gut dimensionierten Häusern und einem sinnfälligen Übergang zur Randbebauung. Die Fassaden sind schlüssig aus der inneren Funktionalität entwickelt. Mit gut proportionierten Fensterformaten und einer subtilen Varianz ist es gelungen, eine spannungsvolle, lebhafte und klar strukturierte Lochfassade zu entwickeln. Bei der vorgeschlagenen stimmigen Farbgestaltung stellt sich allerdings die Frage, ob dies mit dem vorgeschlagenen Waschputz erreicht werden kann. In der inneren Funktionalität ist hervorzuheben, dass mit den durchdachten Grundrissen die Lärmschutzproblematik nahezu vollständig gelöst ist. Die großzügige Wirkung der Eingangsbereiche der einzelnen Häuser trägt wesentlich zu einer Adressbildung und Identität bei.“

Empfehlung des Preisgerichts

„Insgesamt stellt diese Arbeit einen sehr gut ausgearbeiteten, äußerst qualitätsvollen Beitrag dar, dem eine hohe Adressenqualität zu eigen ist und der für das Quartier einen wichtigen Stadtbaustein bilden kann. Das Preisgericht empfiehlt dem Auslober einstimmig, dem Verfasser der mit dem ersten Preis ausgezeichneten Arbeit die weiteren Planungsleistungen zu übertragen.“

Koordination

bgsm Architekten Stadtplaner, München

Preisgerichtssitzung

10. März 2016

Realisierungswettbewerb

1. Preis

Hierl Architekten, München, mit Ver.de Landschaftsarchitektur GbR, Freising

Weitere Preise

2. Preis: Leuschner von Gaudecker Architekten, Gauting, mit Keller Damm Roser Landschaftsarchitekten Stadtplaner GmbH, München

4. Preis: Römer Partner Architektur, Köln, mit + grün GmbH, Düsseldorf

Ausloberin

Pandion Real Estate GmbH, München

Details

Lage

Das Wettbewerbsgrundstück liegt im Entwicklungsgebiet Paul-Gerhardt-Allee im Münchner Westen im 21. Stadtbezirk Pasing-Obermenzing. Es ist der letzte noch zu entwickelnde Teilbereich innerhalb der „Zentralen Bahnflächen München.“

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Auf dem bislang gewerblich und industriell genutzten Areal soll ein neues Stadtquartier mit attraktivem Wohnraum von zirka 2.400 Wohnungen entstehen.

Für die 13 Baugebiete ist zur Sicherung der architektonischen Qualität jeweils ein Realisierungswettbewerb vorgesehen. Der Realisierungswettbewerb für den Wohnhof im Baugebiet WA 2(2) ist der sechste Wettbewerb für das neue Quartier. Der neue Wohnhof mit etwa 270 Wohnungen ist der mittlere dreier Wohnblöcke, die den südlichen Rand des neuen Quartiers städtebaulich, architektonisch und freiraumplanerisch ortsbildprägend ausbilden.

Würdigung des Preisgerichts (Auszug)

„Der Entwurf formuliert auf der Grundlage des städtebaulichen Konzepts einen markanten städtischen Großblock. Wesentliches Element ist dabei ein kraftvoller zweigeschossiger Sockel, der sich mit seiner Werksteinverkleidung deutlich von der darüber liegenden Putzfassade absetzt und damit das Gebäude ‚erdet‘. Die besondere Ausformung der Gebäudeecken bildet zusammen mit der eigenständigen klaren architektonischen Haltung eine unverwechselbare Adresse.

In der Fassadengestaltung gelingt es, mit wenigen Elementen eine überzeugende Anmutung zu schaffen, die die innere Funktionalität widerspiegelt. Gleichzeitig sind die großzügigen Zugänge zum Hof richtig situiert und ermöglichen eine schlüssige Vernetzung mit den benachbarten Quartieren über die Angerflächen hinweg. Die Erschließung des Wohnhofes erfolgt sinnfällig vom öffentlichen Raum aus. Die Eingänge weisen durch die großzügige zweigeschossige Ausformulierung eine bemerkenswerte Qualität und Transparenz auf - sowohl die innere Gestalt, als auch in ihrer Funktionalität im Inneren.

Die Wohnungsgrundrisse sind überwiegend durchgesteckt und systematisch aufgebaut. Eine gut durchdachte Anordnung der Nassbereiche und Bäder fällt auf. Eine stärkere Durchmischung der Wohnungstypen wäre wünschenswert gewesen. Die Werte zur Wirtschaftlichkeit und zur Nachhaltigkeit liegen im Durchschnitt.

