Grüne Oasen – Münchner Parks und Grünanlagen

Die Natur in den Münchner Parks und Grünanlagen genießen.

Grüne Oasen in München

Offene Rasenfläche mit Liegewiese und Pergola im Hintergrund
Peter Schinzler
Taxispark

Vom Alten Botanischen Garten bis zum Würmgrünzug

Erholungsraum mit bewegter Geschichte

Ein Erholungsraum mitten im Herzen Münchens, der Anfang des 19. Jahrhunderts ursprünglich als botanisches Gartengelände geplant war und heute als öffentliche Grünanlage fungiert, kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken.

Zeichen des neuen naturwissenschaftlichen Geistes des 19. Jahrhunderts

Friedrich Ludwig von Sckell (1750 – 1823), Gartengestalter und Stadtplaner, brachte die Idee des Botanischen Forschungsgartens nach Bayern. König Max I. (1756 – 1825) machte den Botanischen Garten seiner Residenzstadt zum Geschenk und beauftragte Sckell mit der Planung und Umsetzung. Der Garten hatte die Form eines großen lateinischen D. Die mittig eingefügte elliptische Form, in Vierecke geteilt, bot Raum für Anpflanzungen. Den Rahmen bildeten Bäume und Sträucher verschiedener Weltteile. An der Nordseite entstand ein langgestreckter beheizbarer Gewächshaustrakt für tropische Pflanzen und ein chemisches Laboratorium. Am 23. Mai 1812 wurde der Botanische Garten eröffnet.

Ein Glaspalast als Ausstellungsgebäude

König Max II. (1811 – 1864) billigte 1853 den Plan, eine Industrieausstellung in München abzuhalten. Wegen der Nähe zum neuen Hauptbahnhof fiel die Wahl auf den Botanischen Garten als Ausstellungsgelände. Als Ausstellungsgebäude wurde ein Glaspalast geplant. August von Voit (1801 – 1870) entwarf einen 234 Meter langen, bis zu 67 Meter breiten und 25 Meter hohen Baukörper als Eisen-Glas-Konstruktion. Eröffnungstermin der “Allgemeinen Ausstellung deutscher Industrie- und Gewerbs-Erzeugnisse“ war der 15. Juli 1854.
Im Herbst 1854, nach Beendigung der Ausstellung, wurde über die Zukunft des Glaspalastes beratschlagt. Der Glaspalast als Ausstellungsgebäude sollte dauerhaft erhalten bleiben. Die Eisen-Glas-Konstruktion wurde Denkmal des neuen Zeitgeistes.
Ab 1889 begründeten die regelmäßigen Kunstausstellungen und die ausstellenden Künstlergruppen den Ruf Münchens als Kunst- und Kulturstadt.
In der Nacht vom 6. Juni 1931, während der Münchener Kunstausstellung, fingen die Ölgemälde Feuer und der Glaspalast stand in Flammen. Er brannte vollständig ab. Über 3.000 Gemälde von namhaften Meistern und jungen Künstler*innen wurden zerstört, 1.000 Werke wurden schwer beschädigt und nur 80 Kunstgegenstände konnten gerettet werden.

Der Botanische Garten während des NS-Regimes und des Zweiten Weltkrieges

Nach Plänen von Paul Ludwig Troost (1878 – 1934) wurde der Alte Botanische Garten umgestaltet. Mit dieser Neukonzeption wurde die Grundstruktur des uns bekannten Alten Botanischen Gartens geschaffen, mit großzügigen Rasenflächen und lockerer Baumpflanzung.
Nur zwei Jahre nach der Eröffnung des umgestalteten Alten Botanischen Gartens begann der Zweite Weltkrieg. Die heftigen Bombardierungen des Viertels um den Hauptbahnhof führten zwischen 1942 und 1945 zu zahlreichen Einschlägen in der Grünanlage, dem Kunstpavillon und dem Neptunbrunnen.
In den Nachkriegsjahren verwilderte die Grünanlage und Gehölz überwucherte die Kriegsschäden. Auch ist nicht ausgeschlossen, dass in den strengen Nachkriegswintern ein Teil der größeren Gehölze zum Heizen gefällt wurde.
Der Neptunbrunnen wurde 1949 wiederhergestellt und schon ein Jahr später der Kunstpavillon. Die Münchner*innen suchten wieder Erholung und Entspannung im Grün des Alten Botanischen Gartens.

Das Parkcafé

Der Architekt Oswald Bieber (1876 – 1955) und der Konditoreibesitzer Gustav Deistler hatten sich schon im Sommer 1933 den Umbau des kleinen, erhalten gebliebenen Hausmeister-Wohngebäudes in ein Kaffeehaus genehmigen lassen. Im Zuge der Umgestaltung des Alten Botanischen Gartens entschloss man sich zu einem Neubau in der Achse der damaligen Arcisstraße.
Das Tanzcafé der 30er Jahre wurde nach dem Krieg zu einer institutionellen Einrichtung im Münchner Nachtleben der 60erund 70er Jahre. Es war einer der angesagtesten Clubs der Stadt. Heute befindet sich dort ein bayerisches Wirtshaus mit Biergarten.

Der Kunstpavillon

Der Kunstpavillon ist ein würdiger, wenn auch kleiner Nachfolger des Glaspalastes. Ein quadratischer zirka 200 Quadratmeter großer Bau mit je einer Türe an jeder Seite. Auch dieser Pavillon wurde von Oswald Bieber erbaut. Das Fries über dem Eingang des Kunstpavillons schuf der Bildhauer Josef Wackerle (1880 – 1959).
Der Zweite Weltkrieg hat auch dieses Gebäude nicht verschont. Am 9. September 1950 wurde der neue Ausstellungsbau eröffnet.

Das Portal

Joseph Emanuel von Herigoyen (1746 – 1817) schuf mit diesem rechtwinkligen Portal ein Werk des Münchener Frühklassizismus. Vier dorische Säulen tragen den Mittelteil des Architravs (Horizontalbalkens). Eingerahmt und dominierend sind die gemauerten Pfosten, mit rechteckigem Grundriss. Die Farben des Portals sind ein frühes Beispiel für die Mehrfarbigkeit klassizistischer Architektur. Seit 200 Jahren hat das Portal die Wirren der Zeit nahezu unverändert überdauert.

Der Neptunbrunnen

Schon zu Zeiten des Glaspalastes gab es einen Neptunbrunnen im Botanischen Garten, der hatte jedoch nichts mit dem Brunnen gemein, der sich heute im Alten Botanischen Garten befindet.
In der Achse des Justizpalastes setzte der Architekt Oswald Bieber das Bassin. In dessen Mitte schuf Josef Wackerle im Zuge der Umgestaltung des Parks 1937 einen Skulpturenbrunnen. In Anlehnung an Michelangelos David schultert Neptun seinen Dreizack. Am 29. Mai 1937 wurde die Fertigstellung mit einem pompösen Fest gefeiert. 1949 wurde der im Krieg zerstörte Brunnen wiederhergestellt.
Heute zählt der Neptunbrunnen zu den beliebtesten Treffpunkten im Zentrum. An heißen Tagen plantschen auch Kinder im kühlen Nass.

Der Staccioliring

Der Alte Botanische Garten wird im Westen überragt von einer großen Ringskulptur des Künstlers Mauro Staccioli. 12 Meter Stahlzement erheben sich über die sogenannte Kunstplattform und akzentuieren den Blick in und aus dem Botanischen Garten.
Bildergalerie

Broschüre zum Jubiläum 2013

"200 Jahre Alter Botanischer Garten - Ein Garten mit Geschichte"
Zum 200-jährigen Parkjubiläum hat das Baureferat eine informative Broschüre unter dem Titel "200 Jahre Alter Botanischer Garten - Ein Garten mit Geschichte" herausgegeben. Viele Bilder illustrieren Historie und Gegenwart des Erholungsraum mitten im Herzen Münchens. Die Broschüre ist gegen eine Schutzgebühr von 5 Euro erhältlich:

Tel. (089) 233 60329
gartenbau@muenchen.de

Stadtinformation am Marienplatz

Kunstpavillon im Alten Botanischen Garten

Parkpflegewerk - Analyse der Bepflanzung, Benutzbarkeit und Ausstattung

Dendrologische Besonderheiten im Alten Botanischen Garten
Die städtebauliche Neuordnung der sogenannten Lenbachgärten waren der Anstoß für den Alten Botanischen Garten, ein Parkpflegewerk in Auftrag zu geben. Die historische Entwicklung wurde analysiert, ebenso wie die Bepflanzung (Baum-, Strauch- und Krautschicht) und der Zustand der Wege, bzw. die Wegeführungen.

Vegetation - Krautschicht
Der Park ist naturschutzrechtlich als Landschaftsbestandteil geschützt, gleichzeitig jedoch auch durch den Denkmalschutz als Gartendenkmal. Gärtnerische Kulturpflanzen in den Schmuckbeeten gedeihen hier ebenso wie naturnahe Vegetation. Im Frühling sind es Krokusse, Winterlinge und Schneeglöckchen, die sich wie ein Teppich auf den Wiesen und unter den Bäumen ausbreiten.

Vegetation - Gehölze
Es finden sich die vertrauten heimischen Bäume wie Ahorn, Linden, Eichen, aber auch exotische Bäume wie Magnolien, Sumpfzypressen und Taschentuchbaum. Aus der Gründungszeit des Botanischen Gartens ist jedoch kein Baumbestand mehr erhalten. Durch die schlechten Boden- und Luftverhältnisse konnten die Gehölze im 19. Jahrhundert kaum überleben. Die übrigen botanisch interessanten Pflanzen wurden bei der Umsiedlung in den neuen botanischen Garten nach Nymphenburg umgepflanzt. Es finden sich noch Bäume, z.B. einige Linden im Biergarten des Parkcafés, die in den 30er Jahren bei der Umgestaltung zum Stadtpark gepflanzt wurden.

Entwicklungsziele
Der Erhalt der wertvollen Gehölze und die Förderung der naturnahen Unterwuchsbereiche sind ebenso Ziel der Parkpflege, wie der Erhalt der denkmalgeschützten Bausubstanz. Wünschenswert wäre eine Verbesserung der visuellen und räumlichen Situation des Freibereichs um das Parkcafé und eine Fensteröffnung im Kunstpavillon zur Verdeutlichung der Sichtachsen. Langfristig würde eine Auflockerung der Baumkulisse durch natürliche Abgänge zur Erhöhung des Lichtgenusses führen. Die Aufwertung der Mittelachse als Aufenthaltsraum, die Umgestaltung naturferner Unterwuchsbereiche und weitere Maßnahmen wurden bereits durchgeführt.

