Ehemaliges McGraw-Gelände

Der Freistaat Bayern errichtet im östlichen Bereich der ehemaligen McGraw-Kaserne in Giesing ein neues Wohnquartier.

Aktuelles

Am 1. Oktober 2025 wurde das Richtfest für mehr als 500 Wohnungen für Staatsbedienstete gefeiert. Auf dem ehemaligem Militärgelände entstehen 257 Wohnungen sowie 297 Wohnheimplätze mit bezahlbaren Mieten. Die Fertigstellung ist gestaffelt und von Ende 2026 bis Anfang 2028 geplant.

Das Projekt

Städtebauliche Perspektive der Wohnhöfe, 1. Preis
Teleinternetcafe, MLA+, Treibhaus
Visualisierung Wohnhöfe des 1. Preisträgers

Geplant sind zirka 250 Mietwohnungen für Staatsbedienstete sowie Wohnheimplätze für die Justiz, Geschäfte, Kindertagesstätten und Grünflächen.

Das 2,8 Hektar große Planungsgebiet befindet sich im Stadtbezirk Obergiesing-Fasangarten nahe der Grenze zum Stadtbezirk Untergiesing-Harlaching. Es liegt östlich der Tegernseer Landstraße und des tieferliegenden McGraw-Grabens, grenzt im Süden an die Stadelheimer Straße und nach Osten an die Warthofstraße. Als Teil des ehemals militärisch genutzten Geländes ist die Fläche vollständig im Eigentum des Freistaats Bayern.

Ausgangslage

Bis Ende 1992 wurden die Flächen westlich und östlich der Tegernseer Landstraße zwischen Peter-Auzinger-, Stadelheimer- und St.-Quirin-Straße von den US-Streitkräften für militärische Zwecke genutzt. Im Rahmen der Überlegungen zur zivilen Nachnutzung der McGraw-Kaserne wurde 1997 ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt, der jedoch zu keinem tragfähigen Ergebnis führte. Auch änderte der Freistaat in den folgenden Jahren seine Pläne für die langfristige Nutzung der Flächen: Westlich der Tegernseer Landstraße sollten die Einrichtungen von Polizei und Verwaltung sowie die bestehenden Staatsbedienstetenwohnungen dauerhaft bestehen bleiben.

Für städtebauliche Neuplanungen stand damit nur noch der Teilbereich östlich der Tegernseer Landstraße zur Verfügung. Im Jahr 2012 wurde die dort gelegene Halle 19 in die Denkmalliste der Landeshauptstadt München aufgenommen, so dass aktuell nur der Bereich südlich der Halle zwischen Tegernseer Landstraße und Warthofstraße überplant werden soll. Neben den bestehen bleibenden Wohngebäuden entlang der Tegernseer Landstraße befanden sich dort überwiegend leerstehende, inzwischen abgerissene ehemalige Kasernengebäude sowie eine befristet eingerichtete Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber, die bereits aufgegeben und Anfang 2019 entfernt wurde.

Ziele der Planung

Der Freistaat Bayern beabsichtigt, zirka 250 neue Wohnungen für Staatsbedienstete zu errichten. Dabei sollen auch die an der Tegernseer Landstraße bestehenden Wohngebäude in die Planung integriert werden. An der Stadelheimer Straße soll Einzelhandel entstehen mit einem Wohnheim für zirka 250 junge Staatsbedienstete in den Obergeschossen. Außerdem werden mehrere Kindertageseinrichtungen in die Planung aufgenommen, durch die auch die ortsnahe Versorgung aus der Umgebung mit abgedeckt werden kann. Öffentliche und private Freiflächen sowie Gemeinschaftseinrichtungen, wie zum Beispiel ein Nachbarschaftstreff, sollen entstehen, ebenso wird durch eine öffentliche Wegeverbindung durch das Quartier die Durchlässigkeit gewährleistet. Die Entwicklung wurde vom Freistaat an die Stadibau GmbH (Gesellschaft für den Staatsbedienstetenwohnungsbau in Bayern mbH) übertragen.

Verfahren

Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung entwickelte zusammen mit dem Freistaat die genannten Eckdaten für ein künftiges Nutzungskonzept . Am 27. Juni 2018 stimmte der Stadtrat den Planungsabsichten mit einem Grundsatz- und Eckdatenbeschluss zu.

Die Stadibau GmbH lud im Juli 2018 zu einer Informationsveranstaltung ein, um der benachbarten Öffentlichkeit die Ziele der Planung zu erläutern.

In Abstimmung mit der Landeshauptstadt München lobte die Stadibau GmbH einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb aus, der Ende 2018 entschieden wurde. Das Ergebnis wurde den weiteren Planungen zugrunde gelegt. Am 4. März 2020 fand eine Info-Veranstaltung zur Überarbeitung des Wettbewerbsergebnisses und den nächsten Schritten statt. Auf Basis der Rückmeldungen wurde die Planung nochmals überarbeitet und konnte dann als Grundlage einer Genehmigung dienen. Die Bauarbeiten haben 2024 begonnen.