Die großzügige Freiraumgestaltung im Innenhof überzeugt insbesondere auch durch die Möglichkeit, Großbäume in die nicht unterbaute Fläche der Tiefgarage zu pflanzen. Diese Planung wird ermöglicht durch die Verlagerung einiger PKW-Stellplätze unter das Gebäude. Die Konzeption des Übergangs von den privaten Gärten zum gemeinschaftlichen Hof ist gestalterisch ansprechend und funktional ausformuliert."

Empfehlung des Preisgerichts (Auszug)

„Insgesamt stellte diese Arbeit einen sehr gut ausgearbeiteten, äußerst qualitätsvollen Beitrag dar, dem eine hohe Adressenqualität zu eigen ist und der für das Quartier einen wichtigen Stadtbaustein bilden kann. Das Preisgericht empfiehlt dem Auslober einstimmig, dem Verfasser der mit dem ersten Preis ausgezeichneten Arbeit die weiteren Planungsleistungen zu übertragen.“

Preisgerichtssitzung

8. April 2016

Koordination

Landherr Architekten, München, mit Prof. Hauth & Partner, München

Realisierungswettbewerb

1. Preis

Allmann Sattler Wappner Architekten, München, mit realgrün Landschaftsarchitekten, München

Weitere Preise

2. Preis
Haack + Höpfner Architekten BDA, München, mit grabner + huber landschaftsarchitekten Partnerschaft, Freising
3. Preis
Pure Gruppe, Architektengesellschaft mbH, Regensburg, mit terra nova Landschaftsarchitektur, München

Ausloberin

Münchenbau Bauträger GmbH, mit Paul-Gerhard-Allee GmbH & Co. KG und Wohnbau Pasing GmbH & Co. KG

Details

Lage

Das Wettbewerbsgrundstück liegt im Entwicklungsgebiet Paul-Gerhardt-Allee im Münchner Westen im 21. Stadtbezirk Pasing-Obermenzing. Es ist der letzte noch zu entwickelnde Teilbereich innerhalb der „Zentralen Bahnflächen“.

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Auf dem bislang gewerblich und industriell genutzten Areal soll ein neues Stadtquartier mit attraktivem Wohnraum von zirka 2.400 Wohnungen entstehen. Für die 13 Baugebiete ist zur Sicherung der architektonischen Qualität jeweils ein Realisierungswettbewerb vorgesehen. Der Realisierungswettbewerb für das Nahbereichszentrum im Sondergebiet SO ist der vierte Wettbewerb für das neue Quartier. Dem zu planenden neuen Wohn- und Geschäftsgebäude kommt mit seiner Lage am westlichen Zugang zum Quartier, mit seiner Versorgungsfunktion und dem vorgelagerten Quartiersplatz eine besondere stadträumliche Bedeutung zu. Neben großflächigen Einzelhandelsflächen für die Nahversorgung werden im architektonisch prägnanten neuen Ensemble etwa 160 Wohnungen angeboten werden.

Würdigung des Preisgerichts (Auszug)

„Die wohlüberlegte städtebauliche Setzung von drei gut proportionierten Baukörpern auf einem durchgehenden Sockelgeschoss als Tor zum neuen Wohnquartier überzeugt stadträumlich und gestalterisch. Die Erschließung der drei Gewerbeeinheiten über den angenehm unaufgeregt gestalteten Vorplatz ist übersichtlich und belebt den öffentlichen Raum.

Die Erschließung der Wohnungen vom öffentlichen Raum aus schafft eine sinnfällige Adressbildung und gute Orientierung für die Bewohner. Eine halböffentliche Treppe zum Dachgartengeschoss garantiert zudem weitere Zugangsmöglichkeiten über den höher gelegenen Freibereich. Die Fassaden bestechen durch ihre schlichte Eleganz und Klarheit, gegen die Falt-Schiebeläden bestehen hinsichtlich Funktion und Wartung jedoch erhebliche Bedenken seitens der Auslober.

Die umlaufende Pergola bildet eine gelungene räumliche Fassung für den Dachgarten. Die Gestaltung des Dachgartens ist bezüglich Aufenthaltsangeboten nicht ausformuliert, hat jedoch hohe räumliche Potentiale. Die Dachterrasse am Hochhaus bietet mit einem weiten Ausblick eine reizvolle Ergänzung der Freiflächen. Die lichte Baumstellung mit offenen Wegebeziehungen am Vorplatz verspricht eine angenehme Atmosphäre, wobei Anordnung und Gestaltung der Bankringe optimierbar wären. Eine wirtschaftliche Realisierung erwiese sich aufgrund der guten Kennwerte als problemlos möglich. Der Beitrag wird insgesamt als anspruchsvoller Stadtbaustein für das neue Wohnquartier angesehen. Er könnte die Rolle eines attraktiven Quartiersmittelpunktes wirkungsvoll und überzeugend ausfüllen.“

Empfehlung des Preisgerichts

Mit der Entscheidung des Realisierungswettbewerbs wurde ein weiterer qualitätsvoller Stadtbaustein für die Entwicklung des Gebietes an der Paul-Gerhardt-Allee gesetzt. Das Preisgericht hat drei Preise vergeben und den Auslobern des Wettbewerbs empfohlen, die Preisträger des ersten und zweiten Preises zur Überarbeitung aufzufordern.

