Integriertes Digitales Entwicklungskonzept (IDEK)

Das IDEK ist ein Modellprojekt des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr, an dem sich München - neben zehn weiteren Kommunen - beteiligt.

Markt der Möglichkeiten am 15.7. in der MVHS Ost

Wie steht es um die Digitalisierung im Handlungsraum 3? Welche digitalen Lösungen können die zukünftige Entwicklung des Gebiets unterstützen? Welche Projekte sind in München bereits digitale Pioniere?
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Der Handlungsraum 3 als Modellprojekt

Im Handlungsraum 3 werden auch neue Projekte entwickelt. So soll ein Integriertes Digitales Entwicklungs-Konzept (IDEK) erstellt werden. Das IDEK ist ein Modellprojekt des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr, an dem sich München - neben zehn weiteren Kommunen - beteiligt.

Ziel des IDEK ist es, das Handlungsraumkonzept um ein passgenaues und raumbezogenes Digitalisierungskonzept zu erweitern. Im Kern steht dabei die Frage, wie Digitalisierung genutzt werden kann, um die Entwicklungsziele im Handlungsraum 3 zu erreichen.

Das sind die Ziele

  • Allgemein anwendbare, praxisnahe digitale Lösungsansätze für Fragen der Stadtplanung entwickeln,
  • Handlungsempfehlungen aufzeigen, wo und wie neue digitale Werkzeuge und Dienstleistungen sinnvoll angewendet werden können,
  • das bestehende Handlungsraumkonzept für den Handlungsraum 3 um den digitalen Blickwinkel erweitern

Beteiligung der Öffentlichkeit

Im Rahmen des IDEKs wird die Öffentlichkeit in die Ermittlung der Bedarfe, Ziele und Ideen für die weitere Digitalisierung des Handlungsraums eingebunden. Eine Beteiligung der Bevölkerung und Fachöffentlichkeit erfolgte bereits in den ersten Phasen des IDEK-Prozesses in Form einer Nachbarschaftsbefragung, eines Zukunftsworkshops sowie einer Strategiewerkstatt.

Bei dem jüngsten Beteiligungsformat – einer Ideenfindung über die städtische Plattform unser.muenchen.de – konnten Bewohner*innen des Handlungsraums 3 Vorschläge für digitale Maßnahmen in ihrem Quartier machen und diese bewerten, unterstützen und kommentieren. Eine Beteiligung war vom 21. März bis 31. Mai 2022 sowohl digital als auch analog möglich.

Ergebnisse der Beteiligung und des IDEK-Prozesses sowie weitere Münchner Digitalprojekte werden auf der Abendveranstaltung Markt der Möglichkeiten am 15. Juli 2022 von 16 bis 20.30 Uhr in den Räumlichkeiten der Volkshochschule München Ost präsentiert. Die Veranstaltung ist für alle interessierten Bürger*innen offen.

Markt der Möglichkeiten

Auf dem Markt der Möglichkeiten werden die eingereichten Projektideen der Bürger*innenbeteiligung und weitere Maßnahmenvorschläge sowie laufende Digitalisierungsprojekte der Stadt München vorgestellt.

Die Abendveranstaltung findet am 15. Juli .2022 von 16 bis 20.30 Uhr in den Räumlichkeiten der Volkshochschule München Ost (Claudius-Keller-Str. 7) statt.

Es erwartet Sie ein abwechslungsreiches Programm mit Impulsvorträgen städtischer Vertreter*innen, eine Begleitausstellung zum IDEK und ein Dialogformat zum Kennenlernen ausgewählter Münchner Digitalisierungsprojekte.

