Fachleitlinie Gesundheit

Die Fachleitlinie Gesundheit ist die Gesundheitsstrategie der Stadt und ein Teil des Stadtentwicklungskonzepts Perspektive München.

Die neue Fachleitlinie Gesundheit 2026

Die neue Fachleitlinie „Gesundheitsgerechtigkeit fördern und Krisen meistern“ wurde von Januar 2024 bis Januar 2026 unter stadtweiter Beteiligung entwickelt. Eingebunden waren verschiedene Referate der Stadtverwaltung, städtische Einrichtungen, lokale Organisationen, Vertreter*innen aus Politik und Wissenschaft sowie engagierte Bürger*innen. Am 25. März 2026 hat der Stadtrat die Fachleitlinie beschlossen.

Die Fortschreibung war eng angebunden an das EU-Projekt „One Health 4 Cities“, in dem das Gesundheitsreferat mit acht europäischen Städten und lokalen Akteur*innen Strategien und Instrumente zum One Health-Ansatz entwickelt hat. Der One Health-Ansatz versteht die Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt als eng miteinander verbunden. Das Netzwerk "One Health 4 Cities" wird durch das EU-Programm URBACT anteilig finanziell gefördert.

Was ist die Fachleitlinie Gesundheit?

Die Fachleitlinie Gesundheit ist Teil des Stadtentwicklungskonzepts „Perspektive München“. Die Perspektive München zeigt, wohin sich die Stadt zukünftig entwickeln soll. Die Fachleitlinien beschäftigen sich intensiv mit wichtigen Themenfeldern wie Bildung, Mobilität, Ökologie - oder eben Gesundheit.

Die Fachleitlinie Gesundheit ist damit die Gesundheitsstrategie der Stadt. Sie ist das Bindeglied zwischen den allgemeinen Zielen der Perspektive München und ganz konkreten Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit der Münchner*innen.

Aufbau und Rahmen der Fachleitlinie Gesundheit

Die Fachleitlinie Gesundheit umfasst Trends und Herausforderungen, fachliche Grundlagen, eine übergreifende Vision und Strategien, Querschnittsthemen und verschiedene Handlungsfelder. Für die fünf Handlungsfelder wurden jeweils ebenfalls eine Vision, Strategien, Ziele, Maßnahmen und Leitprojekte erarbeitet.

Die Grafik zeigt das Regenbogen-Modell der Gesundheit: Wie ein Regenbogen werden, ausgehend von individuellen Merkmalen wie Alter, Geschlecht die Einflussfaktoren auf die Gesundheit von innen nach außen dargestellt: Über die inidividuelle Lebensweise bis hin zu allgemeinen Umweltbedingungen.
Hessische Arbeitsgemeinschaft e.V. (HAGE)
Das Regenbogen-Modell der Gesundheit

Das Regenbogen-Modell der Gesundheit macht deutlich, dass neben individuellen Faktoren wie Alter und Gesundheitsverhalten auch soziale und kommunale Netzwerke wie Freunde, Familie und Nachbarschaften, Arbeits- und Lebensbedingungen wie Wohnumfeld, Bildung und Einkommen und Zugang zu Gesundheitsangeboten und übergeordnete Verhältnisse wie Wirtschaftslage, Klima und Umwelt Einfluss auf die Gesundheit haben. Deshalb braucht es Maßnahmen, die auf eine individuelle Verhaltensänderung (Verhaltensprävention) und auf den Abbau struktureller und gesellschaftlicher Benachteiligungen abzielen (Verhältnisprävention). Gesundheit soll deshalb in immer mehr Politik-, Aufgaben- und Themenfeldern bessere Berücksichtigung finden (Health in All Policies-Ansatz).

