Immissionsmessungen in München

Die aktuellen Quartalsmesswerte für München, sowie weitere spezielle Messergebnisse.

Stickstoffdioxid-Messstellen

Luftmessungen in München

In der 39. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes sind für verschiedene Luftschadstoffe Grenzwerte festgelegt. Zwei Luftschadstoff-Grenzwerte stehen derzeit in der öffentlichen Diskussion: der für Feinstaub und der für Stickstoffdioxid.

Für die Überwachung der Einhaltung der Grenzwerte ist grundsätzlich das Bayerische Landesamt für Umwelt zuständig. Dazu betreibt es das Lufthygienische Landesüberwachungssystem Bayern (LÜB). Die aktuellen Messwerte finden Sie hier.

Feinstaub (PM)

Für Feinstaub (PM10) wurden zwei Grenzwerte festgelegt. Ein Jahresmittelwert in Höhe von 40 µg/m³ und ergänzend dazu ein Grenzwert für den Tagesmittelwert (50 µg/m³), der im Kalenderjahr insgesamt 35 mal überschritten werden darf. Für Feinstaub (PM2,5) wurde nur ein Grenzwert festgelegt, der im Jahresmittelwert bei 25 µg/m³ liegt.
Diese Feinstaubgrenzwerte werden in München seit 2012 eingehalten.

Stickstoffdioxid (NO2)

Bei Stickstoffdioxid gibt es ebenfalls zwei Grenzwerte. Einen Jahresmittelwert in Höhe von 40 µg/m³ und einen 1-Stundenmittelwert, der bei 200 µg/m³ liegt und 18 mal innerhalb eines Jahres überschritten werden darf.
In München wird der Grenzwert für den Stundenmittelwert für Stickstoffdioxid seit 2016 eingehalten, jedoch wird der Jahresgrenzwert von 40 µg/m³ an der LÜB-Station an der Landshuter Allee deutlich überschritten. Der Jahresmittelwert am Stachus konnte im Jahr 2020 erstmalig eingehalten werden.
Überschreitungen des NO2-Grenzwertes für das Jahresmittel treten nicht nur an den LÜB-Stationen auf, sondern sind allgemein an Hauptverkehrsstraßen mit hoher Verkehrsbelastung und Randbebauung festzustellen.

Ergänzende Stickstoffdioxidmessungen

Ergänzend zu den fünf LÜB-Stationen des Landesamtes für Umwelt hat das Referat für Klima- und Umweltschutz in München zusätzliche Messungen zum Jahresgrenzwert für Stickstoffdioxid an 43 Standorten 2019 eingeführt. Dies erfolgt in Kooperation mit dem Deutschen Wetterdienst.

Die genaue Messperiode beläuft sich auf den Zeitraum vom 30. Dezember 2020 bis 3. Oktober 2021 (Messstandorte betreut durch die Müller-BBM GmbH) bzw. vom 28. Dezember 2020 bis 4. Oktober 2021 (Messstandorte betreut durch den Deutschen Wetterdienst).

Die Tendenz der kontinuierlichen Verbesserung der Luftqualität in München, bildet sich auch weiter in den Werten der ersten drei Quartale 2021 ab.

Folgende Erkenntnisse sind zusammenfassend hervorzuheben:

  • Mit Ausnahme vom Messstandort Tegernseer Landstraße 150 am Mittleren Ring liegen die mittleren NO2-Werte im Zeitraum vom ersten bis dritten Quartal 2021 unterhalb des gesetzlichen Jahresmittelgrenzwert von 40 µg/m3.
  • Betrachtet man nur den Durchschnitt des dritten Quartals, so kann festgestellt werden, dass erstmalig seit Beginn der Messungen an allen derzeit beprobten Messstandorten des freiwilligen NO2-Passivsammler-Messnetzes der Jahresmittelgrenzwert von 40 µg/m3 eingehalten werden kann.
  • In den vergangenen Wochen ist auf den Hauptverkehrsstraßen wieder ein deutlicher Anstiegt des Verkehrsaufkommens festzustellen. Es bleibt daher abzuwarten, ob diese positiven Tendenzen auch im kommenden vierten Quartal weiter beobachtet werden können.

