Innenstadtkonzept für München
Das Innenstadtkonzept vereint umfassende, fachübergreifende Strategien für eine nachhaltige und koordinierte Weiterentwicklung unserer Innenstadt.
Wandel gestalten
Münchens Zentrum ist ein Ort des Wandels, beeinflusst von vielfältigen Entwicklungsdynamiken. Welche Ziele, Strategien und Maßnahmen braucht es, um die Innenstadt zukunftsorientiert zu gestalten? Wie können und wie sollen die Kernquartiere Münchens gestärkt, ihr einzigartiger Charme und Charakter dabei bewahrt werden – und welche Rolle spielen dabei Klima, soziale Aspekte, öffentlicher Raum, Kultur, Mobilität, Städtebau, sowie Wirtschaft, Handel und Tourismus? Um Antworten auf diese wichtigen Zukunftsfragen zu geben, wurde das bestehende Innenstadtkonzept im Sinne des integrierten Handlungsraumansatzes weiterentwickelt sowie thematisch und räumlich erweitert.
Das Innenstadtkonzept ist sowohl ein informelles Planungsinstrument als auch ein strategischer Leitfaden, um die Innenstadt auf kommende Herausforderungen vorzubereiten und sie als pulsierendes Zentrum Münchens weiterzuentwickeln.
Die Innenstadt wird in diesem Konzept als ein fließender, an den Rändern nicht streng abgegrenzter Raum betrachtet, der neben der Altstadt auch angrenzende Viertel und bedeutende Bereiche wie den Hauptbahnhof, das Kunstareal, Universitäten, den Englischen Garten und die Isar umfasst. Außerdem gibt es Verbindungen bis über die Isar hinaus nach Haidhausen. Das Kreativquartier und das Großmarktareal zählen zwar nicht direkt zum Untersuchungsgebiet, sind aber als eigenständige Bereiche mit starker Identität und eigenem Nutzungsfokus als Verflechtungsbereiche einbezogen, da sie aufgrund ihrer Nähe Synergien schaffen.
Münchner Handlungsraumansatz
Das Innenstadtkonzept ist Teil des Münchner Handlungsraumansatzes. Die Handlungsräume sind Gebiete in der Stadt, die eine herausragende Entwicklungsdynamik aufweisen und einer besonderen stadtplanerischen Aufmerksamkeit bedürfen. Der Ansatz beruht auf den Leitlinien der Stadtentwicklungskonzeption „Perspektive München" und überträgt die übergeordneten Ziele für die Münchner Stadtentwicklung auf konkrete Räume und Projekte in der Stadt.
Unter dem Motto „Innenstadt weiterdenken“ wurde das Konzept vom Referat für Stadtplanung und Bauordnung gemeinsam mit Münchner*innen und Akteuren aus Stadtgesellschaft, Politik und Verwaltung ab 2022 erarbeitet. Es enthält eine Vision sowie Ziele, Umsetzungsstrategien und Maßnahmenvorschläge für eine zukunftsgerechte, lebendige, nachhaltige, resiliente, ökonomische und sozial gerechte Entwicklung der Innenstadt.
Es dient als Leitbild und Grundlage für Politik und Verwaltung, Akteur*innen aller Gesellschaftsgruppen und Branchen, Immobilienbesitzer*innen und die Bevölkerung, die durch Information und aktive Kommunikation in den Entwicklungsprozess einbezogen werden.
Das Konzept umfasst alle wichtigen Themenfelder der Stadtentwicklungsplanung und soll ein Wegweiser für die nächsten 20 Jahre sein.
