Quartier an der Eggenfeldener Straße

In Bogenhausen wird ein Gewerbegebiet in ein Quartier mit Wohn- und Kerngebietsnutzung, sozialen Einrichtungen, Grün- und Freiflächen umstrukturiert.

Das Projekt

Luftbild Planungsgebiet, Eggenfeldener Straße
Luftbild mit Umgriff, Bebauungsplan Nr. 2122

An der Eggenfeldener Straße in Bogenhausen wird ein Gewerbegebiet in ein Quartier mit Wohn- und Kerngebietsnutzung, sozialen Einrichtungen sowie Grün- und Freiflächen umstrukturiert. Etwa 380 Wohnungen für zirka 900 Bewohner und 700 Arbeitsplätze könnten dort einmal entstehen.

Das Areal liegt im 13. Stadtbezirk Bogenhausen, Stadtteil Steinhausen/Zamdorf, und wird im Süden durch die Töginger Straße (Autobahn 94), im Westen durch die Hultschiner Straße und im Norden durch die Eggenfeldener Straße begrenzt. Das Planungsgebiet hat eine Größe von insgesamt zirka 5,8 Hektar. 2,3 Hektar gehören der Stadt, 3,5 Hektar sind in Privatbesitz.

Anlass und Ziele der Planung

Im östlichen und mittleren Teil des Planungsgebiets soll ein Allgemeines Wohngebiet entwickelt werden. Unterschiedliche Wohnformen und -typologien für verschiedene Bevölkerungs- und Einkommensgruppen sind hier geplant. Das Quartier selbst soll nachhaltig in kompakter und flächenschonender Bauweise errichtet werden. Dazu trägt auch ein attraktives Umfeld mit vielfältig nutzbaren öffentlichen und privaten Grün- und Freiflächen bei. Im Westen ist im Bereich der Hultschiner Straße ein Kerngebiet mit wohnverträglichem Gewerbe, Büro- und Dienstleistungen, Einzelhandel und weiteren Wohnungen vorgesehen. Ein stadträumlich prägendes Gebäudeensemble kann hier einen attraktiven Auftakt für das gesamte Quartier bilden. Eine lärmgeschützte öffentliche Grünfläche mit einer Größe von etwa zehn Hektar schließt das Quartier im Süden zur Autobahn hin ab.

Wettbewerb

Auf Grundlage des Eckdaten- und Aufstellungsbeschlusses wurde ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb ausgelobt, der am 1. Dezember 2017 entschieden wurde. Der Entwurf von Florian Krieger Architektur und Städtebau, Darmstadt, mit Faktorgrün Landschaftsarchitekten bdla Beratende Ingenieure, Freiburg, wurden mit der weiteren Entwicklung des Planungsgebietes beauftragt.

Bürgerbeteiligung

Im Vorfeld des Wettbewerbes fand am 26. Juli 2017 eine Informationsveranstaltung statt, die den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit gab, sich an der Entwicklung des Planungsgebietes zu beteiligen. Die vorgebrachten Anregungen wurden in der Auslobung berücksichtigt. Außerdem gab es eine Ausstellung zu den Wettbewerbsergebnissen.

Planungsstand

Der Bebauungsplan wird nun auf der Basis des Wettbewerbsergebnisses und unter Berücksichtigung der Anregungen aus den Verfahren gemäß der §§ 3 Absatz 1 und 4 Absatz1 Baugesetzbuch ausgearbeitet. Der nächste Verfahrensschritt ist der Billigungsbeschluss, dem die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs gemäß § 3 Abs. 2 BauGB folgen wird. Der Billigungsbeschuss ist für das zweite Halbjahr 2022 geplant.

Chronologie

4/2019 - 05/2019: Beteiligung der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange
14.3.2018: Erörterungsveranstaltung
3/2018 - 04/2018: Verfahren gemäß § 3 Absatz 1 Baugesetzbuch
2/2018 - 03/2018: Verfahren gemäß § 4 Absatz 1 Baugesetzbuch
12/2017 - 01/2018: Ausstellung zum Wettbewerb im Referat für Stadtplanung und Bauordnung und in der Nazarethkirche Bogenhausen
31.1.2018: Bekanntgabe Wettbewerbsergebnis im Stadtrat
1.12.2017: Preisgericht im Wettbewerb
26.7.2017: Bürgerinformationsveranstaltung
7/2017: Eckdaten- und Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 2122

