Unterstützung für Geflüchtete aus der Ukraine – www.muenchen.de/ukraine

Tukanpreis

Eine Auszeichnung für eine sprachlich, formal und inhaltlich herausragende literarische Neuerscheinung.

Über den Preis

Der Tukan-Preis, dotiert mit 8.000 Euro, ist eine Auszeichnung für die sprachlich, formal und inhaltlich herausragende literarische Neuerscheinung eine*r Münchner Autor*in, unter Berücksichtigung der Qualität der bisherigen künstlerischen Arbeit der Autor*in. Der Preis wird jährlich verliehen. Die Verleihungsveranstaltung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Tukan-Kreis.

In die Auswahl kommen alle belletristischen Neuerscheinungen von Autor*innen, die in München/der Region München leben, (ausgenommen Veröffentlichungen im Selbstverlag oder in sogenannten Selbstkostenverlagen, als Book on Demand oder im Internet). Eigenbewerbung ist möglich, allerdings in den meisten Fällen nicht nötig. Die Neuerscheinungen werden im Kulturreferat anhand der Verlagskataloge erfasst. Eigenbewerbung empfiehlt sich, wenn das Buch in einem kleinen Verlag erscheint; in diesem Fall genügt eine informelle Meldung der Neuerscheinung mit  Verlagsangabe per E-Mail (siehe unten).
Die Jury trifft sich mehrmals, um über die Neuerscheinungen im Frühjahr und im Herbst zu beraten. Die Preisträger*innen werden von der Jury vorgeschlagen; die endgültige Entscheidung trifft der Kulturausschuss der Stadt.

Den Tukanpreis erhielten

Jurybegründung

Dolf Sternberger hat kurz nach dem Krieg in einer seiner Betrachtungen der „Sprachedes Unmenschen“ über die in der Nazi-Zeit beliebte nebulöse Formel „wissen um etwas“ geschrieben. Der „Darumwisser“ war ihm suspekt, weil jemand, der nicht etwas, sondern um etwas weiß, sich im Ungefähren bewegt und im Zweifelsfall herausredet aus der Verantwortung.
Fridolin Schleys kluger, psychologisch feinfühliger und genau recherchierter historischer Dokumentarroman ist ein Gerichtssaal-Drama, das das „große Drama der Geschichte“ und das der Beteiligung daran verhandelt. Es kreist um die Verteidigung des hohen NS-Beamten und Diplomaten Ernst von Weizsäcker durch seinen eigenen Sohn Richard und damit um einen, der viel wusste und dem doch gerade der „falsche Qualm“ seines „Darumwissens“ als Ausflucht diente, als er auf der Anklagebank in Nürnberg saß.
Der Autor konfrontiert uns mit der Frage, wie der Einzelne und seine Familie mit der Schuld umgehen, die Weizsäcker durch seine Mitarbeit im nationalsozialistischen Verbrechensapparat auf sich geladen hatte. Fridolin Schley schreibt kühl, präzise und ohne jeden moralischen Überlegenheitsgestus des Nachgeborenen. „Die Verteidigung“ zeigt uns das Ringen um die Wahrheit als lebenslangen Prozess.

  • Neben dem preisgekrönten Buch hat die Jury des Tukan-Preises weitere Buchempfehlungen ausgesprochen:
  •     Alexander Gorkow: Die Kinder hören Pink Floyd
  •     Jo Lendle: Eine Art Familie
  •     Jovana Reisinger: Spitzenreiterinnen
  •     Daniel Speck: Jaffa Road

 

Jurymitglieder

Der Jury zur Ermittlung eines Vergabevorschlags 2021 gehörten unter der Leitung von Herrn Kulturreferent Anton Biebl gemäß Stadtratsbeschluss an:

Knut Cordsen (Bayerischer Rundfunk), Dr. Peter Czoik (BSB / Literaturportal Bayern), Inge Kindermann (Büchergalerie Westend), Christiane Pfau (Pfau PR), Tina Rausch (Lektorin, Journalistin), Martina Scherf (Süddeutsche Zeitung)
sowie aus dem Stadtrat:
Stadträtin Marion Lüttig (Fraktion Die Grünen-Rosa Liste), Stadtrat Thomas Niederbühl (Fraktion Die Grünen-Rosa Liste), Stadträtin Beatrix Burkhardt (Fraktion der CSU), Stadträtin Kathrin Abele (Fraktion SPD/Volt), Stadtrat Rudolf Schabl (Jurymitglied bis zur Auflösung der Fraktion ÖDP/FW
im Juli 2021)
Beratende Mitglieder: Elisabeth Braune und Alexandra Dunkel als Vertreterinnen des Tukan-Kreises.