Ziele und Strategien
Offen für Neues, aber behutsam – Qualitäten und Identitäten der Quartiere werden bewahrt
- sozial, vielfältig und lebendig
- demokratisch
- wirtschaftlich wertschöpfend
- klimaneutral und klimanagepasst (grün und kühl)
- eine authentische lokale Identität
- eine starke Wirtschaft
- bezahlbare Wohnraumangebote
- vielfältige Möglichkeiten, nachhaltige Mobilität zu fördern
- keine Barrieren
- eine lückenlose Freiraumvernetzung
- abwechslungsreiche Grün- und Freiräume
- Aufenthaltsorte für alle
- multifunktionale Räume
- einen innovativen Umgang mit Bestandsgebäuden
- Raum für Nachverdichtung
- Nutzungsmischungen
- Dritte Orte
- Wohnen
- Schutz von Mieter*innen (Erhaltungssatzungen)
- Einzelhandel und Dienstleitung
- Wirtschaft und Arbeit
- Kultur- und Kreativwirtschaft
- (urbane) Produktion
- Bildung
- Innovation, Forschung und Wissenschaft
- Kunst und (alternative) Kulturangebote
- Nachtkultur und Treffpunkte
- gastfreundlichen Tourismus und Gastronomie
Strategiefelder
Um die verschiedenen Themen übersichtlich darzustellen, sie integriert zu betrachten und die Zielsetzungen zu erreichen, wurden vier Strategiefelder gebildet.
Wesentlich sind klimatische, ökologische sowie soziale und ökonomische Aspekte: Die Stadtentwicklung in der Innenstadt wird strategisch auf Klimaanpassung und Klimaneutralität ausgerichtet, wobei besonders auf Verbesserung der Grünausstattung, nachhaltige Innenentwicklung und den Erhalt der bestehenden Bausubstanz geachtet wird.
Fokussiert sich auf die Schaffung eines barrierefreien und sicheren öffentlichen Raums, der eine hohe Lebensqualität für alle Bewohner*innen und Besucher*innen bietet. Dabei spielt die Neuverteilung des öffentlichen Raumes eine große Rolle, um öffentlich zugängliche Bereiche multifunktional zu nutzen, Klimaanpassungsmaßnahmen umzusetzen und gleichzeitig eine nachhaltige Mobilität mit Integration des Wirtschaftsverkehrs (Laden, Liefern, Leisten) zu ermöglichen.
Hier steht die Förderung einer anpassungsfähigen Nutzungsmischung im Mittelpunkt. Dazu gehört, Einzelhandel, Gastronomie sowie die Kultur- und Kreativwirtschaft zu stärken. Es werden flexible Nutzungsmöglichkeiten entwickelt, die eine Mischung von Wohnen, Arbeiten und Freizeit, Erholung und Aufenthalt ermöglichen sowie Kleingewerbe und handwerkliche Betriebe in das städtische Leben integrieren.
Ein weiteres Ziel ist, die Innenstadt als Zentrum für Bildung, Wissenschaft und Forschung zu integrieren und dabei die Sichtbarkeit und Zugänglichkeit von Bildungsangeboten zu erhöhen. Darüber hinaus wird die Nachtkultur als wichtiger Bestandteil des urbanen Lebens gestärkt und nachhaltig entwickelt.
Digitalisierung mit digitaler Infrastruktur und regionale und internationale Vernetzung, sind Querschnittsthemen. Sie spielen eine bedeutende Rolle für die Zukunftsfähigkeit der Innenstadt und sind jeweils in den anderen drei Strategiefeldern integriert.
Von der Strategie zur Umsetzung
Das integrierte Handlungsraumkonzept für die Münchner Innenstadt setzt Ziele und Strategien für eine lebendige, nachhaltige, resiliente, ökonomische und sozial gerechte Entwicklung. Es dient als Leitbild und Grundlage für Politik und Verwaltung, Akteur*innen aller Gesellschaftsgruppen und Branchen, Immobilienbesitzer*innen und die Bevölkerung, die durch Information und aktive Kommunikation in den Entwicklungsprozess einbezogen werden.
Die Umsetzungsstrategie besteht aus den im Konzept erarbeiteten Transformationsräumen und dem Innenstadtmanagement und beschreibt, wie es gelingen kann, die Ziele des Innenstadtkonzeptes zu erreichen.
Ein wichtiges Instrument des Innenstadtkonzeptes ist der Innenstadtentwicklungsplan. Er legt Ziele fest und gibt eine fachlich fundierte Orientierung für die räumliche Entwicklung. So hilft er dabei, die Entwicklung der Innenstadt langfristig zu steuern und Lösungen auf aktuelle Herausforderungen zu finden.