Die von den Preisträgern überarbeiteten Entwürfe wurden dem Preisgericht nochmals zur Begutachtung am 2. Juni 2016 vorgelegt. Der Bauträger hat sich abschließend für die Realisierung des Entwurfes vom Büro Allmann Sattler Wappner Architekten mit realgrün Landschaftsarchitekten entschieden.

Preisgerichtssitzung

16. Februar 2016 und 2. Juni 2016

Koordination

Landherr Architekten, München, mit Prof. Hauth & Partner, München

Realisierungswettbewerb

2. Preise

DeZwarteHond, Groningen, mit Bauchplan, München

03 Architekten, München, mit Studio Vulkan, Zürich (Realisierung)

Weitere Preise

3. Preis: Blauwerk Architekten, München, mit Grabner Huber Lipp Landschaftsarchitekten und Stadtplaner, Freising

4. Preis: w l g l p, München, mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten, München

Ausloberin

BLS Projektgesellschaft München GmbH & Co. Objekt Berduxstraße KG mit der Berdux Liegenschaften GmbH

Details

Lage

Das Wettbewerbsgrundstück liegt im Entwicklungsgebiet Paul-Gerhardt-Allee im Münchner Westen im 21. Stadtbezirk Pasing-Obermenzing. Es ist der letzte noch zu entwickelnde Teilbereich innerhalb der Zentralen Bahnflächen München.

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Auf dem bislang gewerblich und industriell genutzten Areal soll ein neues Stadtquartier mit zirka 2.400 Wohnungen entstehen. Für die 13 Baugebiete ist zur Sicherung der architektonischen Qualität jeweils ein Realisierungswettbewerb vorgesehen. Der Realisierungswettbewerb für den Wohnhof im Baugebiet WA 3 ist der siebte Wettbewerb für das neue Quartier.

Mit seiner Lage am östlichen Rand des neuen Stadtquartiers prägt der neue Baublock zusammen mit dem bahnbegleitenden Landschaftspark zukünftig die Stadteinfahrt von Norden. Mit dem neuen Wohnhof werden 200 Wohnungen realisiert.

Würdigung des Preisgerichts für den weiterverfolgten Entwurf (Auszug)

"Städtebaulich überzeugt der Entwurf durch eine spannende Rhythmisierung des Großblocks. Ein horizontal gegliederter, viergeschossiger Sockelbau mit sequenzierten Vor- und Rücksprüngen adressiert eindeutig die Hauseingänge, die konsequent von den Außenseiten her aufzufinden sind. Großzügige Treppenhäuser mit Durchgängen im Erdgeschoss zum Hof bieten wohltuende Kommunikationsflächen auf den Etagen und sind dennoch in der Anzahl knapp gehalten. Dieser Tatsache geschuldet und auch der Positionierung aller Wohneinheiten zu den Außenseiten hin, schaffen die Verfasser einen eindeutigen öffentlichen Raum um den Block herum und als Pendant einen privaten Innenhof für alle.

Aufgesetzt auf die Sockelbebauung werden drei ebenfalls rhythmisierte Hochpunkte, die im Bereich des kleinen Quartiersplatzes um ein Geschoss erhöht eine kräftige Setzung des Blocks ermöglichen.

Die vorgeschlagene Fassadenstruktur ist sowohl im Straßenbereich als auch in den Innenhöfen klar und eindeutig angeboten und verspricht eine großzügige Haltung mittels raumhoher Öffnungen.

Die Freiflächengestatung greift die besondere Lage des Baufeldes zwischen Straße und Platzraum im Westen und dem Landschaftspark im Osten auf überzeugende Weise auf. Während die Westfassade des Baufeldes ein städtisches Vorfeld erhält, wird das Baufeld im Osten in den Landschaftspark eingebunden. Das besondere Potential der Freiflächengestatung entfaltet sich im Innenhof, der nicht von der Feuerwehr befahren werden muss und daher als großzügig begrünte, „wilde“ Gemeinschaftsfläche mit vielfältigen Aufenthalts- und Spielflächen gestaltet werden kann.“

