Artenschutz

Der Artenschutz reguliert den Zugriff, Besitz und Handel mit geschützten Tieren und Pflanzen.

Washingtoner Artenschutzabkommen von 1973

Krokodil

Der legale und illegale Handel mit geschützten Arten ist ein lukratives und boomendes Geschäft, da die Nachfrage ständig steigt. Große Gewinne werden erzielt. So kosten seltene geschützte Vogelarten zwischen 2.500 und 5.000 Euro, ein Kilogramm Elfenbein etwa 400 Euro und für seltene Vogeleier werden bis zu 5.000 Euro erzielt.

Helfen Sie mit, die Arten zu schützen, indem Sie keine Exemplare oder Gegenstände artengeschützter Tiere und Pflanzen kaufen!

Da viele Arten allein auf nationaler Ebene nicht erfolgreich geschützt werden können, haben sich viele Staaten - darunter auch die Bundesrepublik Deutschland - in internationalen Übereinkommen verpflichtet, den Handel mit gefährdeten Arten durch entsprechende Maßnahmen zu kontrollieren und den illegalen Handel wirksam zu bekämpfen. Rund 150 wichtige Handelsstaaten sind bis heute dem Washingtoner Artenschutzabkommen (WA) von 1973 (CITES) beigetreten und verpflichten sich damit, gegebenenfalls Handels- und Besitzbeschränkungen für gefährdete und vom Aussterben bedrohte Arten zu erlassen. Deutschland trat 1976 bei.

Das Besitzstreben nach seltenen artengeschützten Tieren hat oft einen psychologischen Hintergrund - sich mit fremden Federn schmücken zu wollen, sich abzugrenzen von den vielen anderen, etwas Besonderes zu sein, weil man etwas Besonderes besitzt. Dieses Besitzstreben setzt das Vermarktungskarussell in Gang und kann zum Aussterben der bedrohten Tiere führen.

Ausstellung einer EG-Bescheinigung (ehemals CITES)

Bundesnaturschutzgesetz

Nach § 42 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) unterliegen alle besonders geschützten Arten den Zugriffs-, Besitz- und Vermarktungsverboten (siehe Verbote).

Für die Vermarktung der in der EG-Verordnung 338/97 im Anhang A genannten Arten werden EG-Bescheinigungen benötigt. Weitere Informationen finden Sie im Wissenschaftlichen Informationssystem zum Internationalen Artenschutz.

Vermarktung bedeutet zu kaufen, zu verkaufen oder zu Verkaufszwecken vorrätig zu halten, anzubieten oder zu befördern, zu kommerziellen Zwecken zu kaufen, zum Kauf anzubieten, zu erwerben oder zur Schau zu stellen.

Diese EG-Bescheinigungen werden auf Antrag - nach Prüfung der rechtmäßigen Herkunft - von der Unteren Naturschutzbehörde ausgestellt.

Die EG-Bescheinigungen sind als Ausweis zu betrachten und sind beim Transport, der Weitergabe und beim Verkauf dem neuem Besitzer mitzugeben.

Bundesnaturschutzgesetz

Wissenschaftliches Informationssystem zum Internationalen Artenschutz

Häufige Fragen und Antworten

Die Hornisse ist mittlerweile in weiten Teilen Europas durch Lebensraumschwund und Verfolgung ausgestorben und stark bedroht. Deshalb und aufgrund ihrer Bedeutung für den Naturhaushalt ist sie nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Sie darf daher grundsätzlich nicht getötet und ihre Bauten dürfen nicht zerstört werden.

Sie haben ein Hornissennest am Haus oder in der unmittelbaren Umgebung?

Zuerst sollten Sie Panik vermeiden. Hornissen sind keine kleinen Monster, die Menschen ohne Grund angreifen. Gefährlich sind Hornissen eigentlich nur für andere Insekten wie Fliegen, Bremsen und Mücken.

