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Stipendien Kinder- und Jugendtheater

Die Stipendien sollen den Akteur*innen der freien Szene Arbeits- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten eröffnen und sie in ihrem künstlerischen Schaffen voranbringen.

Über das Stipendium

Das Kulturreferat der Landeshauptstadt München vergibt seit 2022 jährlich Stipendien an professionelle, freischaffende Künstler*innen (Einzelpersonen) im Bereich der Darstellenden Kunst für junges Publikum. Ausgeschrieben werden vier Stipendien à 8.000 Euro. Die Stipendien sollen den Künstler*innen der freien Szene wichtige Arbeits- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten eröffnen und sie in ihrem individuellen künstlerischen Schaffen voranbringen. Gefördert werden insbesondere folgende Aktivitäten:

  • Recherchen auch ohne unmittelbaren Bezug zu einer geplanten Produktion
  • Das Erarbeiten von neuen Konzepten und künstlerischen Ansätzen
  • Die Teilnahme an umfangreicheren Fort- und Weiterbildungen, Fachaustausch, Visitationen etc.

Über die Vergabe der Stipendien entscheidet der Stadtrat der Landeshauptstadt München auf Empfehlung einer Jury.

Das Stipendium für Kinder- und Jugendtheater erhielten

Ines Honsel
Ines Honsel ist als Teil des Duos Altenbach + Honsel schon länger im Bereich Kinder- und Jugendtheater in München zu erleben. Ihre große Stärke liegt in der Erzählkunst, sie erschafft Welten mit Worten. Aber im Theater gibt es neben der verbalen noch andere Ebenen, die eine große Rolle spielen in der Rezeption des Publikums und die Sprache ergänzen: die Stille zwischen den Worten, die Atmosphäre zwischen Akteur*in und Publikum, der körperliche Ausdruck. Gerade im Bereich des Kinder- und Jugendtheaters ist es im Sinne der Teilhabe an Kultur für alle mit und ohne Sprachkenntnissen besonders wichtig, Geschichten auch mit dem Körper zu vermitteln, die Emotionen der Figuren so transparent zu machen, dass sie im Raum und in der Kommunikation mit den Zuschauer*innen spürbar werden. Ines Honsel verspürt hier ein großes Potenzial für die eigene künstlerische Weiterentwicklung, möchte an Fortbildungen im Bereich Tanz- und Körperarbeit teilnehmen sowie einschlägige nationale und internationale Festivals und Kompagnien besuchen, um sich inspirieren zu lassen. Dazu zählen mit den beiden belgischen Theatern Kopergietery und Tuning People international führende Kompagnien im Bereich des Körpertheaters. Aus den gesammelten Erfahrungen möchte die Künstlerin ein eigenes Genre entwickeln: Tanz-Story-Performances. Ines Honsel kennt sehr genau ihre Stärken und ihre noch nicht genutzten Potenziale. Die Impulse, die sie sucht, wirken gut durchdacht und ausgesucht und sollten geeignet sein, ihr künstlerische Arbeit bedeutend weiterzuentwickeln. Deshalb empfiehlt die Jury, Ines Honsel mit einem Stipendium in Höhe von 8.000 Euro zu fördern.

Verena Regensburger
„Die Froschkönigin“ - In synästhetischen Experimenten wie „Luegen“ und „die dada“ hat sich Verena Regensburger bereits mit Deutscher Gebärdensprache (DGS) auseinandergesetzt. Auch Produktionen für Kinder sind von ihr entwickelt worden. Nun plant die Regisseurin, ihre Erfahrungen auf beiden Feldern zu bündeln und die Möglichkeit einer Bühnenkommunikation ganz ohne Lautsprache zu erforschen. Ihr Ziel ist eine Märchen-Adaption für hörende und gehörlose Kinder, ein „visual poem“, das ausschließlich auf die Kraft der Gebärden baut und ohne Übersetzung durch eine*n Gebärdendolmetscher*in verständlich ist. Dafür will sie die offizielle DGS mit natürlicher und erfundener Gestik und Mimik verbinden. Von der Sichtung bereits existierender Kinder-Stücke in DGS über einen Workshop und den Austausch mit Expert*innen bis zur Konfrontation des umgeschriebenen Märchenstoffes mit einem kindlichen Fachpublikum baut in diesem Stipendien-Antrag alles logisch aufeinander auf. Seine Ziele sind ambitioniert – die Entwicklung einer neuen spartenübergreifenden Ästhetik für ein inklusives Kindertheater – aber dank Verena Regensburgers Vorerfahrungen realistisch und auf ihrem künstlerischen Weg der folgerichtige nächste Schritt. Daher empfiehlt die Jury, das Recherchevorhaben mit einem Stipendium in Höhe von 8.000 Euro zu unterstützen.