Empfehlung des Preisgerichts

„Mit der Entscheidung des Realisierungswettbewerbs wurde ein weiterer qualitätsvoller Stadtbaustein für die Entwicklung des Gebietes an der Paul-Gerhardt-Allee gesetzt. Das Preisgericht hat insgesamt vier Preise vergeben und den Auslobern des Wettbewerbs empfohlen, die beiden Preisträger der zweiten Preise zur Überarbeitung aufzufordern. Die von den Preisträgern überarbeiteten Entwürfe wurden dem Preisgericht nochmals zur Begutachtung am 23. August 2016 vorgestellt. Die Bauherren haben sich abschließend auf Grundlage der Empfehlung des Beratungsgremiums für die Realisierung des Entwurfes vom Büro 03 Architekten entschieden.“

Preisgerichtssitzung

3. März 2016

Entscheidung nach Überarbeitung

23. August 2016

Koordination

bgsm Architekten Stadtplaner, München

Realisierungswettbewerb

1.Preis

Palais Mai Gesellschaft von Architekten und Stadtplanern, München, mit lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh, München

Weitere Preise

2. Preis: Anne Hangebruch, Berlin, und Mark Ammann, Zürich, mit Fritschi Landschaftsarchitekten, Schweiz

3. Preis: ARCHiTEKTUR: ZWiNGEL/DiLG, München, mit Lex Kerfers_Landschaftsarchitekten, Bockhorn

Auslober

Dr. Hendrik Schlune, München

Details

Lage

Das Wettbewerbsgrundstück liegt im Entwicklungsgebiet Paul-Gerhardt-Allee im Münchner Westen im 21. Stadtbezirk Pasing-Obermenzing. Es ist der letzte noch zu entwickelnde Teilbereich innerhalb der „Zentralen Bahnflächen München“.

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Im Schnittpunkt der Bahnlinien München-Ingolstadt und München-Augsburg soll hier ein neues Stadtquartier mit Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungen, sozialen Einrichtungen und Freizeitangeboten entstehen. Basis für die Planungen im Wettbewerb ist der Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 2058a. Das Wettbewerbsgrundstück entspricht dem Baugebiet WA1. Der Auslober Dr. Hendrik Schlune möchte im zirka 5.200 Quadratmeter großen Allgemeinen Wohngebiet (WA) geförderten Mietwohnungsbau, eine Kindertageseinrichtung und einen Kinder-, Familien- und Nachbarschaftstreff mit einer Geschossfläche von insgesamt 6.000 Quadratmetern realisieren.

Mit der Lage des Wettbewerbsgrundstücks am Eingang des Quartiers und seinen öffentlichkeitswirksamen Nutzungen kommt seiner Bebauung eine ganz besondere städtebauliche, architektonische und freiraumplanerische Bedeutung zu.

Um für die anspruchsvolle Bauaufgabe eine in jeder Hinsicht optimale Lösung zu finden, lobte Dr. Schlune in Abstimmung mit der Landeshauptstadt München den vorliegenden Wettbewerb aus.

Würdigung des Preisgerichts

„Die städtebauliche Konzeption greift die Idee der polygonalen offenen Höfe in der Paul-Gerhardt-Allee sehr gekonnt auf und formuliert korrespondierend zum gegenüberliegenden Sondergebiet einen qualitätsvollen Quartiersauftakt.

Das Ensemble aus drei kraftvollen Häusern bietet differenzierte und richtig zugeordnete Freiräume sowie eine schlüssige Vernetzung mit der Umgebung. Durch die Aufweitung der Eingangssituation im Norden entsteht eine stadträumliche markante Setzung, die eine eindeutige Adresse für das Nachbarschaftszentrum und die Wohnungszugänge bildet. Das Wohngebäude im Südosten wird von dem gut zonierten Aufenthaltsbereich im Osten erschlossen. Die Qualität des Hofes wird geprägt durch die frei geformten, aufeinander reagierenden Haustypen, die sich zum Hof hin abtreppen und gemeinschaftliche Dachgärten anbieten sowie eine gute Belichtung und Besonnung aufweisen.

Die Kita ist im Bezug auf die Freiflächen grundsätzlich richtig situiert. Die dreigeschossige Ausbildung der Kindertagesstätte entspricht nur in Teilbereichen den Vorgaben der Auslobung. Die Gruppenräume im Erdgeschoss sind überwiegend nicht gänzlich zur Freifläche orientiert. Aufgrund betrieblicher Erfordernisse sollte die Küche im Erdgeschoss situiert sein und nicht im zweiten Obergeschoss. Die Lage und Größe des Treppenhauses für die darüber liegenden Wohnungen erscheint in ihrer derzeitigen Lage verbesserungswürdig im Hinblick auf notwendige Anpassungen der Kita.