Der Leitlinie liegt deshalb ein breites Gesundheitsverständnis zugrunde:

  • Der ganzheitliche Gesundheitsbegriff der Weltgesundheitsorganisation (WHO) umfasst die körperliche, psychische und soziale Dimension von Gesundheit und deren Wechselwirkungen.
  • Menschen erleben und bewerten ihre eigene Gesundheit und ihr Wohlbefinden subjektiv, also auf unterschiedliche Weise.
  • Gesund ist, wer den Alltag trotz möglicher Einschränkungen meistern kann. Der Übergang zwischen Gesundheit und Krankheit ist also fließend. Gesundheit wird ein Leben lang durch verschiedene Faktoren immer wieder neu hergestellt, angepasst und beeinflusst.
  • Die Gesundheit von Menschen ist eng mit der Gesundheit von Haus- und Wildtieren, Pflanzen und der weiteren Umwelt verbunden und auch davon abhängig (One Health-Ansatz) .

Globale Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Die Perspektive München verankert die Globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, kurz SDG) auf kommunaler Ebene in den Strategischen Leitlinien. Für die Fachleitlinie Gesundheit sind vor allem relevant:

  • SDG 3: „Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern“.
  • Strategische Leitlinie C7: „München schützt und fördert die Gesundheit und das Wohlergehen („Well-Being“) der Münchner*innen. Gemeinsam mit anderen Akteur*innen stellt München eine bedarfsgerechte gesundheitliche Versorgung sicher und entwickelt zielgruppenspezifische gesundheitsförderliche Maßnahmen und Präventionsangebote. München minimiert gesundheitsschädliche Umwelteinflüsse und setzt sich für ein gesundheitsförderliches Lebensumfeld und Verhalten der Münchner*innen ein.“

 

 

Die Vision der Landeshauptstadt München ist eine gesunde Stadt, in der alle* Menschen, unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht, geschlechtlicher und sexueller Identität, Behinderung, Einkommen und Bildung, Zugang zu bedarfsgerechten Angeboten der Prävention und medizinischen Versorgung sowie dem Schutz ihrer Gesundheit haben. Durch den Beitrag zur gesunden Gestaltung der relevanten Lebensverhältnisse und dem Fokus auf den Ausgleich von ungesunden Lebensbedingungen trägt die Landeshauptstadt zum gesunden und sozialen Miteinander der Bevölkerung bei.

Um der Vision Stück für Stück näher zu kommen, verfolgt die Landeshauptstadt München folgende Strategien. Sie …

  1. übernimmt Verantwortung für die Gesundheit der Münchner Stadtbevölkerung in allen Lebensphasen im Zusammenwirken mit gesundheitsrelevanten Akteur*innen, Institutionen und Initiativen;
  2. betrachtet bei der Entwicklung von gesundheitspolitischen Konzepten und Maßnahmen die Bedeutung von sozialer Lage, Herkunft, Migrationsbiografie, Lebensphase und Lebenssituation, Behinderung, Alter, Geschlecht, geschlechtlicher und sexueller Identität;
  3. setzt den Schwerpunkt auf die Förderung von Gesundheitsgerechtigkeit, damit die Münchner*innen einen gerechten Zugang zur Gesundheitsversorgung und bedarfsgerechte Möglichkeiten zur Entwicklung und Erhaltung ihrer Gesundheit haben;
  4. berücksichtigt und integriert gesundheitliche Belange vorausschauend in der Stadtentwicklung und Stadtgestaltung, damit gesunde Lebensbedingungen in München erhalten und geschaffen werden;
  5. stärkt die Bevölkerung in ihrer Gesundheitskompetenz und unterstützt sie dabei, ihre gesundheitlichen Belange zu vertreten und sich an der Entwicklung von gesundheitspolitischen Konzepten zu beteiligen;
  6. unterstützt Menschen mit chronischen Erkrankungen, Behinderungen oder anderen Beeinträchtigungen bei ihrer Teilhabe und setzt sich für den Abbau von Barrieren im Gesundheitssystem ein;
  7. achtet bei ihrer Kommunikation darauf, unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen, setzt zielgruppenspezifische und barrierefreie Kommunikationsmittel und -wege ein und vermittelt wissenschaftsbasiertes Fachwissen;
  8. arbeitet wissenschaftsbasiert, bedarfsorientiert, interdisziplinär, partizipativ und kooperiert mit wissenschaftlichen Einrichtungen zur Sicherung der Qualität ihrer Gesundheitsangebote.

