Kooperative Ganztagsbildung in München

Die Kooperative Ganztagsbildung ist ein neues Ganztagsmodell für Grundschulkinder. Somit wird der Ganztag sukzessive ausgebaut.

Über die Kooperative Ganztagsbildung

Grundschulkinder im kooperativen Ganztag
Referat für Bildung und Sport / Tobias Hase

Münchner Schulkinder sollen sukzessive eine Garantie für eine Ganztagsbetreuung an ihrer Grundschule erhalten. Dies ist das Ergebnis eines neuen Modells, das die Stadt München zusammen mit dem Sozial- und Kultusministerium entwickelt hat: Die Kooperative Ganztagsbildung. Das Modell bietet im Anschluss an den Unterricht und in den Ferien Betreuungszeiten bis 18 Uhr an. Die Kooperative Ganztagsbildung ist mit Ganztagsklassen und dem klassischen Vormittagsunterricht kombinierbar.

Eltern erhalten bei diesem Modell bereits am Tag der Schulanmeldung eine Garantie für einen Betreuungsplatz an ihrer Sprengelschule. Das Angebot kann individuell angepasst werden: Sei es ganztägig oder zum Beispiel nur von Montag bis Freitag bis 14 oder 15 Uhr. Auch eine Ferienbetreuung wird angeboten, ganz nach dem Bedarf der jeweiligen Familien.

Wie genau sieht das Modell aus?

Die Teilnahme an der Kooperativen Ganztagsbildung ist freiwillig. Die Eltern können sich zwischen zwei Varianten entscheiden:

  • Flexible Variante:
    Die flexible Variante wird mit dem Vormittagsunterricht kombiniert. Sie bietet bis maximal 18 Uhr (auch in den Ferien) die Betreuung in klassenübergreifenden Gruppen inklusive Mittagsverpflegung, Hausaufgabenbetreuung sowie vielfältige pädagogische Angebote.
  • Rhythmisierte Variante:
    Die rhythmisierte Variante wird mit dem Unterricht in der Ganztagsklasse kombiniert. Sie bietet ebenso wie die flexible Variante eine Betreuung bis maximal 18 Uhr (auch in den Ferien). Wie lange und an welchen Tagen das Kind betreut wird, können die Eltern frei wählen. Sie legen dies zu Schuljahresbeginn fest.

Welche Gebühren fallen für die Eltern an?

Neben den Kosten für das Mittagessen fallen Elternbeiträge für die zusätzlich nach Unterrichtsende gebuchten Zeiten an. Die Höhe der Gebühren richtet sich nach dem Einkommen der Eltern und der gebuchten Betreuungszeit. Bei der rhythmisierten Variante sind die Elterngebühren geringer, da sich im Anschluss an die längere Unterrichtszeit geringere Betreuungszeiten ergeben. Der Besuch des Unterrichts allein in den rhythmisierten Ganztagsklassen ist wie bisher kostenfrei. Eltern mit Einkünften unter 50.000 Euro im Jahr müssen keine Gebühren zahlen.

  • bis 10 Stunden: 47 Euro
  • bis 15 Stunden: 49 Euro
  • bis 25 Stunden: 53 Euro
  • über 25 Stunden: 55 Euro

  • bis 10 Stunden: 61 Euro
  • bis 15 Stunden: 64 Euro
  • bis 25 Stunden: 77 Euro
  • über 25 Stunden: 79 Euro

  • bis 10 Stunden: 75 Euro
  • bis 15 Stunden: 81 Euro
  • bis 25 Stunden: 95 Euro
  • über 25 Stunden: 106 Euro

  • bis 10 Stunden: 86 Euro
  • bis 15 Stunden: 93 Euro
  • bis 25 Stunden: 109 Euro
  • über 25 Stunden: 121 Euro

Wie wird das organisatorisch umgesetzt?

Viele Eltern wünschen sich eine Betreuung nach dem Unterricht und in den Schulferien - und das auf hohem pädagogischem Niveau. Bei den Ganztagsklassen vermissen die Eltern bislang vor allem eine Ferienbetreuung und eine Betreuung am Freitagnachmittag. Die Kooperative Ganztagsbildung gibt den Eltern die Garantie, dass ihr Kind einen Platz erhält. Wie lange das Kind nach dem Unterricht betreut werden soll, kann ganz individuell von den Eltern gewählt werden.

Die Kooperative Ganztagsbildung vereint die Vorteile aller bisherigen Betreuungsangebote für Grundschulkinder: Die pädagogische Qualität der Horte und Tagesheime mit der zeitlichen Flexibilität der Mittagsbetreuungen.

Die Schule setzt die Kooperative Ganztagsbildung mit einem Kooperationspartner um. Ganztagskooperationspartner und Schule bilden eine gemeinsame Bildungs- und Erziehungspartnerschaft. Wichtiges Element des Modells ist es, dass sich die Schule nicht mehr mit unterschiedlichen Ganztagsträgern abstimmen muss, sondern mit einem Partner, der das ganze Angebotsspektrum abbildet, den Ganztag partnerschaftlich umsetzt. Schulleitung und Lehrkräftekollegium steht damit ein Ansprechpartner zur Verfügung, mit dem eine intensive Zusammenarbeit aufgebaut werden kann.

Auch die Eltern profitieren von dieser schlanken Struktur: Mehrfachanmeldungen bei verschiedenen Einrichtungen sind nicht mehr notwendig.

Welche Standorte gibt es?

Das Bildungs- und Betreuungsmodell gibt es in München seit dem Schuljahr 2018/19. Jährlich eröffnen weitere Grundschulen eine Kooperative Ganztagsbildung. Seit dem Schuljahr 2021/22 wird die Kooperative Ganztagsbildung an insgesamt 20 Grundschulen angeboten. Die konkreten Standorte finden Sie in der Einrichtungssuche und der Übersicht.

Trägerauswahlverfahren für Standorte 2023/24

Die Informationen zum Trägerauswahlverfahren finden Sie im unten stehenden Link.

Statements

„Mit der Kooperativen Ganztagsbildung schlagen wir in München ein neues Kapitel bei der Bildung und Betreuung von Grundschulkindern auf. Das neuartige Modell stimmt die verschiedenen Betreuungsangebote aufeinander ab und vereint so den Bildungsanspruch des gebundenen Ganztags, die Flexibilität der Mittagsbetreuung und den Qualitätsanspruch sowie die Betreuungszeiten der Horte und Tagesheime. Mit der bedarfsgerechten Platzgarantie helfen wir den Eltern zudem, das passende Betreuungsmodell für ihr Kind zu finden. Wir hoffen daher auf einen guten Start. Das neue Modell kann ein echter Gewinn für die Münchner Eltern sein.“

„Das Modell der Kooperativen Ganztagsbildung ermöglicht eine enge Kooperation zwischen Lehr- und Erziehungskräften. So können beide Professionen das Beste bewirken zum Wohl der Kinder. Ich hoffe, dass das Angebot gut angenommen wird und wir die Kooperative Ganztagsbildung bald an vielen Münchner Schulen anbieten können. Der rhythmisierte Ganztag wird durch das Modell attraktiver wegen der Ergänzung der Betreuungszeiten. Hervorheben möchte ich die gute Zusammenarbeit der beteiligten Akteure."