Domagkpark

Rund 1.800 Wohnungen sind im Norden von Schwabing auf dem Gelände der ehemaligen Funkkaserne entstanden - im neuen Stadtquartier "Domagkpark".

Das Projekt

Bebauungsplan Funkkaserne
Bebaungsplan Domagpark

Kaserne, Flüchtlingszentrum, Künstlerkolonie, Partylocation, Polizeistandort – die Nutzungsgeschichte des Areals an der Domagkstraße im Münchner Norden ist vielfältig. Seit Anfang 2013 wurden die baulichen Grundlagen für ein weiteres Kapitel geschaffen. Nun ist das neue Stadtquartier Domagkpark fertig.

Auf dem ehemaligen Militärgelände entstanden etwa 1.800 Wohnungen, Arbeitsplätze, ein Park und soziale und kulturelle Einrichtungen. 

Das Kernstück des 24 Hektar großen neuen Stadtviertels bilden ein großer Park mit prägenden alten Bäumen und ein zentraler Platz im Osten, an dem sich Läden und gastronomische Einrichtungen im Anschluss an die Endstation der neuen Tramlinie 23 befinden. Der Park gliedert das Gebiet in ein nördliches und ein südliches Wohnquartier, die unabhängig voneinander erschlossen sind. Unterschiedliche Haustypen versprechen eine abwechslungsreiche, familien- und kinderfreundliche Bebauung. Von den 1.800 Wohnungen sind 50 Prozent gefördert.

Des Weiteren entstanden auf dem Gelände vier Kindertagesstätten, ein Haus für Kinder, Jugend und Familie, eine Grundschule, zwei Studentenwohnheime und andere soziale Einrichtungen. Alles ist über kurze Wege erreichbar.

Historie

Nach dem Ende der militärischen Nutzung leitete die Landeshauptstadt München 1992 eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme für das Kasernengelände ein. Ein Strukturkonzept wurde erstellt und auf dessen Grundlage ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Ideenwettbewerb ausgelobt, den 2002 die Berliner Büros Ortner & Ortner Baukunst sowie Topotek 1 Landschaftsarchitekten für sich entschieden. In die weitere Planung des Gebiets flossen Erfahrungen aus anderen Konversionen ehemaliger Militärflächen mit ein: So wurde entschieden, das gesamte Gebiet nicht in Teilabschnitten, sondern „in einem Guss“ zu überplanen. Ein Büro für solare und energetische Planungsberatung begleitete das Projekt. So konnten bereits frühzeitig die Weichen für einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen gestellt werden. Der Bebauungsplan mit Grünordnung Nummer 1943b ist seit 30. August 2011 rechtsverbindlich.

Anfang 2012 ging der Entwurf des Büros Latz + Partner Landschaftsarchitekten aus Kranzberg als Sieger im Auswahlverfahren zur Gestaltung des Parks hervor. Die Umsetzung lag in den Händen des Baureferats.

Für die Neugestaltung des Bauhausplatzes führte das Baureferat einen landschaftsplanerischen und künstlerischen Workshop durch. In der zweiten Phase des Workshops vergab das Preisgericht den ersten Preis an Burger Kühn Landschaftsarchitekten, München, mit Olaf Metzel, München. Die Realisierung des preisgekrönten Entwurfs begann Mitte 2018.

Ein Ort für Künstler

Der lange Planungsprozess ermöglichte vielfältige Zwischennutzungen: Das Gelände wurde im Laufe der Jahre zum Partyareal, eine Kolonie mit mehr als 300 Künstlerinnen und Künstlern entstand. Der Wunsch der Kunstschaffenden nach einem Fortbestand der Kolonie als „Cité des artistes“ konnte teilweise erfüllt werden: Zumindest eines der ehemaligen Kasernengebäude blieb als Kunsthof erhalten und ist seit Sommer 2011 nach aufwendiger Sanierung eine dauerhafte Einrichtung mit 101 Ateliers. Im neuen Wohngebiet entstanden auch weitere Räume für kulturelle Aktivitäten.

Gelände der Bundespolizei

Etwa ein Viertel der ehemaligen Kasernenfläche (8,7 Hektar) nimmt das Sicherheitsgelände der Bundespolizei ein. Diese nutzt die bestehenden, zum Teil denkmalgeschützten Gebäude rund um den so genannten "Ehrenhain" und die dazu gehörigen Sportflächen. Für die Nutzung durch die Bundespolizei wurde der Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 1943a aufgestellt.

Verkehrliche Erschließung

Die verkehrliche Erschließung erfolgt über zwei getrennte Straßenspangen nördlich und südlich des Parks. Die beiden Quartiere werden über den zentralen Park durch ein umfangreiches Fuß- und Radwegesystem miteinander verbunden.

Nach Abschluss der letzten Straßenbau- und Freiflächenarbeiten Ende 2020 ist der Domagkpark nun fertig gestellt.

Chronologie

4/2017 Auszeichnung „ULI Germany Award for Excellence 2017“ des Urban Land Instituts (10.000 Euro)
3/2015 Entscheidung im Realisierungswettbewerb für das Gebiet MK3 am Bauhausplatz
7/2014 Entscheidung im Wettbewerb für das Gebiet WA0
6/2014 Entscheidung im Realisierungswettbewerb für das Gebiet MK1 am Frankfurter Ring
1/2012 Entscheidung im Wettbewerb für das Gebiet Funkkaserne Nord

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