Informationen zum aktuellen Projektverlauf

Bestandsanalyse und Stärken-Schwächen-Profil

Die in den ersten beiden Phasen ausgearbeiteten Erkenntnisse zeigen den Status Quo der Digitalisierung im Handlungsraum 3 in folgenden vier strukturgebenden Dimensionen auf:

  • Digitale Infrastruktur: Digitale Technologien, welche als Rückgrat einer intelligenten Stadt die Digitale Transformation erst möglich machen (bspw. Breitbandnetzwerke, W-LAN Hotspots, Sensoren und 5G).
  • Digitale Dienstleistungen und Anwendungszentren: Digitale Angebote und Dienstleistungen, die bspw. von städtischen oder privaten Akteur*innen im virtuellen Raum (Website, Apps, etc.) oder als analoge Anlaufstelle im Handlungsraum angeboten werden.
  • Organisation und Prozesse: Wegweisende Strategie- und Konzeptpapiere, regulierende Richtlinien und organisatorische Rahmenbedingungen im Kontext der Digitalisierung.
  • Digitale Kompetenzen: Relevante Wissensträger*innen und Bildungseinrichtungen zur digitalen Kompetenzbildung.

Während der Bestandsanalyse (Phase 1) konnte sich das Planungsteam mit Hilfe umfangreicher Recherchearbeiten, Interviews und Handlungsraumspaziergängen ein Bild des Handlungsraum 3 und seiner digitalen Möglichkeiten und Herausforderungen machen.

Einen elementaren Teil dieser Phase nahm auch die Nachbarschaftsbefragung „Dein Digitales Lebensumfeld im Münchner Osten“ ein. Diese wurde durchgeführt, um auch der ansässigen Bevölkerung eine Stimme im Prozess zu geben. Vom 27. September bis 17. Oktober 2021 waren die Bewohner*innen des Handlungsraumes aufgefordert, ihre Wahrnehmung zur Digitalisierung in ihrem Lebensumfeld mitzuteilen. Die Befragung wurde sowohl analog über zentrale Anlaufstellen im Handlungsraum 3 als auch digital über eine Online-Plattform durchgeführt und resultierte in mehr als 150 vollständig ausgefüllten Fragebögen.

Hieraus generierte Erkenntnisse flossen in eine digitale Stärken-Schwäche-Analyse ein, aus der Handlungsempfehlungen für räumlich-digitale Maßnahmen abgeleitet wurden. Die Bestandsanalyse sowie die Rückmeldungen und Denkanstöße der Nachbarschaftsbefragung waren somit ein wichtiger, impulsgebender Beitrag für die Erstellung des Stärken-Schwächen-Profils sowie die Ausformulierung der Handlungsempfehlungen.

Im Dialog mit einer Fachöffentlichkeit aus Expert*innen mit handlungsraumspezifischen Kenntnissen konnten diese anschließend überprüft, diskutiert, erweitert und geschärft werden. Dieser Prozessschritt fand im Rahmen einer online organisierten und moderierten Zukunftswerkstatt am 22. Oktober 2021 statt, bei welcher rund 40 Akteur*innen aus Verwaltung, Wirtschaft, Ehrenamt und Wissenschaft teilnahmen.

Leitbildentwicklung

Digitale Transformation inklusiv gestalten

Die digitale Bestandsanalyse zeigt deutlich: Eine gerechte und inklusive Gestaltung der digitalen Transformation stellt eine der wichtigsten Herausforderungen der kommenden Jahre dar. Sie bietet einerseits große Chancen, die Lebensqualität der Bewohner*innen im Handlungsraum 3 nachhaltig zu verbessern, ist aber andererseits aber auch mit Risiken verbunden. Die digitale Transformation sollte demnach möglichst niedrigschwellig und inklusiv gestaltet werden, um ihr Potenzial breiten-wirksam auszuschöpfen, eine flächendeckende Teilhabe aller Bewohner*innen zu ermöglichen und so einen spürbaren Mehrwert für die Menschen im Handlungsraum 3 zu bieten.

Vor diesem Hintergrund wurden folgende grundlegenden Ziele und Querschnittsthemen für die Weiterentwicklung des IDEKs definiert und zusammengefasst:

  • Die digitale Transformation soll effizient und inklusiv gestaltet werden. 
  • Der Stadt und den Bewohner*innen des Handlungsraum 3 soll es ermöglicht werden, die digitale Transformation aktiv mitzugestalten, anstatt nur auf Veränderungen reagieren zu können.  
  • Die Unabhängigkeit gegenüber der Nutzung von Technologien einzelner Unternehmen ist zu gewährleisten, um die digitale Transformation gerecht gestalten zu können.
  • Es braucht offene und niedrigschwellige Schnittstellen zwischen analoger und digitaler Welt.