Transformationsräume in der Innenstadt
Transformationsräume sind Bereiche in der Innenstadt, in denen bereits heute Veränderungen stattfinden oder in Zukunft zu erwarten sind. Die dortigen Entwicklungen können oft auch Auswirkungen auf die umliegenden Räume haben. Insbesondere an diesen Stellen ist es nötig, den Wandel aktiv zu steuern, damit Entwicklungsprozesse zukunftsfähig und gemeinwohlorientiert verlaufen.
Das sind die Transformationsräume
Transformationsräume bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung der Innenstadt und sind eng miteinander vernetzt.
Die Altstadt ist das Zentrum des kulturellen Lebens in München, sie ist gekennzeichnet durch eine historisch gewachsene Struktur mit teils sehr dichter Bebauung, die von verwinkelten Gassen und Passagen durchzogen ist. Gleichzeitig ist sie geprägt von ständigen Veränderungsprozessen.
Die Bereiche der Fußgängerzone Neuhauser Straße und Kaufingerstraße mit dem Marienplatz und Marienhof sind stark frequentiert und sowohl für den Handel als auch für den Tourismus von hoher Bedeutung. Dieser Teil der Altstadt ist durch den Einfluss des Online-Handels auf die Geschäftslagen und die fortschreitende Immobilienentwicklung einem starken Wandel ausgesetzt.
Zudem wirken sich gerade in der dicht bebauten Altstadt der Wärmeinseleffekt und der Klimawandel mit zunehmender Hitzebelastung deutlich aus – gerade hier ist die Anpassung an die Folgen des Klimawandels eine wichtige Aufgabe.
Behutsam begleitete Veränderungsprozesse in der Altstadt bieten die Chance für eine stärkere Nutzungsmischung, für neue, innovative Angebote in den Bereichen Arbeiten, Freizeit, Tourismus und Nachtkultur sowie Kultur und Bildung. Im Maßnahmenplan des Freiraumquartierskonzeptes Innenstadt, im Gutachten „Integration klimaresilienter Freiraumstrukturen in die Altstadt“ und mit dem Konzept „Altstadt für alle“ wurden Maßnahmen für die Altstadt identifiziert, um die Altstadt lebenswerter und zugleich zukunftsfähig zu gestalten.
Wichtige Bereiche sind hier beispielsweise der Georg-Kronawitter-Platz, die Umgestaltung des Tals oder der Max-Joseph-Platz.
Der Münchner Hauptbahnhof ist die zentrale Mobilitätsdrehscheibe der Stadt, geprägt durch ein starkes Pendleraufkommen und internationalen Verkehr. Rund 450.000 Fahrgäste nutzen ihn täglich. Seit 2019 wird der Bahnhof umfassend renoviert und neugestaltet. Im Zuge des Umbaus auf dieser Großbaustelle erhält auch der Bahnhofsvorplatz ein neues Erscheinungsbild.
Das Umfeld des Hauptbahnhofes ist zum einen die direkte Verbindung in die Fußgängerzone der Altstadt über den Bahnhofsplatz Richtung Stachus. Außerdem sind das Südliche Bahnhofsviertel im Stadtteil Ludwigsvorstadt sowie die nördlich gelegenen Bereiche mit Verbindung zum Kunstareal im Stadtbezirk Maxvorstadt Bestandteile des Transformationsraums.
In Zeiten des Umbaus rund um den neuen Münchner Hauptbahnhof soll im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA-M) das Projekt „Lebendiges Hauptbahnhof-Umfeld“ zur Attraktivität und Belebung beitragen.
Das Südliche Bahnhofsviertel liegt mit seiner direkten Nachbarschaft zum Hauptbahnhof gleichsam im westlichen Zentrumsbereich Münchens und ist geprägt von einem bunten Miteinander verschiedenster Nutzungen, Branchen und Bevölkerungsgruppen. Weil es dort besondere Herausforderungen zu vielfältigen Themen gibt, hat das Referat für Stadtplanung und Bauordnung bereits 2016 eine Konzeptstudie erstellen lassen.