Die Umsetzung der Entwicklungsziele bis heute

Ausstattung
Der Spielbereich musste schon in den 70er Jahren zum Schutz der Kinder umzäunt werden. Eine Hürde gegen unbefugtes Betreten war unumgänglich geworden. Der unschöne Maschendrahtzaun konnte ersetzt werden. Heute zeigt sich die Gestaltung der Einfriedung, in Form eines schlichten Stabgitterzauns, den Ansprüchen an das Gartendenkmal angemessen. Auch die ästhetisch ungenügenden Schutzbügel an den Schmuckpflanzungen des Neptunbrunnens wurden entfernt und durch klassische niedrigere Beeteinfassungen ersetzt. Neue Bänke ermöglichen sich auszuruhen.

Wege
Ein wichtiger Bezug, nicht nur auf die Zeit der Umgestaltung in den 30er Jahren, sondern sogar auf die Entstehungszeit des Botanischen Gartens, erfolgte durch die Neuschaffung einer exakten Mittelachse. Die wurde auf die Mitte des Parkcafes ausgerichtet. Die neue Nachbarschaft wird durch einen Zugangsweg im Norden angebunden. Die Hindernisstufen an den östlichen Zugängen von Sophien- und Elisenstraße wurden entfernt und ein weitgehend barrierefreier Zugang in den Alten Botanischen Garten ermöglicht.
Der Fußweg parallel zur Elisenstraße wurde aufgewertet.
Eindrucksvoll veränderte sich der westliche Übergangsbereich zwischen Kunstplattform und Altem Botanischen Garten. Das Spielhaus bekam einen deutlich wahrnehmbaren Eingangsbereich. Ein besonntes Wiesen-Karree lädt zum Verweilen ein und bietet auch den älteren Schülern und Schülerinnen des Luisengymnasiums eine Möglichkeit, die Pausenfreizeit im Freien zu verbringen.

Bepflanzung
Die Idee eines Skulpturenparks führte in den 80er Jahren zur Schaffung von gepflasterten Aufstellflächen für Skulpturen rund um den Kunstpavillon. Auch im Gebüsch vor der Spielwiese waren für diesen Zweck einige runde Plätze aus Granitkleinsteinpflaster angeordnet. Durch Vandalismus und Ignoranz entwickelten sich die Nischen zu unansehnlichen Abfallinseln. Heute sind sie zurückgebaut und in naturnahe Vegetationsflächen umgewandelt. Die Mittelachse wurde durch attraktive Pflanzbeete aufgewertet.

Die Zukunft des Alten Botanischen Gartens

Der Alte Botanische Garten ist als Gartendenkmal geschützt. Seine Bauwerke, seine Wege und seine Bepflanzung sind ein Zeugnis des frühen 20. Jahrhunderts und in einigen Bereichen, in seiner städtebaulichen Grundkonzeption, seiner noch heutigen Ausformung und mit seinem Eingangsportal, ein Zeugnis des frühen 19. Jahrhunderts.

Der Park ist als Landschaftsbestandteil geschützt. Baumbestand, Strauch- und Krautschicht sind nach § 29 Bundesnaturschutzgesetz rechtsverbindlich festgesetzte Teile von Natur und Landschaft und unter Schutz gestellt.

Auch in der Zukunft müssen diese Schutzfunktionen mit den Nutzungsanforderungen in Einklang gebracht werden. Der Alte Botanische Garten ist eine innerstädtische Grünanlage, die täglich von unzähligen Menschen für Erholung und Freizeit genutzt wird.
Es liegt in der Natur der Sache, dass sich der Alte Botanische Garten auch jetzt im Alter von 200 Jahren in stetiger Veränderung befindet. Diese Veränderung muss auch in Zukunft mit geeigneten Maßnahmen begleitet werden. Das Parkpflegewerk gibt dem Baureferat Gartenbau dafür eine wichtige Anleitung und Grundlage an die Hand nicht nur zum langfristigen Erhalt der Bepflanzung in ihrer Grundstruktur und Ausprägung, sondern auch als Argumentationshilfe der geplanten Veränderungen in der Zukunft.

Das Baureferat Gartenbau wird wie in den letzten Jahrzehnten den Alten Botanischen Garten nach den Vorgaben des Parkpflegewerks pflegen und erhalten, damit sich die Münchner*innen und die vielen Gäste der Stadt in dieser Grünoase im Zentrum der Stadt in und an der Natur erfreuen und erholen können.

Boris Storz, München

Der Amphionpark wurde grundlegend saniert und aufgewertet

Mit einer Größe von zirka 2,75 Hektar ist der seit 1965 bestehende Park als Freifläche von zentraler Bedeutung für das südliche Moosach. Nach mehr als 50 Jahren entsprach er nicht mehr den heutigen Anforderungen: So waren die Ausstattung der Spielplätze veraltet und der Bolzplatz sowie die Wege in schlechtem Zustand. Der Stadtrat hatte im März 2017 die Ausführung des Projekts mit Kosten von 1,74 Millionen Euro genehmigt.

Teile der Maßnahme konnten durch das Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“ finanziert werden. Der Park sollte nach den Bedürfnissen der Nutzer realisiert werden. Viele Ideen der im Dezember 2013 durchgeführten Kinder- und Jugendbeteiligung wurden bei der weiteren Planung berücksichtigt. Dabei wurde aber auch der prägende Baumbestand des Parks erhalten.

Die beiden Kinderspielbereiche im Osten wurden komplett umgebaut und zu einer gemeinsamen großen Spiellandschaft für Klein- und Schulkinder verbunden. Im Norden entstand ein kleiner Treffpunkt für Jugendliche, Erwachsene und Senior*innen mit einer Tischtennisplatte, Fitnessgeräten und Sitzgelegenheiten.
Die Böschung der Fußgängerbrücke über den Wintrichring hat durch den Einbau einer Hangrutsche ein weiteres Spielangebot erhalten.
Im zentralen Parkbereich entstand ein Sportareal mit vielfältigen Möglichkeiten zum Ballspiel. Wie in der Kinderbeteiligung gewünscht, wurde hier auch ein kleines Trampolin in die Fläche integriert. Bei der Planung der Spielangebote wurden die Belange der Barrierefreiheit und Inklusion berücksichtigt.

Sanierung des Bavariaparks

Instandsetzungs- und Rekonstruktionsmaßnahmen sichern die heutige Funktion und den historischen Wert des Bürgerparks.

Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts ließ König Ludwig I vor den Toren Münchens unter dem Namen "Theresienhain" den heutigen Bavariapark anlegen. 1872 wurde die Anlage öffentlich zugänglich. Im Vorfeld der Leistungsschau „München 1908“ wurde der Park dann mit neuen Wegen, Neupflanzungen, und gartenkünstlerischen Elementen, die in den kommenden Jahrzehnten aber wieder in den Hintergrund rückten, zum Ausstellungspark umgestaltet.

Heute nutzen Anwohner*innen und Beschäftigte angrenzender Unternehmen die Anlage zur Entspannung und Erholung. Unter anderem können Sie hier Ballspielen, Joggen oder die Natur beobachten. Ein Kinderspielplatz rundet das Angebot ab.

Um der Funktion als Bürgerpark gerecht zu werden und auch den geschichtlichen Wert der Anlage langfristig zu erhalten, wurde vom Baureferat ein Instandsetzungs- und Entwicklungskonzept (Parkpflegewerk) beauftragt. Im Rahmen dieses auf Nachhaltigkeit angelegten Konzeptes kam es seit 2007 zu einer Vielzahl von Instandsetzungs- und Rekonstruktionsmaßnahmen an der baulichen und figürlichen Ausstattung. Zudem wurde der Gehölzbestand gepflegt und ergänzt. Die Finanzierung erfolgte über die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme Theresienhöhe.

Peter Schinzler

Naturschönheit und Freizeitgenuss zugleich

Die Flaucheranlagen in den Isarauen bieten mitten in der Stadt Naturschönheit und Freizeitgenuss zugleich: Die Lust auf frische Luft und Erholung erfüllen sich hier auf stillen Spazierwegen im urwüchsigen Auenwald oder am lebhaften Badeplatz. Entstanden ist der naturnah angelegte, grüne Saum der wilden Isar als erster städtischer Park im Süden Münchens und als kommunales Pendant zum kurfürstlichen Englischen Garten im Norden der Stadt. Das Ziel lautete: Die Schönheit der ursprünglichen Natur sollte erhalten bleiben und „die öden unzugänglichen Auen zu einem angenehmen Spaziergang“ werden.

Die Isarinseln

Bereits Mitte des 16. Jahrhunderts entstand quer über das Flussbett hinweg ein erstes Wehr, das die Isar nach Westen drängte, denn die Münchner Mühlen und Sägewerke wurden über den Stadtbach versorgt. Dieses Bauwerk wurde ständig weiterentwickelt und um 1740 war ein langes Wehr entstanden, das vor Harlaching das Isarwasser in den Dreimühlenbach und den Großen Stadtbach ableitete. Der Auenbereich mit seinem großen Kiesaufkommen war von mehreren kleinen Wasserläufen durchzogen und es entstanden größere und kleinere Inseln.

Isarpromenade

Seit dem 18. Jahrhundert wurde die Isar bei Thalkirchen auf einem Werksteg überquert, der Teil eines Weges zwischen Stadt, Thalkirchen und Harlaching war. Bis zum 19. Jahrhundert war der Weg offiziell dem zuständigen Werkpersonal und den Pächter*innen vorbehalten. Er entwickelte sich jedoch zu einer „Promenade“ isaraufwärts bis zum Thalkirchner Wehr und bot ein besonderes Naturerlebnis und schöne Fernblicke bis ins Gebirge.

Maulbeerbäume

Anfang Dezember 1838 erhielt der Münchner Magistrat, wie andere größere Städte in Bayern, ein Schreiben des königlichen Innenministeriums. Das Ministerium verlangte, dass Maulbeerbäume gepflanzt werden, die zur Zucht von Seidenraupen dienen sollten. Die wertvollen Bäume sollten aus Mitteln der Gemeindekasse bezahlt werden. Eine bayerische Seidenproduktion mit der Aufzucht von Seidenraupen im Lande war ein Traum von König Ludwig I. 1.000 Maulbeerbäume wurden in den Isarauen gepflanzt; die Bäume waren jedoch nicht an das Klima angepasst und gingen ein.

Bürgermeister Jakob Bauer

Jakob Bauer wurde 1838 zum Ersten Bürgermeister der Residenzstadt gewählt, die durch das Gemeinde-Edikt von 1818 in ihrer Selbstverwaltung und damit in ihren finanziellen Möglichkeiten beschnitten war. An erster Stelle sorgte sich Bauer um die Gesundheit der Stadtbevölkerung; seine Initiative zur Flaucheranlage ist in diesem Zusammenhang zu sehen. Nahe der Stelle, an der er 1839 die ersten drei Bäume dafür pflanzte, wurde ihm ein Denkmal errichtet.