Die Messwerte sind als vorläufige Tendenz zu verstehen. Gesetzlich entscheidend ist der Mittelwert zum Jahresende. Zudem lässt die derzeitige Pandemielage keine Prognose der kommenden Verkehrsentwicklung zu. Neben dem Verkehrsaufkommen kann auch das Wetter einen wesentlichen Einfluss auf die Lufthygiene haben. Rückschlüsse auf den Jahresmittelwert auf Grundlage der aktuellen Messwerte sind daher noch verfrüht.

Download der Messergebnisse 3. Quartal 2021

Messergebnisse Stickstoffdioxid 3. Quartal 2021 (PDF, 69 KB)

Die nächtliche Ausgangssperre sowie das Verkaufsverbot für Silvesterfeuerwerke und das grundsätzliche Böllerverbot innerhalb des Mittleren Rings haben 2020 in der Silvesternacht auf 2021zu einer sehr niedrigen Feinstaubbelastung geführt. Die maximalen stündlichen Feinstaubwerte blieben weit unterhalb der gemessenen Werte der letzten Jahre zurück.
Der gemessene Stundenmittelwert für Feinstaub (PM10) lag, an der Messstation der Landshuter Allee, zwischen 0 und 1 Uhr am 1. Januar 2021 nur bei 59 µg/m³ im Vergleich zu 686 µg/m³ im selben Zeitraum 2020 und bei 855 µg/m³ in 2019.
An der Messstation am Stachus wurde zwischen 0 und 1 Uhr am 1. Januar 2021 ein Stundenmittelwert von 61 µg/m³ Feinstaub (PM10) gemessen, im Vergleich zu 423 µg/m³ 2020 und 524 µg/m³ 2019.
Der Feinstaub-Tagesmittelwert an der Landshuter Allee lag am 1. Januar 2021 bei 46 µg/m³, 2020 bei 185 µg/m³ und 2019 bei 61 µg/m³.
Der Tagesmittelwert für Feinstaub (PM10) am Stachus lag am 1. Januar 2021 bei 31 µg/m³, im Vergleich zu 175 µg/m³ 2020 und 57 µg/m³ 2019.
Somit wurde durch das Fehlen des Feuerwerks an den am höchsten belasteten LÜB-Stationen im Münchner Stadtgebiet der Tagesgrenzwert für Feinstaub (PM10) von 50 µg/m³ eingehalten.
Der Tagesgrenzwert von 50 µg/m³ für Feinstaub (PM10) darf 35 mal im Kalenderjahr überschritten werden und wird in der Regel das erste mal am Neujahrstag des jeweiligen Jahres in Anspruch genommen.

Münchens Luft wurde 2020 deutlich besser. An 40 von 43 Standorten des städtischen ergänzenden NO2-Messnetzes wurde im Jahr 2020 der gesetzliche Jahresmittelgrenzwert von 40 µg/m³ eingehalten. An verkehrsreichen Straßen konnte 2020 ein erheblicher Rückgang der Stickstoffdioxidbelastung beobachtet werden. Der maximale Rückgang war in der zentralen Paul-Heyse-Straße mit 13 µg/m³ weniger Stickstoffdioxid als im Vorjahr zu verzeichnen. Auch die Messstellen am Mittleren Ring zeigen beträchtliche Rückgänge von ca. 7 µg/m³ weniger Stickstoffdioxid wie im Jahresmittel 2019. Demgegenüber stehen Verkehrsreduzierungen im Mittel um 15 – 25 % ab Beginn der Corona-Pandemie Ende März 2020, mit maximalen Rückgängen während der Lockdown Phasen im Frühjahr und Herbst mit ca. 50 % weniger Verkehrsaufkommen an den verkehrsreichen Straßen.

Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Es freut mich sehr, dass es auch gute Nachrichten für das Jahr 2020 gibt. An fast allen Messstandorten können wir nun die gesetzlichen Grenzwerte einhalten. Ganz entscheidend ist für mich, dass die Luft in der breiten Fläche, also dort wo die Menschen sich aufhalten, in München gut ist. “

2. Bürgermeisterin Katrin Habenschaden: „Die Luft in München war voriges Jahr so sauber wie lange nicht. Davon haben vor allem diejenigen Münchnerinnen und Münchner profitiert, die an stark belasteten Straßen wohnen. Die Werte sind durch die Corona-Pandemie allerdings verzerrt, deshalb gibt es keinen Grund für Euphorie. Der Schlüssel zu einer nachhaltig guten Luftqualität in unserer Stadt ist die Verkehrswende. Diese werden wir konsequent vorantreiben.“

Referentin für Klima- und Umweltschutz Christine Kugler: „Der deutliche Rückgang der Stickstoffdioxidbelastung im Jahr 2020 ist eine freudige Entwicklung. Der Hebel für eine langfristig verbesserte Luftqualität liegt in der Wende zu nachhaltiger, emissionsfreier Mobilität. Mit der Abwicklung der Mobilität auf umweltfreundliche Art und Weise wird nachhaltig unser Klima und die Gesundheit unserer Stadtbevölkerung geschützt werden. Nun gilt es, die positive Entwicklung des letzten Jahres auch über die Corona-Pandemie hinaus zu halten und zu verstärken.“

NO2-Messwerte 2020

An insgesamt 40 von 43 Messstandorten wurde der Stickstoffdioxid-Jahresmittelgrenzwert von 40 µg/m³ im Jahr 2020 eingehalten. Die höchste Stickstoffdioxid-Belastung liegt an den verkehrsreichen Standorten am Mittleren Ring in der Chiemgaustraße 140 und Tegernseer Landstraße 150, mit 46 µg/m³ respektive 48 µg/m³ Stickstoffdioxid vor. Der Messwert an der Paul-Heyse-Straße erreicht einen NO2-Jahresmittelwert von 43 µg/m³. Die Messungen in der Frauenstraße, Humboldtstraße, Fraunhoferstraße und an den beiden Messpunkten in der Prinzregentenstraße können im Jahr 2020 den Jahresmittelgrenzwert teilweise sogar deutlich unterschreiten. Die Messwerte liegen dort zwischen 35 µg/m³ und 39 µg/m³. Das ist erfreulich und zeitnah ein erstrebenswertes Niveau der Stickstoffdioxidkonzentrationen in der Stadt, auch ohne coronabedingte Verkehrsreduzierungen.

An der Landshuter Allee wurde im Jahr 2020 an der vom Landesamt für Umwelt betriebenen LÜB-Station ein Messwert über 50 µg/m³, nämlich laut vorläufigen Ergebnisse des LfU von 54 µg/m³ gemessen. Damit ist dies der einzige gemessene NO2-Jahresmittelwert über 50 µg/m³ in 2020. An der LÜB-Station am Stachus, konnte erst mal seit Beginn der Messungen der Jahresmittelgrenzwert mit 33 µg/m³ unterschritten werden. An beiden LÜB-Stationen ist die Stickstoffdioxid Belastung in 2020 um beachtliche 9 µg/m³ im Vergleich zum Vorjahr zurück gegangen.