Details zum Wettbewerb

Städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb

1. Preis

Florian Krieger Architektur und Städtebau, Darmstadt, mit Faktorgrün Landschaftsarchitekten bdla Beratende Ingenieure, Freiburg

Weitere Preise

2. Preis: Delaossa Architekten, München, mit Liebald + Aufermann Landschaftsarchitekten, München

3. Preis: Ortner & Ortner, Baukunst, Berlin, mit Topotek 1, Berlin

4. Preis: Riegler Riewe Architekten GmbH, Graz, mit Auböck + Kárász Landschaftsarchitekten und Architekten, Wien

Ausloberin

DIBAG Industriebau AG, München

Lage

Das Wettbewerbsgebiet liegt im 13. Stadtbezirk Bogenhausen. Es wird im Norden durch die Eggenfeldener Straße, im Westen durch die Hultschiner Straße und im Süden durch die Töginger Straße (Bundesautobahn A 94) begrenzt. Im Osten grenzt ein gewerblich genutztes Privatgrundstück an. Das gesamte Wettbewerbsgebiet weist eine Größe von zirka 6,1 Hektar auf.

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Die DIBAG Industriebau AG plant südlich der Eggenfeldener Straße einen Wohnkomplex mit Flächen für Wohnen und eine integrierte Kindertagesstätte sowie östlich der Hultschiner Straße einen Gebäudekomplex mit Flächen für Büro- und Dienstleistungsnutzung, Einzelhandel und Wohnen.

Heute befinden sich im Wettbewerbsgebiet eine ehemalige Hofstelle mit einem jetzt gewerblich genutzten zweigeschossigen Gebäude sowie eine eingeschossige Lagerhalle. An beide Nutzungen grenzen jeweils im Süden beziehungsweise Westen Lagerplätze an. Ansonsten ist das Areal unbebaut und landwirtschaftlich genutzt. Die Bestandsgebäude werden abgebrochen. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, diesen Bereich einer neuen, seiner Lage angemessenen Nutzung zuzuführen.

Das zu überplanende Gebiet soll unter Berücksichtigung der besonderen Lage an der Bundesautobahn A 94 (Töginger Straße) zu einem qualitätsvollen und attraktiven Wohngebiet mit Kindertagesstätte (drei Krippen- und drei Kindergartengruppen) werden, das im Bereich der Hultschiner Straße durch ein stadträumlich prägendes Gebäudeensemble und einen Hochpunkt ergänzt werden soll. Hier könnten die angestrebten kerngebietstypischen Nutzungen untergebracht werden.

Um für die anspruchsvolle Planungsaufgabe unter Berücksichtigung der komplexen Rahmenbedingungen, insbesondere des Immissionsschutzes, eine in jeder Hinsicht optimale Lösung zu finden, hat die DIBAG Industriebau AG in enger Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt München einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb ausgelobt.

Würdigung des Preisgerichts (Auszug)

„Die Arbeit findet eine adäquate Antwort auf die heterogene städtebauliche Umgebung des Baugrundstücks. Mit der städtebaulichen Typologie des Wohnblocks entstehen ruhige Wohnhöfe für die Bewohner.

Die städtebauliche Struktur bietet eine klar ablesbare Zonierung im öffentlichen Raum an der Eggenfeldener Straße, der durch Vorplätze angemessen gegliedert wird. Als Eingangsplätze zu den Wohnhöfen bieten sie zudem eine Vorfahrt zu den Wohnquartieren an. Mit sinnvoll gewählten Mitteln erreichen die Verfasser eine gute Adressierung.

Das Wettbewerbsgebiet wird in vier gut geschnittene Teilbereiche mit teilweise geöffneten Blöcken gegliedert. Die Proportionen der Blöcke und insbesondere der Innenräume wirkt harmonisch, auch weil die Größe der Innenräume trotz unterschiedlicher Blocktiefen jeweils ähnlich ist. Dies erreichen die Verfasser durch eine Drehung der Blockformate von einer „horizontalen“ Ausrichtung (Ost-West) im östlichen Abschnitt zu einer „vertikalen“ Hofausrichtung (Nord-Süd) im westlichen Abschnitt des Quartiers. Die Blöcke werden jeweils über Lärmschutzloggien verbunden, die leider nur unzureichend als Element der architektonischen Idee herausgearbeitet sind.

Die Gebäude im südlichen Rand der Wohnquartiere sind mit fünf Geschossen geplant und haben jeweils einen Hochpunkt mit sechs Geschossen, der zu einer rhythmischen Betonung der städtebaulichen Figur entlang der Autobahn beiträgt. Entlang der Eggenfeldener Straße, gegenüber dem Gebäudebestand, reduzieren die Verfasser die Gebäude überwiegend auf vier Geschosse.