Der Altstadtring ist Übergangsraum von der Vorstadt in die Altstadt und verbindet zentrale städtische Achsen und Knotenpunkte der Münchner Innenstadt. Er durchschneidet mehrere Plätze – Karlsplatz, Sendlinger-Tor-Platz, Isartorplatz, Lenbachplatz. Seit dem autogerechten Ausbau in den 1960er und 1970er Jahren erweist sich der Altstadtring dabei teilweise als Barriere. Aufgrund seiner Größe besteht entlang des Altstadtrings – auch im Zuge der angestrebten Mobilitätswende – großes Potenzial für einen Neugestaltung. Im Blickfeld stehen dabei Entsiegelungsmaßnahmen, die Förderung des Fuß- und Radverkehrs sowie Klimaanpassungslösungen, die mit Begrünung des öffentlichen Raums auch mehr Aufenthaltsqualität erzeugen.
Als Teil des Innenstadtkonzepts wird auch der Altstadtring als wichtige Entwicklungssphäre identifiziert. Hier verbindet sich das Innenstadtkonzept mit dem Freiraumquartierskonzept Innenstadt, die Fokusräume „Boulevard Sonnenstraße“ und die Grünfläche an der Herzog-Wilhelm-Straße wurden bereits planerisch unter die Lupe genommen.
Das Kunstareal mit seinen zahlreichen Museen, Galerien, Hochschulen und Kulturinstitutionen präsentiert sich als attraktive Verbindung von Kunst, Kultur und Wissen. Die charakteristische Rasterstruktur der Maxvorstadt mit großzügigen Freiräumen und dichter Wohnbebauung haben eine hohe städtebauliche Qualität. Diese lebendige Struktur erstreckt sich bis zum Universitätsviertel, welches durch die Ludwigstraße und die Ludwig-Maximilians-Universität mit ihren verschiedenen Einrichtungen und Gebäuden den repräsentativen Charakter des Stadtbildes prägen.
Der Ideenwettbewerb „Open Kunstareal“ zielte darauf ab, die Aufenthaltsqualität zu steigern und das Areal durch die Vision eines großen innerstädtischen Gartens zu einem Ort mit einem unverwechselbaren Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln. Die geplanten Maßnahmen wie klimaresiliente Vegetationsstrukturen, innovative Möblierung und Eingangsportale sollen nicht nur die Orientierung innerhalb des Kunstareals erleichtern, sondern auch eine fußgänger- und fahrradfreundliche Infrastruktur schaffen. Außerdem ist ein wichtiges Ziel, die Anbindung zur Altstadt und zum Hauptbahnhof zu stärken, was auch den im Innenstadtkonzept verankerten Zielen entspricht.
Für das Kunstareal liegt ein gesonderter Masterplan zu den Freiflächen vom Züricher Büro Vogt Landschaftsarchitekten vor. Die darin beschriebenen Maßnahmen für den Freiraum haben weiter Bestand.
Der Gasteig an der Rosenheimer Straße soll als Europas größtes Kulturzentrum architektonisch weiterentwickelt und technisch modernisiert werden. Das Kulturzentrum steht als Institution in enger Verflechtung mit der Innenstadt. Es soll langfristig weiter als kulturelles Zentrum dienen, mit seinen Veranstaltungen ein breites Publikum anziehen. Die angrenzenden Verkehrsknotenpunkte wie die Zweibrückenstraße und die Ludwigsbrücke ermöglichen nicht nur die Vernetzung der Innenstadt mit den weiter östlich gelegenen Stadtteilen. Sie bieten auch Potenzial für gestalterische Verbesserungen im öffentlichen Freiraum.
Die innerstädtische Isar steht in enger Verbindung zu den Quartieren im Zentrum. Sie ist zentraler Natur- und Erholungsraum, für die Menschen in der Innenstadt und gleichzeitig eine wichtige klimaresiliente, ökologische Struktur. Auch für dieses Teilgebiet des Altstadtring-Transformationsraums bündelt das Innenstadtkonzept Maßnahmen zur Weiterentwicklung und Qualifizierung. Maßgeblich ist hierfür das Teilkonzept „Rahmenplanung für die innerstädtische Isar“.
Auch das Großmarktareal, der Vieh- und Schlachthof sowie das Kreativquartier im erweiterten Betrachtungsraum der Innenstadt sind Räume der Transformation.
