Einweihung der Willy-Brandt-Gesamtschule und der FOS Nord
Die Stadt München feierte die Einweihung der neuen städtischen Willy-Brandt-Gesamtschule und der städtischen Fachoberschule Nord für Sozialwesen und Gesundheit.
V.l.n.r.: Detlev Langer, Annette Antesberger, Dominik Krause, Daniel Deiser und Florian Kraus.
Vielfältige Bildungswege: Schulstandort Freudstraße eingeweiht
Ein neuer Schulbau, zwei Schulen und sechs Wege zum Schulabschluss: Gemeinsam mit Oberbürgermeister Dominik Krause, Stadtschulrat Florian Kraus und Detlev Langer, Stadtdirektor Hochbau des Baureferats, haben die Schulfamilien der Städtischen Willy-Brandt-Gesamtschule und der Städtischen Fachoberschule für Sozialwesen und Gesundheit München Nord ihren Schulstandort in der Freudstraße 15 eingeweiht.
Mehr Chancen für alle: Die Integrative Gesamtschule
Die Städtische Willy-Brandt-Gesamtschule ist eine von nur zwei integrierten Gesamtschulen in ganz Bayern. Da die Entscheidung für die weiterführende Schullaufbahn erst zur Jahrgangsstufe 8 ansteht und die Jahrgangsstufen 5 bis 7 gemeinsam unterrichtet werden, steht sie Schüler*innen aus dem gesamten Begabungsspektrum offen. Ein äußerst erfolgreicher Ansatz, wie die Statistik zeigt. So sind unter den Realschulabsolvent*innen der Städtischen Willy-Brandt-Gesamtschule über 40 Prozent Schüler*innen, die die Grundschule ursprünglich mit einer Mittelschulempfehlung verlassen haben.
Diese Durchlässigkeit setzt sich an der FOS Nord fort. Dort können die Jugendlichen nach dem mittleren Schulabschluss noch die Fachhochschulreife sowie die fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife ablegen. So lassen sich an dem Schulstandort in der Freudstraße sämtliche bayerischen Schulabschlüsse erzielen
Architektur und Nachhaltigkeit
Die Willy-Brandt-Gesamtschule und die FOS Nord sind in einem fünfgeschossigen Neubau untergebracht, der moderne Lernbereiche und Gemeinschaftsbereiche vereint. Die bestehende Dreifachturnhalle und Schwimmhalle wurde in das Gesamtkonzept integriert und für die Nutzung ertüchtigt.
Begrünte Dachflächen, eine Photovoltaikanlage und die Nutzung von Grundwasser zur Kühlung tragen zur Reduzierung des Energieverbrauchs bei. Darüber hinaus konnte der bestehende Baumbestand größtenteils erhalten werden. Die Wiederverwendung recycelter und regionaler Baumaterialen schont zusätzlich Ressourcen und reduziert CO₂-Emissionen.
Raum für Mitbestimmung und individuelle Entwicklung: Lernhausponzept
Der von Hascher Jehle Architekten entworfene Schulneubau ist nach dem Münchner Lernhauskonzept geplant. Jeweils 6 Klassen sind zu einem Lernhaus zusammengefasst. An der Städtischen Willy-Brandt-Gesamtschule sind die Lernhäuser vertikal organisiert, jedes Lernhaus besteht aus Klassen der Stufen 5-10. Diese Zusammensetzung fördert das jahrgangsübergreifende Miteinander und Peer-Learning-Aktivitäten. Überhaupt unterstützt das Lernhauskonzept eine veränderte Beziehungskultur zwischen Schüler*innen, Lehrkräften und Sozialpädagog*innen, die dort in multiprofessionellen Teams zusammenarbeiten. In den Lernhausfamilien mit ca. 200 Schüler*innen fallen Partizipation und Verantwortung leichter als in einem großen Schulgefüge, Beteiligungsformate lassen sich dort einfacher umsetzen.
Zusätzlich zu den Klassenzimmern verfügt jedes Lernhaus über eine zentrale Mitte, Ausweich-, Multifunktions- und Inklusionsräume. Es bietet dadurch hervorragende Voraussetzungen, um unterschiedliche Lernmethoden parallel durchzuführen. Die Schüler*innen lassen sich so differenzierter fördern und können häufiger ihrem eigenen Lerntempo und ihren eigenen Lernvorlieben entsprechend arbeiten.