Gründung der Stadtgärtnerei

Für die Pflege der Maulbeerbäume ernannte der Münchner Magistrat 1839 Georg Christoph Schuster zum „Garten- und Plantagenaufseher“. Schuster war die rechte Hand von Karl Ludwig Seitz, der das Konzept für die Flaucheranlagen geplant hatte. Ab 1840 war ein eigener Haushaltsposten des Bauamts für die Stadtgärtnerei vorgesehen. Schuster war nicht nur für die zügige Realisierung der Flaucheranlagen verantwortlich, sondern hatte auch die Aufsicht über alle städtischen Grünanlagen, 56 Alleen und die neuen Baumschulen.

„Zum Flaucher“

Hofgarteninspektor Max Kolb regte 1868 an, die Ökonomie- und Gärtnergebäude wie auch die Wiesenflächen in den Flaucheranlagen zu verpachten und dort eine Restauration einzurichten. Die städtische Grünanlage sollte endlich wie andere Münchner Anlagen auch eine Gartenwirtschaft erhalten. Der Münchner Magistrat folgte den Vorschlägen und erteilte am 9. März 1869 dem Bierwirt Johann Flaucher den Zuschlag als Pächter – „der Flaucher“ erhielt seinen bis heute berühmten Namen.

Die Friedenseiche

Nur wenige Tage nach dem in Frankfurt am Main der Friedensvertrag zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich unterzeichnet war, wurde in München am 15. Mai 1871 eine erste offizielle Friedensfeier in den Flaucheranlagen begangen. Ein Festzug aus 12.000 Münchner Schulkindern, Mitgliedern des Magistrats und zahlreichen Ehrengästen zog zum „Festplatz“, wo Mädchen und Buben ein kleines Eichenbäumchen pflanzten.

Frauenfreibad

Nach dem Schyrenbad,1847 als erstes städtische Freibad für Männern eröffnet, entstand im Sommer 1875 ein weiteres Männerbad in einem der ehemaligen Ablasskanäle in den Flaucheranlagen. Aufgrund großer Nachfrage wurde es im Mai 1877 vom Magistrat in ein Frauenfreibad umgewandelt. Das Bad war in der Regel von Mitte Mai bis September täglich geöffnet. 1926 wurde das Frauenfreibad schließlich zu einem Familienbad ausgebaut und 1937 noch einmal um schöne Rasenflächen erweitert; es blieb als eines „der schönsten Bäder Münchens“ bis zum Zweiten Weltkrieg in Betrieb.

Neue Spielplätze

Nach Kriegsende ließ die Stadt das zerstörte Bad nicht mehr instand setzen, sondern in diesem Bereich Kies abbauen, den man für den Wiederaufbau benötigte. Nach dem die Kiesvorräte erschöpft waren, entstand Mitte der 50er Jahre ein weitläufiger Kinderspielplatz mit zahlreichen Turn- und Spielgeräten aus Metall und Holz. Berühmt wurde die sogenannte „Fliegerwiese“, die ihren Namen von einem besonders attraktiven Klettergerüst erhielt: ein kleines Flugzeug aus Metallstäben.

Die Brudermühlbrücke

Bis 1988 wurden der Mittlere Ring und die Brudermühlbrücke mehrfach ausgebaut. Mit dem Ausbau der Brudermühlbrücke als Teil des Mittleren Rings erhielt die Flaucheranlage in den Oberen Isarauen ein völlig neues Gesicht. Auf der linken Uferseite wurde als Passage ein Rad- und Fußwegtunnel am Brückenkopf gebaut. Die Brückenpfeiler sind heute Plattform für StreetArt.

Freizeit und Naturschutz

Die Flaucheranlagen gehören mittlerweile zu den am intensivsten genutzten Grünanlagen im Stadtbereich; ihr Freizeitwert als grüne Oase inmitten einer europäischen Metropole ist enorm. Zugleich hat die Anlage durch ihre landschaftliche Vielfalt einen hohen ökologischen Wert. Bereits 1964 wurden die Flaucheranlagen innerhalb der Isarauen als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen und sind seit 2004 Teil des FFH-Gebiets Oberes Isartal. Beiden Ansprüchen gerecht zu werden ist Kern der Herausforderungen, die diese Grünanlage an ihre Betreuer stellt.

Das Parkpflegewerk

Historische Gärten und Grünanlagen sind ein bedeutender Teil unseres kulturellen Erbes. Anlass für die Erstellung des Parkpflegewerkes Flaucheranlagen war das 175jährige Jubiläum der denkmalgeschützten Anlage als erste große Grünanlage der Stadtgemeinde. Es formuliert Erhaltungs- und Entwicklungsziele unter den Gesichtspunkten des Denkmalschutzes, des Naturschutzes und der Nutzung für Freizeit und Erholung. Daraus entstanden konkrete Ziele, die mit einem langfristigen Pflege- und Maßnahmenplan umgesetzt werden können.

Peter Schinzler

Park mit großem Freizeitwert und vielen Spiel- und Sportangeboten

Der insgesamt 21 Hektar umfassende Grünzug „Im Gefilde“ zwischen Waldperlach und Neuperlach entstand infolge eines im Jahr 2002 vom Baureferat der Stadt München ausgelobten Realisierungswettbewerbs. Den ersten Preis erhielt das Büro Landschaftsarchitektur ver.de aus Freising. Der Stadtrat beschloss die Realisierung der einzelnen Teilmaßnahmen in den Jahren 2003, 2007 und 2010.

Die Ausführung des Projekts erfolgte in zwei Bauabschnitten: Die 16 Hektar große, langgezogene, südliche Grünanlage mit der Kleingartenkolonie und den fünf Spielplätzen wurde von 2005 bis 2007 fertiggestellt; der fünf Hektar große nördliche Parkbereich (2. Bauabschnitt) mit den Jugendspielangeboten entstand in den Jahren 2010 und 2011.

Auf ehemaligen Ackerflächen liegt heute die Grünanlage „Im Gefilde“: Ein abwechslungsreicher Park mit großem Freizeit und Erholungswert und einem vielfältigen Spiel- und Sportangebot. Neue Wege verbinden die umliegenden Wohnquartiere und Gewerbegebiete. Gut zu erreichen ist auch die westlich gelegene U- und S-Bahn-Station Neuperlach-Süd.

Gestaltung der Grünanlage

Ein großzügiges, raumwirksam gestaltetes Wiesental bildet das Zentrum des Grünzugs. Von Nord nach Süd durchläuft ein durchgehender Hauptweg für Fußgänger und Fahrradfahrer den Park und eröffnet immer wieder neue Landschaftsbilder.

Zur Ostseite schafft ein lichter Obstgartenhain einen harmonischen Übergang zur benachbarten Wohnsiedlung. An der Westgrenze schirmen Bepflanzungen mit Bäumen und Sträuchern den Park vom anschließenden Gewerbegebiet ab.

Zwischen diesen Bepflanzungen sind drei Kleingartenkolonien mit insgesamt 88 Parzellen integriert. Die öffentlichen und privaten Grünflächen wechseln sich in lockerer Anordnung ab, eine geschnittene Formhecke gewährt Ein- und Ausblicke.

Spielbereiche für Kinder

In hohem Maß wird der Grünzug „Im Gefilde“ den Bedürfnissen von Kindern gerecht. Für jedes Alter findet sich das passende Areal. Drei wohnungsnahe Spielplätze entlang der Streuobstwiese – die sogenannten Obstkisten – mit Sandplätzen, Rutschen und das Thema "Obst" widerspiegelnden Spielbauten sind speziell für kleinere Kinder angelegt und aus gestalterischen Gründen eingezäunt. In den beiden Spiellandschaften auf der Südwest-Seite treffen sich vor allem Schulkinder. Holzplattformen in unterschiedlichen Höhen, Schwingseile und verschiedene Klettergerüste ermöglichen kreative, naturnahe Bewegungsspiele. Besonderer Anziehungspunkt ist ein Kletternetzbereich aus geschälten Robinienpfosten und zwischengespannten Seilen und Netzen.

Freizeit- und Spielbereiche sowie Skateanlage für Jugendliche und Erwachsene

Im Norden des Parks schließen sich eine große Spielwiese, ein Kunstrasen-Bolzplatz sowie ein Volleyball- und Streetballfeld an. Vor allem Jugendliche kommen hier auf ihre Kosten.

Highlight ist eine multifunktionale Skateanlage für Rollsportarten, die für ein surfähnliches, flüssiges Fahren konzipiert wurde. Unzählige Lines (Fahrwege) von flach bis sehr steil lassen immer wieder neue Fahrvariationen zu und eignen sich gleichermaßen für Anfänger wie Profis. Weiche Formen und Übergänge bestimmen die Gestaltung. Höchster Punkt ist die Pit-Corner. Sie schaut wie der obere Teil einer aufgeklappten Muschel aus dem Gelände und ist ein weit sichtbares Wahrzeichen „Im Gefilde“. Dieses neue und außergewöhnliche Konzept wurde bei den Planungsgesprächen von der Skaterszene ausdrücklich gewünscht, um das Angebot von unterschiedlichen und attraktiven Skatespots in München zu ergänzen.

Die Gestaltung der Skateanlage, die an eine Voralpenlandschaft in Miniaturform erinnert, korrespondiert mit den wellenartig geschwungenen Geländeaufschüttungen, die das Landschaftsbild im nördlichen Teil des Grünzugs bestimmen.

Hügelbänder

Die terrassierten Hügelbänder reduzieren die Lärm- und Abgaseinwirkungen der angrenzenden Putzbrunner Straße. Gleichzeitig laden sie zum Fahrradfahren im freien Gelände ein. Der südöstliche Teil der Hügelbänder eignet sich im Winter bestens als Rodelhügel mit unterschiedlich stark geneigten Abfahrten.

Aufenthaltsbereiche

Wer keinen Sport treiben will, lässt sich beim Bolzplatz auf den als Rasensitzstufen modellierten, westlichen Ausläufern der Hügelbänder nieder. Zwei muschelförmige Stahlbetonkonstruktionen neben der Skateanlage nehmen deren Form auf und schützen vor Regen oder starker Sonneneinstrahlung. Eine kleine Schotterrasenfläche bietet zudem idealen Platz für Nachbarschaftsfeste.

Mehr als 100 Jahre Luitpoldpark – Ein historischer Überblick

Der Luitpoldpark im Stadtteil Schwabing-West feierte 2011 sein 100-jähriges Bestehen.