Das Großmarktareal mit Vieh- und Schlachthof in der Nähe, bieten großes Potenzial, um urbane Wohn- und Arbeitsquartiere zu schaffen und die südlich gelegenen Stadtviertel mit der Altstadt zu verknüpfen.
Das Kreativquartier, nördlich des Zentrums gelegen, fungiert als Knotenpunkt für Kultur und Kreativwirtschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Wohnen. Es bietet ein Neben- und Miteinander von Unternehmen, Freier Szene, Selbstständigen, Institutionen und Hochschulen. Aus dieser besonderen Mischung entsteht an dieser Stelle ein lebendiges Stadtviertel, das auch die Attraktivität der Innenstadt und deren Innovationskräfte beeinflusst und fördert.
Innenstadtmanagement
Das Innenstadtmanagement ist ein fachübergreifendes Team aus den Bereichen der strategischen und räumlichen Stadtentwicklungsplanung, der Stadtplanung, der Grün- und Freiraumplanung sowie der Digitalisierung im Geodatenmanagement des Kommunalreferats.
Dieses referatsübergreifende Koordinierungsteam übernimmt die Aufgabe, das erarbeitete Konzept mitsamt der beschriebenen Transformationsräume und der Vielzahl von Maßnahmen und Maßnahmenvorschlägen aufzugreifen und gemeinsam mit den Fachbereichen der Verwaltung, der Stadtgesellschaft sowie den betroffenen politischen und weiteren relevanten Akteur*innen umzusetzen.
Zentrale Aufgaben sind dabei unter anderem die Nutzung und der Ausbau digitaler Anwendungen, die Förderung des Austauschs zwischen allen an der Innenstadtentwicklung beteiligten Akteur*innen sowie die Entwicklung eines gemeinsamen, integrierten Planungsverständnisses..
Kontakt
Das Innenstadtmanagement ist erreichbar unter:
innenstadt.management@muenchen.de
Öffentlichkeitsbeteiligung 2022 bis 2024: Rückblick
Unter dem Motto „Innenstadt weiterdenken“ diente ein breit angelegter Dialog- und
Partizipationsprozess dazu, Visionen, Ziele und Maßnahmen für die Münchner Innenstadt
zu erarbeiten, zu diskutieren und die Ergebnisse in Form von Anregungen, Hinweise und
Ideen in die Überarbeitung des Handlungsraumkonzepts Innenstadt einzubeziehen.
Die Öffentlichkeits- und Beteiligungsphase zur Fortschreibung des Innenstadtkonzepts ist abgeschlossen. Am 29. April 2026 wurde das integrierte Handlungsraumkonzept Innenstadt dem Stadtrat vorgelegt und beschlossen.
Die Kinderbeteiligung fand im Rahmen des Projekts „Ran an den Stadtteilkoffer“ im Lehel statt. Dabei erforschten Kinder ihren Stadtteil, sammelten Themen und formulierten Anträge, über die in der Kinder-und Jugendversammlung am 14. Juni 2024 im großen Sitzungssaal im Rathaus abgestimmt wurde.
In dieser Veranstaltung wurde die breite Öffentlichkeit nach der Begrüßung von Stadtbaurätin Elisabeth Merk über den Stand des Innenstadtkonzepts informiert. In der anschließenden Diskussion wünschten sich die Teilnehmer*innen eine nachhaltige Planung und schnelle Umsetzung der Maßnahmen. Generell waren sie für mehr Aufenthaltsqualität, mehr Sitzgelegenheiten, Trinkbrunnen und öffentliche Toiletten. Auch Spielplätze, Spiel- und Sportangebote sowie ein Stadtbad an der Isar wurden vorgeschlagen.
Die Veranstaltung richtete sich an die Anwohnenden der Innenstadt. Denn sie sind zum einen unmittelbar von zukünftigen Maßnahmen betroffen und zum anderen sind sie die Expert*innen dieses Raums. Zunächst wurden die Teilnehmenden über den Sachstand informiert, dann konnten sie Meinungen, Anregungen und Bedenken äußern. Die Anwohner*innen plädierten für eine Umsetzung der Maßnahmen unter Beteiligung der Öffentlichkeit und mit Blick auf die Kosten. Auch sie wünschten sich mehr Mut bei Umgestaltungen. Skeptisch waren sie beim Thema bezahlbarer Wohnraum.