Die einzelnen Werte der insgesamt nun 43 Standorte können unter www.muenchen.de/messergebnisse abgerufen werden. Die Ergebnisse der LÜB-Stationen sind unter folgendem Link zu finden: https://www.lfu.bayern.de/luft/immissionsmessungen/messwerte/index.htm

Betrachtet man die Verkehrszahlen im Jahr 2020, insbesondere während der beiden Lockdowns im Frühjahr und November/Dezember, ist eine deutliche Verkehrsabnahme zu beobachten. Die Verkehrsmengen an den Hotspots sind zu dieser Zeit um bis zu 50 % zurück gegangen. In den Sommermonaten ist, mit den Lockerungen der Einschränkungen, eine stetige Zunahme des Verkehrs zu beobachten. Wobei die Verkehrszunahme am Mittleren Ring stärker ausgeprägt war als an den zentraleren Straßen, wie zum Beispiel Frauenstraße, Humboldtstraße und am Stachus. Dies ist vermutlich zum Teil auf die übergeordnete Verkehrsfunktion des Mittleren Rings zurück zu führen, der für viele als Verbindungselement wirkt.

Maßnahmen an den Standorten mit Messwerten in 2019 über dem Jahresgrenzwert

Prinzregentenstraße (JMW Hausnr. 74: 2020 39 µg/m³ – 2019 48 µg/m³, Hausnr. 115: 2020 35 µg/m³ – 2019 45 µg/m³)
In der Prinzregentenstraße sind die Auswirkungen der am 04.06.2020 umgesetzten Zuflussdosierung am Autobahnende in den Luftqualitätsdaten, sowie in den Verkehrszahlen deutlich zu erkennen. Die Ergebnisse der Passivsammler an den beiden Standorten in der Prinzregentenstraße zeigen, ab dem Zeitpunkt der Ampelanpassung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, im Schnitt eine um 10 µg/m³ verringerte NO2-Belastung. Auch in den Verkehrszahlen ist ein deutlicher Rückgang, mit im Schnitt ca. 35 % weniger Verkehr, ab Beginn der Maßnahme zu beobachten. Der Rückgang des Verkehrsaufkommens kann nicht eins zu eins in den Stickstoffdioxid-Messwerten erfasst werden, da weitere Emissionsquellen zu einer verkehrsunabhängigen Hintergrundbelastung an Stickstoffdioxid führen. Eine ausführliche Auswertung der Maßnahme wird durch das Mobilitätsreferefat begleitet.

Humboldtstraße (JMW Hausnr. 13: 2020 38 µg/m³ – 2019 49 µg/m³)
In der Humboldtstraße ist Ende Oktober der Verkehrsversuch zur Geschwindigkeitsreduzierung auf 40 km/h gestartet. Für ein Jahr gilt hier nun Tempo 40 und im Anschluss wird die Geschwindigkeit auf 30 km/h für den selben Zeitraum reduziert. Im Anschluss der jeweils einjährigen Zeiträume werden alle relevanten Belange unter Einbeziehung des örtlichen Bezirksausschusses, des Polizeipräsidiums und der Münchner Verkehrsgesellschaft MVG gewürdigt und eine dauerhafte Anordnung getroffen.

Paul-Heyse-Straße (JMW Hausnr. 8: 2020 43 µg/m³ – 2019 56 µg/m³)
In der Paul-Heyse-Straße ergeben sich im Verlauf 2021 weitreichende verkehrliche Veränderungen aufgrund der umliegenden Baustellen. Die Sanierung der Paul-Heyse-Unterführung wird die größten Auswirkungen auf die Verkehrssituation und somit die Immissionssituation an den Messpunkten in der Paul-Heyse-Straße ergeben. Aufgrund der baustellenbedingten Umleitungen von einer deutlichen Verkehrsreduzierung entlang der Paul-Heyse-Straße auszugehen.

Frauenstraße (JMW Hausnr. 16/18: 2020 35 µg/m³ – 2019 46 µg/m³)
In der Frauenstraße werden im Rahmen der Planungen zum Altstadt-Radlring anhand einer Verkehrsuntersuchung in einem großräumigen Umfeld verschiedene Varianten der Verkehrsführung untersucht. Dabei werden unter anderem die Verlagerungseffekte der Varianten, sowie deren Minderungspotenzial bezüglich der Luftschadstoffbelastung bewertet. Erste Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung werden im 3. Quartal 2021 erwartet.

