Stipendien Musik
Mit den Arbeitstipendien sollen konkrete, besonders anspruchsvolle musikalische Arbeitsvorhaben unterstützt werden
Förderung für junge Künstler*innen
Die Landeshauptstadt München vergibt seit 1980 jährlich Stipendien für Musik. Es stehen sechs mit jeweils 8.000 Euro dotierte Stipendien für Musik zur Verfügung, von denen eines für Akteur*innen vorgesehen ist, die im Kinder- und Jugendbereich tätig sind. Zusätzlich kann ein Leonhard und Ida Wolf-Gedächtnispreis für Musik, dotiert mit 3.000 Euro, vergeben werden.
Mit den Stipendien sollen konkrete, besonders anspruchsvolle musikalische Arbeitsvorhaben in den Bereichen Komposition, Programmerarbeitung oder berufliche Fortbildung außerhalb Münchens (z.B. durch ein gemeinsames Projekt mit ausländischen Musiker*innen oder einer Hospitanz/Assistenz bei einer bekannten, erfahrenen auswärtigen Musikerpersönlichkeit) unterstützt werden.
Die Stipendien können für Einzel- als auch Ensembleleistungen in allen Musikgattungen und -bereichen vergeben werden, allerdings mit besonderer Berücksichtigung der zeitgenössischen Erscheinungsformen. Gefördert werden sollen vorwiegend jüngere, noch nicht etablierte Künstler*innen bzw. Ensembles. Die Stipendienvergabe für Projekte im Rahmen eines Studiums oder für unterrichtsbegleitende Projekte ist dabei ausgeschlossen. Eigenbewerbung ist erforderlich.
Bitte beachten Sie, dass Produktionen von Musikalben oder -videos im Bereich Popmusik durch ein eigenes Vergabeverfahren gefördert werden und im Rahmen dieser Ausschreibung nicht berücksichtigt werden können.
Das Stipendium für Musik erhielten
Jurybegründungen
Andreas Begert
Andreas Begerts Kompositionsvorhaben der ersten bayerischen Oper „Ludwig und Aphrodite“ verdient für seine Originalität, künstlerische Schlagkraft und die lebendige und innovative Pflege bayerischen Kulturguts das Stipendium für Musik der Stadt München. In seinen beiden vorangegangen Werken, dem Bayerischen Oratorium und der Bayerischen Symphonie, die 2022 und 2024 im Herkulessaal der Münchner Residenz uraufgeführt wurden, konnte man sich zum einen von der musikalischen Qualität seiner Kompositionen, sowie dem geschmackvoll verspielten und bisweilen avantgardistischen Einsatz der bayerischen Sprache und des traditionellen Musikguts überzeugen.
Die aufwendige Kompositionsarbeit der Oper mit großer Besetzung aus dem Maxchor München, Solist*innen des Staatstheaters am Gärtnerplatz sowie hochkarätigen freischaffenden Musiker*innen aus Bayern an Akkordeon, Zither oder Alphorn soll durch das Stipendium ermöglicht werden.
Inhaltlich greift die Oper Themen aus der Geschichte Bayerns und Deutschlands heraus wie den Zweiten Weltkrieg, Vertreibung, das Königreich Bayern und die Judenverfolgung und stellt sie in einen aktuellen Zusammenhang.
Die Jury freut sich auf die Uraufführung im Cuvilliés-Theater der Residenz im nächsten Jahr.
Christian Benning
Christian Benning hat sich bereits in sehr jungen Jahren als einer der international führenden Multipercussionisten seiner Generation etabliert. Konzertreisen führten ihn durch ganz Europa, Nord- und Südamerika, Afrika und Asien. Benning ist im besten Sinne des Wortes ein Schlagwerk-Narrischer, der sein Instrumentarium scheinbar grenzenlos werden lässt, wenn er zum Beispiel in einer Yachtwerft nautische Elemente oder in einer Industriehalle Chemie-Fabrikate in das konventionelle Portfolio seiner Schlaginstrumente aufnimmt. Aber nicht nur formal, sondern auch inhaltlich erweitert Benning die Grenzen der Percussion, indem er Werke bedeutender Komponist*innen der Musikgeschichte auf seine Instrumente adaptiert. Mit seiner Percussion Group, in der er nahezu alle Münchner Top-Schlagwerker seiner Generation versammelt, nimmt er sich in seinem Programm BEAThoven der Musik Beethovens an. Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung sollen in die Debüt-CD des Ensembles sowie in Release-Konzerte münden. Für die Jury ist das Projekt des Ausnahmetalents Christian Benning unbedingt förderungswürdig.
