Unterstützung für Geflüchtete aus der Ukraine – www.muenchen.de/ukraine

Literaturpreis

Der Literaturpreis wird alle drei Jahre – alternierend mit dem Publizistikpreis und dem Übersetzerpreis – für ein literarisches Gesamtwerk verliehen.

Über den Preis

Der Literaturpreis wird alle drei Jahre – alternierend mit dem Publizistikpreis und dem Übersetzerpreis – für ein literarisches Gesamtwerk verliehen. Er ist mit 10.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden Schriftstellerinnen und Schriftsteller, deren Werke in Stil und Gehalt hohe Qualität aufweisen und die München als Literaturstadt Geltung und Ansehen verschaffen.

Vorausgesetzt wird, dass die Preisträgerinnen und Preisträger in der Region München leben oder in ihrem Werk eine enge Verbindung zu München erkennen lassen. Der Preisträger ⁄ die Preisträgerin wird von einer vom Stadtrat berufenen Jury vorgeschlagen. Die Entscheidung liegt beim Kulturausschuss der Stadt München.
Eigenbewerbung ist nicht möglich.

Den Literaturpreis erhielten

Jurybegründung

Glücklich schätzen dürfen sich alle, auf die der Blick dieser Erzählerin fällt. Denn wie viele Merkwürdigkeiten, Kuriositäten und bislang oft unsichtbare Wesenszüge hat Christine Wunnicke den Figuren in ihren wunderbar bündigen Romanen, ihren Hörspielen und Radiofeatures zugeschrieben, obwohl deren meist historisch verbürgte Biographien ohnehin schon manch Erstaunliches zu bieten haben.
Nicht minder glücklich schätzen darf sich Christine Wunnickes Leserschaft. Denn was hätte sie sonst erfahren über den Poesiefabrikanten Fortescue, den transkulturellen Hysteriespezialisten Dr. Shimamura, die aus dem Geisterreich grüßende Piratentochter Katie und manch andere aus dem weiten Feld zwischen dem Japan arbeitsloser Samurais und dem Hollywood der Kino-Pioniere.
Es sind allesamt unbedingt bedeutsame, obwohl oft ziemlich vergessene Sonderlinge oder Kapazitäten, die Christine Wunnicke zu unserem Amüsement und Erkenntnisgewinn auf ihre Erzählbühne holt. Darunter auch der Wüstling John Wilmot, 2. Earl of Rochester, dessen berüchtigte Verse die studierte Literaturwissenschaftlerin unerschrocken ins Deutsche übertragen hat. Sie alle verkörpern, nein keine Sternstunden, sondern kuriose Sternschnuppenmomente der Kultur- und Wissenschaftsgeschichte. Mit imponierender, ja bezaubernder Phantasie und kühnen Volten zwischen Fakten und Fiktionen erweitert diese Schriftstellerin unseren Blick auf geheime Hintergründe, Gegengeschichten und menschliche Komödien. Christine Wunnicke legt die Wechselwirkungen frei, die zwischen dem Bedeutsamen, dem Dämonischen, dem Komischen und dem Üblichen bestehen. Daraus schlägt sie, hochintelligent doch mit elegantem Understatement, die sprühenden Funken ihres eigenwilligen und kunstvollen Erzählens.

Christine Wunnicke wurde 1966 in München geboren. In Berlin und Glasgow studierte sie Linguistik, Altgermanistik und Psychologie. Seit 1991 arbeitet sie als freie Autorin und schreibt für verschiedene Hörfunksender Radiofeatures und Hörspiele. Ihr Debütroman „Fortescues Fabric“ erschien 1999, bisher veröffentlichte sie neun Romane sowie eine Biografie über den Sänger und Kastraten Filippo Balatri. 2016 wurde sie für ihren Roman „Der Fuchs und Dr. Shimamura“ mit dem deutsch-französischen Franz-Hessel-Preis für zeitgenössische Literatur ausgezeichnet. Christine Wunnicke lebt in München.

Jurymitglieder

Der Jury gehörten unter dem Vorsitz von Kulturreferent Anton Biebl an: Dr. Eberhard Falcke (Literaturkritiker), Prof. Dr. Sven Hanuschek (LMU München), Judith Heitkamp (Bayerischer Rundfunk), Prof. Dr. Britta Hermann (Westfälische Wilhelms-Universität Münster), Michael Lemling (Buchhandlung Lehmkuhl) und Hans Pleschinski (Autor), sowie aus dem Stadtrat Thomas Niederbühl und Angelika Pilz-Strasser (beide Die Grünen - Rosa Liste), Beatrix Burkhardt (CSU), Klaus Peter Rupp (SPD / Volt) und Tobias Ruff (ÖDP / FW).

  • 2017
    Miriam Pressler
  • 2014
    Hans Pleschinski
  • 2011
    Keto von Waberer
  • 2008
    Tilman Spengler
  • 2005
    Herbert Rosendorfer
  • 2002
    Uwe Timm
  • 1999
    Ernst Augustin
  • 1997
    Günter Herburger
  • 1995
    Hermann Lenz
  • 1993
    Gert Hofmann
  • 1991
    Carl Amery

Ähnliche Artikel

This is a carousel with rotating cards. Use the previous and next buttons to navigate, and Enter to activate cards.

Arbeitsstipendien im Bereich Literatur

Für literarische Projekte von etablierten Münchner Autor*innen.

Literaturstipendien

Die Literaturstipendien für den literarischen Nachwuchs werden alle zwei Jahre vergeben.

Förderpreis für junge Dramatik

In Kooperation mit den Münchner Kammerspielen, die die Werke auch zur Uraufführung bringen.

Förderung interkultureller Projekte

Förderung von interkulturellen Projekten Müncher Kunstschaffende*r