Bürokomplex an der Richard-Strauss-Straße

Auf dem ehemaligen Siemens-Areal an der Richard-Strauss-Straße 76 in Bogenhausen entsteht die neue Zentrale der Bayerischen Versorgungskammer (BVK).

Das Projekt

Ansicht Richard-Strauss-Straße
David Chipperfield Architekten, Loidl Landschaftsarchitekten

Auf dem ehemaligen Siemens-Areal an der Richard-Strauss-Straße 76 in Bogenhausen entsteht die neue Zentrale der Bayerischen Versorgungskammer (BVK). Der Bürokomplex wird nach dem Entwurf der Berliner Architekturbüros David Chipperfield Architects und Atelier Loidl Landschaftsarchitekten realisiert.

Die BVK entwickelt das Projekt in Abstimmung mit der Landeshauptstadt München. Sie fasst ihre bisherigen Münchner Standorte an der Denninger und Arabellastraße auf dem zwei Hektar Grundstück zusammen und schafft zusätzlich Raum für mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die moderne Zentrale sieht wechselnde Hochpunkte vor und soll eine städtebauliche Dominante am Mittleren Ring schaffen. Für die Besucherinnen, Besucher, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hochwertige Freiflächen geplant, die mit dem bisher abgetrennten Denninger Anger vernetzt werden. Von der U-Bahn Richard-Strauss-Straße wird eine Verbindung zum Denninger Anger geschaffen. Die geplante Tiefgarage wird durch ein nachhaltiges Mobilitätskonzept ergänzt.

Lage

Das Areal befindet sich in der Nähe der Hochhäuser am Arabellapark, des HVB-Towers und des Mittleren Rings. Es liegt südlich der Kreuzung mit der Denninger Straße und wird im Westen von der Richard-Strauss-Straße, im Norden vom "Bogenhausener Forum", im Osten von einem schmalen Privatgrundstück und dem Denninger Anger und im Süden von einer Kleingartenanlage begrenzt. Momentan ist das Areal noch mit sechs leerstehenden Bürogebäuden bebaut und eingezäunt.

Grün

Das Planungsgebiet soll gut durchgrünt werden. Auf dem Verbindungsgebäude ist ein Dachgarten geplant. Zu fällende Bäume werden durch Neupflanzungen ersetzt.

Wettbewerb

Für das Areal wurde ein einstufiger, nicht offener Wettbewerb im kooperativen Verfahren ausgelobt. Am 29. März 2019 hat das Preisgericht den 1. Preis einstimmig an die Berliner Büros David Chipperfield Architects und Atelier Loidl Landschaftsarchitekten vergeben. Mehr Infos finden Sie unten auf dieser Seite.

Nächste Schritte

Für das Vorhaben wird ein Bebauungsplan nach § 13a Absatz 3 Baugesetzbuch im beschleunigten Verfahren erstellt. Der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung des Stadtrats hat am 6. Oktober 2021 den Billigungsbeschluss gefällt. Als nächster Verfahrensschritt ist die öffentliche Auslegung gemäß § 3 Abs. 2 BauGB vorgesehen.

Chronologie

10/2021: Billigungsbeschluss des Stadtrats
01 bis 02/2020: Frühzeitige Unterrichtung der Öffentlichkeit mit Informationsveranstaltung
12/2019: Einleitungs- und Aufstellungsbeschluss des Stadtrats
09/2019:  Bekanntgabe Wettbewerbsergebnis im Stadtrat
03/2019: Preisgericht im Planungswettbewerb
10/2018: Eckdatenbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 2150 (Teiländerung des Bebauungsplans Nr. 1325)
06/2018: 1. Bürgerinformationsveranstaltung

Details zum Wettbewerb

Im 13. Stadtbezirk Bogenhausen entsteht auf dem ehemaligen Siemens-Areal an der Richard-Strauss-Straße eine neue Zentrale für die Bayerische Versorgungskammer. Der Bürokomplex wird auf Basis des Entwurfs des Berliner Architekturbüros David Chipperfield Architects zusammen mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, Berlin, realisiert.

Die Bayerische Versorgungskammer (BVK) beabsichtigt, ihr neues Headquarter zu entwickeln. In diesem sollen die bisherigen Münchner Standorte an der Denninger Straße und Arabellastraße zusammengefasst und zusätzliche Flächen für den mittelfristig zu erwartenden, deutlichen Anstieg der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschaffen werden. Aktuell ist das Wettbewerbsgebiet noch mit sechs verbundenen, leerstehenden Bürogebäuden bebaut und durch einen zirka zwei Meter hohen Stabgitterzaun eingezäunt, der die Durchlässigkeit zum und vom Denninger Anger vollständig unterbindet.

Das Wettbewerbsareal in der Nähe der Hochhäuser am Arabellapark und des HVB-Towers als bestehendes Baudenkmal ist städtebaulich sehr bedeutend. Aufgabe war, einen qualitätsvollen Entwurf für einen Verwaltungsstandort zu entwickeln, der moderne Büro- und Arbeitswelten ermöglicht und im Kontext mit der Umgebung am Mittleren Ring eine städtebauliche Dominante zulässt.

