Unterstützung für Geflüchtete aus der Ukraine – www.muenchen.de/ukraine

Aktuelles

Aktuelle Kampagnen und Veranstaltungen der Fachstelle für Demokratie

50 Jahre Olympia-Attentat - Antisemitische Allianzen und Kontinuitäten

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Banner "50 Jahre Olympia-Attentat"

Veranstaltung am 25. Oktober 2022, 19 Uhr, im Neuen Rathaus (Großer Sitzungssaal)

Ein palästinensisches Terrorkommando ermordet mit logistischer Unterstützung deutscher Neonazis elf israelische Sportler – darunter Shoah-Überlebende – und einen Münchner Polizisten. Die RAF-Terroristin Ulrike Meinhof, die durch den antisemitischen Anschlag freigepresst werden sollte, feiert diesen anschließend als „antiimperialistisch, antifaschistisch und internationalistisch“. Die politischen und ideologischen Hintergründe des mörderischen Attentats auf die israelische Olympia-Mannschaft 1972 in München erscheinen auf den ersten Blick überraschend; im öffentlichen Bewusstsein sind sie zudem kaum präsent. Dabei zeigt das Olympia-Attentat in besonders brutaler Weise, wie anschlussfähig Israelhass und Antisemitismus in ganz unterschiedlichen – und zum Teil gegensätzlichen – politischen Zusammenhängen sind und welche Gefahr daraus noch immer für Jüdinnen*Juden erwächst.
Wie lässt sich dies erklären? Welche aktuellen Entwicklungen können wir in diesem Zusammenhang beobachten? Und was heißt das für den Kampf gegen Antisemitismus?
Diese Fragen diskutieren wir mit:

  • Jakob Baier, Antisemitismusforscher an der Universität Bielefeld
  • Laura Cazés, Autorin und Herausgeberin von „Sicher sind wir nicht geblieben – Jüdischsein in Deutschland“
  • Louis Lewitan, Psychologe und Zeitzeuge des Olympia-Attentats
  • Dr. Annette Seidel-Arpacı, Leiterin der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Bayern (RIAS Bayern)

Eine namentliche Anmeldung unter fachstelle@muenchen.de ist erforderlich.

Es gilt folgender Einlassvorbehalt:
Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, nationalistische, rassistische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen.
Veranstalter: Fachstelle für Demokratie der Landeshauptstadt München in Kooperation mit der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Bayern, dem Verband Jüdischer Studenten in Bayern und dem Jungen Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in München.

Geflüchtete Ukrainische Roma

Geflüchtete ukrainische Roma
Geflüchtete ukrainische Roma

Aktuell finden Menschen aus der Ukraine in München Zuflucht vor dem russischen Angriffskrieg - darunter auch Ukrainer*innen mit Romahintergrund. Die Landeshauptstadt München heißt alle Geflüchteten herzlich willkommen – ganz unabhängig von deren Hautfarbe, Muttersprache, sozialem Status oder religiöser und kultureller Identität.

Die Landeshauptstadt München steht für Vielfalt, Weltoffenheit und Respekt und positioniert sich klar gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus (die Abwertung und Diskriminierung von Sinti und Roma). Einer rassistischen Stimmungsmache gegen einzelne Gruppen von Geflüchteten stellt sich die Landeshauptstadt München entschieden entgegen.

Häufige Fragen und Antworten

Sinti und Roma sind die größte und eine der ältesten Minderheiten in Europa. Sie leben hier seit vielen Jahrhunderten, bilden jedoch keine homogene Gruppe. Als ‚Sinti‘ werden die Angehörigen der Minderheit bezeichnet, die sich vorwiegend in West- und Mitteleuropa angesiedelt haben, ‚Roma‘ leben größtenteils in ost- und südosteuropäischen Ländern. Im heutigen Deutschland sind Sinti schon seit über 600 Jahren ansässig, Roma seit mehr als 150 Jahren.

Sinti und Roma sprechen in erster Linie die Sprachen ihrer jeweiligen Herkunfts- bzw. Heimatländer. Dies ist im Falle der Ukraine häufig Ukrainisch. Da sich die ukrainische Gesellschaft jedoch auch aus verschiedenen nationalen Minderheiten (u.a. einer russischen, ungarischen und rumänischen Minderheit) zusammensetzt, sprechen geflüchtete Ukrainer*innen mit und ohne Romahintergrund zum Teil auch diese (Mutter-) Sprachen. Daneben sprechen viele Sinti und Roma Romanes. Dabei handelt es sich jedoch um keine einheitliche, sondern um eine in zahlreiche Dialekte ausdifferenzierte Sprache, die stark von den Sprachen der jeweiligen Heimatländer beeinflusst ist.