Außerhalb des Nestbereiches (etwa vier Meter um den Nistplatz) weichen Hornissen Störungen grundsätzlich durch Flucht aus und sind nicht angriffslustig. Die geschützten, nützlichen Tiere greifen nur dann an, wenn sie sich bedroht fühlen und meinen, ihr Volk verteidigen zu müssen.

Vermeiden Sie deshalb jegliche Erschütterungen in der Nähe der Nester und halten Sie die Flugbahnen frei. Eventuellen Angriffen kann man sich entziehen, wenn man den Nestbereich umgehend verlässt.

Da Hornissen auch in der Dunkelheit auf der Jagd sind, sollten Sie jegliche Beleuchtungen in der Nähe eines Nestes zu vermeiden. Dies beeinträchtigt die Tiere in ihrer Orientierung. Auch sollten Sie die Fenster in der Nähe eines Nestes nachts geschlossen halten.

Ab Anfang Mai suchen die Hornissenköniginnen, die an frostsicheren Stellen überwintert haben, geeignete Plätze für den Nistbau ihres Volkes. Da es immer weniger dafür geeignete Baumhöhlen gibt, bauen sie gerne ihre Waben in Schuppen, Dachböden und Rollläden. Ihre Larven füttern sie mit frisch erbeuteten Insekten.

Im August wird es zunehmend aktiver in den Hornissennestern. Jungköniginnen und Männchen schlüpfen und sammeln sich dann an einem klaren Spätsommertag im September zum Hochzeitsflug. In dieser Zeit ist das Hornissenvolk am stärksten und man wird am ehesten auf die Tiere aufmerksam, die ungefähr doppelt so groß wie eine Wespe sind.

Mit den ersten Nachtfrösten im Spätherbst oder Winter geht das Hornissenvolk zugrunde. Nur die befruchteten Jungköniginnen überleben an frostsicherer Stelle.

Sollte sich ein Nest auf Ihrem Grundstück befinden, wägen Sie bitte sorgfältig ab, ob es nicht bis zum Absterben des Volkes im Herbst geduldet werden kann. Die leeren Nester können nach dem Absterben der Tiere ohne Gefahr entfernt werden. Sie kehren im nächsten Jahr auch nicht mehr an denselben Ort zurück.

Genehmigung zur Umsiedlung

Sollte aus besonderen Gründen (Allergie, dringliche Bauarbeiten oder anderes) ein Nest nicht an der ursprünglichen Stelle verbleiben können, kann es von Experten umgesiedelt werden. Dazu ist allerdings eine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde notwendig. Bitte verwenden Sie hierzu das nachfolgende Formular und schicken Sie es an die aufgedruckte Adresse.

Meldeformular Hornissen- und Wespennester

Sind Hornissen gefährlich?

Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung erreichen eine Vielzahl von Anfragen auf Beseitigung und Umsiedlung von Hornissennestern in Rollladenkästen, Dachstühlen, Gartenhäusern.

Dabei ist unsere größte soziale Faltenwespe völlig unbegründet als aggressiv und gefährlich verrufen und wird allzu oft verfolgt und deren einjähriger Bau zerstört. Aus diesem Grund informiert die Untere Naturschutzbehörde über den Umgang mit Hornissen.

Hornissen sind für die Natur aber auch für den Menschen sehr nützliche Tiere; die Arbeiterinnen erbeuten eine Vielzahl von „schädlichen“ Insekten wie Mücken, Fliegen, Wespen (ca. 500 Gramm pro Tag und Nest) und leisten damit einen deutlichen Beitrag zur Bekämpfung von Forst- und Gartenschädlingen. Noch vor etwa 30 Jahren waren Hornissen in Deutschland häufig, doch die Bestände sind eingebrochen und die Art vom Aussterben bedroht. Die Ursachen hierfür sind die Lebensraumzerstörung, Entnahme hohler Bäume, Pestizide und die Verfolgung aus oft unbegründeten Ängsten. Um das Überleben zu sichern, wurden Hornissen unter Schutz gestellt und ohne Genehmigung dürfen sie nicht getötet und ihre Nester zerstört werden. Da Hornissen außerhalb des Nestbereichs (ca. 3-4 Meter) eher scheu und fluchtbereit sind, besteht keine Gefahr grundlos angegriffen zu werden. Hornissen sind dämmerungsaktiv und lassen sich leicht durch ein Zimmerlampe irreleiten. Mit einem günstigen Fliegennetz für die Fenster können solche Konflikte im Vorfeld schon vermieden werden. Hornissen haben auch kein Interesse an süßen Nahrungsquellen und ein etwaiger Stich ist nicht gefährlicher oder giftiger als der einer Wespe oder Biene.