Lage

13. Stadtbezirk Bogenhausen, Richard-Strauss-Straße

Nutzung

Neubau Bürokomplex - Zentrale für die Bayerische Versorgungskammer

Größe

Wettbewerbsgebiet: 2,04 Hektar

1. Preis

David Chipperfield Architects, Berlin
Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, Berlin

Weitere Preise

2. Preis: Hadi Teherani Architects, Hamburg
Bruun & Möllers Garten- und Landschaftsarchitektur, Hamburg

3. Preis: Steidle Architekten, München
grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner, Freising

Anerkennung: Max Dudler, Berlin
TOPOS Stadtplanung Landschaftsplanung Stadtforschung, Berlin

Anerkennung: Müller Reimann Architekten, Berlin
Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich/Berlin

Auslober

STRABAG Real Estate GmbH, München

Planungswettbewerb

Die STRABAG Real Estate GmbH sowie die Grundstückseigentümerin, die RS 76 OHG, vertreten durch die Bayerische Versorgungskammer, haben in enger Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt München einen Planungswettbewerb unter Berücksichtigung der besonderen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Anforderungen der Umgebungsbebauung durchgeführt.

Würdigung des Preisgerichts (Auszug)

Die Arbeit überzeugt durch die Klarheit des Konzeptes, das mit nur drei Baukörpern – einem Scheibenhaus und zwei darüber hinausragenden Turmhäusern – das Grundstück optimal ausnutzt. Die Grundstücksfläche wird oberirdisch nur bis zu einem Drittel überbaut, so dass der Denninger Anger mit zwei grünen Trittsteinen zur Straße hin ergänzt und erweitert werden kann. Die Einbindung und Sichtbarmachung der vorhandenen Parkkulisse gelingt über das einladend wirkende Gebäudetor, die durch diese stadträumlich gerahmt und hervorgehoben wird. Die schlüssig komponierten Freiraumelemente gegenüber den beiden Haupteingängen schaffen zwei gut auffindbare Eingangssituationen.

Auch die im Gebäude untergebrachte Rampe der Tiefgarageneinfahrt und gut organisierte Andienung des Hauses tragen zur Großzügigkeit des Raumeindrucks bei. Durch die gewählte Baukörperkonfiguration entwickelt sich eine selbstverständliche Anbindung des vorhandenen U-Bahn-Aufgangs. Von den drei Baukörpern erreicht die Scheibe 13 Geschosse und zirka 52 Meter Höhe, die zwei Türme mit 16 und 27 Geschosse und damit zirka 60 Meter beziehungsweise 98 Meter Höhe. Diese drei Volumen korrespondieren mit ihren Büroflächen in den einzelnen Geschossen in ausgesprochen einfacher und funktionaler Art.

Die Flächen in den drei Baukörpern lassen sich damit je nach Bedarf zusammenschließen oder trennen, ohne dass dabei besondere Umbauten notwendig wären. Dies gibt dem Bauherrn die Möglichkeit, den Flächenzuwachs für das eigene Unternehmen langfristig ohne größeren Aufwand zu organisieren. Der funktionale Zusammenhang der Flächen im Gebäude ist sehr positiv. Bei der Anordnung der Sonderflächen, der angebotenen Fassade und Flächeneffizienz weicht der Entwurf von den Vorgaben ab und erreicht noch nicht die Anforderungen.

Die Gebäudekonfiguration lässt alle Büroräume ohne Einschränkung am Tageslicht liegen und gewährt ihnen einen schönen Ausblick. In der Landschaftsarchitektur erscheint die Ausformulierung der zwischen Stadt- und Parkseite vermittelnden Lichtungen als Rasen- beziehungsweise Tennenfläche der jeweiligen Zuordnung hin angemessen. Im Durchschreiten des Tores wird der Übertritt in den Park auf selbstverständliche Weise inszeniert. Die Nutzung der Dachflächen als Dachgarten mit intensiver Begrünung wird durchwegs positiv bewertet. Anders die Ausgestaltung der Kita-Freifläche im Bereich der Böschung, die von einigen als nicht überzeugen bewertet wird.

Insgesamt überzeugt die Arbeit durch ihr klares unspektakuläres Konzept, die einfachen perfekt funktionierenden Grundrissformen und die gewählte Holzhybrid-Bauweise. Mit dieser Konstruktion zeigen sich die Verfasser auf der Höhe der Zeit – sowohl im Hinblick auf klimaschonendes Bauen als auch im Hinblick auf eine behagliche Arbeitswelt. Das gewählte Konzept lässt eine langfristige Nutzung und Dauerhaftigkeit des Bürokomplexes erwarten.

Empfehlung des Preisgerichts

„Nach Abschluss der Diskussion empfahl die Jury einstimmig die Arbeit von David Chipperfield Architects, Berlin mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, Berlin zur Grundlage der weiteren Entwicklung des Planungsgebietes zu machen.“

Preisgerichtssitzung

29. März 2019

Koordination

bgsm Architekten Stadtplaner, München

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  • Referat für Stadtplanung und Bauordnung

    Stadtplanung - Verwaltung Bezirk Ost (Stadtbezirk 13 und 16)

    Blumenstraße 28b

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