Vertreter*innen aus den Bereichen Wissenschaft/Forschung, Kunst/Kultur und Wirtschaft/Handel wurden zum Dialog eingeladen, um die bisher erarbeiteten Inhalte des Projekts zu diskutieren. Von Seiten der Teilnehmenden wurde deutlich, dass mehr Neuerungen gewünscht sind, auch im Bereich der platzsparenden Verkehrsführung. Im Kunst-und Kultursektor wurde vorgeschlagen, mehr Proberäume auf Einzelhandelsflächen zu genehmigen. Themen wie "Dritte Orte" und Soziales wurden ebenfalls diskutiert.
Die Ausstellung „Innenstadt weiterdenken!“ zeigte Ziele, Strategien und Maßnahmen, um die Innenstadt fit für die Zukunft zu machen. Es ging auch um das Handlungsraumkonzept. Finissage war am 27. Juni. Auch im Halbjahresprogramm des PlanTreffs lag der Schwerpunkt auf dem Thema „Innenstadt“.
Bei der Abendveranstaltung im PlanTreff wurde ein Zwischenstand zum laufenden Prozess präsentiert.
Expert*innen aus dem Handels- und Wirtschaftssektor trafen sich, um über die Zukunft der Münchner Innenstadt zu diskutieren und ihre Ideen für eine lebens- und liebenswerte Innenstadt einzubringen. Timm Jehne (BBE Handelsberatung, Head of Real Estate Consulting) hielt einen Impulsvortrag zum gegenwärtigen Zustand des Einzelhandels, zu aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen. Als Vision wurden zum Beispiel die "Ausdehnung der Öffnungszeiten", aber auch "generationengerechtes Leben und Miteinander", "kreatives Handwerk in der Innenstadt", die "Förderung von Nachnutzungen und Umnutzungen" sowie eine "ausgewogene Mischung der Gebäudenutzungen" genannt.
Auch die die breite Öffentlichkeit wurde zu einem Workshop in die Rathausgalerie eingeladen. Als Impuls hielt Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, einen Vortrag über die Entwicklung der Innenstädte. Der Vortrag kann hier heruntergeladen werden. Anschließend wurde in Gruppen an Stellwänden mit zu verschiedenen Fragestellungen gearbeitet. Sorgen bereitete den Teilnehmer*innen die "fehlende Diversität" oder der "Weggang des Einzelhandels und Verödung". Zu bewahren seien hingegen die "Vielfalt", die "aktuelle Bauhöhe" und "Erreichbarkeit", aber auch "finanzierbare Gastronomie“ und "Straßenparker".
"Innenstadt weiterdenken" - zu diesem Thema fand auch eine Abendveranstaltung im Rahmen der Ausstellung In aller Öffentlichkeit in der Rathausgalerie statt.
Teilnehmende aus Wissenschaft, Innovation und Bildung wurden zu einem Workshop eingeladen, um über die Münchner Innenstadt zu sprechen und Visionen zu erarbeiten. Nach einem kurzen Input von Prof. Dr. Joachim Vossen vom Institut für Stadt- und Regionalmanagement über die Innenstadtentwicklung wurde unter anderem bemängelt, dass die Bildungs- und Forschungsstandorte nicht mehr den aktuellen räumlichen Anforderungen entsprechen und auch eine technisch hochwertige Ausstattung notwendig sei. Innovative Ansätze wie "Lernhubs mit Beteiligungsmöglichkeiten" und "Austauschtische für Interessierte und Forschende" wurden positiv gesehen.
Expert*innen aus Kunst und Kultur diskutierten in der Rathausgalerie über die Zukunft der Münchner Innenstadt und brachten ihre Ideen für eine lebens- und liebenswerte Innenstadt ein. Nach einem Impulsvortrag von Andrea Gebhard von Mahl Gebhard Konzepte über die Kunst- und Kulturtradition in München wurden in Kleingruppen Visionen erarbeitet. Was die Architektur und Umnutzung von Gebäuden betrifft, wünschten sich die Teilnehmenden "mehr Mut zur zeitgenössischen Ästhetik" und hatten zusätzlich die Idee, "Kauf- und Parkhäuser um[zu]nutzen". Generell wurden oft Wünsche geäußert wie "mehr Mut, mehr Vertrauen, weniger Tabus im öffentlichen Raum" und "Kooperationen zwischen Institutionen".