Sinti und Roma sind in allen sozialen Schichten vertreten, gehen den unterschiedlichsten Berufen nach, gehören verschiedenen Glaubensrichtungen an und gestalten ihr Leben individuell. In Europa gibt es seit Jahrhunderten tief verwurzelte Vorurteile gegenüber Sinti und Roma, die zu massiver gesellschaftlicher Ausgrenzung und Diskriminierung geführt und ihren grausamen Höhepunkt in der Ermordung von Hunderttausenden Angehörigen der Minderheit in den nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern gefunden haben. Der Völkermord an den Sinti und Roma wurde von der Bundesrepublik Deutschland lange Jahre nicht anerkannt und ist bis heute gesellschaftlich nahezu unsichtbar geblieben. Gleichzeitig wirken in Europa antiziganistische Vorurteile und Strukturen fort und führen oftmals dazu, dass Sinti und Roma an den gesellschaftlichen Rand und in soziale Problemlagen gedrängt werden. In der Ukraine kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Angriffen und Pogromen gegenüber Roma, die auch Todesopfer gefordert haben. Auch in der deutschen Gesellschaft leben antiziganistische Ressentiments und Gewaltausbrüche gegen Sinti und Roma fort, wie beispielsweise die antiziganistischen und rassistischen Ausschreitungen und Brandanschläge in Rostock-Lichtenhagen 1992 gezeigt haben.

Unter Antiziganismus sind pauschale Zuschreibungen und rassistische Verhaltensweisen gegenüber Sinti und Roma sowie deren strukturelle Ausgrenzung und Benachteiligung zu verstehen.

So werden Sinti und Roma in der Öffentlichkeit fast nie in ihrer Vielfalt gezeigt und wahrgenommen, sondern häufig als „arm“ und „kriminell“ dargestellt. Soziale Problemlagen, die insbesondere auf jahrhundertelange Ausgrenzung und Diskriminierung zurückzuführen sind, werden vermeintlichen Charaktereigenschaften von Sinti und Roma zugeschrieben. Das Verhalten Einzelner wird pauschal auf die gesamte Minderheit übertragen. Antiziganismus behindert maßgeblich die Inklusion der Sinti und Roma in die Gesamtgesellschaft und verwehrt ihnen gleichberechtigten Zugang zu Existenzbereichen wie Wohnen, Gesundheit, Bildung und Arbeit sowie allgemein zu Rechten, Chancen und Teilhabe am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben. Und besonders perfide ist: Dafür, dass Sinti und Roma durch antiziganistische Vorurteile und Strukturen an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, werden diese noch selbst verantwortlich und verächtlich gemacht.

Im Alltag kann ich eigene antiziganistische Vorurteile und Zuschreibungen hinterfragen und abbauen, Gerüchte über Sinti und Roma auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen, antiziganistischen Äußerungen entschieden entgegentreten, entsprechende Straftaten anzeigen und Betroffenen solidarisch zur Seite stehen.

Wenn ich die Landeshauptstadt München auf antiziganistische Vorfälle oder eine strukturelle Ausgrenzung und Benachteiligung von Angehörigen der Minderheit aufmerksam machen möchte, kann ich mich an die Fachstelle für Demokratie wenden:

Tel. 089-23392642,
E-Mail: fgr@muenchen.de
www.muenchen.de/demokratie


Wenn ich selbst von Antiziganismus betroffen bin oder jemand in meinem Umfeld, kann ich mich in München an die Beratungsstelle BEFORE wenden. Dies gilt auch dann, wenn ich Zeug*in eines antiziganistischen Vorfalls geworden bin:
Tel. 089-46224670,
E-Mail: kontakt@before-muenchen.de
www.before-muenchen.de


Als spezialisierte Beratungsstelle für Sinti und Roma in allen Sozial- und Lebensfragen sowie für den Bereich kultureller Veranstaltungen und Bildungsarbeit steht mir außerdem Madhouse gGmbH unterstützend zur Seite:
Tel. 089-7167222500,
E-Mail: info@madhouse-munich.com
www.madhouse-munich.com


Wenn ich mehr über die Geschichte, Kunst und Kultur der Roma und Sinti erfahren möchte, kann ich mich an den Verein RomAnity wenden oder diesen unterstützen:
E-Mail: info@romanity.de
www.romanity.de

"Ich bin Münchner*in – ich bin Sint*iza / Rom*ni"

Münchner in Tracht
Münchner in Tracht

Eine Aktion der Fachstelle für Demokratie zeigt die Vielfalt der Lebensentwürfe und -wege von Sint*izze und Rom*nja in München und bezieht damit auch Stellung gegen Antiziganismus.

Haltung zeigen! Gegen Rassismus und für Demokratie

Video-Screenshot

Die Aufzeichnung der Auftaktveranstaltung vom 14. März 2022 in voller Länge auf dem Youtube-Kanal der Landeshauptstadt München