Seine Entstehung ist eng verbunden mit der städtebaulichen Entwicklung Münchens um 1900. Von der Maxvorstadt ausgehend wuchs die Stadt in rasantem Tempo weiter nach Norden. Für das neue Stadtquartier musste ausreichend Grün geschaffen werden. So beschloss im Jahre 1909 der Münchner Magistrat die Realisierung der damals schlicht als „Nordpark“ bezeichneten Anlage.

Damals noch am nördlichen Stadtrand gelegen, wurden weitestgehend städtische Flächen für den Park umgewidmet. Unterstützt von einem enormen bürgerschaftlichen Engagement wurde mit dem Bau begonnen. Der Kern des Parks sollte ein Denkmal zu Ehren des Prinzregenten Luitpolds bilden, ein über 17 Meter hoher Obelisk aus unterfränkischem Muschelkalk, umgeben von einer Terrasse aus rasterförmig gepflanzten 90 Linden und 25 Eichen (entsprechend dem Lebensalter bzw. der Regierungsjahre des Prinzregenten). Am 11. März 1911, dem 90. Geburtstag des Prinzregenten, wurde schließlich durch seinen Urenkel, dem Prinzen Luitpold, feierlich die 90. Linde gesetzt und damit der Park eröffnet.

In den folgenden Jahren wurden aus verschiedenen Anlässen immer wieder Bäume und Denkmäler von einzelnen Personen, Institutionen und Firmen gespendet, so zum Beispiel stiftete die Bäckerinnung 1911 die Bäckerlinde mit im Jahre 1915 ergänzter halbkreisförmiger Steinbank. 1913 wurde das Denkmal für den Geographen und Landeskundler Dr. Wilhelm Götz aufgestellt, 1916 fand ein spätgotischer Bildstock mit eingelassenem Marienbild seine neue Stätte im Luitpoldpark. Eine geplante, aber heftig diskutierte weitausladende neubarocke Brunnenanlage nördlich der Lindenterrasse verhinderte aber letztendlich der Erste Weltkrieg. Das Bamberger Haus wurde in den Jahren 1911/12 als Café erbaut. Seinen Namen erhielt es, nachdem wesentliche Teile der Fassade aus einem abgerissenen, barocken Bamberger Wohnhaus über Umwege und beinahe zufällig hier ihre Wiederverwendung gefunden hatten.

Bedingt durch die Kriegswirren und die wirtschaftliche Depression kam es dann in den Zwanziger Jahren bei den Arbeiten im Luitpoldpark zu längeren Unterbrechungen. 1933 erfuhr der Park nochmals eine künstlerische Ergänzung durch einen expressionistisch gestalteten Fohlenbrunnen, der allerdings 1945 zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde. Der gesamte Park wie auch der Bayernplatz erlitten gegen Ende des Zweiten Weltkrieges schwere Schäden durch Bombeneinschläge. Das Bamberger Haus wurde teilweise zerstört und erst in den 80er Jahren grundlegend saniert und wiedereröffnet. In den ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg entstand im Norden des heutigen Parkgeländes der große Schuttberg aus Kriegsschutt. Auf seinem Gipfel ermahnt ein 1958 errichtetes Bronzekreuz zum Gedenken an die Bombenopfer. In den sechziger und siebziger Jahren erhielt der Park sein heutiges Gesicht.

Der Luitpoldpark ist mit seinen Spiel- und Erholungseinrichtungen nicht nur bei den angrenzenden Bewohnern Westschwabings beliebt, auch die Milbertshofener Bürger*innen schätzen und nutzen ihn intensiv. Bitte beachten Sie, dass Grillen im Luitpoldpark nicht gestattet ist.

Beliebte Orte sind der Aussichtshügel (ehemaliger Schuttberg) mit Rodelbahn, der sogenannte Pumucklspielplatz und die Liege- und Spielwiesen. Neben der umfangreichen baulichen Ausstattung aus der Entstehungszeit erhält der Luitpoldpark auch durch seinen alten Baumbestand mit einigen botanischen Kostbarkeiten seinen unverwechselbaren Charakter. Neben Gingko, Urwelt-Mammutbaum, Gleditsie, Abendländischem Zürgelbaum und Götterbaum findet man auch Blut- und Hängebuchen und Pyramideneichen.

2008 gab das Baureferat ein sogenanntes Parkpflegewerk in Auftrag. Das 2010 fertiggestellte Werk schlägt Pflege- und Sanierungsmaßnahmen vor, die die langfristige Erhaltung und Entwicklung des Parks unter Beachtung verschiedener Nutzungsaspekte (Spiel und Erholung, Gartendenkmalschutz, Ökologie und Naturschutz) im Blickfeld haben.

Broschüre zum Jubiläum 2011

„100 Jahre Luitpoldpark – Ein Volkspark für alle“

Zum 100-jährigen Parkjubiläum hat das Baureferat eine informative Broschüre unter dem Titel „100 Jahre Luitpoldpark Ein Volkspark für alle“ herausgegeben. Viele Bilder illustrieren Historie und Gegenwart dieses ersten Bürgerparks Münchens.

Die Broschüre ist gegen eine Schutzgebühr von 5 Euro erhältlich:

Tel.: 089/233-60329
Per E-Mail: gartenbau@muenchen.de

Stadtinformation am Marienplatz

„Olympische Spiele im Grünen“ – Der Olympiapark von 1972

Der Olympiapark – Aufbruch in eine neue Ära des Grüns: eine hügelige Parklandschaft mit Zeltdachkonstruktionen und Olympiasee

Der fast drei Quadratkilometer große Olympiapark entstand anlässlich der XX. Olympischen Spiele 1972. Das Architekturbüro Behnisch und Partner gewann vier Jahre zuvor den Wettbewerb mit seinem Entwurf, der Architektur und Landschaft in besonderer Weise verschmelzen lässt. Für die Landschaftsplanung zeichnet Prof. Günther Grzimek verantwortlich.

„Olympische Spiele im Grünen“

„Olympische Spiele im Grünen“ lautete eines der Leitmotive. Dies stellte die Landschaftsplaner vor eine ebenso reizvolle wie schwierige Aufgabe. Denn das ausgewählte Gelände, das Oberwiesenfeld, war Mitte der 60er Jahre ein kahles Anwesen innerhalb der Münchner Schotterebene. Einst diente es als Militärgelände für die königlich-bayerische Armee, später als Münchens erster Verkehrsflughafen. Nach 1945 wurde am südlichen Rand des Oberwiesenfeldes ein 60 Meter hoher Schuttberg aus den Trümmern des 2. Weltkrieges aufgetürmt.

Eine neue Parklandschaft entsteht

Die Planer haben diese Landschaft überformt und schufen hier eine künstliche, abwechslungsreiche Landschaft aus grünen Hügeln, einem See und Alleen. Hierzu wurden sieben Millionen Kubikmeter Erde bewegt und mehr als 3.000 Bäume gepflanzt. Der Schuttberg wurde als der heutige Olympiaberg integriert - Von hier aus kann man das Olympiagelände und die Stadt überblicken und bei guter Sicht sogar bis zu den bayerischen Alpen schauen.

Der Olympiapark – Aufbruch in eine neue Ära des Grüns

In München gibt es keine richtig großen Volksparks aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, wie sie in Hamburg, Köln oder Berlin entstanden sind. Allenfalls der 1910 gebaute Luitpoldpark mit damals 12 Hektar Fläche war ein Ansatz in dieser Richtung. Ansonsten zehrte München bis in die 50er Jahre vom reichen Erbe der bayerischen Kurfürsten und Könige.

Der Olympiapark markiert in besonderer Weise den Aufbruch in eine neue Ära der Landschaftsarchitektur und stellt einen großen Wendepunkt in der Münchner Gartenkunst dar. Unter dem Motto der "Besitzergreifung des Rasens" steht er ganz im Kontext des gesellschaftlichen Umbruchs der 60er und 70er Jahre. Ein Park wird zum Ort gesellschaftlicher Freiheit. Die Aneignung durch die Bevölkerung wird zum emanzipatorischen Prozess.

Weltberühmte Zeltdach-Konstruktion

In die modellierte Parklandschaft sind die Stadien, Hallen und Wohnbauten harmonisch eingebettet. Eine bis heute viel gerühmte Zeltdach-Konstruktion aus lichtdurchlässigen Acrylglasplatten überspannt das Olympiastadion, die Olympiahalle und die Olympiaschwimmhalle. Sie wirkt sehr leicht und steht symbolisch für das Flüchtige und Wandelbare in unserer Welt.

Der Olympiasee

Der Nymphenburger Kanal wurde zu einem See - dem Olympiasee - aufgeweitet. Er ist mit einer Wassertiefe von 0,8 bis 1,3 Meter äußerst flach. Wasserpflanzen und Kies überspielen den künstlichen Ursprung des Sees. Im Sommer kann man auf ihm Boot fahren, im Winter Schlittschuh laufen oder Eisstock schießen. Die „Wasserwolke“, ein Kunstobjekt gegenüber des Theatrons, wirbelt 74.000 Liter Wasser pro Minute in die Luft. Der See schafft eine maßvolle Distanz zwischen dem zentralen Bereich des Parks und den Stadien sowie dem Berg.

Bäume unterstreichen den jeweiligen Landschaftscharakter

Anstelle breiter Asphaltwege wurde eine Vielzahl schmaler Wege angelegt, zwischen denen Rasen wächst. Auf asphaltierten Flächen sind die Bäume mit groß gefugtem Pflaster umgeben, um den Lebensraum der Wurzeln zu erweitern. Längs der Hauptwege wurden Linden, am See Silberweiden und am Berg Latschenkiefern gepflanzt. Dort lösen Pflasterwege mit Rasenfugen, Kies- und Trampelpfade die „harten“ Wegebeläge ab.

Die Parklandschaft Olympiapark – Orientierung am Ideal der Demokratie

Der Landschaftsarchitekt Günther Grzimek hat das Ideal der Demokratie konsequent auf seine Grünplanung übertragen. Er konzipierte keine Freiräume für Privilegierte - vielmehr lag ihm eine optimale Grünversorgung für alle am Herzen. Die Benutzbarkeit der städtischen Freiflächen sollte im Vordergrund stehen, und nicht eine abstrakte Idee. Dennoch hat Grzimek auch Ansprüche an Gestaltung und Ökologie gestellt, sonst wäre im Olympiapark nicht eine so abwechslungsreiche Landschaft entstanden.