Beim Nachbarschaftszentrum ist die Geschossfläche unnötig überschritten. Die Aufteilung der Räume in zwei Gebäudeteile, die durch einen öffentlichen Durchgang getrennt sind, ist für den Betrieb ungeeignet. Die Räume sollten in einem zusammenhängenden Gebäudeteil liegen. Die Wohnungsgrundrisse sind insbesondere im südöstlichen Baukörper systematisch als Zwei- und Dreispänner organisiert und versprechen eine gute Wohnqualität. Im nördlichen Gebäude werden ebenfalls Spännertypen vorgeschlagen, wobei einzelne Grundrisszuschnitte noch nicht überzeugen können.

Die Eingangsbereiche der erfreulich gut belichteten Treppenhäuser sind auf das Notwendigste minimiert. Die Wohnflächen sind wohl aufgrund der prismatischen Baukörperformen zum Teil überschritten. Kleine Wohnungen werden wenige angeboten. Die mindestens zweiseitige Belichtung der Wohnungen schafft guten Wohnwert. Sanitärräume und Flursituationen sind nicht optimal gelöst, ebenso Details der Barrierefreiheit. Die architektonische Qualität des Ensembles besticht durch eine klare Zonierung der Fassade mit einem Sockelgeschoss, das die Zugänge zu den öffentlichen Nutzungen mit Sichtbeton akzentuiert, und im übrigen Klinkerriemchen auf Massivmauerwerk vorschlägt. Damit entsteht eine kraftvolle Sichtmauerwerksfassade mit feinen Details zur Betonung der Geschossdecke und der Fensterrahmung.

Sowohl die Lochfassade nach Norden als auch die Hoffassade mit Loggien und Balkonen versprechen eine eigenständige sympathische Anmutung. Insgesamt bietet dieser Entwurf eine gute Grundlage für einen qualitätsvollen Stadtbaustein am Eingang zur Paul-Gerhardt-Allee.“

Empfehlung des Preisgerichts

„Das Preisgericht empfiehlt einstimmig, die Verfasser der mit dem ersten Preis ausgezeichneten Arbeit mit den ausgelobten Planungsleistungen zu beauftragen. Dabei sollen die im Beurteilungstext enthaltenen Hinweise beachtet werden.“

Preisgerichtssitzung

23. September

Koordination

bgsm Architekten Stadtplaner, München

Realisierungswettbewerb

1. Preis

Hierl Architekten BDA DWB, München, mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten und Stadtplaner, München

Weitere Preise

2. Preis: Goergens Miklautz Partner GmbB, München, Anne Baumgartner, München

3. Preis: Riegler Riewe Architekten GmbH, Graz/Berlin, mit Grabner Huber Lipp Landschaftsarchitekten Stadtplaner, Freising

Ausloberin

Demos Wohnbau GmbH

Details

Lage

Das Wettbewerbsgrundstück liegt im Entwicklungsgebiet Paul-Gerhardt-Allee im Münchner Westen im 21. Stadtbezirk Pasing-Obermenzing. Es ist der letzte noch zu entwickelnde Teilbereich innerhalb der Zentralen Bahnflächen München.

Anlass des Wettbewerbs

Auf dem bislang gewerblich und industriell genutzten Areal soll ein neues Stadtquartier mit attraktiven Wohnungen und Arbeitsplätzen entstehen. Um die architektonischen und freiraumplanerischen Qualitäten zu gewährleisten, wurden für insgesamt 13 Baugebiete im Planungsareal Realisierungswettbewerbe vorgesehen. Der Realisierungswettbewerb für das Baugebiet WA 2(4) ist der neunte Wettbewerb für das Quartier. Das zirka 1,4 Hektar große Baugebiet liegt im östlichen Bereich des Areals. Mit seiner Lage direkt an dem westlich gelegenen öffentlichen Quartiersplatz kommt dem Gebiet eine besondere städtebauliche, architektonische und freiraumplanerische Bedeutung zu.

Würdigung des Preisgerichts (Auszug)

„Die Arbeit überzeugt durch eine angemessene Antwort auf den öffentlichen Platz, eine konsequente Ausformulierung des städtischen Blocks und sein differenziertes wohnungstypologisches Angebot.

Der große zweistöckige Gemeinschaftsraum am zentralen Platz sitzt an der richtigen Stelle und bildet hier zusammen mit dem Hofdurchgang die Schnittstelle zwischen öffentlichem Platz- und privatem Hofraum.

Sehr strukturiert und konsequent werden die Wohnungen entwickelt. Hier ist besonders das sehr differenzierte typologische Angebot aus Park-, Familien-, Dielen- und Galeriewohnungen hervorzuheben.

Die Kindertagesstätte entspricht grundsätzlich den Anforderungen. Die Treppenhäuser zu den darüber liegenden Wohnungen führen allerdings zu deutlichen Engstellen bei der Raumabfolge.

Gut gelöst sind die Lage der Gruppenräume zum Freibereich und die räumliche Verbindung zum zentral gelegenen Mehrzweckraum.