Stimmen zur Einweihungsfeier
„Der neue Schulstandort an der Freudstraße ist ein Aushängeschild unserer Bildungsbauoffensive. Der Neubau der Willy-Brandt-Gesamtschule und der FOS Nord unterstreichen, wie wichtig uns als Stadt Investitionen in gute Bildung und Chancengerechtigkeit sind. Münchens Bildungsbauoffensive ist eine Erfolgsgeschichte, die wir trotz der schwierigen Haushaltslage fortschreiben. Denn Ausgaben für Bildung sind die besten Investitionen in die Zukunft Münchens. Ich hoffe, dass sich die Schüler*innen und Lehrkräfte in den neuen Gebäuden wohl fühlen und wünsche ihnen alles Gute."
„In Bayern müssen sich Kinder am Ende der 4. Klasse für eine weiterführende Schulform entscheiden. Für viele Kinder ist das zu früh. Die Willy-Brandt-Gesamtschule beweist uns Jahr für Jahr, wie sinnvoll ein längeres, gemeinsames Lernen sein kann. Wir bedauern, dass die Gründung neuer Gesamtschulen in Bayern nicht vorgesehen ist."
„Mit dem Neubau der Willy-Brandt-Gesamtschule und der FOS Nord zeigen wir, dass moderner Bildungsbau und Klimaschutz Hand in Hand gehen. Dabei haben wir nicht nur den Großteil des alten Baumbestands erhalten, sondern auch nachhaltige Lösungen wie Dachbegrünung, Photovoltaik und Grundwassernutzung konsequent umgesetzt. So entsteht ein lebendiger Ort für Bildung, Begegnung und Gemeinschaft, an dem junge Menschen gut lernen und zugleich erleben, wie verantwortungsvolles Bauen die Zukunft gestaltet.“
„An der Städtischen Willy-Brandt-Gesamtschule gelingt es uns, dass die Hälfte eines jeden Jahrgangs eine höhere Schullaufbahn abschließt, als es nach der Grundschule vorher gesagt wurde. Das ist unser wichtiger Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit im Münchner Norden. Der neue Schulbau nach dem Münchner Lernhauskonzept bietet uns dafür ideale Voraussetzungen.““
"Wir freuen uns nach 3 Umzügen innerhalb von 10 Jahren in einem sehr einladenden, lichtdurchfluteten und großzügigen Schulgebäude zusammen mit der WBG wieder im Münchner Norden angekommen zu sein. Die hervorragenden Lernbedingungen und die zusätzlichen Ressourcen durch die bedarfsorientierte Budgetierung der Stadt München ermöglichen es uns, unsere Schüler*innen in Lernateliers mit unterstützendem Coaching durch selbstorganisiertes Lernen und individuelle Förderung zu einem besseren Schulerfolg zu führen. Dass alle Schulabschlüsse an einem Standort erworben werden können, macht unsere zwei Schulen so einzigartig!"
Seit mehr als zehn Jahren: Münchner Bildungsbauoffensive
Der nach dem Münchner Lernhauskonzept geplante Neubau ist ein Leuchtturmprojekt der Münchner Bildungsbauoffensive. Insgesamt bietet der aus vier Bauteilen bestehende Standort Platz für bis zu 1.680 Schüler*innen. Für das 21.000 Quadratmeter Nutzfläche und circa 24.000 Quadratmeter Freiflächen und Sportanlagen umfassende Areal stellte der Münchner Stadtrat 181,5 Millionen Euro bereit. Seit 2014 setzt die Landeshauptstadt München mit über 8,7 Milliarden Euro für 110 Schul- und 99 Kitabauprojekte das größte kommunale Bildungsbauprogramm Deutschlands um. Neben dem Bau von Gymnasien, Grund-, Mittel und Realschulen sowie beruflichen Schulen, Kindertageseinrichtungen, Sportanlagen und Pavillonanlagen stehen zahlreiche Erweiterungen und Sanierungen von bestehenden Schulgebäuden und Kindertagesstätten an.