Einen weiteren Beitrag leisten die in 2020 neu eingesetzten E-Busse und Müllfahrzeuge neuester Emissionsklasse. Die Buslinie 100 konnte im Laufe des Jahres vollständig auf elektrisch betriebene Busse umgestellt werden. Darüber hinaus sind die weiteren E-Busse auf der Buslinie 144 entlang der nördlichen Landshuter Allee unterwegs. Insgesamt sind aktuell 14 E-Busse im Stadtgebiet unterwegs. Zusätzlich haben im Jahr 2020 43 Müllfahrzeuge neuester Emissionsklasse EURO-VI an den Hotspot-Bereichen ihren Einsatz gestartet.

Download der Passivsammler 2020

Messergebnisse Passivsammler 2020 (PDF, 60 KB)

Wenngleich die Auswirkungen der Corona-Pandemie noch nicht vollumfänglich beurteilt werden können, hat die ehemalige Umweltreferentin Stephanie Jacobs den Stadtrat über die Werte der städtischen NO2-Messungen während des ersten Corona-Lockdowns bis zum 17. Mai 2020 informiert. „Auch wenn wir anfangs eine für die Luftreinhaltung negative Wetterlage hatten, sind die NO2-Werte während des Corona-Lockdowns aufgrund der reduzierten Verkehrsmengen erwartungsgemäß deutlich zurück gegangen. Die gesetzlich entscheidenden Jahreswerte sind jedoch abzuwarten und sind insbesondere von der weiteren Entwicklung der Verkehrsmengen abhängig“, so Jacobs.

Meteorologische Effekte überlagerten die Auswirkung der mit den Verkehrsreduzierungen einhergehenden Emissionsminderung während der Lockdown-Phase. Das windige, wechselhafte Wetter in den vorangegangenen Wintermonaten hatte eher zu einer schnellen Durchmischung und einem schnellen Austrag der Schadstoffbelastung aus der bodennahen Atmosphäre und somit zu tendenziell niedrigen Schadstoffkonzentrationen und -messwerten geführt. Das ab dem Lockdown wetterbestimmende Hochdruckgebiet hatte dann eher die entgegengesetzte Wirkung und führte zur Aufkonzentration der bodennah emittierten Schadstoffe und somit zu tendenziell hohen NO2-Konzentrationen und -Messwerten. Eindeutig haben jedoch verringerte Verkehrsemissionen einen positiven Einfluss auf die Lufthygiene.

Dies schlägt sich deutlich in den Messwerten während des Corona Lockdowns nieder. Unter den zugrundeliegenden meteorlogischen Bedingungen können folgende Erkenntnisse und Schlüsse zu den Verkehrsdaten und aus den Messwerten für den Zeitraum vom 09.03. bis zum 17.05.2020 gezogen werden:

  • Ab dem Zeitpunkt der verschärften Ausgangsbeschränkungen am 21.03.2020 war stadtweit ein deutlicher Rückgang des Verkehrsaufkommens im zweiwöchigen Mittel von minus 39 Prozent bis minus 58 Prozent zu beobachten, an den Wochenenden bis hin zu minus 80 Prozent. Der Verkehr hat kontinuierlich wieder zugenommen, erreichte allerdings bis zum 17.05.2020 noch nicht wieder seine ursprüngliche Verkehrsstärke.
  • Trotz der entgegengesetzt wirkenden Wetterlagen zeigten die Mittelwerte der Messungen im Zeitraum 09.03. bis 17.05.2020 – mit insbesondere im Zeitraum vom 21.03. bis 19.04.2020 deutlich geringerem Verkehrsaufkommen – durchgehend eine geringere NO2-Luftbelastung. Nur an zwei Standorten lagen die NO2-Werte über 40 µg/m³, nämlich am Mittleren Ring an der Chiemgaustraße 140 mit 45 µg/m³ und der Tegernseer Landstraße 150 mit 41 µg/m³. Ansonsten konnte an allen Standorten teilweise sehr deutlich der Wert von 40 µg/m³ unterschritten werden. Zu beachten ist, dass der Messzeitraum der städtischen Passivsammler eine Woche mit regulärem Verkehrsaufkommen beinhaltet.
  • An der LÜB-Station Landshuter Allee, der Standort mit dem 2019 höchst gemessenen NO2-Wert in München (63 µg/m³), ist während des Corona-Lockdowns ein deutlicher Rückgang der NO2-Belastung bei – insbesondere im Zeitraum vom 21.03. bis 19.04.2020 – stark verringertem Verkehrsaufkommen zu beobachten (Mittelwert 50 µg/m³ im Zeitraum vom 09.03. - 17.05.2020). Am niedrigsten lagen die Werte am ersten Wochenende (21./22.3.20220), als sogar an der Landshuter Allee nur 11 µg/m3 gemessen wurden.

Auch in der Prinzregentenstraße machte sich die Verkehrsreduzierung während des Corona-bedingten Lockdowns bemerkbar. Im Zeitraum vom 09.03. bis 17.05.2020 ergab sich an den beiden Messstellen auf Höhe der Hausnummern 74 und 115 ein mittlerer NO2-Messwert in Höhe von jeweils 32 µg/m³, im für das Jahr 2020 bereits vorliegenden Messzeitraum vom 30.12.2019 bis 17.05.2020 ein Mittelwert in Höhe von 41 µg/m³ (Hausnummer 74) bzw. 35 µg/m³ (Hausnummer 115). Im Vorjahr wurde ein Jahresmittelwert von 48 µg/m³ (Hnr. 74) bzw. 43 µg/m³ (Hnr. 115) gemessen.

In der Paul-Heyse-Str. auf Höhe der Hausnummer 8 ergab sich im Zeitraum vom 09.03. bis 17.05.2020 ein mittlerer NO2-Messwert in Höhe von 37 µg/m³, im bisher für das Jahr 2020 vorliegenden Messzeitraum vom 30.12.2019 bis 17.05.2020 ein Mittelwert in Höhe von 45 µg/m³. Der Jahresmittelwert 2019 lag bei 56 µg/m³. Abzuwarten bleibt, wie sich die Messwerte im weiteren Jahresverlauf entwickeln und sich der veränderte Verkehrsfluss infolge der Baustellensituation - in und im Umfeld der Paul-Heyse Straße - auf die Messwerte auswirkt.

Wegen der meteorologischen Einflüsse und weiterer auf die Lufthygiene Einfluss nehmenden Faktoren ist nicht zwangsweise von einer Abnahme der Immissionswerte im gleichen Verhältnis zur Verkehrsreduktion auszugehen.

Um eine belastbare Aussage über die Effekte der Corona-Krise auf den gesetzlich entscheidenden Jahresmittelwert treffen zu können, sind die weiteren Verkehrsentwicklungen, die Meteorologie und die weiteren Messwerte 2020 zu beobachten und abzuwarten.

Downloads 2020

Messergebnisse Stickstoffdioxid (NO2) 1. Quartal und Coronabedingter Lockdown (PDF, 422 KB)