Grzimek selbst definiert das Ergebnis dieses Schaffensprozesses im Olympiapark als eine Ästhetik des Selbstverständlichen. „[...]der Olympiapark folgt in seinem Ansatz nicht dem Prototypen traditioneller Gartenkunst, sondern er leitet seine Gestalt bis in die Details hinein von einer Ästhetik des Selbstverständlichen ab, die im Sinne einer humanen Ökologie die freie und aktive Selbstverwirklichung seiner Benutzer zum obersten Kriterium macht: Insofern lässt sich die produzierte "Second-hand"-Natur des Olympiaparks mit der gewachsenen Landschaft der Süd-Isar durchaus vergleichen.“ (Günther Grzimek, Stefan Rainer, 1983)

Der Olympiapark ist bis heute ein beliebter Sport- und Erholungspark und ein bedeutendes Veranstaltungs- und Freizeitzentrum. Bitte beachten Sie, dass Grillen im Olympiapark nicht gestattet ist.

Der Ostpark - freie Wiesen, bewachsene Hügel, Theatron und See - Volkspark und Stadtlandschaft für alle

In den 60er Jahren entsteht in sechs Kilometern Entfernung von der Münchner Innenstadt der völlig neue Stadtteil Neuperlach, ein Wohngebiet für 80.000 Einwohner*innen. Der Bau eines Parks ist von Anfang an Bestandteil der Gesamtplanung. Auf einer ebenen Ackerfläche wird in 13-jähriger Bauzeit eine völlig neue Landschaft geformt. Es entsteht der Ostpark - ein großes, offenes Wiesental mit See, umrahmt von einer bewaldeten Hügelkette. Das Konzept ist eine einfache und robuste Parkanlage, mit Raum für viele unterschiedliche Freizeitmöglichkeiten unter freiem Himmel. Das Angebot reicht vom Eislaufen und Schlittenfahren im Winter bis zum Sonnenbaden und Plantschen im Sommer. Ballsport- und Kinderspielplätze, Brettspiel- und Stockbahnen werden rege genutzt. Das „Theatron“, ein Raum für Veranstaltungen zieht ebenso Besucher*innen an wie der mit Kastanienbäumen bewachsene Biergarten am nördlichen Seeufer.

Schon lange ein Thema in München

Bereits 1918 erkennt die Stadt die Notwendigkeit eines Parks für den Münchner Osten. Erst 1962 wird der Bau des Ostparks zusammen mit der sogenannten „Entlastungsstadt“ Neuperlach vom Stadtrat unter Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel beschlossen. Der Stadtplanungsausschuss verabschiedet am 12. November 1969 den ersten Bauabschnitt von 15,75 Hektar nach einem Plan der Stadtgartendirektion. Die Bauarbeiten beginnen mit ersten Aufschüttungen. Nachdem die planerische Konzeption für den Ostpark feststeht, werden 1973 ein Großteil der Arbeiten des ersten Bauabschnittes durchgeführt. Der Stadtrat genehmigt am 18. Juni 1975 den Bau des zweiten Abschnitts. Am 22. Juli des gleichen Jahres wird der erste, östliche Parkteil von Oberbürgermeister Georg Kronawitter feierlich eröffnet. Oberbürgermeister Erich Kiesl übergibt den Münchner*innen am 26. Juni 1979 den zweiten Bauabschnitt. In seiner gesamten Fläche von 56 Hektar wird der Ostpark am 27. Mai 1982 offiziell eröffnet.

Besucher*innen sollen den Park „in Besitz nehmen“

In den 1970er Jahren kommt es zu einer intensiven Auseinandersetzung mit ökologischen Zusammenhängen. Der Ostpark ist mit seinen vielfältig nutzbaren Grünflächen und sozialen Bereichen ein Kind dieser Zeit. Auf der einen Seite lässt die großzügige Planung ohne Vorgaben für eine zukünftige Nutzung viele Möglichkeiten offen. Auf der anderen Seite inspirieren die einzelnen Elemente wie Hügel oder See die Besucher zu Aktivitäten. Der Ostpark lädt zu einer individuellen Nutzung ein. Unabhängig von sozialen Zwängen sollen die Besucher die Parkanlage „in Besitz nehmen“.

Die Landschaften des Ostparks

Den Innenraum des Parks bildet eine große, freie Wiesenlandschaft, die von Ost nach West verläuft. Keine definierte Nutzung stört die bestehende Raumtiefe, den Besuchern eröffnet sich ein ungehinderter Blick. Den Rahmen bildet eine dicht bewaldete Hügellandschaft. Das Erleben der Gegensätze - offene Wiese und dicht bewachsene Hügel - bietet interessante Perspektiven. Auf den geschwungenen Wegen durch den Park wird der Blick der Besucher in verschiedene Richtungen gelenkt. Eine weithin sichtbare, große Wasserfläche am Ende des Wiesentals ist das Herzstück des Ostparks. Pappeln und Weiden geben dem Ufer des flachen Sees einen auenartigen Charakter. Im Westen plätschert der umgelenkte Hachinger Bach durch den Ostpark. Große Steinbrocken und der dicht bewachsene Uferbereich vermitteln den Besuchern den Eindruck eines natürlichen Bachlaufs. Zwei Freizeitbereiche, die wie kleine Parks im Park eingebettet sind, bieten alles, was Jung und Alt Freude macht.

Unser Konzept ist aufgegangen

Die Bewohner*innen der umliegenden Stadtteile haben den Ostpark mit Begeisterung angenommen. Jede*r findet hier seinen individuellen Raum für Freizeit, Sport und Erholung. Gleichzeitig bietet der Park eine Plattform für multikulturelle Begegnungen wie auch für Veranstaltungen von Vereinen und Bürger*innengruppen.

Ein Grünes Netz der Freiräume zur Stadtgestaltung und Erholung - von der Isar bis zum Parkband zwischen Nymphenburger Schloss und Englischem Garten

Grünflächen sind aus vielerlei Gründen unverzichtbar - gerade in einer dicht besiedelten Stadt wie München. Sie verschönern das optische Erscheinungsbild, tragen zur Verbesserung der kleinklimatischen Bedingungen bei und bieten den Menschen Freiraum für Spiel, Erholung und nachbarschaftliche Beziehungen. Solche Räume stärken bei den Menschen das Gefühl: Hier bin ich zu Hause. Kinder können sich frei bewegen, sich seelisch, körperlich und sozial besser entwickeln.

Deshalb kommt es in einer lebenswerten Stadt auf große Parks und umfangreiche Erholungsgebiete genauso an wie auf wohnungsnahe Plätze, geruhsame Ecken und grüne Nischen. Ziel der Freiraumplanung ist es, ein dichtes Netz zusammenhängender Grünbereiche zu „stricken“.
Bei der künftigen Gestaltung und Erhaltung naturnaher Räume setzt die Stadt auf die Zusammenarbeit mit den Bürger*innen. Leitbild ist der frei nutzbare Bürgerpark, ein ausgedehnter grüner Raum für die Öffentlichkeit – und damit eine Einladung zu vielfältiger Nutzung in der Freizeit. Diese Lebensqualität verbindet die Menschen mit Stadt und Stadtviertel – grüne Netze für die Gliederung und Überschaubarkeit der wachsenden Stadt.

Grünzüge von Nord nach Süd und von Ost nach West

Langgestreckte grüne Bänder gliedern das Stadtgebiet und geben Orientierung. Sie verbinden die inneren Stadtbezirke mit der offenen Landschaft. Sie sind da für die Erholung der Bürger im Freien und haben wichtige ökologische Funktionen. Oft sind es nur baumbestandene Straßenräume oder schmale, begrünte Streifen – ehemalige Flächenreserven für aufgegebene Schnellstraßen. Über sie gelangt man auf kurzen Wegen in die großen Stadtparks oder zu anderen attraktiven Freiräumen, die auf diesen Bändern aufgereiht sind wie Perlen. Ein grünes Netz der Freiräume zur Stadtgliederung und Erholung; Parkbänder, die in vielen Jahrzehnten konsequenter Grünpolitik gewachsen sind. Heute sind sie ein charakteristisches Element für die räumliche Ordnung der Stadt München.

Parkband zwischen Nymphenburger Schloss und Englischem Garten

Neben der Isar als dominierendem Flussraum in Nord-Süd-Richtung hat sich bereits früh in West-Ost-Richtung ein zweites, wichtiges grünes Band im Stadtgebiet entwickelt. Ausgangspunkte bildeten Schloss und Park Nymphenburg im Westen – damals noch außerhalb der bürgerlichen Stadt. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert und den Stadterweiterungen in nördlicher Richtung hat sich von hier aus ein Grünzug in West-Ost-Richtung hin zum Englischen Garten entwickelt. Leitlinie war der Nymphenburger Kanal, der seit 1702 zur Gestaltung der Nymphenburger Parklandschaft Wasser aus der Würm im Westen ableitet und als künstliches Gewässer von fast 10 Kilometer Länge schnurgerade zur Isar im Osten führt.

Kunst- und Erholungsraum über dem Petueltunnel

Der Petuelpark – unten rollt der Verkehr, oben spaziert man im Grünen und genießt Kunst.

Seit dem 06. Juli 2002 rollt der Verkehr durch den Petueltunnel. Auf der Fläche über dem Tunnel entstand eine neue Parkanlage - der Petuelpark. Er stellt den Lückenschluss zwischen den durch eine Verkehrsschneise lange getrennten Stadteilen Milbertshofen und Schwabing dar.

Der Petuelpark bietet Vieles: ein Picknick auf der Wiese, flanieren auf den Promenaden oder Kunst genießen –  eine grüne Oase statt Lärm und Abgasen, und das auf einer Fläche von rund 7,4 Hektar. Drei Plätze im Park laden Alt und Jung zum Verweilen, Spielen, Erleben und Ausruhen ein. Bitte beachten Sie, dass Grillen im Petuelpark nicht gestattet ist.

Auch den Kindern wird es bestimmt nicht langweilig – ein Wasserspielplatz und diverse Kinderspielplätze bieten genügend Abwechslung. Die Welt der Gärten eröffnet sich vor der begrünten Tunnelsüdwand mit verschiedenen Themengärten entlang des umgestalteten Nymphenburg-Biedersteiner Kanals.

Der Petuelpark ist nicht nur ein Raum für Freizeit und Erholung. Er ist auch ein Kunst-Raum. Dreizehn Kunstwerke sind im Park dezent platziert – teilweise fast versteckt treten sie überraschend ins Gesichtsfeld der Besucher.

Seit 07. Juni 2005 ist das Kunst- und Kulturprojekt Petuelpark mit der Eröffnung von Café, Fontänenplatz und Generationengarten komplett.

Kunstkonzept des Petuelparks

Parallel zum Grünkonzept der Landschaftsarchitekten Jühling und Bertram entwickelten das Baureferat und die Kunstkommission zusammen mit dem Münchner Künstler Stephan Huber als Kurator das Kunstkonzept für den Park: Ein Skulpturen-Parcours als Plattform internationaler Kunst. Zu diesem Konzept gehören das Café und der Generationengarten des Münchner Architekten Uwe Kiessler.

