Infos zu Gebäudeschäden durch Grundwasser
Hier finden Sie Infos rund um Wasserschäden an Gebäuden und wie Sie diese Vorbeugen können.
Allgemeines zu Wasserschäden an Gebäuden in München
In der Stadt München gibt es mehrere Stadtteile, die einen natürlich hohen Grundwasserspiegel haben. Bei Starkregen, langanhaltendem Regen oder Schneeschmelze kann dieser zu feuchten Kellern führen.
Besonders betroffen sind Gebiete im Münchner Nordwesten (Aubing, Lochhausen, Langwied), Norden (Moosach, Feldmoching, Fasanerie, Freimann), Nordosten (Johanneskirchen, Riem, Moosfeld), in Isarnähe (Au, Herzogpark, Untergiesing, Thalkirchen) und in der Innenstadt (Schwabing, Maxvorstadt, Sendling).
- Übersichtskarte zu besonders betroffenen Gebieten
Es wird unterschieden, ob das Wasser an der Oberfläche oder im Kellerbereich ins Haus gelangt:
Wassereintritt an der Oberfläche erfolgt meist durch Hochwasser oder durch Oberflächenabfluss von Regenwasser.
Unter der Oberfläche kann Wasser aufgrund von Grundhochwasser, hohen Grundwasserständen oder durch aufstauendes Sickerwasser in den Keller gelangen.
Schadensarten in Kellern
Schäden in Kellern von Gebäuden können durch folgende Möglichkeiten verursacht werden:
- Eindringen von Grundwasser durch Kellerwände/-sohle
- Aufsteigendes Kapillarwasser in der Wand
- Eindringen von Rückstauwasser durch die Kanalisation
- Eindringen von Grundwasser durch undichte Fugen oder Hausanschlüsse, die in der Regel nicht druckwasserdicht in das Mauerwerk eingebettet sind (Rohrwege, Kabel, etc.)
- Eindringen von Oberflächenwasser durch Tür-/Fensteröffnungen, Lichtschächte oder tiefliegende Garagen
- Wassereintritt durch undichte Rohrführungen (Strom, Gas, Öl, Abwasser)
- Bei Starkregen, besonders bei verstopften Dachrinnen und Fallrohren, schießt das Wasser über die Dachrinnen hinweg, läuft an den Hauswänden herunter und gelangt so in empfindliche Bereiche und Gebäudeöffnungen.
Hinweis: Eindringendes Wasser im Keller kann viele Gefahren bergen. Es kann zu Kurzschlüssen kommen und in Kellerräumen besteht die Gefahr, dass Fluchtwege durch den hohen Wasserdruck versperrt werden.
Verantwortung und Haftung bei Wasserschäden
Grundsätzlich sind Grundstückseigentümer*innen dafür verantwortlich, ihr Gebäude vor eindringendem Wasser zu schützen und tragen die Haftung für entstehende Schäden.
Eine abgeschlossene Elementarschadenversicherung kann Immobilienbesitzer*innen vor den Folgen von Wetterextremen schützen.
Schäden, die durch Starkregen, Hochwasser oder Rückstau entstanden sind, sind in der Regel gedeckt, wenn Wasser oberirdisch steht oder fließt.
Schäden durch aufsteigendes Grundwasser sind jedoch nicht versichert, also wenn an der Oberfläche kein Wasser sichtbar ist, der Keller aber dennoch feucht ist.
Drückendes Grundwasser gilt als „höhere Gewalt“. Der Schutz vor Schäden durch Grundwasser liegt in der Eigenverantwortung der Eigentümer*innen. Es ist Aufgabe der Eigentümer*innen, ihre Gebäude gegen drückendes Grundwasser ausreichend abzudichten.