Wettbewerb

Anfang 2018 erteilte der Münchner Stadtrat mit einem Grundsatz- und Eckdatenbeschluss seine Zustimmung zu den Planungszielen und Wettbewerbsvorgaben. Die Durchführung wurde der Stadibau GmbH übertragen.

Das Planungsgebiet umfasst mit einer Größe von zirka 2,8 Hektar ungefähr ein Viertel der ehemaligen Kasernenfläche. Neben den bestehen bleibenden Wohngebäuden an der Tegernseer Landstraße befanden sich dort bislang überwiegend leerstehende Kasernengebäude. Nördlich des Planungsgebiets liegt die sogenannte Halle 19, eine 1937/38 errichtete Fahrzeughalle, die wegen ihrer 50 Meter weit gespannten Stahlskelettkonstruktion unter Denkmalschutz steht. Sie wird derzeit durch die Polizei genutzt.

Auslober

Stadibau - Gesellschaft für den Staatsbedienstetenwohnungsbau in Bayern mbH (Stadibau GmbH)

1. Preis

Teleinternetcafe Architektur und Urbanismus, Berlin, MLA+, Berlin, MLA+ B.V., Rotterdam, und Treibhaus Landschaftsarchitekten, Hamburg

Weitere Preise

2. Preis: zanderroth architekten, Berlin, mit Friedburg & Co., Berlin
3. Preis: steidle architekten, München, mit grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner, Freising / Hamburg

Würdigung des Preisgerichts

Das Preisgericht lobte die Arbeit des ersten Preises als schlüssiges städtebauliches und freiraumplanerisches Konzept. Das Planungsgebiet wird durch drei hofartige Bausteine gegliedert. In den dazwischen liegenden Freiräumen werden öffentlich zugängliche Querwege entstehen, an deren Kreuzungspunkten kleine Plätze angeordnet sind. Ein Hochpunkt markiert die Kreuzung zur Tegernseer Landstraße. Durch Zonierung und Staffelung entstehen Wohngebäude mit hohem Wohnwert und gut proportionierten und ansprechenden Fassaden. Auch bietet die Arbeit trotz der hohen Dichte ein Freiraumsystem mit funktionsfähiger Zonierung zu den privaten, halböffentlichen, bis hin zu öffentlichen Bereichen. Es wurde vom Preisgericht begrüßt, dass der Charakter dieses neuen Wohnviertels einen hohen Identifikationsgrad aufweist, der auch der unmittelbaren Umgebung zu einer Aufwertung verhilft. Der Vorschlag stelle insgesamt einen gelungenen Beitrag dar, der diesen Ort bereichern kann, hieß es.

In der Arbeit des zweiten Preises wurde der Baukörper des Wohnheims an der Stadelheimer Straße hervorgehoben und als eine städtebauliche Großform gelobt, die sich den unterschiedlichen Seiten gegenüber differenziert verhält. Auch die Fassadenstruktur sei selbstbewusst und differenziert gestaltet, was im Kontext der Stadelheimer Straße sowie der Tegernseer Landstraße positiv bewertet wurde.

Empfehlung des Preisgerichts

Das Preisgericht hat der Ausloberin einstimmig empfohlen, das städtebauliche und freiraumplanerische Konzept des ersten Preises den weiteren Planungen zugrunde zu legen und zu prüfen, ob für das Wohnheim das architektonische Konzept des zweiten Preises integriert werden kann.

Weiteres Vorgehen

Entsprechend der Preisgerichtsempfehlung wurde die Kombinationsmöglichkeit der städtebaulichen Struktur des ersten Preises mit der Wohnheimarchitektur des zweiten Preises geprüft. Diese Prüfung konnte zwischenzeitlich mit positivem Ergebnis abgeschlossen werden. Nach weiterer Ausarbeitung soll dies den weiteren Planungen zugrunde gelegt werden.

Pläne

Dies ist eine Bildergalerie in einem Slider. Mit den Vor- und Zurück-Kontrollelementen kann navigiert werden. Bei Klick öffnet sich ein Modal-Dialog, um das vergrößerte Bild mit weiteren Informationen anzuzeigen.

Chronologie

24.01.2024 Baugenehmigung
08/2021 positiver Vorbescheid
09/2020 Antrag auf Vorbescheid auf Basis des Wettbewerbsentwurfs und dessen Überarbeitung
03/2020 Informationsveranstaltung zur Überarbeitung des Wettbewerbs
07/2019 Bekanntgabe des Ergebnisses des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs
07/2018 Informationsveranstaltung zur Vorbereitung des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs
06/2018 Grundsatz- und Eckdatenbeschluss
03/1997 Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 1807

  • Referat für Stadtplanung und Bauordnung

    Stadtplanung - Planungsgruppe Bezirk Ost (Stadtbezirk 17, 18 und 19)

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