Die Hochpunkte sind an der richtigen Stelle gesetzt und markieren jeweils die platzartigen Eingangssituationen in die Höfe. Zugleich schaffen die Verfasser durch ein Zurückweichen der Randbebauung eine Einleitung in die Höfe und gliedern gleichzeitig die Gebäudekanten. Die Höhenentwicklung steigt von Ost nach West an und endet im Westen in einem freistehenden Hochhaus.

Die Arbeit schlägt innerhalb der Blöcke ein „Haus an Haus Prinzip“ vor, das eine lebendige Vielfalt in der architektonischen Umsetzung ermöglicht. Die Gebäudetiefen lassen Grundrisstypologien zu, die angemessen auf die jeweilige Lärmsituation reagieren können. Das Projekt eignet sich gut für eine abschnittsweise Realisierung. Die notwendigen Stellplätze sind nicht vollständig nachgewiesen. Die Lage der Anlieferung für den Supermarkt ist zu hinterfragen.

Die Differenzierung des Freiraums in einen großzügigen öffentlichen Freiraum im Süden, gut proportionierte Wohnhöfe und kleine Eingangsplätze zur Eggenfeldener Straße verspricht viel Potential für die diversen Nutzeransprüche und eine angenehme Räumlichkeit.

Der vorgeschlagene Platz an der Ecke Eggenfeldener Straße und Hultschiner Straße ist richtig positioniert. Er leitet in das neue Quartier ein und gibt dem Hochhaus einen angemessenen Vorbereich.

Eine adäquate Ausgestaltung des vorgesehenen Grünzugs im Süden des Quartiers wird sehr vermisst. Hier wird die Chance, die Notwendigkeit des Lärmschutzes mit einer starken landschaftsarchitektonischen Idee zu verbinden, nicht genutzt. Das Funktionieren der Feuerwehrerschließung in den Innenhöfen wird allerdings hinterfragt.

Das Bebauungskonzept verhindert einen großflächigen Lärmeintrag in das Plangebiet und schafft mit seinen vier Höfen lärmberuhigte Bereiche, die sich zur Anordnung von Kita-Freifläche, privaten Außenwohnbereichen und gemeinschaftlichen Freiflächen eignen. Höher belastet sind die Öffnungsbereiche der Höfe an der Eggenfeldener Straße. Zur Südseite wird mit einer Schallschutzanlage entlang der Autobahn sowie Grundrissgestaltung und Schallschutzloggien auf den Autobahnlärm reagiert. Auf die vom Gewerbe südlich der Autobahn ausgehenden Geräusche kann in dem betroffenen Bereich aufgrund der Grundrissgestaltung und Lüftungsmöglichkeiten adäquat reagiert werden.

Der Wohnungsmix, die Wohnungstypologie und die gewählten Grundrissformen setzen die Anforderungen aus wohnungswirtschaftlicher Sicht gekonnt um. Insbesondere auch die Verlagerung der Erschließungskerne an die lärmbelastete Fassadenfront ist ein realisierbarer Lösungsansatz, der auf den besonderen Standort Rücksicht nimmt. Durch die Grundrissorganisation wird überzeugend auf die unterschiedlichen Gebäudeausrichtungen Bezug genommen.

Insgesamt leistet die Arbeit einen sehr überzeugenden Beitrag. Sie bildet einen starken städtebaulichen Rahmen für das Quartier und ermöglicht zugleich Spielraum für eine vielfältige Differenzierung in der Realisierung.“

Empfehlung des Preisgerichts

Die Wettbewerbsjury empfahl in ihrer Sitzung am 1. Dezember 2017, den städtebaulichen und landschaftsplanerischen Entwurf von Florian Krieger Architektur und Städtebau, Darmstad, mit Faktorgrün Landschaftsarchitekten bdla Beratende Ingenieure, Freiburg, zur Grundlage der weiteren Entwicklung des Planungsgebietes zu machen.

Preisgerichtssitzung

1. Dezember 2017

Koordination

bgsm Architekten Stadtplaner, München

Ansichten des Siegerentwurfs

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  • Referat für Stadtplanung und Bauordnung

    Stadtplanung - Planungsgruppe Bezirk Ost (Stadtbezirk 13 und 16)

    Blumenstraße 28b

    089-23322035

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