Die Querschnittsthemen sind besonders wichtig für die gesundheitsförderliche Stadtentwicklung und spielen damit eine wichtige Rolle in allen Handlungsfeldern der Fachleitlinie Gesundheit.

Gesundheitsgerechtigkeit ist das Fehlen von ungerechten, vermeidbaren oder behebbaren Unterschieden im Gesundheitszustand zwischen Bevölkerungsgruppen, die nach sozialen, wirtschaftlichen, demografischen oder geografischen Merkmalen definiert sind. Ungleichheiten führen dazu, dass Menschen mit geringerem Einkommen, niedrigerem Bildungsgrad oder niedriger beruflicher Stellung größeren gesundheitlichen Risiken und Belastungen ausgesetzt sind. Menschen können auch aufgrund ihres Geschlechts, ihrer geschlechtlichen und sexuellen Identität, des (frühen und fortgeschrittenen) Alters, ihres Aufenthaltsstatus, ihres Aussehens, ihres Namens, ihrer Fluchterfahrung oder Behinderung benachteiligt werden.

Gesundheitsbezogene Krisen stellen akute oder mögliche Gefahren für die Gesundheit vieler Menschen dar - zum Beispiel Pandemien, Unwetterereignisse, Großbrände, aber auch Kriege und Terrorakte. Sie gehen über das hinaus, was das öffentliche Gesundheitswesen normalerweise bewältigen kann. Durch eine vorbereitende Organisation, die Stärkung von Risikomanagementfähigkeiten, aber auch die Stärkung des Bewusstseins der Auswirkungen von Krisen soll das Gesundheitsreferat bei zukünftigen Krisen ein noch stabilerer Partner für die Münchner*innen in Fragen der Gesundheit sein.

Die Handlungsfelder und Leitprojekte der Fachleitlinie

Mit den Handlungsfeldern wird der Blick auf fünf Bereiche gelegt, die für die Gesundheit in der Stadt besonders wichtig sind.

Der One Health-Ansatz legt den Blick darauf, dass die Gesundheit von uns Menschen mit der Gesundheit von Haustieren, Wildtieren und Pflanzen eng verknüpft ist. Ziel ist es, die Gesundheit aller Lebensformen nachhaltig zu fördern und ein Gleichgewicht zu schaffen. Ein Schwerpunkt liegt auf den Zusammenhängen zwischen Gesundheit und Klima sowie Biodiversität und Ernährung.

Leitprojekt "One Health Modell-Friedhof – Entwicklung naturnaher und gesund-heitsförderlicher Aufenthaltsbereiche auf Münchner Friedhöfen": Auf Friedhöfen sollen naturnahe, gesundheitsförderliche und ruhige Aufenthaltsbereiche entstehen. Das trägt zu einer höheren Lebensqualität, einer Verbesserung der Gesundheit von Menschen, Tieren und Ökosystemen in der Stadt und einem besseren Umgang mit Trauer bei.

Die Art, wie eine Stadt gestaltet ist, hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Gesundheit ihrer Bewohner*innen - zum Beispiel durch ausreichend Grünflächen, sichere Wege für den Verkehr und wohnortnahe Gesundheitsangebote. Gesundheitsschädliche Umwelteinflüsse wie Lärm und Luftschadstoffe sollen so weit wie möglich vermieden werden. Gesundheit soll noch stärker als zentrale Aufgabe der ganzen Stadtverwaltung wahrgenommen werden. Die gesundheitlichen Bedarfe der Bürger*innen in den Quartieren der Stadt sollen noch stärker als bisher Ausgangspunkt von Planungen sein. 

