Das Münchner Stadtmodell

Es wird in akribischer Feinarbeit geschaffen und bildet die Münchner Innenstadt im Maßstab 1:500 ab: Die Rede ist vom hölzernen Altstadtmodell.

Eine Miniaturstadt aus Holz

Altstadtmodell
LHM

Das hölzerne Modell kann im Münchner Stadtmuseum kostenlos besichtigt werden. Die Mitarbeiter*innen der Modellbauwerkstatt im Referat für Stadtplanung und Bauordnung passen es laufend den baulichen Veränderungen in der Stadt an.

Das Sandtner-Modell als Vorbild

Seit den 1970er Jahren sägen, schnitzen, feilen und kleben die vier Mitarbeiter*innen der Modellbauwerkstatt an dem detailgetreuen Stadtmodell. Es ist nach dem Vorbild Jakob Sandtners entstanden, der bereits um 1570 ein vollständiges und maßstabsgerechtes Modell der Stadt München angefertigt hat.

Das Originalwerk des Straubinger Drechslermeisters steht im Bayerischen Nationalmuseum. Es zeigt, welch große Tradition der Modellbau in München hat. Die Modellbauwerkstatt setzt diese Tradition fort, die sich bis heute großer Wertschätzung erfreut.

So hat das Team der Modellbauwerkstatt unzählige Gebäude, Bäume, Straßen und Gewässer mit einem hohen Grad an Detailtreue im Maßstab 1:500 der Realität nachempfunden. Ziel ist es, die Kernstadt vom Hauptbahnhof bis zum Gasteig lückenlos darzustellen. Auf einer vier mal sechs Meter großen Grundplatte ergeben die Elemente eine Komposition, die den Vergleich mit der handwerklichen Kunstfertigkeit ihres berühmten Vorbilds ohne jeden Zweifel besteht.

Als Material wird größtenteils Lindenholz verwendet. Es ist von dauerhafter Qualität, präzise zu bearbeiten und seine kaum vorhandene Maserung ermöglicht ein ebenmäßiges Erscheinungsbild des gesamten Ensembles.

Das Altstadtmodell kommt bei Ausstellungen, Planungsarbeiten, Präsentationen, städtebaulichen Wettbewerben und für Zwecke des Stadtmarketings zum Einsatz.

Die Modellbauwerkstatt

Die Modellbauwerkstatt des Referats für Stadtplanung und Bauordnung befindet sich im Gerberblock in der Blumenstraße 31. Das 120 Quadratmeter große Atelier und die angeschlossene, mit Maschinen bestückte Werkstatt bietet den Modellbauer*innen ausgezeichnete Arbeitsbedingungen.

Neben dem Altstadtmodell entstehen dort noch andere städtebauliche Modelle. Sie alle werden benötigt

  • als Entscheidungshilfe für die Stadtverwaltung bei städtebaulichen Wettbewerben
  • zur Darstellung der städtebaulichen Qualitäten und Potentiale
  • als Arbeitsvorlagen für Planerinnen und Planer

Bei Wettbewerben und Präsentationen ergänzen die Modelle - seit jeher klassische Arbeitsinstrumente im Städtebau - die zweidimensionale Darstellung der Planzeichnung und die 3-D-Darstellung am Computer. Die städtebaulichen Ideen der Planerinnen und Planer werden so räumlich erleb- und greifbar gemacht. Städtebauliche Modelle stellen daher für den gesamten Planungsprozess unverzichtbare Hilfsmittel dar.

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Vom Holzklotz zum filigranen Gebäude

Städtebauliche Modelle bestehen aus vielen Elementen. Jedes einzelne ist das Ergebnis eines handwerklichen Schaffensprozesses, der sich längere Zeit hinziehen kann.

Am Anfang existiert nur ein grober Klotz, die so genannte Lindenholzbohle. Bevor die Modellbauer*innen mit dem Schnitzeisen oder anderen Werkzeugen daran Hand anlegen, müssen sie eine genaue Idee davon haben, wie das Ergebnis einmal aussehen soll. Dazu müssen Pläne und Fotos besorgt, Bauakten studiert und die Objekte skizziert werden. Manchmal müssen die Mitarbeiter*innen sogar selbst Vermessungen vornehmen. Vielleicht handelt es sich bei der Frau, die gerade auf der Kuppel des Justizpalastes Maß nimmt, ja um eine Modellbauerin!

Die einzelnen Miniaturgebäude müssen dann sorgfältig in das Gesamtensemble eingefügt und auf Maß und Passgenauigkeit geprüft werden. So entsteht eine eigene kleine Welt.

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Szenen aus der Modellwerkstatt

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