Gibt es eine Rabenkrähen- und Elsternplage?

Rabenvögel wie Elstern und Rabenkrähen haben im Allgemeinen einen schlechten Ruf.

Es wird oft behauptet, Rabenvögel - vor allem Elstern - seien zu einer Plage geworden. Aus wissenschaftlicher Sicht bestehen aber keine Anhaltspunkte für eine generelle, weiträumige Zunahme der Elstern oder anderer Rabenvögel. Nur regionale Zu- und Abnahmen der Bestände sind bekannt. Der Gesamtbestand in Mitteleuropa ist seit vielen Jahren konstant.

Das gehäufte Auftreten der Elster im Siedlungsbereich des Menschen ist darauf zurückzuführen, dass sich bei der Elster vielerorts eine Lebensraumverschiebung vollzogen hat. Die Elster als sehr anpassungsfähige und intelligente Tierart nutzt die besseren Bedingungen in der Nähe des Menschen aus, beispielsweise den besseren Schutz vor natürlichen Feinden (zum Beispiel Habicht oder Sperber) und die günstigeren Nahrungsbedingungen (Abfälle, Mülldeponien). 

Schlechter Ruf als Nesträuber?

Besonders die Tatsache, dass Rabenvögel, vor allem Elstern und Eichelhäher, Nester von Kleinvögeln plündern und deren Jungvögel fressen, macht sie bei vielen unbeliebt. Elster, Eichelhäher und Rabenkrähe sind jedoch Allesfresser. Ihre Hauptnahrung besteht aus Früchten, Beeren, Samen sowie Insekten und anderen wirbellosen Tieren. Der Anteil von Eiern und Jungvögeln beträgt maximal sieben Prozent. Der Bestand der übrigen Singvogelwelt ist hierdurch nicht gefährdet. Außerdem gibt es neben den Rabenvögeln auch noch andere Beutegreifer, die sehr häufig junge Vögel verzehren - Hauskatze, Marder, Eichhörnchen, Igel oder Spechte. Verluste an Gelegen und Jungvögeln werden durch die hohe Zahl an Nachkommen und eventuelle Nachgelege leicht ausgeglichen.

Artensterben allgemein wird oftmals durch den Menschen selbst verursacht.

Die Ursachen für den Rückgang der europäischen Vogelpopulationen sind in erster Linie Lebensraumzerstörung und Gifteinsatz, aber auch Verluste auf dem Zug und im Winterquartier.

Angriffe durch Rabenvögel

Rabenvögel sind intelligent und lernen schnell. Vom Menschen manchmal gefüttert und deshalb halb zahm, betteln sie auch so manchen Passanten an, der sich dadurch dann bedroht fühlen kann. Solche vom Menschen großgezogene (in München gibt es nach Schätzungen etwa 50 bis 100 von Menschen großgezogene Elstern) oder halbzahme Vögel schrecken auch nicht davor zurück, ins offene Fenster zu fliegen. Meist gibt es in der Nähe jemanden, der die Tiere füttert. Als Abwehr helfen gegebenenfalls Windräder oder andere bewegliche Körper. Am besten ist es jedoch, den Tierfreund darauf aufmerksam zu machen, dass eine Fütterung dieser Tiere nicht nötig ist, da dies für Anwohner zur Plage werden kann.

