Zensus Interview

Interview mit einem Zensus-Erhebungsbeauftragten über die Erfahrungen aus dem letzten Zensus 2011

Interview mit einem Zensus-Erhebungsbeauftragten

News Erhebungsbeauftragter
Bildrechte: Landeshauptstadt München, Statistisches Amt

„Back to the roots" – Warum Rainer Hartmann nächstes Jahr wieder beim Zensus mitmacht

Wie viele Menschen wohnen aktuell in München? Wie leben und arbeiten sie?
Antworten dazu soll der Zensus, ein deutschlandweites Projekt zur Erhebung von Bevölkerungsdaten, liefern. Dafür benötigt die Landeshauptstadt München nächstes Jahr ab Mai 2022 die Unterstützung von rund 2 200 Erhebungsbeauftragten.
Einen Einblick in die Tätigkeit als Erhebungsbeauftragter gibt Rainer Hartmann, welcher schon zum zweiten Mal den Zensus unterstützt. Ein Interview zu seinen Aufgaben, Erfahrungen und Erlebnissen.
Rainer Hartmann, 55 Jahre alt, ist in München geboren und aufgewachsen. Er ist das, was man sich unter einem waschechten Münchner vorstellt und nie um ein freundliches Wort oder einen guten Ratschlag verlegen. Neben seiner langjährigen Berufstätigkeit im Einzelhandel nimmt er regelmäßig ehrenamtliche Aufgaben wahr. Sei es als Volontär bei der Olympiabewerbung 2018, als Unterstützer bei der Ruder-WM oder auch als Sicherheitskraft bei Eishockey-Spielen in München. Doch dies genügt Herrn Hartmann noch nicht. Deshalb wirkt er beim Zensus 2022 als Erhebungsbeauftragter mit – und das nicht zum ersten Mal. Bereits beim letzten Zensus vor zehn Jahren unterstützte er die Landeshauptstadt München tatkräftig.

Herr Hartmann, vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben. Was hat Sie dazu bewogen, erneut beim Zensus mitzumachen?
Der erste Zensus, bei dem ich 2011 mitgewirkt habe, war ein sehr spannendes Erlebnis für mich. Ich liebe es Neues auszuprobieren. Besonders interessant fand ich, dass man während der Befragungen mit den unterschiedlichsten Menschen in Begegnung tritt. Ob Student, Großfamilie oder Ehepaar – man weiß nie, wer einem die Tür öffnen wird. Beim Zensus lernte man Menschen jeden Alters und jeder Herkunft kennen. In der Regel wurde ich auch herzlich willkommen geheißen. Daher dachte ich mir:
„Back to the roots - Ich mache nächstes Jahr wieder beim Zensus mit."

Schön, dass es Ihnen beim letzten Mal so gut gefallen hat, dass Sie sich erneut für eine Teilnahme entschieden haben. Wie würden Sie denn Ihre Tätigkeiten als Erhebungsbeauftragter beschreiben?
Zunächst wurde ich von den Verantwortlichen der Erhebungsstelle ausgiebig geschult und auf meinen Einsatz als Erhebungsbeauftragter vorbereitet. Im Anschluss konnte ich eigenverantwortlich die Termine für das Interview mit den Auskunftspflichtigen ausmachen und meine Routen planen. Hierbei erwies es sich als hilfreich, auf die unterschiedlichen Alltagsstrukturen der zu befragenden Personen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten Rücksicht zu nehmen. Rentner*innen haben beispielweise oft ganztägig Zeit, wohingegen Berufstätige den Erfahrungen nach eher abends die Zeit für das Interview aufbringen können. Besonders das flexible und eigenständige Arbeiten hat mir sehr gut gefallen und mich dazu bewegt, auch 2022 wieder als Erhebungsbeauftragter beim Zensus mitzuwirken.

Was ist Ihnen vom Zensus 2011 besonders in Erinnerung geblieben?
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Befragung in einem Arbeiter*innen-Wohnheim. Dort wurde ich sehr herzlich von allen Bewohner*innen empfangen und auf das ein oder andere Getränk eingeladen. So wurde aus dem anfänglichen Pflichttermin ein lustiger und interessanter Nachmittag.

Mit welchen Herausforderungen wurden Sie im Rahmen des Zensus konfrontiert?
Natürlich kann es immer mal wieder vorkommen, dass einem die Tür vor der Nase zugeschlagen wird. Jedoch ist es wichtig, sich durch so eine Situation nicht entmutigen zu lassen. Meistens half es, erneut zu klingeln und dabei den Auskunftspflichtigen genau zu erklären, zu welchem Zweck sie befragt werden und was hinter dem Zensus steckt. Rückblickend hatte ich nur eine geringe Ausfallquote. Hier gilt:
„Wie ma in Woid neischreid, so kummds a zruck."

Was würden Sie sagen, ist beim Zensus diesmal anders im Vergleich zum letzten Mal?
Dieses Mal wird der Zensus aufgrund der Befragung mit Tablets in digitalisierter Form stattfinden. Somit erspart man sich das Tragen der Fragebögen und die handschriftliche Beantwortung der Fragen. Außerdem ist diesmal die Aufwandsentschädigung um einiges höher. Zu der steuerfreien Aufwandsentschädigung von in der Regel 600 bis 900 Euro erhalten städtische Beschäftigte drei Urlaubstage. Zusätzlich werden die Fahrkosten erstattet. Dies ist im Vergleich zum letzten Mal eine ordentliche Steigerung.

Welche Tipps würden Sie abschließend den zukünftigen Erhebungsbeauftragten mit auf den Weg geben?
Wenn jemand sich dazu entscheidet, als Erhebungsbeauftragte*r beim Zensus mitzuwirken, sollte man sich seiner Sache auch sicher sein und einen Hauch von Idealismus mitbringen. Wenn Ihr mitmacht, dann:
„Ganz oder gar nicht."

Ein gewisses Organisationstalent für die Terminkoordination, Verschwiegenheit sowie Taktgefühl und ein freundliches Auftreten sind für diese Tätigkeit wichtig. Außerdem kann ich nur empfehlen, stets in Kontakt mit der zuständigen Erhebungsstelle zu bleiben und bei Unklarheiten oder sonstigen Anliegen einfach bei den jeweiligen Ansprechpartnern nachzufragen.
Zuletzt würde ich allen ans Herz legen, sich immer authentisch, aber stets freundlich zu verhalten. Selbst wenn der oder die vorherige Auskunftspflichtige vielleicht mal unfreundlich war, zählt es, bei der nächsten Person die Freundlichkeit dennoch zu bewahren. Auch an dieser Stelle gilt:
„Man sollte die Leute immer so behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte."

Hinweise zu Corona-Schutzmaßnahmen
Zum Schutz der Erhebungsbeauftragten und der auskunftspflichtigen Personen vor dem Coronavirus erfolgen die Befragungen im Rahmen des Zensus 2022 nach Maßgabe eines Hygienekonzepts. Selbstverständlich wird die Vorgehensweise an die zum Zeitpunkt der Erhebung gültigen Infektionsschutzvorgaben angepasst.

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