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Tierarzneimittel

Hier finden Sie alle nötigen Informationen zum Thema Tierarzneitmittel.

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Der Betrieb einer tierärztlichen Hausapotheke fällt unter die Anzeigepflicht (§ 67 Abs. 1 Arzneimittelgesetz). Dazu genügt ein formloser Antrag, der vor Inbetriebnahme der tierärztlichen Hausapotheke an das Städtische Veterinäramt geschickt werden muss.

Gemeinsam mit dem Antrag ist eine Kopie der Approbationsurkunde und gegebenenfalls der Promotionsurkunde an das Städtische Veterinäramt zu schicken. Außerdem brauchen wir eine Kopie des Personalausweises.

Grundsätzlich dürfen keine ausländischen Arzneimittel in Deutschland angewandt werden, die im Geltungsbereich des Arzneimittelgesetzes keine Zulassung haben (§ 73 Abs. 1 Arzneimittelgesetz). Im Therapienotstand (§ 56a Arzneimittelgesetz) besteht die Möglichkeit, aus anderen Mitgliedsstaaten Tierarzneimittel zu nutzen.

Unverzüglich nach der Bestellung hat dies der Tierarzt bei der Regierung von Oberbayern, Sachgebiet 54 Tierarzneimittel anzuzeigen. In der Anzeige muss angegeben werden, für welche Tierart und welches Anwendungsgebiet die Anwendung des Arzneimittels vorgesehen ist, der Staat, aus dem das Arzneimittel kommt, die Bezeichnung und die bestellte Menge des Arzneimittels sowie seine Wirkstoffe nach Art und Menge.

Zu dieser Thematik wurde durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ein Merkblatt erarbeitet.

Für die Ausstellung der EU-Heimtierausweise sind niedergelassene Tierärzte befugt, die eine entsprechende Ermächtigung haben.

Seit Ende Mai 2010 gilt für das Stadtgebiet München eine Allgemeinverfügung. Danach besitzen alle im Stadtgebiet München praktisch niedergelassenen Tierärztinnen und Tierärzte die Ermächtigung EU-Heimtierausweise auszustellen.
Der Text der Allgemeinverfügung kann hier nachgelesen werden:

Tiere, die zur Lebensmittelgewinnung bestimmt sind, dürfen nur mit Stoffen gemäß der VO (EG) Nr. 470/2009 behandelt werden. Nach der Anwendung durch den Tierarzt stellt dieser einen tierärztlichen Anwendungs- und Abgabebeleg aus. Das Original ist dem Tierhalter auszuhändigen und wird von diesem 5 Jahre aufbewahrt, die Zweitschrift behält der Tierarzt. Jede Gabe von apothekenpflichtigen Tierarzneimitteln durch den Tierhalter selbst sind zusätzlich zu dokumentieren. Im Einzelnen müssen in der Dokumentation folgende Angaben enthalten sein:

  1. Anzahl, Art und Identität der Tiere
  2. Standort des Tieres zum Zeitpunkt der Behandlung
  3. Arzneimittelbezeichnung und Nummer des Tierärztlichen Anwendungs- und Abgabebelegs
  4. Datum der Anwendung, Art der Verabreichung und verabreichte Menge
  5. Wartezeit in Tagen
  6. Name der anwendenden Person

Diese Aufzeichnungen sind ebenfalls 5 Jahre aufzubewahren.

Die Dokumentation durch den Tierhalter kann nach dem folgenden Muster erfolgen:

Solange im Equidenpass keine Zweckbestimmung eingetragen ist, gelten Pferde als Tiere, die der Lebensmittelgewinnung dienen. Demzufolge dürfen nur Arzneimittel gemäß der VO (EG) Nr. 470/2009 angewendet werden. Bei jeder Anwendung und Abgabe von Arzneimitteln sind sog. Abgabe- und Anwendungsbelege auszustellen und dem Tierhalter auszuhändigen. Die Zweitschrift wird vom Tierarzt aufbewahrt.

Bei der Behandlung von Pferden, bei denen im Equidenpass die Zweckbestimmung „Schlachtung“ eingetragen wurde, können im Therapienotstand zusätzlich Wirkstoffe aus der VO (EG) Nr. 1950/2006 für die dort gelisteten Anwendungsgebiete angewendet werden. Auf jeden Fall ist die Anwendung eines Stoffes aus der sog. Equidenliste im Equidenpass zu dokumentieren. Es resultiert eine Wartezeit von 6 Monaten.

Für Pferde, bei denen im Equidenpass eingetragen wurde, dass sie von der Lebensmittelgewinnung ausgeschlossen sind, gelten die oben genannten Einschränkungen nicht.

Siehe dazu auch:

Werden im Rahmen des Betriebs einer Tierheilpraxis Arzneimittel gelagert, so fallen auch Tierheilpraxen unter die Anzeigepflicht des § 67 Abs. 1 Arzneimittelgesetz. Die Anzeige hat vor Inbetriebnahme der Tierheilpraxis beim Städtischen Veterinäramt zu erfolgen.

Da auch homöopathische Arzneimittel unter den Arzneimittelbegriff im Sinne des Arzneimittelgesetzes fallen, sind neben den Dokumentationspflichten der Tierhalter-Arzneimittel-Nachweisverordnung die Vorgaben des Arzneimittelgesetzes zu erfüllen. Wesentliche Aspekte sind folgende:

  1. Apothekenpflichtige Arzneimittel dürfen nur in einer Apotheke bezogen werden
  2. Tierheilpraktiker dürfen apothekenpflichtige Arzneimittel nur anwenden, jedoch nicht abgeben
  3. Für den Handel mit freiverkäuflichen Tierarzneimitteln wird grundsätzlich ein Sachkundenachweis gefordert
  4. Bei Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen, ist zu beachten, dass nur zulässige Wirkstoffe gemäß der VO (EG) Nr. 470/2009 angewendet werden.

Für weitere Informationen steht das Städtische Veterinäramt unter Telefon 089/233-3 63 13 zur Verfügung.

Tierarzneimittel

Das Städtische Veterinäramt ist in München zuständig für die arzneimittelrechtliche Überwachung von unter anderem tierärztlichen Hausapotheken, Apotheken der tierärztlichen Bildungsstätten, Tierhaltern von landwirtschaftlichen Nutztieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen und von Personen, die Arzneimittel berufs- oder gewerbsmäßig bei Tieren anwenden, ohne Tierarzt zu sein (Tierheilpraktiker, Klauenpfleger, Schafscherer).

Derzeit werden im Stadtgebiet München etwa 230 tierärztliche Hausapotheken betrieben, die grundsätzlich alle zwei Jahre überprüft werden. Diese tierärztlichen Hausapotheken verteilen sich in erster Linie auf Praxen niedergelassener Tierärzte und auf wissenschaftliche Einrichtungen.

  • Kreisverwaltungsreferat (KVR)

    Hauptabteilung III
    Gewerbeangelegenheiten und Verbraucherschutz
    Abteilung III/4 Veterinärwesen
    Städtisches Veterinäramt

    Thalkirchner Straße 106

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