Petuelcafé

Das Café liegt zentral im Herzen des Parks, am so genannten Fontänenplatz. Mit seinem auskragenden Dach ist das Gebäude weithin sichtbar. Der schlichte Gebäudekubus ist neben Café und Treffpunkt zugleich auch Kunstforum. Für Wechselausstellungen der Galerie im Lenbachhaus ist ein Ausstellungsbereich auf der unteren Ebene des Gebäudes vorgesehen, der nicht begehbar, sondern von außen einsehbar ist.

Fontänenplatz

Der Fontänenplatz markiert das Zentrum des Parkes am Knotenpunkt zweier Hauptwege aus den beiden Stadtteilen Milbertshofen und Schwabing. Über Treppen und behindertengerechte Rampen erreicht man die Platzfläche auf der oberen Ebene des Parkes. Granitplatten gestalten den zentralen Platz am Café.

14 Düsen im Plattenbelag spritzen dünne Wasserstrahlen in Bögen empor. Höhe und Weite der Bögen sind variabel und ergeben so ein abwechslungsreiches Wasserbild. Das Wasser dazu wird dem nahen Nymphenburg-Biedersteiner Kanal entnommen.

Ist der Brunnen nicht in Betrieb, ist er Teil der begehbaren Platzfläche. Unter den Bäumen, die den Platz einfassen, laden Sitzbänke zum Verweilen ein. Als Teil des Gesamtkonzeptes wurde auch das Parkmobiliar von den Landschaftsarchitekt*innen entworfen.

Generationengarten

Westlich, an der so genannten Spielmeile, befindet sich der Generationengarten. Im Rahmen des Kunstprojektes Petuelpark sowie des Förderprogrammes „Soziale Stadt“, ist hier ein Ort der Begegnung entstanden. In einem Pavillon mit dem Tonnendach betreut der „Verein Stadtteilarbeit“ kleine Veranstaltungen und Projekte. Die angelegten Beete können die Bürgerinnen und Bürger selber bepflanzen - neben dem Wunsch nach einem Café war dies ein weiteres Anliegen der Bevölkerung.

Renault Traffic Design Award

Das Baureferat erhielt beim Renault Traffic Design Award 2005 in der Kategorie „Sonderpreis für Kommunen“ eine Anerkennung für den Petueltunnel und den Petuelpark.

Streng geometrische Inszenierung - der Riemer Park

Der Riemer Park mit seinem See entstanden im Rahmen der Bundesgartenschau (BUGA) 2005 als artifizielle Landschaft.

Der Riemer Park entstand im Rahmen der Bundesgartenschau 2005. Die Stadt München übernahm den Riemer Park offiziell von der BUGA 2005 GmbH. Er steht damit allen Besucher*innen zur Erholung zur Verfügung.

Keine locker geschwungenen Linien, sondern lange, geradlinige Achsen und streng geometrische Flächen prägen das Bild des Riemer Parks. Schnurgerade Böschungen und rasterartige, auf bis zu 3 Meter hohen Erdschollen angelegte Gehölzpflanzungen lassen keine Zweifel bei den Besuchern aufkommen: hier wurde eine höchst artifizielle Landschaft geschaffen. Proportionen und Perspektiven der Landschaftselemente inszenieren wirkungsvoll die Weite des Raumes.

Geplant hat diesen ungewöhnlichen Park das Pariser Landschaftsarchitekturbüro Latitude Nord von Gilles Vexlard. 1995 gewann er den Ideen- und Realisierungswettbewerb für den Riemer Park. Der wesentliche Entwurfsgedanke ist von der Lage des Landschaftsparks zwischen den Waldflächen im Südosten und der strukturarmen Kulturlandschaft im Nordosten Münchens abgeleitet. Diagonal angeordnete Gehölzflächen stehen in einer weiten Fläche aus Grasheiden und spiegeln die Verzahnung eines bewaldeten mit einem offenen Landschaftsraum wider.

Der Park erfüllt eine wichtige Funktion als Frischluftschneise für die in der Messestadt lebenden und arbeitenden Menschen. Sowohl die Gehölzstreifen als auch die offenen Flächen verlaufen von Südwest nach Nordost - im Strom der Hauptwindrichtung, dies begünstigt den Luftmassenaustausch.

Eine besondere Attraktion im Riemer Park bildet der 10 Hektar große Badesee, der für den gesamten Münchner Osten als neues Naherholungsgebiet dient. Bitte beachten Sie, dass Grillen im Riemer Park nicht gestattet ist.

Riemer Park - ein Park ohne Grenzen

Der Riemer Park ist durch seine Gestaltung offen gegenüber seiner Umgebung. Mit seinem umfangreichen Wegesystem vermittelt er zwischen den umliegenden Stadtteilen und Ortschaften und leitet im Osten in die Kulturlandschaft über - ein „Park ohne Grenzen“.

In Ost-West-Richtung schiebt sich das 1,8 Kilometer lange und 180 Meter breite Aktivitätenband zwischen die Messestadt Riem und die südlich angrenzende, landschaftlich geprägte Fläche. Dadurch wird der Park in einen intensiv nutzbaren Bereich im Norden und den ruhigeren, weitläufigen Bereich im Süden gegliedert. Im Osten führt das Aktivitätenband zum 10 Hektar großen Badesee mit seinen abwechslungsreichen Ufern und zu zwei 20 Meter hohen Rodelhügeln. Die Hügel bieten eine weite Aussicht über die Münchner Ebene.

Größte städtische Grünanlage in München

Der Park mit seinen 130 Hektar Fläche wird durch mehr als 20.000 Bäume geprägt. 10.000 Quadratmeter Rosen- und Staudenflächen befinden sich in den „Parallelen Gärten“. Weitere besondere Attraktionen sind ein Großspielplatz für Kinder aller Altersgruppen, ein Geländespielplatz, daneben die Skate-Anlage und östlich des Sees zwei Beachvolleyballfelder.

Im Süden des Riemer Parks liegen ökologisch wertvolle Magerrasen. Diese weiten, charakteristischen Flächen laden vor allem im Sommer mit ihrer Artenvielfalt und ihrem Blütenreichtum zum Durchstreifen ein. Das Baureferat (Gartenbau) bietet regelmäßig im Sommer Führungen für Bürger*innen zu den Blumenwiesen im Park an.

Relikte der BUGA 2005 im Riemer Park

Einige Besonderheiten der BUGA 2005 sind dem Riemer Park erhalten geblieben. Die wesentlichsten Elemente sind hier die „Parallelen Gärten“ mit ihren Staudenbereichen, die „Senkgärten“ mit Ihren Pflanz- und Spielbereichen sowie der „Friendship Garden“, ein Geschenk der Partnerstadt Cincinnati anlässlich der BUGA 2005.

Die Partnerstadt Cincinnati schenkt München einen Erlebnisgarten

Zur BUGA 2005 entstand der „Friendship Garden“, der Natur und Landschaft rund um Cincinnati erlebbar macht.

Im Rahmen der Bundesgartenschau 2005 schenkt Cincinnati seiner Partnerstadt München einen Garten der Freundschaft im neuen Riemer Park. Der rund 1000 Quadratmeter große Garten stellt eine Miniaturlandschaft der näheren Umgebung Cincinnatis mit seinen sieben Hügeln dar.

Die Bodenmodellierungen sollen an Erdhügel erinnern, die im Talraum von Cincinnatiaus vergangenen Zeiten von dort ansässigen Indianern hinterlassen wurden. Derdurch den Garten führende, mäandrierende Fußweg symbolisiert den Flusslaufdes Ohio. Er ist aus grünlich gefärbtem Asphalt gebaut, mit eingelassenen Glassplittern, die im Sonnenlicht glitzern und die Wasseroberfläche des Ohioandeuten. Kleine Felsen und Mauern aus Kalksandstein nehmen Bezug auf vom Fluss freigespülte Felshänge.

Der rötliche Asphalt der beiden Eingangsbereiche symbolisiert die rotfarbene Erde Cincinnatis. In den Boden ist je ein kreisförmiges Mosaik mit einem Durchmesser von zirka zwei Metern eingebettet, das Cincinnati und München inabstrahierten Satellitenfotos zeigt. Die Mosaike wurden im Rahmen eineskulturellen Austausches von zwei Künstlerinnen beider Partnerstädte geschaffen.

3500 in Gelb, Blau und Lila blühende und für Cincinnati typische Stauden, Sträucher und Gräser, wie Perovskien, Fetthennen, Iris, Katzenpfötchen oder Sonnenhut sollen an die Prärielandschaften in der Umgebung Cincinnatis erinnern und wurden bereits im Juli 2004 von Gärtnerinnen und Gärtner beider Gartenbauämter in Kooperation gepflanzt. Auch zur Pflege beabsichtigt die Parkverwaltung aus Cincinnati jedes Jahr Personal nach München zu schicken, nicht nur, um sich der Pflege des Gartens zu widmen, sondern auch, um immer stärkere Bande zwischen den Menschen beider Partnerstädte wachsen und gedeihen zu lassen.

Peter Schinzler

Aufwertung der waldreichen Parkanlage

Das Baureferat hat die Aufwertungsmaßnahmen im Sendlinger Wald / Südpark termingerecht abgeschlossen. Seit Februar 2020 wurde die waldreiche Parkanlage mit einem vielfältigen Nutzungs- und Freizeitangebot ergänzt. Der Bauausschuss des Münchner Stadtrats hatte dafür im Februar 2020 die Ausführungsgenehmigung erteilt.

Grundlage für die Planungen war eine Bürgerbeteiligung im Juli 2017. Die Ideen, die in einem zweiteiligem Jugendworkshop und an einem Informationstag vor Ort gesammelt wurden, sind in das Planungskonzept eingeflossen. Dieses wurde im Rahmen des Beteiligungsverfahrens den Jugendlichen und Bürger*innen im März 2018 präsentiert.

Durch die Neupflanzung von blühenden Obst- und Zierobstarten und wegbegleitenden Stauden hat der Eingangsbereich zwischen Höglwörther und Boschetsrieder Straße einen neuen Charakter erhalten. Neu geschaffene Aufenthaltsbereiche und Sitzmöglichkeiten laden zum Verweilen ein.

Auf einer Waldlichtung im Westen entstand ein attraktiver Spielbereich mit einem vielfältigen Angebot für Kleinkinder und Kinder bis zwölf Jahre. Die bestehenden Wege wurden saniert und durch einen weiteren Weg in Verlängerung zum Hauptweg ergänzt. Der Spielbereich gliedert sich in drei altersdifferenziert gestaltete Bereiche. Jedem Spielbereich sind Aufenthaltsbereiche für Eltern oder Begleitpersonen zugeordnet. Bank-Tisch-Kombinationen bieten dort auch die Möglichkeit für ein Picknick am Spielplatz.