Die Stickstoffdioxid-Messergebnisse sind im 1. Halbjahr 2021 weiter deutlich unterhalb des Grenzwerts.
Seit Oktober 2019 wurden zusätzliche lufthygienische Messungen an zwei Messpunkten am Heckenstaller Trog bzw. am Luise-Kieselbach-Platz durchgeführt. Der Messpunkt 1 (Max-Seidl-Weg) befindet sich westlich des Max-Seidl-Weges nahe des Kreuzungsbereiches Luise-Kieselbach-Platz / Murnauer Straße / Heckenstaller Straße. Der Messpunkt 2 (St. Thomas Morus Kirche) befindet sich nördlich der in Troglage verlaufenden Heckenstaller Straße, westlich der St. Thomas Morus Kirche. Die Messungen wurden bis zum Jahresende 2020 an den Messstandorten fortgeführt.
Die Ergebnisse der zusätzlichen Messpunkte für Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub (PM10) sind aus der beiliegenden Tabelle für den Messzeitraum von Oktober 2019 bis Dezember 2020 ersichtlich. Darin sind die einzelnen Quartalsmittelwerte sowie der Jahresmittelwert 2020 enthalten.
Der gemessene Jahresmittelwert für Stickstoffdioxid (NO2) für 2020 liegt an dem Messpunkt 1 Max-Seidl-Weg bei 31 µg/m³. Am Messpunkt 2 St. Thomas Morus Kirche wurde eine NO2-Jahresmittelwert von 33 µg/m³ gemessen. Damit liegen die gemessenen NO2-Jahresmittelwerte unter dem Grenzwert für das Jahresmittel gemäß 39. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (39. BImSchV). Der Jahresmittelgrenzwert für Stickstoffdioxid liegt bei 40 µg/m³.
Bei Feinstaub (PM10) ergaben die Messungen im Jahresmittel am Messpunkt 1 Max-Seidl-Weg 14 µg/m³ und am Messpunkt 2 St. Thomas Morus Kirche 16 µg/m³ PM10. Der gesetzliche Jahresmittelgrenzwert für Feinstaub (PM10) liegt ebenfalls bei 40 µg/m³ und wird somit deutlich unterschritten. Außerdem ist bei Feinstaub (PM10) die Überschreitung des Tagesmittelgrenzwertes in Höhe von 50 µg/m³ an nicht mehr als 35 Tagen einzuhalten. Der PM10-Tagesmittelgrenzwert von 50 µg/m³ wurde an beiden Messstationen nur zwei Mal im Jahr 2020 überschritten. Damit ist auch diese Vorgabe der 39. BImSchV deutlich eingehalten. Allgemein werden die Grenzwerte für Feinstaub im Stadtgebiet München seit 2012 eingehalten.
Die fest installierten Messcontainer zur Messung von Feinstaub und Stickstoffdioxid wurden im Januar 2021 wieder abgebaut und die sehr kostspieligen Messungen zu Feinstaub damit beendet. Zur weiteren Beobachtung der Luftwerte wurde die Installation von zwei Passivsammler zur Messung von Stickstoffdioxid veranlasst. Ein NO2-Passivsammler wurde zu Vergleichszwecken am nächstgelegenen Laternenmast zum Messpunkt 1 Max-Seidl-Weg installiert. Für den zweiten NO2-Passivsammler wurde ein fachlich geeigneter Standort am Kreuzungspunkt der Mainburger Straße und Max-Seidl-Weg entlang des Fuß- und Radweges ausgewählt.
Die Messergebnisse für das erste Halbjahr 2021 liegen nun vor. Über den 6-monatigen Mittelungszeitraum vom 30. Dezember 2020 bis einschließlich 27. Juni 2021 wurde für NO2 am Messpunkt Max-Seidl-Weg ein Messwert in Höhe von 27 µg/m³ und am Messpunkt Mainburger Straße ein Mittelwert in Höhe von 31 µg/m³ gemessen. Die Messwerte sind als vorläufige Tendenz zu verstehen. Ausschlaggebend für die Beurteilung sind die Mittelwerte über den Messzeitraum eines ganzen Jahres. Der Grenzwert für das Jahresmittel von Stickstoffdioxid liegt gemäß der 39. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (39. BImSchV) bei 40 µg/m³. Nach derzeitigem Stand wird dieser unterschritten.