Die äußere Erscheinung versucht, die städtebauliche Haltung eines präzisen städtischen Blocks mit einem modularen Fassadenraster in ein adäquates, ruhiges Fassadenbild zu übersetzen.

Eine große Qualität entsteht im Bereich der schlüssig gesetzten Öffnung der Fassade zum Platz mit Gemeinschaftsnutzung.

Der Wettbewerbsbeitrag besticht durch eine optimale Interpretation der städtebaulichen Vorgaben und einen kraftvollen architektonischen Auftritt. Mit einem in Größe und Gestaltung optimal entworfenen Gemeinschaftsraum weisen die Verfasser den Weg zu einer urbanen Raumkante am Platz.“

Empfehlung des Preisgerichts

„Das Preisgericht empfiehlt einstimmig, die Verfasser der mit dem ersten Preis ausgezeichneten Arbeit mit der weiteren Bearbeitung des Projekts zu beauftragen. Dabei sollen die im Beurteilungstext enthaltenen Hinweise beachtet werden.“

Preisgerichtssitzung

27. Oktober 2017

Koordination

bgsm Architekten Stadtplaner, München

Realisierungswettbewerb

1. Preis

Hierl Architekten, München, mit Lohrer Hochrein Landschaftsarchitekten und Stadtplaner GmbH, München

Weitere Preise

2. Preis: Steidle Architekten, München, mit Liebald und Aufermann Landschaftsarchitekten und Stadtplaner

3. Preis: Goergens Miklautz Partner Architekten und Stadtplaner, München

Ausloberin

INDUWO Wohnungsbau GmbH (DEMOS)

Details

Lage

Im 21. Stadtbezirk Pasing-Obermenzing

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Neben frei finanzierbarem Eigentumswohnungsbau soll auch geförderter Wohnungsbau im München Modell Eigentum und EOF entstehen. Die Schaffung hoher Wohn- und Freiraumqualität in den Höfen, der städtebauliche Übergang zu den öffentlichen Straßen- und Freiräumen, der Umgang mit Lärmimmissionen und der Brandrettung in Gebäude und Freiraumplanung stellten wesentliche Aspekte der Wettbewerbsaufgabe dar. Besonderes Augenmerk war auf die Entwicklung von Grundrissen zu legen, die einen hohen Wohnwert versprechen sollen. Die Ausloberin suchte über diesen Realisierungswettbewerb überzeugende Konzepte für die architektonisch und freiraumgestalterisch anspruchsvolle Bauaufgabe.

Würdigung des Preisgerichts (Auszug)

„Aus der Befassung mit der großen städtebaulichen Dichte entwickeln die Verfasser die tragende Leitidee des ,Grünen Zimmers' als eine in Westen, Süden und Osten vorgelagerte, umlaufende, nutzbare Fassadenschicht. Dies führt zu einem gestalterischen und architektonischen Alleinstellungsmerkmal, das dem besonderen Ort und der Funktion dieses zentralen Stadtbausteins eine wohltuende Prägnanz verleiht. Die städtebauliche Setzung, die dem Bebauungsplan entspricht, interpretiert die Spielräume in der Ausgestaltung der Höhenentwicklung stimmig, wobei die öffentlichen Räume (Zentraler Park, Quartiersplatz, Anger) jeweils durch eine Überhöhung markant begrenzt werden. Zum Quartiersplatz werden folgerichtig im Erdgeschoss öffentliche Nutzungen angeboten, die die wünschenswerte Urbanität an dieser Stelle fördern sollen.

Im Blockinneren etablieren die Verfasser einen schwebenden Brückenbau, der großzügig angehoben und elegant an die Erschließungskerne Nord und Süd angedockt wird, wodurch visuelle und funktionelle Freiraumbezüge erhalten bleiben und der großzügige Hof zusammenhängend erfahrbar ist. Die Erschließung der Gebäudeeinheiten erfolgt konsequent vom öffentlichen Raum aus über großzügige durchgesteckte Treppenhäuser, sodass eine gute Auffindbarkeit gegeben ist und eine gute Adressbildung garantiert werden kann.

Die vorgesehenen, im Maßstab passend dimensionierten Hofdurchgänge sind sparsam gesetzt, reagieren aber räumlich gut auf die Außenraumbezüge. Die Wohnungsgrundrisse der Drei- bis Vierspännertypen sind kompakt organisiert, weisen eine hohe Varianz auf und bilden den geforderten Wohnungsschlüssel weitgehend ab. Die Erweiterung der Grundrisse durch die vorgelagerten nutzbaren ,Grünen Zimmer' steigert den Wohnwert der Wohnungen. Gleichzeitig gewinnen die hier ausgebildeten Fassaden an Individualität und Plastizität. Das durchlaufende gleichmaßstäbliche Fassadenraster lässt gerade die Nordfassade in der etwas monotonen Anmutung problematisch erscheinen.