Der zentral gelegene Jugend- und Freizeitbereich wurde saniert und durch neue Spiel- und Freizeitmöglichkeiten ergänzt. Die Angebote umfassen unter anderem eine kombinierte Parkour- und Calisthenicsanlage, einen Streetballplatz, einen Kletterfelsen und eine Liegenetzlandschaft. Der Rodelhügel blieb bestehen und wurde mit einer Seilbahn ausgestattet. Für die Erwachsenen wurden zwei Sommerstockbahnen erhalten und durch eine Boulebahn und ein Bodenschachfeld ergänzt. Die große Wiesenfläche steht weiterhin zum Bolzen und als Fläche für freies Bewegungs- und Ballspiel zur Verfügung. Ein Unterstand und unterschiedliche Sitz- und Aufenthaltsbereiche laden Familien, Jugendliche und Erwachsene zum Verweilen ein.

Außerdem neu und bereits seit Dezember 2020 in Betrieb ist die feste Toilettenanlage neben dem Gartenbaustützpunkt Inninger Straße.

Peter Schinzler

Neue Gestaltung der Grünanlage

Das Taxisgelände im Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg war bis 2007 an den Verein „Erholungspark für Kriegs- und Körperbeschädigte e.V.“ verpachtet und diente als abgeschlossener Erholungspark für diesen Personenkreis. Da der 1,3 Hektar große Park der gesamten Bevölkerung zugänglich gemacht werden sollte, verpachtete der Freistaat als Eigentümer 2016 der Stadt München das Gelände zur Nutzung als öffentliche Grünanlage. Eine umfassende Bürgerbeteiligung mit Info- und Diskussionsveranstaltung und zwei Workshops für Kinder dienten als Grundlage für das neue Gestaltungskonzept.

Im Zentrum des Parks befindet sich der Senkgarten. Er greift die Grundform des ehemals vorhandenen Schwimmbeckens auf und erstreckt sich über drei Ebenen, die zentral über Treppen und an den Rändern barrierefrei über Rampen erschlossen werden. Schirmförmige Kleinbäume bieten Schatten. Zahlreiche Bänke und Sitzwürfel laden zum Verweilen ein. Das angrenzende Kneippbecken bietet eine erfrischende Ergänzung zu den Fitnessgeräten im westlichen Teil des Parks. Es wird über eine Pumpe mit Grundwasser gespeist. Der historische Brunnen neben dem Kneippbecken wurde saniert und wieder in Betrieb genommen. Nördlich davon öffnet sich der Park zu einer Rasenfläche, die zum Liegen und freiem Spiel einlädt und von einer lichtdurchlässigen Pergola begleitet wird.

Auf einer natürlichen Lichtung im südlichen Bereich entstand ein Spielplatz für Klein- und Schulkinder. Zahlreiche Spielangebote, die sich die Kinder in den Beteiligungsworkshops gewünscht hatten, konnten realisiert werden. Das Angebot umfasst unter anderem eine Seilbahn, Trampoline, ein Baumhaus mit zahlreichen Klettermöglichkeiten sowie eine Rutsche.

Peter Schinzler, München

Neben Natur und Erholung auch Spiel- und Freizeitflächen

Der bereits erneuerte Weißenseepark im Stadtteil Obergiesing-Fasangarten wurde 2015 noch einmal erweitert und verschönert. Der erste Bauabschnitt wurde im Sommer 2010 fertiggestellt. Für den zweiten Bauabschnitt erteilte der Stadtrat am 17. März 2015 die Ausführungsgenehmigung mit Projektkosten in Höhe von 1,35 Millionen Euro. Hier standen der südliche Teil der Grünanlage „An der Weißenseestraße“ und die Grünfläche „Am Katzenbuckel“ im Mittelpunkt.

Der Weißenseepark bietet neben Natur und Erholung auch Spiel- und Freizeitflächen. Dieses Angebot wurde nun erweitert. Unter anderem durch den Bereich unterhalb des Hanges am Katzenbuckel, der zu einem Mehr-Generationen-Parcours umgestaltet wurde, mit Fitnessgeräten für alle Generationen. Im Umgriff des Franz-Eigl-Weges ist nicht nur ein neuer, zusätzlicher Geländespielplatz entstanden – auch der Trendsportart Dirtbiken trägt die Stadt München mit einer eigenen, sogenannten „Dirtline“ und einem „Pumptrack“ Rechnung. Der Spielplatz mit einer stilisierten Burgruine und einer Drachenskulptur soll große und kleine Kinder zu Bewegungs- und Fantasiespielen anregen.

Ein neuer Parkeingang schafft den Übergang zu den öffentlichen Grünflächen im Agfa-Gelände. Außerdem entstand ein durchgängiger Verbindungsweg zwischen Weißensee- und Tegernseer Landstraße. Dafür mussten 13 Bäume entfernt werden. Als Ausgleich wurden 13 Platanen am Westrand des Katzenbuckels und 21 Parkbäume gepflanzt. Die Aufwertung der Giesinger Grünanlagen ist ein wichtiger Baustein im Rahmen des Städtebauförderprogrammes „Soziale Stadt“. Seit 1999 beteiligt sich München an dem Bund-Länder-Programm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - die soziale Stadt". Ziel ist es, Stadtteile aufzuwerten und zu fördern. Auf verschiedenen Handlungsebenen sollen Schritte unterstützt werden, die zu einer positiven Weiterentwicklung des Quartiers beitragen. Besonders wichtig ist dabei, gemeinsam mit den Bürger*innen die Zukunft des Stadtteils zu gestalten.

Erholungs- und Freizeitparadies zu allen Jahreszeiten

Der Westpark, eine Voralpenlandschaft mit Seebühne, Themenpflanzungen, Asienensemble und dem historischem Bayerwaldhaus

Als lang gestreckte Tallandschaft mit Seen, kleinen Bachläufen, künstlichen Moränenhügeln, Wiesenhängen und Waldrändern präsentiert sich der Westpark den Besuchern. Dem Landschaftsarchitekten Peter Kluska ist es - trotz der Trennung des Parkgeländes durch die Hauptverkehrsschneise „Mittlerer Ring“ - gelungen, das Thema Voralpenlandschaft zu einer zusammenhängenden, unverwechselbaren Landschaft zu modellieren, die zum Verweilen einlädt. Weitere Besonderheiten zeichnen den Park aus: das beliebte Asienensemble, die Seebühne, das gemütliche Bayerwaldhaus, spannende Spielplätze, aufwändige Staudenpflanzungen und der weitläufige Rosengarten. Seine Entstehung und die Vielfalt der Attraktionen verdankt der Park auch der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) 1983.

Das 60 Hektar große Gelände ist zugleich ein Freizeitparadies. Neben den Erholungssuchenden, die sich beim Lesen auf der Wiese entspannen, oder solchen, die gemütlich an den zahlreichen Blumenbeeten vorbeischlendern, bietet der Park auch Sportlern vielfältige Möglichkeiten. So treffen hier Jogger*innen, Volleyballer*innen und Freizeitkicker*innen aufeinander, um nur einige zu nennen. Im Winter ist außerdem Rodeln, Skilanglauf und Schlittschuhlaufen möglich. Im Park befinden sich insgesamt sechs Spielplätze, zwei Bolzplätze, fünf Tischtennisplatten, eine Sommerstockbahn und vier Bodenschachbretter. Das Grillen ist im Westpark in bestimmten Grillzonen gestattet.

Daneben gibt es alljährlich ein reichhaltiges Kulturangebot, das Konzerte am Theatron, Theateraufführungen und Freiluftkino an der Seebühne und Kunst im Sardenhaus umfasst. Hinzu kommen zahlreiche große und kleine Veranstaltungen, wie Bürger-, Kinder- und Kulturfeste, die im Park stattfinden.

Der Westpark ist seit seiner Entstehung sehr gut von den Bürger*innen angenommen worden. Er ist für circa 70.000 Menschen die Grünanlage in ihrer Nähe. Diese intensive Benutzung der Einrichtungen hat über die Jahre ihre Spuren hinterlassen. Der Stadtrat hat daher im Dezember 2002 ein komplettes Sanierungsprogramm für den Westpark verabschiedet. Mittlerweile sind diese Maßnahmen abgeschlossen: die Seebühne ist erneuert, der Japangarten befindet sich wieder in seinem ursprünglichen Zustand, die Seen im Westteil des Parks sind von überflüssigem Schlamm befreit worden, die Spielzonen Ost und West sind saniert.

Besonderheiten zur Internationale Gartenschau (IGA) 1983

Die IGA 1983 brachte den Münchner*innen das Thema Asien ganz nah. Japanische Kirschblüte, alte chinesische Lebensphilosophie, herrlich bunte thailändische Baukunst und reiche nepalesische Holzschnitzarbeiten - so dicht auf engstem Raum können Sie Ostasien auch heute noch genießen. Auch die beeindruckenden Staudengärten der IGA 1983 können heute noch bewundert werden.

Der Japan-Garten

Von unserer japanischen Partnerstadt Sapporo wurde ein Garten komponiert, in den verschiedene Elemente aus dem aristokratischen Teich-Insel-Garten, dem Meditationsgarten und dem Garten für die Teezeremonie zu einer Einheit verschmolzen sind. Dieser Garten ist im wesentlichen im Stil der Heian-Zeit (um 800 n. Chr.) angelegt. Groß ist die Kunst der Japaner*innen, den Blick zu leiten und die Besucher*innen mit ständig neuen Ansichten zu überraschen. Ein kurzer Einblick am Beginn des Rundweges, und Sie werden auf einem von Hecke und Mauer eingefassten Weg weitergeführt. Hier sollen Sie sich sammeln, Ihre Gedanken sollen durch nichts abgelenkt werden. Umso überraschender ist die Aussicht von der nun folgenden Terrasse über den ganzen Garten, über die Wasserfläche, die das Meer darstellt und das Steinufer, als Symbol für die weite Meeresküste. Im Hintergrund entdecken Sie den offenen Pavillon, den Sie durch die Maueröffnung am Anfang noch nicht sehen konnten. Auf schmalen Pfaden erreichen Sie die Schrittsteine, die zum Pavillon führen. Die Steinsetzungen stellen die wilde japanische Gebirgslandschaft in Miniatur dar. Der Wasserfall soll zugleich durch sein gleichmäßiges Rauschen die Ruhe an dieser Stätte unterstützen.

Garten von Duft und Pracht - der Chinagarten

Diesen poetischen Namen wählten die Planer aus dem Gartenamt Kanton, die den Garten nach dem Beispiel alter Gelehrtengärten als Sinnbild der vier Jahreszeiten planten und in München aufbauten.