Die Stadt gehört uns allen – auch den jungen Menschen!
Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Innenstadtkonzept fand ein Schulklassenprogramm statt, das Schüler*innen einlud, ihre Visionen zu einer zukunftsfähigen und lebendigen Innenstadt zu entwickeln und sich so in den Beteiligungsprozess einzubringen.
Alle Produktionen und weitere Informationen zu den Workshops finden Sie beim Medienzentrum München .
"Entwicklung eines Zukunftsbilds und aktuelle Projekte für die Münchner Innenstadt." So lautete der Titel der Abendveranstaltung im PlanTreff, bei der das Projekt im Detail vorgestellt wurde.
Vom 27. Oktober bis 18. November 2022 konnten Bürger*innen ihre Ideen für die Innenstadt bei einer Online-Beteiligung einbringen.
Die Öffentlichkeits- und Beteiligungsphase zur Fortschreibung des Innenstadtkonzepts startete mit einer digitalen Auftaktveranstaltung am 27. Oktober 2022 (zur Aufzeichnung). Expert*innen erläuterten darin die Ziele des Handlungsraumkonzepts und nach einer Reihe von Impulsvorträgen zur Zukunft der Münchner Innenstadt wurde das Thema bei einer Podiumsdiskussion vertieft.
Hintergrund zur Fortschreibung des Innenstadtkonzepts München
Das Innenstadtkonzept für München wurde erstmals 1989 erarbeitet und 1991, 1996 sowie 2006 fortgeschrieben. Seine zentrale Zielsetzung ist bis heute – trotz wechselnder thematischer Schwerpunkte – unverändert geblieben: die Urbanität der europäischen Stadt mit ihrer tradierten Nutzungsmischung aus Handel, Arbeiten, Wohnen und Kultur zu erhalten, damit die Innenstadt auch in Zukunft ein wesentlicher Identifikationsraum der Stadtgesellschaft bleibt.
In den vergangenen Jahren gewannen Herausforderungen wie der Klimawandel, die Veränderung des Handels, die Verkehrswende, Nutzungskonflikte, soziale und demografische Prozesse und die fortschreitende Digitalisierung an Bedeutung. Besonders in der Altstadt liegen große Herausforderungen, welche durch die Coronapandemie noch verschärft und beschleunigt wurden.
Für die aktuelle Fortschreibung erhielt München Städtebaufördermittel aus dem Bayerischen Städtebauförderungsprogramm – Sonderfonds „Innenstädte beleben“. Mit dieser Unterstützung kann den Folgen der Pandemie in den Innenstädten und Ortskernen durch aktives Handeln entgegengewirkt und Neues erschaffen werden. Darüber hinaus wurde mit Mitteln aus der EU-Innenstadt-Förderinitiative (REACT-EU EFRE Bayern) die Bildung eines Innenstadtmanagements sowie die Erstellung eines "digitalen Zwillings" gefördert.
Erkenntnisse aus bestehenden oder in Arbeit befindlichen Gutachten, Planungen und Fachkonzepten wie auch aus dem Prozess der Mobilitätswende flossen in der interdisziplinären Zusammenarbeit mit ein.
Diese und weitere interessante Links finden Sie hier.
Stadtratsbeschluss vom 29. April 2026
Altstadt mit Verflechtungsraum
Stadtratsbeschluss vom 25. November 2021
Sonderfonds Innenstädte beleben
Freiraumquartierskonzept Innenstadt
Mobilitätskonzept: Altstadt für Alle
Gutachten: Handlungsempfehlungen zur Stärkung innerstädtischen Wohnens
Gutachten: „Münchner Innenstadt – Status quo und Perspektiven des Wirtschaftsstandorts“ (RAW)
Innenstadtkonzept Broschüre von 2007