Luis González Lladó
Zeitgenössische Musik ist für den Pianisten Luis González Lladó zentraler Bestandteil seiner Identität als Musiker. Aufgewachsen in einem künstlerischen und kreativen Umfeld, begleitet sie ihn voller Selbstverständlichkeit seit seiner Kindheit.
Diese Leidenschaft, Offenheit und die damit verbundene Neugier auf neue Klangwelten möchte er mit dem von ihm konzipierten Education-Programm „Neue Musik? – so klingt klassische Musik von heute“ Kindern und Jugendlichen näherbringen. Es sind acht Schulbesuche in verschiedenen Altersgruppen geplant.
In einem moderierten Konzert werden Berührungsängste gegenüber Neuer Musik abgebaut und Klangvielfalt erfahrbar. Im anschließenden Workshop wird von den Schüler*innen eine grafische Partitur angelegt; praktische Musikerfahrung an eigenen Instrumenten, Kreativität und gemeinschaftliches Erleben stehen im Mittelpunkt.
Musikvermittlung findet im Lehrplan der Schulen immer weniger Raum. Klassik, traditionelle Musik, Jazz und Pop werden thematisiert, die zeitgenössische Musik hingegen bekommt nur einen sehr eingeschränkten Platz. Das Projekt von Luis González Lladó leistet einen wichtigen Beitrag, junge Menschen im schulischen Kontext mit Neuer Musik in Berührung zu bringen und so ihr Verständnis für Kunst und Kultur zu erweitern.
Valentin Renner
Valentin Renner überzeugt durch eine herausragende instrumentale Exzellenz am Schlagzeug sowie durch eine klar konturierte künstlerische Haltung, die auf Kontinuität, Tiefe und kollektiver Entwicklung basiert.
Mit seinem Trio RENNER verfolgt er einen eigenständigen, kammermusikalisch geprägten Ansatz jenseits kurzfristiger Trends und gängiger Formate, der bereits durch erste Auszeichnungen und überregionale Aufmerksamkeit bestätigt wird. Die ungewöhnliche Besetzung des Trios eröffnet dabei einen offenen, dialogischen Klangraum, der ein hohes Maß an Sensibilität, Verantwortung und musikalischer Reife erfordert.
Gerade in dieser Reduktion zeigt sich Renners Fähigkeit, rhythmische, klangliche und strukturelle Ebenen gleichwertig zu gestalten. Als tief in der Münchner Szene verwurzelter Musiker verbindet er künstlerische Qualität mit großer Integrität und nachhaltigem Arbeiten.
Die Förderung der Albumproduktion „RENNER 2.0“ würdigt ein bereits überzeugend entwickeltes künstlerisches Profil und unterstützt dessen konsequente Weiterentwicklung.
Trio Merak
Mit melodischen Schlaginstrumenten und Klavier möchte sich das Trio Merak mit Christina Lehaci und Felix Kolb am Schlagwerk und Boris Knežević am Klavier perkussiv mit Beethoven beschäftigen. Das Trio um die in Rumänien geborene Musikerin Christina Lehaci verbreitet seit einigen Jahren mit großer musikalischer Virtuosität den Esprit des Balkans und der Musik ihrer Heimat. Musikalische Leidenschaft und Nähe zum Publikum sucht das Trio auch mit seinem neuesten kammermusikalischen Projekt „Beethoven to Go“. In einem Pocket Orchestra mit der ungewöhnlichen Besetzung aus Klavier, Marimba und Vibraphon soll die sinfonische Musik Beethovens verdichtet und die Wirkung eines Orchesterapparats und eines Konzertsaals in eine mobile und ganz unmittelbare Form der Kammermusik transformiert werden. Im Beethoven-Jahr 2027 entsteht damit ein musikalisches Angebot, das Alt und Jung gleichermaßen ansprechen und flexible Aufführungen jenseits von klassischen Konzertsälen an unterschiedlichsten Orten im Stadtraum ermöglichen soll – nahbar und auf höchstem Niveau. Dieser hochmusikalische und gleichzeitig hochdemokratische Ansatz begeistert die Jury.