Die Pforte des Frühlings öffnet den Garten. Auf gewundenen Wegen - der Weg des Lebens ist auch niemals gerade - vorbei an den sprühenden Gewässern des Frühlings, erreicht man das steinerne Hausboot, das den Sommer mit all seinen Freuden darstellt. Rechts voraus zeigt sich der Herbst mit farbigem Laub vor und hinter der Mauer. Gegenüber liegt der Pavillon des Winters, symbolisiert durch Pflaume, Kiefer und Bambus. Diese drei Pflanzen repräsentieren die Tugenden der Zähigkeit, des Ausharrens in schwierigen Situationen und der Anpassungsfähigkeit. Im Pavillon des Winters kann sich der Besucher ausruhen und auf sein Leben, symbolisiert durch die Jahreszeiten, zurückblicken.

Die Nepalpagode

Mittelpunkt des nepalesischen Tempelgartens ist eine handgeschnitzte Pagode. Die Interessengemeinschaft „Erhaltung Asiatischer Kultur e.V.“ ließ diese extra für die IGA 1983 in Nepal anfertigen und nach München transportieren. 300 Nepales*innen arbeiteten sieben Monate an diesem Kunstwerk alter nepalesischer Kultur. Wie auch in Nepal steht die neun Meter hohe Pagode auf einem Plateau. Die Tempelfiguren, die die Treppe flankierten, sind ebenso wie die Tempelglocken in der Pagode ausgestellt.

Die Thai-Sala

Im kleinen See spiegelt sich die Thai-Sala. Sie ist ein Pavillon, wie man ihn überall in Thailand findet: im Tempel- und Klosterbereich ebenso wie in Schlossanlagen, bei den Villen der Oberschicht und im Campus der Universitäten. Unsere Thai-Sala ist im prunkvollen Bangkokstil erbaut und mit Lackmalerei und glasierten Ziegeln reich geschmückt. Sie wurde von einem deutschen Kaufmann aus Bangkok, gestiftet. Die Skulptur in der Thai-Sala wurde geweiht, und damit ist die Sala das erste buddhistische Heiligtum in Deutschland.

Die Staudenbereiche im Westpark

Einmalig ist der Westpark auch aufgrund seiner vielfältigen Staudenpflanzungen, die ihren Ursprung in der Internationalen Gartenschau (IGA) 1983 haben. Dank der einfühlsamen Pflege haben sie sich zu stabilen, attraktiven Pflanzflächen entwickelt, die eine unvermindert große Anziehungskraft auf die Bevölkerung ausüben. Sie können sich einfach an dem Blütenreichtum erfreuen, oder Anregungen für den eigenen Garten aus den verschiedenen Staudenbereichen mitnehmen.

Beet- und Sonnenstauden

Hier zeigen wir farbenprächtige, züchterisch bearbeitete Stauden. Die Themenschwerpunkte sind: der blaue Garten mit Rittersporn, der gelbe Garten mit amerikanischen Steppenpflanzen und der rosa violette Garten mit Pfingstrosen, Phlox und Astern. Der Sonnenhang zeigt trockenheitsliebende Stauden, die sich auf Stein- und Kiesterrassen wohl fühlen, und Kombinationen zwischen Rosen und Stauden.

Steingarten und Felstreppe

Kleine Iris, Phlox, Lilien und andere Schmankerl aus dem Bereich der Miniatur- und Polsterstauden blühen hier.

Halbschattenstauden

Sehr viel ruhiger als bei den Beet- und Sonnenstauden geht es im Bereich der Halbschattenstauden zu. Die Blütenfarben sind nicht so intensiv, dafür bezaubern die Stauden, die sich hier wohl fühlen, durch ihre vielfältigen Blatt- und Blütenformen. Genießen Sie die einfache Schönheit einer einzelnen Blüte oder die hübschen Kontraste, die sich mit verschiedenen Blattformen komponieren lassen.

Grünzug und Flusslandschaft im Münchner Westen

Die Würm bietet Natur- und Kulturlandschaften vom Paul-Diehl Park über den Pasinger Stadtpark und das Schloss Blutenburg bis nach Allach

Von der Würm-Flusslandschaft im Süden erstreckt sich ein Grünzug über den Paul-Diehl-Park und den Pasinger Stadtpark bis nach Allach. Er umfasst rund 130 Hektar. Die Würm durchzieht hier das Stadtgebiet, speist den See am Schloss Blutenburg sowie abzweigende Kanäle und läuft über Wehre und Mühlen. Hier lässt sich die Kulturlandschaft erleben: mit dem Schloss Blutenburg, den Dorfkernen von Pasing, Pipping, Ober- und Untermenzing und Allach, mit Biergärten und den ehemaligen Würmbädern. Grünflächen gibt es hier, Spiel- und Sportanlagen, Äcker, Auwaldreste und Überschwemmungsgebiete als ökologisch bedeutsame Flächen, den Parkfriedhof Untermenzing.

Neben der Isar ist die Würm der zweite, die gesamte Stadt durchziehende Fluss. Der Grünzug bietet Naherholungsraum, nimmt die Hauptfahrradroute vom Starnberger See nach Dachau auf und dient als Frischluftschneise und als Rückhaltegebiet für Hochwasser. Er vernetzt die Grünräume des Würmtals, des Dachauer Mooses, des Allacher Forstes, der Angerlohe und Aubinger Lohe, der Langwieder Heide und des Nymphenburger Parks. Und nicht zuletzt liefert er mit dem Nymphenburg-Biedersteiner Kanal und dem Würmkanal das Wasser für das barocke Kanalsystem im Schlosspark Nymphenburg, für den Olympiasee und für den Schlosspark Schleißheim.

Geplant ist, die Fuß- und Radwege zu ergänzen und zu sanieren, den Pasinger Stadtpark zu erweitern, Grünflächen und Spielplätze, auch am Wasser auszubauen. Wasserrückhalteflächen möchte die öffentliche Hand erweitern, einige Abschnitte dabei renaturieren. An der Allacher Straße/ Pflüglstraße sollen Bäume gepflanzt werden. Das Wasser der Würm soll Badewasserqualität erhalten. Bitte beachten Sie, dass Grillen innerhalb des Grünzuges Würm nicht gestattet ist.

Peter Schinzler

Spiel, Freizeit und Erholung

Nachdem der östliche Teil der Heckenstallerstraße zwischen Friedrich-Hebbel- / Höglwörther Straße und Passauerstraße in den neuen Tunnel verlegt wurde, konnte der Heckenstallerpark entstehen: Auf 570 Metern Länge und 40 bis 70 Metern Breite steht nun eine Fläche von rund 27.500 Quadratmetern für Spiel, Freizeit und Erholung zur Verfügung.

Die Grundlage für den Park hatte der Münchner Stadtrat bereits im Jahr 2007 genehmigt. Er zeichnet sich durch eine abwechslungsreiche Mischung von Spiel- und Liegeflächen, Blumenwiesen sowie mit Bäumen und Sitzelementen ausgestattete Flächen aus.

Kleine baumüberstellte Platzflächen bilden im Westen und Osten jeweils den Auftakt des Heckenstallerparks. Zwischen ihnen erstreckt sich im Norden auf 500 Meter Länge eine leicht erhöhte zehn Meter breite Promenade, die zu den Wohngebäuden hin von einem durchgehenden, von Ost nach West gerichteten Fuß- und Radweg begleitet wird. Sie ist locker von Bäumen überstellt und wird nach Norden hin von niedrigen Hecken begrenzt. Zwischen den Hecken bilden sich Räume mit Sitzbänken. Hier kann man sich ausruhen und die Aktivitäten auf der großen Spielwiese verfolgen. Nach Süden öffnet sich die Promenade über eine Sitzmauer zum Park. Die offenen Wiesenflächen ergänzen einzelne Baumpflanzungen mit punktuell besonders auffälligen Baumarten wie dem Tulpenbaum oder dem Amberbaum. Zwischen den Spielwiesen und der Gehölzpflanzung entlang des Gottfried-Böhm-Rings wurden arten- und blühreiche Saumstrukturen angelegt.

Insgesamt wurden im Bereich des Parks etwa 340 Großbäume gepflanzt, hauptsächlich Kirschbäume, Eichen, Weiden und Kiefern. Es entstanden insgesamt ca. 11.500 Quadratmeter Rasen- bzw. Wiesenflächen sowie 3.200 Quadratmeter Gehölzflächen. Eine gemischte Gehölzpflanzung mit Bäumen und Sträuchern bildet den südlichen Abschluss des Parks zur Wohnbebauung am Gottfried-Böhm-Ring.

Zentraler Bereich mit Kinder- und Jugendspiel

In der Mitte des Parks liegt – zwischen den großen, offenen Spiel- und Liegewiesen – der zentrale Spielbereich mit einem vielfältigen Angebot für Jugendliche, Schul- und Kleinkinder.

Das Spielflächenkonzept wurde mit dem Bezirksausschuss 7, Sendling-Westpark abgestimmt. Dabei wurden im Zusammenhang mit der Boulderwand und der Dimensionierung des Basketballplatzes Anregungen von Vertretern von Jugendverbänden und Sportvereinen berücksichtigt.

Die Entwurfsplanung des Heckenstallerparks wurde ebenfalls mit dem Städtischen Beraterkreis Barrierefreies Planen und Bauen abgestimmt, besonderes Augenmerk lag hierbei auf der barrierefreien Erreichbarkeit der unterschiedlichen Parkniveaus im Bereich der Promenade und des Spielplatzes.

Um Lärmemissionen auf die benachbarte Wohnbebauung zu mindern und eine durchgängige Blickbeziehung durch den Park zu erhalten, ist das gesamte Spielareal um 1,50 Meter abgesenkt. Die Spielfläche wird von der Promenade im Norden über eine Sitzstufenanlage, aber auch über barrierefreie Rampen erschlossen. Im Süden läuft eine drei Meter hohe Boulderwand entlang des abgesenkten Spielbereiches. Die differenzierte Gestaltung der Wand bietet Kletterparcours unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade an.

In der westlichen Teilfläche gibt es Tischtennisplatten. Dort entstand ebenfalls ein asphaltierter Basketballplatz. Dieser ist zum Kinderspielbereich durch einen wetterfesten Unterstand aus einer Stahlkonstruktion mit integrierten Sitzbänken zum Ausruhen, Zuschauen und Treffen abgegrenzt. Hauptattraktion für Schulkinder ist der Kletterparcours mit Balancierbalken, Kletterseilen, Plattformen und einem zirka fünf Meter hohen Kletterturm mit Hängebrücke und großer Rutsche. Für die Kleinen gruppieren sich um ein baumüberstelltes Holzdeck ein Spielhaus samt Rutsche, Kletternetz und Sandbagger. Mehrere Nischen bieten ruhige Bereiche und Sitzmöglichkeiten für die Eltern.

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