Trotz engerer finanzieller Mittel: München baut weiter Bildung
Die Stadt München setzt ihre Bildungsbauoffensive trotz der angespannten Haushaltslage fort. Das beschloss der Stadtrat im gemeinsamen Bildungs- und Bauausschuss.
München baut weiter Bildung
Die Landeshauptstadt München setzt ihre Bildungsbauoffensive trotz der angespannten Haushaltslage fort. Insgesamt rund 7,7 Milliarden Euro stehen weiterhin für die bereits beschlossenen Schulbauprogramme zur Verfügung. Für die laufenden Kitabauprogramme wurde das Gesamtbudget auf 288 Millionen Euro angepasst. Das hat der Stadtrat in einer gemeinsamen Sitzung des Bildungs- und des Bauausschusses gestern beschlossen. Das Referat für Bildung und Sport sowie das Baureferat informierten dabei über die bisherigen Fortschritte und die weiteren Planungen.
Außerdem hat der Stadtrat sechs weitere Schulbauprojekte mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 88,5 Millionen Euro in das Mehrjahresinvestitionsprogramm 2026 bis 2030 aufgenommen:
einen Küchen- und Mensa-Pavillon an der Grundschule Bad-Soden-Straße
einen Küchen- und Mensa-Pavillon an der Grundschule Droste-Hülshoff-Straße
einen Küchen- und Mensa-Pavillon an der Grundschule Gänselieselstraße
einen Küchen- und Mensa-Pavillon an der Grundschule Josef-Hagn-Straße
einen Pavillon an der Grundschule Hirschbergstraße
einen Pavillon für den Schulcampus an der Peslmüllerstraße
Ziel der Münchner Bildungsbauoffensive
Die Münchner Bildungsbauoffensive verfolgt weiterhin das Ziel, ausreichend moderne und gut ausgestattete Schulen und Kitas bereitzustellen. Denn eine leistungsfähige Bildungsinfrastruktur ist eine zentrale Voraussetzung für Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe. Im Rahmen der vom Stadtrat bislang beschlossenen sechs Schulbauprogramme mit insgesamt 110 Projekten - darunter auch Generalinstandsetzungen bestehender Schulen - entstehen rund 59.000 Schulplätze, 195 Sporthalleneinheiten, 13 Schwimmhalleneinheiten und 176 Kita-Gruppen.
So weit ist die Bildungsbauoffensive
Die Bilanz zeigt, wie weit die Bildungsbauoffensive bereits vorangekommen ist: Allein zum Schuljahresbeginn 2026/27 wurden 22 Schul-, Kita- und Sportbauprojekte fertiggestellt. Insgesamt konnten bisher 65 Schulbauprojekte in Betrieb genommen werden. Weitere 17 Maßnahmen befinden sich im Bau, zwölf haben bereits einen Projektauftrag oder eine Projektgenehmigung erhalten und 16 Projekte befinden sich in der Vorplanung. Auch beim Bau von Kindertageseinrichtungen geht es voran: 85 Projekte wurden bereits abgeschlossen, neun sind im Bau oder in der Planung und drei weitere Projekte befinden sich in der Vorplanung.
Neue Bedarfe, knappe Mittel und steigende Bau- und Unterhaltskosten
Auch in den kommenden Jahren benötigt München zusätzliche Schul- und Kitaplätze. Gründe dafür sind der seit dem Schuljahr 2026/27 schrittweise geltende Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung für Kinder im Grundschulalter, neue Wohngebiete und das prognostizierte Bevölkerungswachstum. Um den weiteren Ausbau vorzubereiten, hat der Stadtrat aktuell für 84 Projekte erste Planungsschritte genehmigt.