Download Messergebnisse Heckenstaller Trog/ Luise-Kiesselbach-Platz

Messergebnisse Heckenstaller Trog/ Luise-Kiesselbach-Platz Okt 2019 bis Juni 2021 (PDF, 78 KB)

Im Zeitraum von Januar 2018 bis Dezember 2019 wurden zusätzliche lufthygienische Messungen begleitend zum Verkehrsversuch Tempo 30 in der Rosenheimer Straße durchgeführt. Die Messergebnisse bestätigen die Einhaltung der lufthygienisch relevanten Grenzwerte im Messzeitraum.
Die Ergebnisse der zusätzlichen Messstation für Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub (PM10) in der Rosenheimer Straße sind aus den beiliegenden Tabellen für das Jahr 2018 sowie für das Jahr 2019 ersichtlich.
Im Jahr 2019 wurde für NO2 ein Jahresmittelwert in Höhe von 37 µg/m3 (2018: 40 µg/m3) ermittelt. Der Grenzwert für das Jahresmittel liegt gemäß 39. Verordnung zum Bundesimmissionsschutzgesetz (39. BImSchV) bei 40 µg/m3. Damit liegt der gemessene Jahresmittelwert 2019 unter dem Jahresgrenzwert.
Bei Feinstaub ergaben die Messungen einen Jahresmittelwert (2019) in Höhe von 20,5 µg/m3 (2018: 23,5 µg/m3). Der Grenzwert für das Jahresmittel gemäß 39. BImSchV liegt bei 40 µg/m3. Damit wird der Jahresgrenzwert (PM10) deutlich eingehalten. Im Jahr 2019 wurde der Grenzwert für das Tagesmittel in Höhe von 50 µg/m3 20 mal überschritten (2018: 23 mal). Gemäß 39. BImSchV ist eine jährliche Überschreitung dieses Grenzwertes (Tagesmittel) 35 mal zulässig. Damit werden die zulässigen Grenzwerte für Feinstaub (PM10) auch im Jahr 2019 deutlich eingehalten.
Es existieren keine Messergebnisse vor Beginn des Verkehrsversuchs Tempo 30 in der Rosenheimer Straße. Somit können die laufenden Messungen nur mit früheren Berechnungen verglichen werden: Für NO2 ergibt sich aus einer von der Regierung von Oberbayern mit Bezugsjahr 2015 veröffentlichten Modellberechnung ein Jahresmittelwert von 40 bis 50 µg/m3. Bei Feinstaub (PM10) ergaben die Berechnungen für das Bezugsjahr 2010 für den entsprechenden Abschnitt der Rosenheimer Straße einen Jahresmittelwert zwischen 27,1 und 28,5 µg/m3 (Anlage 2 zur 5. Fortschreibung des Luftreinhalteplans München). Die Ergebnisse der Modell-berechnung beziehen sich auf das Jahr 2015 (NO2) beziehungsweise 2010 (PM10), die nun erhobenen Messergebnisse auf das Jahr 2018 bzw. auf das Jahr 2019.
Die Messungen in der Rosenheimer Straße wurden begleitend zum Verkehrsversuch Tempo 30 Rosenheimer Straße in Auftrag gegeben. Der Verkehrsversuch wurde inzwischen abgeschlossen. Die vorliegenden Messergebnisse bestätigen die Einhaltung der maßgeblichen lufthygienischen Grenzwerte. Nach einer in der 7. Fortschreibung des Luftreinhalteplans für das Stadtgebiet München der Regierung von Oberbayern enthaltenen Immissionsprognose ist von keiner Grenzwertüberschreitung an der Rosenheimer Straße im Bezugsjahr 2020 auszugehen. Vor diesem Hintergrund wurden die lufthygienischen Messungen in der Rosenheimer Straße zum Jahresende 2019 eingestellt.

Downloads Messergebnisse Rosenheimer Straße