Leitprojekte:

  • Gesunde Nachbarschaften: Die wohnortnahe Gesundheitsförderung soll über bestehende Einrichtungen, zum Beispiel Gemeinschaftsräume der Einkommensorientierten Förderung (EOF-Räume) und Nachbarschaftstreffs, in weiteren Quartieren ausgebaut werden.
  • Räumliche Gesundheitsplanung: Die räumlichen Gesundheitsplanung im Gesundheitsreferat soll gesundheitliche Belange noch stärker in die städtischen Planungen einbringen und dort fest verankern. Die Sensibilität für und das Wissen über gesundheitliche Themen sollen bei Fachkräften auch außerhalb des Gesundheitsbereichs gestärkt werden. 

Gesundheitsförderung und Prävention sollen Erkrankungen verhindern, mildern oder ihre Auswirkungen verringern. Der diskriminierungsfreie und niederschwellige Zugang zu einer bedarfsgerechten Versorgung sowie Beratungs- und Unterstützungsangeboten soll für alle Bevölkerungsgruppen noch weiter verbessert werden. Zum Beispiel soll die Gesundheitskompetenz der Münchner*innen selbst, aber auch der Institutionen, gestärkt werden. Auch die quartiersnahe Gesundheitsversorgung soll ausgebaut werden.

Leitprojekte: 

  • Integration der GesundheitsTreffs in die Primärversorgung: Die medizinische Versorgung in vergleichsweise ungünstig versorgten Gebieten mit hohen sozialen Herausforderungen soll verbessert werden. Dafür werden verschiedene Möglichkeiten geprüft, zum Beispiel die Weiterentwicklung der GesundheitsTreffs bei der ärztlichen Versorgung.
  • Entlassmanagement für alle*: Das Management bei der Entlassung aus dem Krankenhaus soll verbessert werden. Dadurch sollen Patient*innen in München nach einem stationären Aufenthalt eine bedarfsgerechte, kontinuierliche Versorgung erhalten und Entlassungen ohne gesicherte und bedarfsgerechte Anschlussversorgung vermieden werden.

Das Bewusstsein für psychische Gesundheit und auch die Behandlungszahlen sind in den letzten Jahrzehnten immer größer geworden. Die Stadt fördert das achtsame, rücksichtsvolle und gewaltfreie Miteinander und die Vorbeugung von psychischen Erkrankungen. Angeboten zur psychische Gesundheit sollen gestärkt, die Selbstkompetenz und Beteiligung Betroffener gefördert und Hürden für die Teilhabe für Menschen mit psychischen Erkrankungen abgebaut werden.

Leitprojekt "Recovery College München": in einem Recovery College werden Menschen mit einer psychischen Erkrankung in ihrer Genesung und sozialen Teilhabe unterstützt. Ebenso werden (noch) nicht Erkrankte darin gestärkt, gesund zu bleiben. Das fördert auch das Wissen über psychische Erkrankungen und den Umgang der Allgemeinbevölkerung mit Betroffenen.

Eine gesunde Kindheit und Jugend und das Erlernen einer gesundheitsförderlichen Lebensweise sind sehr wichtig für die Gesundheit im späteren Leben. Kinder und Jugendliche sind heute besonderen gesundheitlichen Herausforderungen ausgesetzt - zum Beispiel psychische Erkrankungen, Medienkonsum, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung. Die Stadt kann dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche gesund aufwachsen – in Bildungs-, Betreuungs- und Freizeiteinrichtungen, im öffentlichen Raum und auch im Wohnumfeld. Angebote sollen gestärkt und bekannter werden, vor allem für Kinder und Jugendliche aus Familien in schwierigen Lebenslagen. In Krisenzeiten sollen die Angebote aufrecht erhalten werden.