Einzelne Grundrisstypen erfüllen nicht ganz die Fördervoraussetzungen gemäß EOF. Bei den Einzelwohnflächen der EOF-Mietwohnungen sind kleinere Überschreitungen der zulässigen Wohnflächenobergrenzen erkennbar. Die anteilig zu einem Viertel auf die Wohnfläche anzurechnenden Flächen der sogenannten Grünen Zimmer als den Wohnungen vorgelagerte, jeweils durchgehende Balkonzone ist konzeptbedingt oft unverhältnismäßig groß zur Innenwohnfläche der EOF-Mietwohnungen.

Der Innenhof wird als durchlaufende Einheit begriffen. Felder mit unterschiedlichen Nutzungen reihen sich facettenartig nebeneinander an. Spielwiesen, Grabeland und Baumhaine finden hier Platz. Der wettergeschützte Raum unter der Gebäudebrücke wird als Treffpunkt für Spiel und Sport vorgeschlagen, baulich ergänzt durch einen Gemeinschaftsraum als Nachbarschaftstreff. Umlaufend reihen sich private Mietergärten an die erdgeschossigen Wohnungen, die großen Pufferzonen minimieren den Hofraum deutlich. Ein Dachgarten auf der Gebäudebrücke ergänzt das gemeinschaftliche Freiraumangebot. Die konsequente öffentliche Nutzung nach Westen zum Angela-Molitoris-Platz wird ausdrücklich begrüßt.

Das Preisgericht versteht den Freiraum als Mosaik, das auf unterschiedliche Situationen reagieren kann. Allerdings wird hier die Klarheit, Konsequenz und Experimentierfreudigkeit, die in der Architektur zu finden ist, noch vermisst. Aneigenbarkeit und Überraschungsmoment würden auch hier begrüßt.

Die für den Lärmschutz kritische Südfassade weist eine ausreichende Gliederung auf. Durch das Grüne Zimmer werden Außenwohnbereiche mit hoher Aufenthaltsqualität angeboten. Gegebenenfalls ist die Tiefgaragenzu- und ausfahrt für einem ausreichenden Schallschutz der Nachbarschaft zu verschieben.

Das Preisgericht lobt einen innovativen gestalterisch souveränen Beitrag, der einen hohen Wohnwert mit einer nachhaltigen Bauweise verbindet. Aufgrund der zweiten Fassadenschicht entsteht eine deutliche Geschossflächenüberschreitung, die in dieser Größenordnung hinsichtlich der Umsetzbarkeit zu überprüfen wäre.“

Empfehlung des Preisgerichts

„Das Preisgericht empfiehlt einstimmig, die Verfasser der mit dem ersten Preis ausgezeichneten Arbeit bei einem Nachweis der Realisierbarkeit unter Berücksichtigung der im Beurteilungstext enthaltenen Hinweise – insbesondere auch hinsichtlich der Freiraumplanung – mit der weiteren Bearbeitung des Projekts zu beauftragen.“

Preisgerichtssitzung

18. Oktober 2019

Koordination

bgsm Architekten Stadtplaner, München

Realisierungswettbewerb

Zwei 2. Preise

Maier Neuberger Architekten GmbH, München, mit grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner, Freising (Empfehlung der Jury für WA7)

Grassinger Emrich Architekten GmbH, München, mit mgk mahl gebhard konzepte Landschaftsarchitekten, München

Weitere Preise

3. Preis: su und z Architekten, München, mit studioB Landschaftsarchitektur, München

4. Preis: Maisch Wolf Architekten GmbH, München, mit lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner GmbH, München

Ausloberin

ARTEC Wohnbau GmbH & Co. KG

Lage

Das Wettbewerbsgrundstück ist Teil des Entwicklungsgebiets Paul-Gerhardt-Allee im Westen Münchens im Stadtbezirk 21 Pasing-Obermenzing. Das Gebiet ist der letzte noch zu entwickelnde Teilbereich der „Zentralen Bahnflächen München“.

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Neben frei finanzierbarem Eigentumswohnungsbau soll auch geförderter Wohnungsbau im München Modell Eigentum und EOF entstehen. Die Schaffung hoher Wohn- und Freiraumqualität in den Höfen sowie im Übergang zu vorhandenen gewerblichen Nutzungen, der städtebauliche Übergang zu den öffentlichen Straßen- und Freiräumen sowie der Umgang mit Lärmimmissionen und der Brandrettung in Gebäude- und Freiraumplanung stellten wesentliche Aspekte der Wettbewerbsaufgabe dar. Besonderes Augenmerk ist auf die Entwicklung von flächenwirtschaftlichen Grundrissen zu legen, die einen hohen Wohnwert versprechen. Die Ausloberin suchte über diesen Realisierungswettbewerb überzeugende Konzepte für die architektonisch und freiraumgestalterisch anspruchsvolle Bauaufgabe.