Dabei ist gemäß DIN 18533 von 2017 der amtliche Höchstgrundwasserstand (in München HW1940) plus 30 Zentimeter Sicherheitszuschlag bei der Planung zu berücksichtigen. Bereits seit 1932 wurde durch Vorgängerregelungen (DIN 4031, DIN 18195) eine entsprechende Abdichtung von Gebäuden vorgesehen. Das dauerhafte Absenken von Grundwasser durch Pumpen ist wasserrechtlich nicht genehmigungsfähig. Das Abpumpen von Grundwasser ist nur sinnvoll, wenn die Grundwasserstände wieder gefallen sind, da sonst Auftriebskräfte das Gebäude beschädigen können.
Information und Beratung für Betroffene
Das Bauzentrum München ist das Informations- und Beratungszentrum des Referats für Klima- und Umweltschutz. Es behandelt unter anderem Themen rund um Klimaanpassung. Dazu gehören: Begrünung von Dächern und Fassaden und Maßnahmen gegen Starkregen und Überflutungen (Dachabdichtung und Entwässerungssysteme).
Das Beratungsangebot für Bürger*innen umfasst eine kostenlose, halbstündige Beratung zu „Gebäude-Entwässerung“ (Kanal, Abwasser, Regenwasser) und einen kostenpflichtigen, 60-minütigen „Gebäude-Entwässerungs-Check“ vor Ort.
Termine können montags bis freitags unter 089 233-77 4000 oder per E-Mail an bauzentrum@muenchen.de vereinbart werden.
Informationen zum Grundwasserstand
Informationsmöglichkeiten für Bürger*innen zum Grundwasserstand in der Stadt München:
- Übersicht über Gebiete, mit möglichen hohen Grundwasserständen.
- Die Stadt München betreut viele Grundwassermessstellen. Diese Daten können kostenpflichtig über die Grundwasserauskunft des Referates für Klima- und Umweltschutz abgerufen werden, inklusive einer fachlichen Beurteilung zur Grundwassersituation.
- In Gebieten mit Hochwassergefahr (vor allem im Norden, Nordwesten und Nordosten Münchens) können die aktuellen Grundwasserstände (14-tägige Messungen) digital abgerufen werden, um die Situation schnell zu überblicken.
- Weitere Grundwasserdaten (tägliche Messwerte) können über den Gewässerkundlichen Dienst Bayern abgerufen werden.
- Stündliche Grundwasserdaten einzelner Messstellen bietet der Hochwassernachrichten Dienst Bayern:
- Informationen zum höchsten Grundwasserstand (HW1940) können online beantragt werden.
Hinweise zu Wasser im Keller
Bei plötzlichem Wasser- oder Oberflächenwasser-Eintritt können Keller tödliche Fallen werden.
Durch die Auftriebskräfte besteht die Gefahr, dass zu starkes Abpumpen Schäden am Gebäude verursacht. Es ist wichtig, das Wasser im Keller nach einem Hochwasser oder Grundwassereintritt nicht sofort abzupumpen, da das das Gebäude schaden kann. Stattdessen sollte zuerst der Grundwasserstand sinken und eine Fachmeinung eingeholt werden, bevor mit dem Abpumpen begonnen wird.
Es ist ratsam, sich über die Grundwasserstände in München zu informieren und vorsorgende Maßnahmen (Abdichtungen oder Drainagen) zu treffen, um zukünftigen Wassereintritt zu verhindern.
Hinweise zum Gebäudeschutz
Zum Gebäudeschutz stehen den Bürger*innen folgende Informationen zur Verfügung:
- Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung: Leitfaden Starkregen – Objektschutz und bauliche Vorsorge
- Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung: Starkregeneinflüsse auf die bauliche Infrastruktur
- Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen: Hochwasserschutzfibel – Objektschutz und bauliche Vorsorge
Kontakt
Für Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich gerne an grundwasser.rku@muenchen.de.
Weitere Informationen zum Umgang mit hohen Grundwasserständen, rechtlichen Aspekten und der langfristigen Entwicklung der Grundwasserstände finden Sie in der Sitzungsvorlage des Münchner Stadtrats „Umgang mit hohen Grundwasserständen“.