Leitprojekte: 

  • Präventionsprojekt Papilio in Kindertageseinrichtungen: Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen und eigene Trainer*innen der Stadt werden zum Beispiel zu entwicklungsförderndem Erziehungsverhalten oder sozial-emotionalem Lernen geschult. Dadurch sollen die psychosoziale Gesundheit der Kinder in den Einrichtungen gefördert, ihre sozialen und emotionalen Kompetenzen gestärkt und Verhaltensauffälligkeiten vorgebeugt werden.
  • Gesundheitsförderliche Schulumfeldgestaltung – naturnah, biodivers, klimaresilient mit Öffnung in das Quartier: Durch naturnahe Schulhöfe im Stadtteil soll nicht nur die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, sondern aller und auch Bewohner*innen gefördert werden.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Bei der Erneuerung der Leitlinie ist es wichtig, dass sich nicht nur Fachleute in der Stadtverwaltung und im Gesundheitswesen, sondern alle Münchner*innen beteiligen können.

Das Bild zeigt die zehn vorläufigen Handlungsfelder, zum Beispiel Gesundheitsversorgung oder Gesundheitskompetenz, in einer Wolke.
GSR
Zehn vorläufige Handlungsfelder wurden im Gesundheitsbeirat diskutiert

Der Gesundheitsbeirat vernetzt verschiedene Akteur*innen des Münchner Gesundheitswesens und ist eine Plattform für Austausch, Koordination und Kooperation und. In den Arbeitskreisen und auf einer Gesundheitskonferenz unter dem Titel „Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stärken“ wurde jeweils ein Workshop zur Leitlinie durchgeführt.
Ziel war es, die möglichen Handlungsfelder der neuen Leitlinie zu priorisieren. Diskutiert wurden auch Trends und Herausforderungen, Ziele, Maßnahmen sowie Lösungsansätze für die neue Leitlinie diskutiert.

GSR
Teilnehmer*innen zeichnen mit Aufklebern einen Tag in ihrem Leben nach.

Zu den vier Regionalforen in vier Teilen Münchens – Nord, Mitte, Südost und Südwest – waren Bürger*innen, Fachöffentlichkeit und die Stadtteilpolitik eingeladen. Neben einer Vorstellung der Perspektive München und des Fortschreibungsprozesses der Fachleitlinie Gesundheit hatten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, sich in einem „Markt der Möglichkeiten“ zu verschiedenen Gesundheitsthemen zu informieren und gesundheitsbezogene Angebote kennenzulernen.

Im Rahmen einer Mitmachwerkstatt wurden an verschiedenen Stationen Bedarfe und Wünsche der Teilnehmer*innen erhoben:

  •  An der ersten Station wurden Fragen zu persönlichen Merkmalen gestellt - zum Beispiel Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand.
  • An der zweiten Station sollten die Teilnehmer*innen mit Aufklebern darstellen, wie ein typischer Tag in ihrem Leben aussieht. Dabei sollten sie angeben, was sie selbst für ihre Gesundheit tun und wie sie ihr Quartier und die Stadt dabei nutzen.
  • Anschließend wurden die Teilnehmer*innen gefragt, was ihnen mit Blick auf die Gesundheit in München und in ihrem Viertel fehlt.

Etwa 400 Personen besuchten die Regionalforen und etwa 200 beteiligten sich an den Mitmachwerkstätten.

 

Das Bild zeigt ein Balkendiagramm mit der unterschiedlichen Bewertung der Gesundheitsgerechtigkeit in München.
GSR
Bewertung der Aussage zur Gesundheitsgerechtigkeit nach soziodemografischen Merkmalen der Bürger*innen

Mit der Online-Befragung wurde erhoben, welche Trends und Herausforderungen Bürger*innen und Fachkräfte in den fünf Handlungsfeldern der Leitlinie am dringlichsten finden. Insgesamt haben 2.460 Personen den Fragebogen vollständig ausgefüllt, davon waren ungefähr zwei Drittel Fachkräfte im Gesundheits-, Sozial- oder Bildungswesen. 

Die Teilnehmer*innen wurden zum Beispiel gefragt, ob Sie der Aussage zustimmen, dass in München alle Menschen - unabhängig von sozialem Status, Geschlecht und Herkunft - gesund aufwachsen, leben und älter werden können. Dem stimmten vor allem Menschen, die ihren eigenen sozialen Status und Gesundheitszustand als niedrig einschätzen, nicht zu.

