Stark von Anfang an: Präventionsprojekt Papilio in Münchner Kitas
Mit dem Präventionsprojekt Papilio stärkt die Landeshauptstadt München gezielt die psychosoziale Gesundheit von Kindern im frühen Alter.
Das Präventionsprojekt Papilio
Das evidenzbasierte Präventionsprogramm richtet sich an Kinder von 0 bis 9 Jahren in Kindertageseinrichtungen sowie an pädagogische Fachkräfte und Eltern. Ziel ist es, Kinder frühzeitig in ihrer sozial-emotionalen Entwicklung zu unterstützen und Schutzfaktoren wie Resilienz und soziale Kompetenz nachhaltig zu stärken.
Mit Papilio wird frühzeitig ein Beitrag zur Prävention von Sucht- und Gewaltverhalten gelegt. Kinder lernen spielerisch, eigene und fremde Gefühle wahrzunehmen und zu benennen, sowie Konflikte gewaltfrei zu lösen.
Das Programm umfasst altersgerechte Module für verschiedene Entwicklungsphasen:
- Papilio U3 richtet sich an Kinder unter 3 Jahren
- Papilio U3 bis 6 stärkt im Kindergartenalter
- Papilio 6 bis 9 begleitet Kinder im Grundschul- und Hortalter
Durch die Umsetzung im Setting Kita werden alle Kinder erreicht – unabhängig von Herkunft oder sozialem Hintergrund. Damit trägt das Projekt besonders zur gesundheitlichen Chancengleichheit bei. Parallel werden pädagogische Fachkräfte qualifiziert und in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt. Auch Eltern profitieren durch Angebote zur Förderung ihrer Erziehungskompetenz.
Papilio in München
Papilio wird zunächst in städtischen Einrichtungen der Landeshauptstadt München im Rahmen eines Pilotprojekts umgesetzt.
Projektleitung und Projektkoordination liegen beim Gesundheitsreferat, Abteilung Stadtteilgesundheit. Enger Kooperationspartner ist das Referat für Bildung und Sport mit Schnittstellen zu den beteiligten Kitas. Das Projekt wird von der BARMER für zwei Jahre gefördert. Zusätzlich unterstützt die Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention. Projektträger ist die Papilio gGmbH, die das Programm entwickelt hat und die pädagogischen Fach- und Ergänzungskräfte der teilnehmenden Einrichtungen schult. Ergänzend bestehen Kooperationen mit dem Münchner Programm zur Suchtprävention (muenchner-suchtpraevention.de).
Der Pilotzeitraum (September 2025 bis August 2027) ist zweiphasig angelegt: Zunächst werden bis zu 60 pädagogische Fachkräfte aus rund 30 Kitas in den Modulen Papilio U3, 3 bis 6 und 6 bis 9 geschult. Parallel werden acht städtische Fachkräfte zu Papilio-Trainer*innen qualifiziert. Ziel ist der Aufbau eines städtischen Trainerinnen-Pools am Referat für Bildung und Sport, um das Programm langfristig in der Münchner Kita-Landschaft zu verankern.
Modellregionen - Für das Pilotprojekt wurden Stadtbezirke mit einem hohen Anteil an Einrichtungen mit Standortfaktor ausgewählt. Das sind Einrichtungen, die Plätze überwiegend an Kinder vergebenen, die aus belastet definierten Stadtbezirksvierteln mit ungünstigen Rahmenbedingungen stammen. In den beiden folgenden Modellregionen startet Papilio in München:
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Modellregion Ost: Berg am Laim, Trudering-Riem, Ramersdorf-Perlach
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Modellregion West: Aubing-Lochhausen-Langwied
Aktuelles
Am 5. Februar 2026 fand im Haus für Kinder am Platz der Menschenrechte 7 der offizielle Auftakt des Modellprojekts statt. Die dritte Bürgermeisterin Verena Dietl eröffnete die Veranstaltung gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Gesundheitsreferats (GSR), des Referats für Bildung und Sport (RBS), der Papilio gGmbH sowie der BARMER.
Der erste Schulungsblock Papilio U3 startete bereits im Januar 2026 und markiert den Beginn der zweijährigen Pilotphase. Die Teilnehmenden erwerben in dem ersten Schulungstagen Fachwissen und praxisnahe Handlungskompetenzen, um durch bindungs- und feinfühligkeitsorientiertes Handeln sowie entwicklungsorientierte Prävention die sozial-emotionalen Kompetenzen und das individuelle Temperament von Kindern unter drei Jahren im Kita-Alltag gezielt zu stärken.
Projektförderung
Das Projekt wird im Rahmen der Projektförderung nach §20a SGB V von der BARMER gefördert.