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Otto-Hahn-Ring

Der frühere Siemens-Mitarbeiterparkplatz in Neuperlach wird zu einem kompakten Wohngebiet

Details zum Wettbewerb

Städtebaulicher und landschaftsplanerischer Planungswettbewerb

1. Preis

Prof. Biedermann Architekten, München, mit Mathias Wolf Landschaftsarchitekt, Fürstenfeldbruck

Weitere Preise

2. Preis: Grassinger Emrich Architekten GmbH, München, mit Birgit Dietrich, Wörthsee

3. Preis: Blaumoser Architekten, Starnberg, mit zaharias landschaftsarchitekten, München

4. Preis: ARGE MWA l Max Wetzig Architekt / VN-A l visual network art architecture, Berlin, mit gruppe dezentral, München

Ausloberin

BSC München Grundstücks GmbH & Co. KG, vertreten durch die RFR Development GmbH

Lage

Das zirka sieben Hektar große Planungsgebiet nördlich des Otto-Hahn-Rings und östlich der Carl-Wery-Straße liegt im 16. Stadtbezirk in Neuperlach.

Anlass, Ziel und Ablauf des Wettbewerbs

Auf dem Areal soll ein urbanes Wohnquartier mit Grün- und Freiflächen sowie sozialen Einrichtungen entstehen. Mit der Planung soll der Übergang zwischen der kleinteiligen Bebauung nördlich des Otto-Hahn-Rings und der großformatigen Bebauung Neuperlachs städtebaulich und landschaftsplanerisch qualitätvoll definiert werden.

Wettbewerb und Beteiligung der Öffentlichkeit

Um diese Ziele zu erreichen, lobte die Grundstückseigentümerin BSC München Grundstücks GmbH & Co. KG in enger Abstimmung mit der Landeshauptstadt München einen offenen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Planungswettbewerb mit freiraumplanerischem Ideenteil in zwei Bearbeitungsphasen aus.

Vor Beginn des Wettbewerbs wurde die nördlich angrenzende Nachbarschaft bei einer Einwohnerversammlung am 18. Februar 2019 informiert. Darüber hinaus fand eine Bürgerinformationsveranstaltung im Rahmen eines Info-Marktes am 22. Oktober 2019 statt; Anregungen und Erkenntnisse daraus wurden Teil der Auslobung.

Im Dezember 2019 wurde die erste Bearbeitungsphase für eine unbegrenzte Teilnehmerzahl gestartet. In dieser Phase wurden zunächst Leitideen und grundlegende Konzepte entwickelt. Das Preisgericht wählte zwölf Konzepte für die zweite Bearbeitungsphase aus. Hier waren die Teilnehmer aufgefordert, ihre Konzeptidee vertieft auszuarbeiten und den Ideenteil zu bearbeiten. Das Wettbewerbsverfahren wurde am 26. Mai 2020 mit der Wahl von vier Preisträgern abgeschlossen.

Würdigung des Preisgerichts

"Die Arbeit besticht durch die Klarheit ihrer städtebaulichen und freiräumlichen Grundstruktur. Längs der geschützten Gehölz- und Wallstruktur im Norden ist ein neuer zusammenhängender großzügiger Grünraum. Die bestehende geschützte Struktur wird in eine Gesamtfigur integriert – sie erhält dadurch einen landschaftlichen Maßstab, der dem neuen Quartier und der bestehenden Nachbarschaft sehr gut tut. Durch die Anbindung an die Carl-Wery Straße im Westen und den Otto-Hahn-Ring im Südosten ist sie als öffentliche Grünfläche erschlossen und klar ablesbar.

Demgegenüber setzt das neue Quartier zu den lärmbelasteten Straßen im Westen und Süden eine harte Schale: drei differenziert ausgebildete Blöcke mit durchgehenden fünfgeschossigen Gebäuden und punktuell aufgesetzten, bis zu achtgeschossigen Hochpunkten. Zwischen der Schale und dem neuen Park spannt sich ein deutlich niedrigeres abgestuftes Bebauungsfeld auf, eine durchlässige Blockbebauung in zweiter Reihe, die sich in der Höhe staffelt und so einen sanften Übergang zum Wall und zur Nachbarbebauung im Norden bildet. Es ergibt sich eine Orientierung des neuen Quartiers zum Park.

Die aufgelockerte Flucht der Schale zum Otto-Hahn Ring bildet kleinteilig Vor- und Eingangsbereiche. So wird die Großmaßstäblichkeit des Straßenraums gebrochen, es entstehen der Lärmsituation entsprechend angemessen dimensionierte Räume mit lokalen Qualitäten. Der im Block liegende vorgeschlagene recht große Quartiersplatz wird kontrovers diskutiert. Auf lärmabgewandter Seite platziert hat er sicherlich Aufenthaltsqualitäten. Die im Plan und insbesondere der Perspektive dargestellte städtische Dimensionierung wirkt hier aber fehl am Platz.

Die im Ideenteil vorgeschlagene Neuordnung der Verkehrsströme auf dem Otto-Hahn-Ring und eine dadurch mögliche Reduktion der erforderlichen Fahrbahnen wird positiv gewertet.

Das große Potential des Konzepts mit dem Bebauungsfeld in der zweiten Reihe wird insbesondere in der Verzahnung mit dem Grünraum gesehen. Die parkähnliche Struktur, als Verbindung zu der angrenzenden Einfamilienhaus-Siedlung, stellt eine harmonische Verbindung dar und bietet beiden Wohngebieten eine attraktive Aufenthaltsqualität.