Gleichzeitig steht die Stadt vor großen Herausforderungen: eine angespannte Haushaltssituation, drastisch gestiegene Bau- und Energiekosten sowie ein weiterhin anhaltender Fachkräftemangel in der Baubranche. Seit 2020 mussten immer wieder Bauprojekte verschoben oder im Umfang reduziert werden, um den Haushalt zu entlasten. Die Stadt prüft daher kontinuierlich, welche Kostenreduzierungen möglich sind. Damit beschäftigten sich die AG Wirtschaftlichkeit und der Interfraktionelle Arbeitskreis Schul- und Kitabau (IFAK). Die Anstrengungen zeigen dabei Wirkung: Durch getroffene Einsparmaßnahmen, Gewinne bei Vergabeverfahren sowie Erfolge bei der Projektabwicklung etwa durch Nachverhandlungen liegen die aktuellen Kosten der laufenden Schulbauprojekte um rund 180 Millionen Euro unter dem genehmigten Finanzvolumen. Zudem helfen verdichtete Bauweisen und durchdachte Mehrfachnutzungen sowie energieeffiziente Gebäudehüllen und der Einsatz nachhaltiger Baumaterialien dabei, die Kosten langfristig zu senken.
Erhalt und Anpassung der Bestandsbauten
Neben dem Neubau sorgt eine Vielzahl älterer Bestandsbauten für Herausforderungen. Die Landeshauptstadt München ist mittlerweile für den Bauunterhalt von 2.000 Schul- und Kitagebäuden verantwortlich. Die meisten der Gebäude, für die Untersuchungen und erste Planungsschritte beauftragt wurden, stammen aus den Jahren 1950 bis 1970. Vor allem die Gebäudetechnik kommt hier an das Ende ihres Lebenszyklus. Trotz der notwendigen Einsparungen konnten 2025 und 2026 im Bauunterhalt viele Maßnahmen geplant oder begonnen werden. Dazu gehören bauliche Anpassungen für die Ganztagsbetreuung, die Sanierung von Fachlehrsälen, die Umsetzung von Frisch-Misch-Küchen in Kitas sowie Baumaßnahmen, die der Inklusion zugutekommen, wie zum Beispiel Verbesserungen der Raumakustik und der Barrierefreiheit.
Stimmen zum Berichtsbeschluss
„Gerade in finanziell schwierigen Zeiten zeigt sich, welche Prioritäten eine Stadt setzt. Für uns ist klar: Wir dürfen bei Schulen und Kitas nicht an der Zukunft unserer Kinder sparen. München hat mit seiner Bildungsbauoffensive enorm viel erreicht und schafft weiterhin die Voraussetzungen dafür, dass Kinder gut lernen und gleiche Chancen bekommen – unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem Wohnort. Diesen Weg gehen wir weiter: mit gezielten Investitionen, wirtschaftlichem Bauen und dem klaren Anspruch, unsere Bildungsinfrastruktur zukunftsfest zu machen.“
„Mit der Bildungsbauoffensive schaffen wir moderne Lernorte, die den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen gerecht werden. Gerade beim Ausbau des Ganztags brauchen wir Schulen, in denen Lernen, Betreuung und gemeinsames Leben gut miteinander verbunden sind. Unser Münchner Lernhauskonzept bietet dafür die ideale Grundlage. Gleichzeitig achten wir darauf, vorhandene Räume bestmöglich zu nutzen und neue Schulen wirtschaftlich zu bauen. So verbinden wir hohe pädagogische Qualität und einen verantwortungsvollen Umgang mit den finanziellen Mitteln unserer Stadt.“
„Es ist unsere Verantwortung, den Bildungsbau kosten-, klima- und ressourcenverantwortlich zu gestalten. Die Weichen dafür stellen wir in der frühen Phase der Projektentwicklung. Wir entwickeln die Schulbauprogramme im Sinne der Bauwende kontinuierlich weiter und nutzen zugleich wo immer möglich sich bietende Synergieeffekte – nicht zuletzt, um Anforderungen an zukunftsverantwortliches Bauen und Konsolidierung gerecht zu werden. Dabei spielt auch eine Rolle, dass wir weiterhin alles daransetzen, Fördermöglichkeiten umfassend auszuschöpfen.“