Auf Basis dieser Leitsätze wurden die Ziele des bereits bestehenden Handlungsraumkonzeptes um digitale Ansätze ergänzt sowie eigene Strategien für die Digitalisierung im Kontext der vier Dimensionen des Digitalen Lebensumfelds entwickelt.

In den nun anschließenden Phasen werden konkrete digitale Maßnahmen basierend auf den Bedürfnissen und Herausforderungen des Handlungsraums 3 entstehen, wobei hier jederzeit darauf geachtet werden wird, dass diese im Einklang mit den hierin verankerten Leitlinien sowie den übergeordneten Zielen der Landeshauptstadt Münchens, auch im Sinne des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit stehen.

Strategiewerkstatt

Ein wichtiger Impulsgeber für die Einleitung der Maßnahmenentwicklung war eine Strategiewerkstatt, die im Januar 2022 mit einem vielfältigen Teilnehmer*innenkreis aus dem Handlungsraum und darüber hinaus stattfand. Pandemiebedingt wurde auch diese Veranstaltung digital umgesetzt.

Hierbei fanden sich rund 40 interessierte Akteur*innen aus der Stadtverwaltung, den sozialen Einrichtungen des Handlungsraums sowie technologie-affinen, innovativen Unternehmen zusammen, um gemeinsam greifbare und bedarfsgerechte digitale Lösungen für die Herausforderungen der Bewohner*innen zu erarbeiten.

Die Ergebnisse fließen nun unmittelbar in die Weiterentwicklung der konkreten Maßnahmen ein und sind richtungsweisend für die Orientierung und die Ausrichtung des IDEKs.

In der Strategiewerkstatt wurden unter anderem folgende Themen diskutiert:

  • Verbesserung des Zugangs zu Fördermitteln und Finanzierungshilfen
  • Testballons und Pilotprojekte zum Erproben von Ideen
  • Digitale Angebote für die Bürger*innenbeteiligung
  • Die Niedrigschwelligkeit und Barrierefreiheit von digitalen Angeboten
  • Lokale Vernetzungsmöglichkeiten verschiedenartiger Akteur*innen

Fünf Phasen

1. Bestandsanalyse

Die Bestandsanalyse dient als Fundament für die Erstellung des IDEKs. Sie bildet den Ist-Zustand der digitalen Ressourcen und Kompetenzen der Landeshauptstadt München (LHM) und speziell im Handlungsraum 3 ab und bietet eine wichtige Grundlage für die weiteren Phasen der integrierten Konzeptentwicklung.

Die Bestandsanalyse ist als Untersuchung und Mapping von Projekten, Stakeholdern und ihrer digitalen Kompetenzen zu begreifen und deckt folgende fünf Analysefelder ab:

  • Strategische Planungsgrundlagen und Schlüsselkonzepte,
  • Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) -Infrastruktur und Nutzung,
  • Daten und Datensicherheit,
  • Akteursfeldanalyse,
  • Smart City Projekte der letzten fünf Jahre.

2. SWOT-Analyse

Eine SWOT-Analyse untersucht die Stärken (Strengths), Schwächen (Weaknesses), Chancen (Opportunities) und Risiken (Threats) eines jeweiligen Untersuchungsgegenstands und ist ein elementares Instrument der strategischen Planung. Sie bringt den Vorteil, dass sie derzeitige interne und daher veränderbare Stärken und Schwächen sowie externe und daher nur mittelbar beeinflussbare Chancen und Risiken und somit auch Potentiale einer zukünftigen Entwicklung in die Betrachtung berücksichtigt und mit einbezieht. Durch die SWOT-Analyse ist eine Positionsbestimmung verschiedener planerischer Aspekte und Maßnahmen möglich, was zur besseren Entscheidungsfindung und Priorisierung führen soll.

Über eine maßnahmenübergreifende SWOT-Analyse des Handlungsraums 3 können die Ergebnisse der vorausgegangenen Bestandsanalyse besser bewertet und eingeschätzt werden. Entsprechend können Maßnahmen zur Umsetzung geeigneter Smart-City-Ansätze in der Landeshauptstadt München und im Handlungsraum 3 bedarfsgerechter zugeschnitten werden.