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2025
Nikolaus von Bemberg-Flamersheim / Danish Connection, Franz Josef Ferdinand Himpsl,
Julia Hornung, Mira Mann, mini.musik, Marina Schlagintweit -
2024
Dandelion Quintett, Duo Hadassa & Eva Kuhn, Fiona Grond, Maxjoseph, Moritz Renner, Moritz Stahl -
2023
Arcis Saxophon Quartett, Mathias Lachenmayr, Luminosa, Munich Composers Collective, Leon Zmelty, Sarah Mettenleiter und Frederik John - 2022
Shuteen Erdenebaatar, Nils Kugelmann, Sonic Art Collective, Kai Wangler-Helbig, Hannah Weiss, Café Unterzucker - 2021
BUFFZACK, Double Drums, Miriam Hanika, Sophia Schambeck - 2020
Carlos Cipa, Ludwig Himpsl, June Young Kim, Adrian Pereyra & Ruben Mattia Santorsa - 2019
Brigitte Helbig, Joasihno, Philipp Schiepek, Umme Block - 2018
Vincent Crusius, Hanna Sikasa, Zentaur-Quartett - 2017
Henrik Ajax, Fazer, Trio Clockwork - 2016
Arcis Saxophon Quartett, Daniel Tanqueray aka Daniel Murena, Valerie Trebeljahr aka Lali Puna - 2015
Christian Elsässer, Vasiliki Krimitza, Johannes Öllinger - 2014
Komalé Jonathan Akakpo, Monika Roscher, Diana Syrse Valdés Rosado - 2013
Nihan Devecioglu, Oliver Klenk, Peter Pichler - 2012
Judith Egger, Geoffrey Goodman, Carola Grey - 2011
Nélida Béjar, Monika Roscher, Arash Safaian - 2010
Laura Konjetzky, Mathis B. Nitsche, Eva Sindichakis - 2009
Stefan Schulzki, Stefanie Schumacher - 2008
Atac Sezer, Stefan Temmingh, Ensemble Zeitsprung - 2007
Markus Muench, Andreas Skouras, Barbara Thun, Anno Schreier - 2006
Hamid Khezri, Jürgen Schneider, Markus Zahnhausen - 2005
Dieter Dolezel, Sabine Liebner, Michael Bastian Weiß - 2004
Johanna Varner, Maxim Seloujanov, Siegfried Rössert - Ulrich Müller/ 48nord - 2003
Stephan Lanius, Minas Boboudakis, Heinz Friedl / Klaus Schedl - 2002
Werner Klausnitzer, Bettina Koziol, Christoph Reiserer - 2001
Ensemble Go Guitars, Cornelia Melián, Tom Sora 1980 - 2000
Helga Pogatschar, Christofer Varner, Trio Présence - 1999
Gerlinde Sämann, Darioush Shirvani, Kalle Laar,Werner Gruber - 1998
Elmar H.-Guantes, Bernhard Weidner, Sebi Tramontana - 1997
Zoro Babel, Gerhard Gschlössl, Florian Ludwig, Jürgen Schneider - 1996
Klaus Herbert Schedl, Christoph Reiserer, Ariane Metz, Anna-Maria Bogner - 1995
Peter Frey, Volker Nickel, Alexander Strauch, Emanuel Rueffler - 1994
Ignaz Schick, Sabina Margit Sciubba, Lutz Landwehr von Pragenau, Michael Blümel - 1993
Johannes Brunner / Raimund Ritz, Elisabeth Zawadke - 1992
Sandeep Bhagwati Moritz Eggert - 1991
Fredrik Schwenk, Markus Schmitt, Cornelius Claudio Kreusch - 1990
Henning Sieverts, Martin Zehn, Leonhard Rieckhoff, Limpe Fuchs - 1989
Choo-Choo Big Band, Max Märkl, Alex Frank Singer, Arcis-Bläser-Quintett - 1988
Martin Focke, Georg Glasl, Franz David Baumann, Werner Gruber - 1987
Stephan Micus, Tour de Force, Rudi Spring, Thomas Zoller - 1986
Peter Tuscher, Florian Pedarnig, Michael Hirsch, Modern String Quartet, Leitung Jörg Widmoser - 1985
Rudi Zapf, Stephan Wunderlich, Margit Kinzel, Karl Betz - 1984
Hans Joachim Friedl, Gabriele Seidel, Klaus F. Hübler, Siegfried Schwab - 1983
Günther Klatt, Olaf Dressler - 1982
Margarita Höhenrieder, Arnold Mehl, Kay Westermann, Roland Leistner-Mayer - 1981
Russel Smith, Max Beckschäfer, Siegfried Mauser, Michael Oechsner - 1980
Andreas Va