Eggarten

Im Süden Feldmochings entsteht ein Quartier mit Modellcharakter für Energie, Mobilität, genossenschaftlichen Wohnungsbau sowie Umsetzung des Schwammstadtprinzips.

Projekt

Visualisierung aus der Vogelperspektive
Studio Wessendorf mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten
Visualisierung Siegerentwurf

In der Eggarten-Siedlung südlich des Lerchenauer Sees soll ein zukunftsweisendes Wohnquartier mit eigenständigem Charakter, abwechslungsreicher Gestaltung und hoher Aufenthaltsqualität entstehen. Neben rund 1.900 Wohnungen, einer Grundschule und Kindertagesstätten sind Flächen für die Nahversorgung und für verschiedene Dienstleistungen geplant. Zusätzlich sind attraktive öffentliche und private Grünflächen vorgesehen. Die neue Siedlung ist als Modellquartier für genossenschaftlichen Wohnungsbau sowie für die Bereiche Energie, Verkehr und Schwammstadt konzipiert. Mit dem neuen Bebauungsplan werden die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Entwicklung des Quartiers geschaffen.

Information

Projekt-Steckbrief

Stadtbezirke: Feldmoching – Hasenbergl und Moosach
Lage: zwischen Lerchenauer See und DB-Nordring
Fläche: zirka 21 Hektar
Bisher: Gartensiedlung
Geplante Nutzungen: rund 1.900 Wohnungen, Grundschule, Kindertagesstätten, Nahversorgung, Dienstleistungen, Grünflächen
Bebauungsplan Nummer: 2143
Verfahrensstand: Billigungsbeschluss

Lage

Das Planungsgebiet liegt im Nordwesten Münchens, zwischen dem Lerchenauer See und dem DB-Nordring. In westlicher Richtung wird es durch die Lassallestraße begrenzt, in nördlicher Richtung durch die Wilhelmine-Reichard-Straße. Im Nordwesten erstreckt sich das Gebiet bis zur Meineckestraße. Die Bahnlinie zwischen DB-Nordring und Feldmoching bildet die östliche Begrenzung. 

Details zum Projekt

Die Grundidee des Planungskonzepts greift die Identität der Eggarten-Siedlung als „Gartenquartier“ auf. Die Baufelder und das Erschließungssystem orientieren sich an der ursprünglichen Struktur. Geplant ist eine vorwiegend fünf- bis siebengeschossige Blockrandbebauung mit geschützten Wohnhöfen. Die Gebäude variieren in ihrer Höhe. Ein 15-geschossiges und zwei 13-geschossige Hochhäuser markieren stadträumlich wichtige Stellen. Eine geschlossene Bebauung entlang der Wilhelmine-Reichard-Straße, der Lassallestraße und der angrenzenden Bahnlinie dient als Lärmschutz für die dahinterliegenden Wohnungen. Im Zentrum befindet sich der „Eggartenplatz", eine öffentliche Grünfläche mit Spielmöglichkeiten. Er wird durch weitere baumbestandene Plätze ergänzt. Drei erhaltenswerte Bestandsgebäude werden in das neue Quartier integriert und stiften zusammen mit dem erhaltenen Baumbestand Identität.

Grundlage des Bebauungsplanentwurfs ist der Siegerentwurf der Berliner Büros Studio Wessendorf und Atelier Loidl Landschaftsarchitekten aus einem 2020 durchgeführten Wettbewerb.

Im Planungsgebiet sind rund 1.900 Wohnungen für mehr als 4.500 Bewohner*innen aus unterschiedlichen Einkommensgruppen geplant. Im Südwesten des Quartiers ist eine vierzügige Grundschule mit Dreifachsporthalle und Freisportanlagen mit einem großen Rasenspielfeld vorgesehen. Fünf Kindertagesstätten mit insgesamt 28 Krippen- und Kindergartengruppen sind gut erreichbar im Quartier verteilt. Des Weiteren sind Flächen für Einzelhandel, Büros, Gastronomie und Gewerbe vorgesehen. Einkaufsmöglichkeiten sollen für ein belebtes Quartier sorgen. Die erforderlichen PKW-Stellplätze sind in drei Quartiersgaragen untergebracht, das neue Quartier soll weitgehend autofrei gestaltet werden. Die Straßen im Quartier sind verkehrsberuhigt.

Die drei erhaltenen Bestandsgebäude werden für kulturelle und soziale Zwecke beziehungsweise als Gastronomie mit Freischankfläche genutzt.

Vielfältige Freiräume mit hoher Aufenthaltsqualität prägen das neue Quartier. Der wertvolle Baumbestand wird so weit wie möglich erhalten und in das freiraumplanerische Gesamtkonzept integriert. Kernelemente des Freiflächenkonzepts sind der Erschließungsring mit angrenzenden Plätzen sowie die großzügigen, vielseitig nutzbaren öffentlichen Grünflächen im Süden und Osten des Planungsgebiets, die als Erholungs- und Spielraum dienen. Der östliche Bereich soll naturnah gestaltet werden. Zudem wird dort ein flächiger Gehölzbestand erhalten.

Eine zentrale Grünfläche ist der sogenannte Eggartenplatz. Er wird ergänzt durch weitere im Quartier verteilte, baumbestandene Plätze. Von Bäumen gesäumte, nahezu autofreie Wohngassen erschließen das Quartier. Den Anwohner*innen stehen private Wohnhöfe zur gemeinschaftlichen Nutzung zur Verfügung. Diese werden durch Gemeinschaftsdachgärten ergänzt.