3. Leitbildentwicklung

Auf Grundlage der Bestandsanalyse und der SWOT-Analyse wird ein strategisches Leitbild entwickelt sowie Ziele und entsprechende Handlungsempfehlungen für digitale Lösungen in den relevanten Handlungsfeldern formuliert. Die Strategie hilft dabei, die Potentiale der Digitalisierung im Blick zu haben und dabei aber auch die bestehenden Risiken einzudämmen.

4. Digitale Potenzialanalyse

Hier soll der tatsächliche Mehrwert beim Einsatz digitaler Technologien untersucht und bewertet werden.

Eine Analyse der digitalen Potenziale einzelner Lösungsansätze ist an dieser Stelle hilfreich, damit die geplanten Ansätze erfolgreich umgesetzt, langfristig etabliert und wertvolle Ressourcen effizient eingesetzt werden können.

Ziel dieser Potenzialanalyse ist es, die übergeordneten Strategien des Stadtentwicklungskonzepts „Perspektive München“ und die digitalen und nicht-digitalen Lösungen in den relevanten Handlungsfeldern zur Digitalisierung des Handlungsraums 3 auf den Prüfstand zu stellen.

5. Finanzierung und Entwicklung der Maßnahmen

Hier werden potenzielle Projekte und Maßnahmen einschließlich ihres Umsetzungszeitraums und Ressourcenaufwands konzeptioniert und vertieft.

Die Maßnahmenableitung geschieht im Rahmen der formulierten Entwicklungsziele des Handlungsraumkonzepts. Daran angelehnt werden konkrete Maßnahmenpläne erarbeitet und anhand einer Umsetzungsbeschreibung dargestellt.

Evaluiert wird der Prozess durch stetiges Monitoring der Projektphasen. Ein Beteiligungskonzept mit analogen und digitalen Formaten bildet den Rahmen für die IDEK-Entwicklung. Eine übergeordnete wissenschaftliche Begleitung ist durch das Institut für Innovation und Technik (iit) für alle geförderten Kommunen im Modellprojekt sichergestellt.

Wegbereiter einer integrierten Digitalisierung auf Quartiersebene

Mit dem IDEK soll für München ein neues innovatives und gleichzeitig informelles Planungswerkzeug der Stadtentwicklung entstehen. Es verschneidet die räumliche Perspektive der Stadtentwicklungsplanung mit den Möglichkeiten, die durch die Digitalisierung raumwirksam entstehen.

Im Fokus dieses Entwicklungskonzepts stehen

  • die Auswirkungen der Digitalisierung auf Quartiersebene,
  • die partizipative Erarbeitung eines übertragbaren Leitbilds,
  • die Ableitung konkreter digitaler und analoger Umsetzungsmaßnahmen für den Handlungsraum 3.

Die Strategie wird in einer ressortübergreifenden Zusammenarbeit vom Referat für Stadtplanung und Bauordnung und dem IT-Referat bearbeitet.

Hintergrundinformationen

Juli 2020
Das Modellprojekt wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr ausgeschrieben. Die Bewerbung mit dem Handlungsraum 3 erfolgte als gemeinsame Initiative des Referats für Stadtplanung und Bauordnung und des IT-Referats.

Oktober 2020
München erhält den Zuschlag.

April 2021
Beginn der inhaltlichen Arbeit am Projekt. Für die beschriebenen Projektphasen sind jeweils rund 3 Monate Bearbeitungszeit vorgesehen. Das vorläufige Projektende ist für Oktober 2022 angesetzt. 
 

Projektpartner

Zur Erarbeitung des IDEKs für den Handlungsraum 3 wurde ein Partnerkonsortium, bestehend aus Buro Happold, atene KOM und Yellow Z, beauftragt.

Förderung

Dieses Projekt wird gefördert mit Mitteln aus der Städtebauförderung und Zuschüssen des Landes für städtebauliche Planungen und Forschungen (Planungszuschüsse).

Födermittelgeber

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