Eine geringfügige Unterschreitung der möglichen Geschossfläche / Wohnfläche erscheint tragbar, auch, da auf mehrere Hochpunkte verzichtet wird und lediglich an der Kreuzungsecke ein zehngeschossiges Gebäude vorgeschlagen ist. Auch der geforderte Anteil an Grün- und Freiflächen ist nicht erreicht. Nachteilig aus Investorensicht ist, neben der geringen Geschossfläche, die vorgeschlagene Tiefgarage über drei Ebenen.

Insgesamt bildet die städtebauliche Grundfigur mit dem neuen Grünraum einen überaus wertvollen Beitrag für das Quartier und darüber hinaus für die Freiraumstruktur von Neuperlach Süd. Die Bebauungsstruktur bietet dazu ein robustes und gut dimensioniertes Gerüst, das in der architektonischen Weiterentwicklung ein hohes Potential für eine eigene Quartierbildung birgt."

Empfehlung des Preisgerichts

Die Wettbewerbsjury empfiehl einstimmig, den städtebaulichen und landschaftsplanerischen Entwurf des 1. Preisträgers zur Grundlage der weiteren Entwicklung des Planungsgebiets zu machen.

Preisgerichtssitzung

26. Mai 2020

Koordination

AS+P Albert Speer + Partner GmbH

Ansichten des Siegerentwurfs

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Wohnen, wo einst ein Parkplatz war

Luftbild mit Umgriff des Planungsgebiets Otto-Hahn-Ring
LHM

Das Projekt

Das etwa 7,3 Hektar große Planungsgebiet wird im Westen durch die Carl-Wery-Straße, im Süden durch den Otto-Hahn-Ring, im Osten durch die Kindertagesstätte an der Tribulaunstraße und im Norden durch die Wohnhäuser an der Dr.-Walther-von-Miller-Straße begrenzt.

Bisher wurde das Gelände von der Firma Siemens als Mitarbeiterparkplatz genutzt. Das neue Wohngebiet schafft einen städtebaulichen Übergang zwischen der kleinteiligen Wohnbebauung im Norden und der großflächigen Gewerbestruktur im Süden. Unterschiedliche Wohnformen und -typologien für verschiedene Bevölkerungs- und Einkommensgruppen sind vorgesehen.

Das Quartier soll nachhaltig in kompakter und flächenschonender Bauweise mit durchgehend fünfgeschossigen Gebäuden und einzelnen, bis zu achtgeschossigen Hochpunkten errichtet werden. Dabei wird Wert auf qualitätsvolles Wohnen mit attraktiven Grün- und Freiflächen gelegt. An den Straßenseiten im Erdgeschoss zum Otto-Hahn-Ring und zur Carl-Wery-Straße wird wegen der Lärmbelastung auf Wohnungen verzichtet. Stattdessen sind hier beispielsweise Läden, Gastronomie, nicht wesentlich störende Gewerbebetriebe sowie Gemeinschafts-, Abstell- und Wohnnebenräume vorstellbar. Als städtebaulicher Akzent und als Übergang zu der hohen Bebauung des Siemens-Areals ist am Kreuzungsbereich Ecke Carl-Wery-Straße / Otto-Hahn-Ring ein zwölfgeschossiger Hochpunkt geplant.

Entlang der kleinteiligen Wohnbebauung im Norden verläuft eine Gehölz- und Wallstruktur. Durch die Verzahnung dieser vorhandenen Gehölzstruktur mit der daran anschließenden öffentlichen Grünfläche entsteht ein großzügiger, zusammenhängender Grünraum zwischen dem bestehenden und dem neuen Wohngebiet.

Wettbewerb

Auf Grundlage des Eckdaten- und Aufstellungsbeschlusses wurde ein offener städtebaulicher und landschaftsplanerischer Planungswettbewerb mit freiraumplanerischem Ideenteil ausgelobt, der zwei Phasen umfasste. Die erste Wettbewerbsphase wurde am 4. Februar 2020 entschieden. Dabei wurden zwölf Arbeiten für die zweite Phase (vertiefende Bearbeitung der Konzeptidee, Bearbeitung des Ideenteils) ausgewählt. Über die Ergebnisse wurde am 26. Mai 2020 entschieden.

Bürgerbeteiligung

Im Vorfeld des Wettbewerbes wurde die Nachbarschaft am 18. Februar 2019 im Rahmen einer Einwohnerversammlung des Bezirksausschusses 16 über die Planung informiert. Am 22. Oktober 2019 fand eine Informationsveranstaltung statt. Die dort eingegangenen Anregungen der Bürger*innen wurden in der Auslobung zum Wettbewerb berücksichtigt. Im Juni 2020 wurden die Wettbewerbsarbeiten in der Muffathalle ausgestellt. Bei einer Informationsveranstaltung in der Nachbarschaft zum Planungsgebiet am 25. Juni 2020 wurden die Bürger*innen zudem über das Ergebnis des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs informiert.

Chronologie

09-10/2021: Frühzeitige Unterrichtung der Öffentlichkeit gemäß § 3 Absatz 1 BauGB
06/2020: Informationsveranstaltung zu den Wettbewerbsergebnissen
06/2020: Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse in der Muffathalle
05/2020: Preisgericht im Wettbewerb
10/2019: Informationsveranstaltung
10/2019: Eckdaten- und Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 2145
02/2019: Einwohnerversamlung für den 16. Stadtbezirk

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