Würdigung des Preisgerichts (Auszug)

„Präsentiert werden die Stadtbausteine WA 7.1 und 7.2 als Gebäude mit einem freundlichen, hellen und eleganten Charakter. Eine klar gegliederte und im Detail sorgfältig differenzierte Fassade mit großzügigen Fensteröffnungen überzeugt auch dadurch, dass sie das Volumen der Blöcke mit den Höhensprüngen als ein Volumen zusammenzuhalten vermag. Auch die Wahl und Kombination der Materialien verspricht eine qualitätsvolle Architektur. Insgesamt berücksichtigt der Entwurf die städtebaulichen Vorgaben des Bebauungsplans und setzt diese mit einer gelungenen Ausgewogenheit und als respektvoller Nachbar im Kontext um. Die erdgeschossigen Arkaden, die sich zum Anger orientieren, wurden beibehalten, jedoch in ihrer Höhenentwicklung überarbeitet. Das Ergebnis überzeugt unverändert, nicht zuletzt weil hier der Anspruch eines städtischen Lebens die Motivation ist.

Die augenscheinlich sorgfältige Abstimmung der Freiflächen muss in diesem Zusammenhang hervorgehoben werden. So reagieren die Außenanlagen sensibel auf die Zonen im Erdgeschoss, sowohl im Anger sowie in den Höfen. Was zudem gut gelingt, ist der Brückenschlag über die Rhea-Lüst-Straße: Es entsteht ein räumlicher Zusammenhang, der vielversprechend ist.

Die Stadthäuser werden konsequent von außen erschlossen, was zum städtischen Gestus beiträgt. Die Anzahl der Treppenkerne scheint eine wirtschaftliche Erschließung und Umsetzung zu versprechen. Die Art und Weise, wie die Loggien und Terrassen angeordnet werden, verspricht eine ruhige Gebäudekubatur, was die städtebauliche Idee unterstützt. Die Wohnqualitäten dieser Bereiche werden in Form von Illustrationen gezeigt und versprechen hohe Aufenthaltsqualitäten.

Der Baustein WA 8 wird in der Überarbeitung durch einen leichten Versatz der Häuser dezent gegliedert. Die Kita steht separat als Solitär und unterscheidet sich in der Architektursprache und Bauweise. Die Baukörper sowie die Grundrisse sind klar strukturiert und erfüllen die Anforderungen des geförderten Wohnungsbaus in scheinbar routinierter Form. Die Anordnung der Balkone erscheint etwas willkürlich und führt an den Gebäudeversätzen zu weniger überzeugenden Situationen.“

Empfehlung des Preisgerichts

Baugebiete WA 7.1 und WA 7.2: „Die Jury empfiehlt einstimmig, das Team Maier Neuberger Architekten GmbH mit grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner mit den im Wettbewerb ausgelobten Planungsleistungen zu beauftragen.“

Baugebiet WA 8: „Die Jury konnte keine Empfehlung für einen Teilnehmer aussprechen, da im derzeitigen Planungsstand noch kein Projekt vollständig überzeugen kann. Der Auftraggeberin wird empfohlen, die weitere Planung frühzeitig mit dem Referat für Stadtplanung abzustimmen.“

Preisgerichtssitzungen

3. Juli 2020

15. Dezember 2020 (nach Überarbeitung der ersten drei Preise)

Koordination

bgsm Architekten Stadtplaner, München-Augsburg

Chronologie

7/2011: Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 2058
5/2012: Preisgericht im städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb
6/2014: Billigungsbeschluss
11/2014: Beschluss zu Planung und Priorisierung der Fuß- und Radwegebrücken
12/2014: Satzungsbeschluss
6/2015: Preisgericht Wettbewerb WA 6
9/2015: Preisgericht Wettbewerb WA 2(1)
10/2015: Preisgericht Wettbewerb WA 2(3)
3/2016: Preisgericht Wettbewerb WA 5
4/2016: Preisgericht Wettbewerb WA 2(2)
6/2016: 2. Preisgericht Wettbewerb Sondergebiet
8/2016: Preisgericht Wettbewerb WA 3
9/2016: Preisgericht Wettbewerb WA 1
10/2017: Preisgericht Wettbewerb WA 2(4)
10/2019: Preisgericht Wettbewerb WA4
12/2020: Preisgericht Wettbewerb WA7 und WA8

  • Referat für Stadtplanung und Bauordnung

    Stadtplanung - Planungsgruppe Bezirk Mitte (Stadtbezirk 3, 4 und 9)

    Blumenstraße 28b

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