  • 2021
    Fridolin Schley: „Die Verteidigung“
  • 2020
    Markus Ostermair: „Der Sandler“
  • 2019
    Herbert Kapfer: „1919. Fiktion“
  • 2018
    Susanne Röckel: „Der Vogelgott“
  • 2017
    Jonas Lüscher : „Kraft“
  • 2016
    Björn Bicker: „Was glaubt ihr denn. Urban Prayers“
  • 2015
    Lilian Loke: „Gold in den Straßen“
  • 2014
    Nina Jäckle: „Der lange Atem“
  • 2013
    Dagmar Leupold: „Unter der Hand“
  • 2012
    Marc Deckert: „Die Kometenjäger“
  • 2011
    Steven Uhly: „Adams Fuge“
  • 2010
    Benjamin Stein: „Die Leinwand“
  • 2009
    Robert Hültner: „Inspektor Kajetan kehrt zurück“
  • 2008
    Christine Wunnicke: „Serenity“
  • 2007
    Fridolin Schley: „Wildes schönes Tier“
  • 2006
    Friedrich Ani: „Idylle der Hyänen“
  • 2005
    Thomas Palzer: „Ruin“
  • 2004
    Thomas Meinecke: „Musik“
  • 2003
    Simon Werle: „Der Schnee der Jahre“
  • 2002
    Hans Pleschinski: „Bildnis eines Unsichtbaren“
  • 2001
    Uwe Timm: „Rot“
  • 2000
    Hassouna Mosbahi: "Rückkehr nach Tarschisch" und die Übersetzerin Regina Karachouli
  • 1999
    Susanne Röckel: "Chinesisches Alphabet – Ein Jahr in Shanghai"
  • 1998
    Günter Ohnemus: "Der Tiger auf deiner Schulter"
  • 1997
    Klaus Böldl: "Studie in Kristallbildung"
  • 1996
    Ernst Augustin: "Gutes Geld"
  • 1995
    Christine Scherrmann: "Frau mit grünen Schuhen", Hans Pleschinski: "Brabant"
  • 1994
    Maxim Biller: "Land der Väter und Verräter"
  • 1993
    Helmut Krausser: "Melodien"
  • 1992
    Uwe Dick: "Pochwasser. Eine Biographie ohne Ich"
  • 1991
    Günter Herburger: "Thuja"
  • 1989
    Herbert Achternbusch, Barbara Maria Kloos, Fred Hepp
  • 1987
    Uwe Dick, Eberhard Horst, Michael Wachsmann
  • 1985
    Walter Kolbenhoff, Hans F. Nöhbauer
  • 1983
    Michael Krüger, Rudolf Riedler, Barbara König, Carla Maria Heim, Jörg Graser, Grete Weil
  • 1981
    Hermann Stahl, Carl Borro Schwerla, Franz Freisleder, Dagmar Nick, Jörg Krichbaum, Barbara Bronnen
  • 1979
    Carl Amery, Janosch (Horst Eckert), Dr. Kurt Seeberger
  • 1977
    Ernst Günther Bleisch, Karl Hoche, Dr. Ursula Knöller, Irina Korschunow, Herbert Rosendorfer, Herbert Schlüter
  • 1975
    Wolfgang Bächler, Charlotte Birnbaum, Heinz Coubier, Armin Eichholz, Herbert Günther, Helmut Walbert
  • 1973
    Marianne Langewiesche, Dr. Wolfgang Petzet, Kuno Raeber
  • 1971
    Herbert Asmodi, Angelika Mechtel, Heinz Piontek, Martin Gregor–Dellin, Dr. Rolf Flügel
  • 1969
    Anton Sailer, Wilhelm Lukas Kristl, Christa Reinig, Günter Spang, Heinrich Fischer, Trankred Dorst
  • 1967
    Karl Ude, Oliver Hassencamp, Nina Keller
  • 1966
    Rudolf Schmitt–Sulzthal, Eugen Skasa–Weiß, Isabella Nadolny, Gunter Groll, Carola von Crailsheim, Curt Hohoff
  • 1965
    Otto Freiherr von Taube, Paul Mommertz, Georg Schwarz, Roland Ziersch, Alfons Freiherr von Czibulka, Horst Lange

Ähnliche Artikel

This is a carousel with rotating cards. Use the previous and next buttons to navigate, and Enter to activate cards.

Arbeitsstipendien im Bereich Literatur

Für literarische Projekte von etablierten Münchner Autor*innen.

Literaturstipendien

Die Literaturstipendien für den literarischen Nachwuchs werden alle zwei Jahre vergeben.

Förderpreis für junge Dramatik

In Kooperation mit den Münchner Kammerspielen, die die Werke auch zur Uraufführung bringen.

Förderung interkultureller Projekte

Förderung von interkulturellen Projekten Müncher Kunstschaffende*r