Umfangreiche Begrünungsmaßnahmen, wie Dach- und Fassadenbegrünung, die Pflanzung von Großbäumen und der Erhalt von Bestandsbäumen, dienen neben der Freihaltung der Freiflächen von Unterbauung durch Tiefgaragen dem Schwammstadtprinzip. Zudem sorgen sie für ein angenehmeres Mikroklima an heißen Sommertagen. Zusammen mit den öffentlichen Grünflächen im Süden und Osten des Quartiers, dienen Ausgleichsflächen mit Trockenlebensräumen entlang des DB-Nordrings dem Biotopverbund.

Ein attraktives Fuß- und Radwegenetz soll den Bewohner*innen die benachbarten Grünräume und Erholungsflächen zugänglich machen. Im Süden des Planungsgebiets ist ein Lärmschutzwall mit Lärmschutzwand zur Bahnstrecke geplant.

Die Eggarten-Siedlung ist als zukunftsfähiges Modellquartier konzipiert, Durch einen hohen Anteil an genossenschaftlichem Wohnen soll bezahlbarer Wohnraum für breite Einkommensschichten geschaffen werden. Weitere Ziele sind unter anderem eine klimafreundliche Energieversorgung, nachhaltige Mobilitätskonzepte, sparsamer Flächenverbrauch, hohe Biodiversität und kurze Wege.

Das Gebiet soll nachhaltig und qualitätvoll entwickelt werden, so dass gemeinschaftliche Strukturen und lebendige Nachbarschaften entstehen. Ein Quartiersmanagement soll als zentrale Anlauf- und Informationsstelle für alle Bewohner*innen dienen. 

Die Aussagen und Festlegungen zu den Themenfeldern des Modellquartiers Eggarten-Siedlung sind in einer "Charta für Quartiersentwicklung" beschrieben.

Die Öffentlichkeitsbeteiligung nach § 3 Absatz 2 Baugesetzbuch findet voraussichtlich im dritten Quartal 2026 statt.

Wettbewerb

Aufgrund der Größe und Besonderheiten des Planungsgebiets lobte die Eggarten Projektentwicklung GmbH und Co. KG im Herbst 2019 in enger Abstimmung mit dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb aus.

Grundlage für den Wettbewerb war ein Strukturkonzept. Das Preisgericht prämierte am 17. Juli 2020 drei Siegerentwürfe:

  • 1. Preis: Studio Wessendorf, Berlin, mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten Berlin GmbH, Berlin
  • 2. Preis: Ernst Niklaus Fausch Partner AG, Zürich, mit Hager Partner AG, Zürich, und Amstein + Walthert AG, Zürich
  • 3. Preis: Palais Mai Gesellschaft von Architekten und Stadtplanern mbH, München, mit grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner mbb freising hamburg, Freising

Die Wettbewerbsbekanntgabe und der Beschluss zum weiteren Vorgehen erfolgte am 10. März 2021. Das Bebauungsplanverfahre  wurde auf Grundlage der Planungen des ersten Preisträgers fortgesetzt.

Der Entwurf von Studio Wessendorf sieht vor, die Gebäude des neuen Eggartens um kleine grüne Höfe und Plätze zu gruppieren. Deren Anordnung soll sich an der heutigen Struktur des aktuell nur sehr locker bebauten Eggartens orientieren.

Punktuell erreichen die Häuser eine Höhe von bis zu zwölf Geschossen. Ein Teil der heute dort wachsenden Bäume sowie drei Bestandsgebäude können erhalten bleiben.

Das neue Stadtviertel soll weitgehend autofrei gestaltet werden. Dazu sind an der Wilhelmine-Reichard-Straße und der Lassallestraße drei Quartiersgaragen vorgesehen.

Als Auftakt zum Wettbewerbsverfahren fand im September 2019 eine Informations- und Dialogveranstaltung mit einem Infomarkt und einer anschließenden Plenumsveranstaltung mit Diskussion statt. Im Mittelpunkt standen der aktuelle Planungsstand, die bislang eingegangenen Hinweise und Anregungen, die nächsten Prozessschritte und das anstehende städtebauliche und landschaftsplanerische Wettbewerbsverfahren.

Die Öffentlichkeit konnte sich im Mai 2019 über das Strukturkonzept in einem öffentlichen Dialog informieren, mit den Fachplanungs- und Gutachterteams diskutieren und Anregungen und Wünsche einbringen. Diese wurden dokumentiert und flossen in die Beschlussvorlage für den Stadtrat mit ein.

Lagepläne der drei Preisträger-Entwürfe

Dies ist eine Bildergalerie in einem Slider. Mit den Vor- und Zurück-Kontrollelementen kann navigiert werden. Bei Klick öffnet sich ein Modal-Dialog, um das vergrößerte Bild mit weiteren Informationen anzuzeigen.

Chronologie

04/2026 Billigungsbeschluss
06 bis 07/2021 Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung nach § 3 Absatz 1 BauGB
03/2021 Wettbewerbsbekanntgabe und Beschluss zum weiteren Vorgehen
07/2020 Preisgerichtssitzung, Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse
09/2019 Informations- und Dialogveranstaltung
2019/20 Städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb
07/2019 Eckdaten- und Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 2143
05/2019 Öffentlicher Dialog für die Bürger*innen
12/2018 Stadtratsbeschluss zur Fortsetzung der Erarbeitung eines Strukturkonzepts
11/2015 Stadtratsbeschluss zur frühzeitigen Bürgerbeteiligung für das Gebiet Eggarten

  • Referat für Stadtplanung und Bauordnung

    Stadtplanung - Planungsgruppe Bezirk West (Stadtbezirk 22)

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