 

Das Bild zeigt einige ausgewählte Zitate der Teilnehmer*innen der Fokusgruppen, zum Beispiel: "Wer kümmert sich um mich, wenn ich allein zu Hause krank bin?".
GSR

Ergänzend zur Online-Befragung wurden leitfadengestützte Fokusgruppen-Interviews durchgeführt. Dabei wurden die Erfahrungen und Probleme von Personengruppen erhoben, die in der Online-Befragung und generell in Beteiligungsprozessen unterrepräsentiert sind, zum Beispiel Senior*innen in schwierigen Lebenslagen, Alleinerziehende oder Menschen mit Lernbehinderungen. Insgesamt wurden sechs Fokusgruppen-Interviews mit 50 Teilnehmer*innen durchgeführt.

Das Bild oben zeigt einige ausgewählte Zitate der Teilnehmer*innen.

 

Ziel der Beteiligung war es, die Bedarfe, Wünsche und Ideen von Bürger*innen und Fachkräften zum Thema Gesundheit zu erheben. Alle Maßnahmen sind ausführlich im Bericht zur Öffentlichkeitsbeteiligung (PDF) dargestellt.

Impressionen aus den Regionalforen

Dies ist eine Bildergalerie in einem Slider. Mit den Vor- und Zurück-Kontrollelementen kann navigiert werden. Bei Klick öffnet sich ein Modal-Dialog, um das vergrößerte Bild mit weiteren Informationen anzuzeigen.

Die Fachleitlinie Gesundheit "Rundum gesund." aus dem Jahr 2009

Das Bild zeigt das Deckblatt der Fachleitlinie 2009. Unter dem Titel sieht man Fotos von einem Jogger und einer Radfahrerin, von Kleinkindern und einer Frau auf einer Untersuchungsliege.
Ein Ausschnitt aus dem Deckblatt der Fachleitlinie 2009

Die Fachleitlinie Gesundheit wurde zuletzt 2009 aktualisiert. Unter dem Motto "Rundum gesund. Herausforderungen begegnen,
Perspektiven schaffen, Lebensqualität fördern."
richtete die Fachleitlinie den Fokus auf die Themenfelder gesundheitliche Chancengleichheit, Prävention und Gesundheitsförderung, gesundheitsförderliche Umwelt und gesundheitliche Versorgung. Alle vier Leitprojekte wurden umgesetzt:

  • Das Münchner Modell der Frühen Hilfen zur Beratung und Unterstützung von Schwangeren und Familien mit Kindern bis drei Jahren ist seit 2008 im Gesundheitsreferat verankert. Im Schnitt werden pro Jahr etwa 5.000 neue Familien erreicht.
  • Mit der Biostadt München trägt die Landeshauptstadt zur Ernährungswende bei. Das Referat für Klima- und Umweltschutz unterstützt dabei städtische Verpfleger und Gastronomie rund um das Thema Bio-Verpflegung. Das Haus der Kost begleitet und coacht als Ernährungshaus der Stadt seit 2024 kostenlos Küchenteams.
  • Gesundheit in der Sozialen Stadt: Durch das Projekt sollte die Gesundheitsförderung und gesundheitliche Chancengleichheit wohnortnah gefördert werden. Seit 2018 konnte im Projekt „München – gesund vor Ort“, gefördert durch die AOK Bayern, in verschiedenen Stadtteilen ein Gesundheitsmanagement aufgebaut und nachhaltig verankert werden.
  • Ärzt*innen für die Gesundheitsvorsorge an Schulen im Schwerpunkt Mittelschule: Seit dem Schuljahr 2012/2013 ermöglichen Ärzt*innen vor Ort an Mittelschulen unterschiedliche freiwillige Angebote, zum Beispiel eine wöchentliche schulärztliche Sprechstunde oder Gesundheitsunterricht. Derzeit sind die Schulärzt*innen an insgesamt sechs Mittelschulen in verschiedenen sozioökonomisch benachteiligten Stadtgebieten aktiv.

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