Im Sommer bekommen die Naturschutzbehörden und -verbände immer wieder Anfragen, dass sich Spaziergänger und Passanten durch Anflüge von Krähen an Hitchcocks Film "Die Vögel" erinnert fühlen. Es handelt sich hierbei um Scheinattacken, die zum Schutz der flügge gewordenen Jungtiere geflogen werden und bei denen der Mensch in der Regel nicht berührt und verletzt wird. Die Jungtiere kann man dabei oft gar nicht mehr so leicht von den Alttieren unterscheiden. Unterscheidungsmerkmale sind: Sie fliegen schlechter und werden noch von den Alttieren gefüttert.

Rabenkrähen bauen ihre Nester oft schon im Winter und brüten ab Mitte März. Ab Anfang Mai bis Mitte Juni (plus / minus eine Woche) werden die Jungen flügge. Zu diesen Angriffen kann es kommen, wenn man sich dem Jungtier unwissentlich zu sehr nähert. Die Devise sollte sein: sich möglichst schnell entfernen!

Lästige Insektenjäger

Wespen und Hornissen sind als Insektenjäger für die natürliche Bekämpfung von Schädlingen von Bedeutung. So verfüttert beispielsweise ein starkes Hornissenvolk täglich bis zu 500 Gramm Insekten an seine Larven - vor allem Fliegen, aber auch Schnaken, Mücken und Raupen. Dies entspricht etwa der Tagesleistung von fünf bis sechs Meisenfamilien.

Deutsche Wespe

Ihren schlechten Ruf haben die rund 500 Wespenarten Mitteleuropas gerade einmal zwei ihrer Vertreter zu verdanken: der Deutschen Wespe und der Gemeinen Wespe. Grund ist deren Vorliebe für zuckerhaltige Ernährung. Man trifft sie daher im Spätsommer vermehrt in Bäckereien, an Kaffeetafeln oder auf Fallobst an. Die meisten anderen Wespenarten gehen weder an Süßes noch Fleisch - sie werden also nicht "lästig".

Meldeformular für Hornissen- und Wespennester

Ein paar Tipps zum richtigen Verhalten im Freien

Wenn Sie Folgendes beachten, kann nichts Schlimmes passieren:

  • Im Freien sollte man nicht aus einem Glas trinken, ohne vorher hineingeschaut zu haben.
  • Trinkgläser mit süßen und alkoholischen Getränken sollten immer abgedeckt werden.
  • Trinken Sie aus Dosen nur mit Strohhalm.
  • Marmeladengläser bitte nach Gebrauch schließen und Wurst und Käse unter eine Abdeckung legen.
  • Lassen Sie Ihre kleinen Kinder nicht unkontrolliert süße Säfte trinken. Die süßen Düfte aus den Mündern der Kinder ziehen die Hornissen und Wespen an und provozieren Stiche in den Mundbereich.

Als Abwehrmittel wird gern Nelkenöl empfohlen.

Mehr zu Hummeln, Wespen, Hornissen und anderen Vertretern aus der großen Ordnung der Hymenoptera, der Hautflügler, finden Sie auf der Internetseite der Liesborner Imkerei. Dort wird auch eine bundesweite Datenbank von Fachleuten angeboten, die Umsiedlungen vornehmen.

Die Münchner Berufsfeuerwehr ist nur bei akuten Gefahren zuständig! Die Genehmigung zur Entfernung der Bauten dieser geschützten Tiere muss vorher schriftlich bei der Unteren Naturschutzbehörde eingeholt werden. Bitte verwenden Sie hierzu das nachfolgende Formular und schicken Sie es an die aufgedruckte Adresse.

Meldeformular Hornissen- und Wespennester

Ähnliche Artikel

This is a carousel with rotating cards. Use the previous and next buttons to navigate, and Enter to activate cards.

Wildtiere in Not

Eichhörnchen, Jungvögel, Igel und Co – was tun, wenn Sie in der Stadt ein verletztes Wildtier finden?

Tierschutz

Amtstierärztliche Aufgabe ist es, die Gesundheit von Tieren zu schützen und zu fördern.