Susanne Schneider
„Wenn Füße Augen haben“ - Mit der Erstellung eines Moving Archives bündelte Susanne Schneider zuletzt ihre Erfahrungen im Bereich sinnlich-sensorischer Zugänge zu Bewegung. Das entwickelte Instrumentarium soll mit dem Arbeitsstipendium nun vertieft und auf Kleinkinder übertragen bzw. ausgeweitet werden. Dabei wird ein Ansatz verfolgt, der künstlerische Praxis, Recherche und Vermittlung zusammendenkt. Fortbildungen, Hospitationen und Literatur-recherchen sollen diesen Prozess nähren, der zunächst in einen Workshop und schließlich in eine neue Kategorie innerhalb des Moving Archives mündet. Mit Susanne Schneider wird eine Person an der Schnittstelle zwischen Kunst und Vermittlung gefördert, die mit ihrem Hintergrund als Performerin und ihrer Ausbildung im Bereich Vermittlung (MACode) potentiell wertvolle Impulse für den Bereich Junges Publikum einbringen kann. Um diesen Weg der Erkundung einer neuen Zielgruppe zu unterstützen, empfiehlt die Jury, Susanne Schneider mit einem Arbeitsstipendium in Höhe von 8.000 Euro zu fördern.

Jochen Strodthoff
Jochen Strodthoff ist als freier Performer, Regisseur und Autor seit über 20 Jahren in der freien Szene in München aktiv, preisgekrönt und festivalerfahren. Seit drei Jahren hat er mit inklusiven Theaterprojekten ein neues Arbeitsfeld für sich entdeckt und mit der gehörlosen Schauspielerin und Tänzerin Kassandra Wedel zwei inklusive Kindertheaterstücke erarbeitet. Im kommenden Jahr soll das von der LH München geförderte Beethovenprojekt „FREUDE!“ folgen. Die Arbeit in inklusiven Theaterprojekten ist hochspannend und sehr komplex, unter anderem weil die gehörlosen Ausdrucksformen bedeutend vielfältiger sind als die der hörenden Welt. Im Verlauf der ersten Projekte auf diesem Gebiet hat Jochen Strodthoff dieses Potenzial gespürt, jetzt möchte er es mit Hilfe eines Stipendiums noch sehr viel genauer untersuchen. Und das auch in Verbindung mit hörenden Darsteller*innen, um seiner bisherigen Theatersprache eine neue Dimension hinzuzufügen, die sich wiederum auch auf seine übrige Theaterarbeit inspirierend auswirken wird. Der Wunsch nach dieser Form der Grundlagenarbeit, für die in „normalen“, meist finanziell auf Kante genähten Probenprozessen kein Raum bleibt, erscheint so nachvollziehbar wie sinnvoll – als wollte jemand eine Sprache lernen, bevor er in den entsprechenden Kulturkreis aufbricht, um dort zu arbeiten. Deshalb empfiehlt die Jury, Jochen Strodthoff mit einem Stipendium in Höhe von 8.000 Euro zu unterstützen.

Caitlin van der Maas
Einsamkeit, Isolation und Gedanken an den Tod sind die Themen mit denen sich Caitlin van der Maas im Arbeitsstipendium auseinandersetzen möchte. Aus der Recherche und Gesprächen mit Jugendlichen und Expert*innen wird ein Musiktheatertext entstehen. Mit diesem möchte van der Maas das Gefühl der Verlorenheit und von Todesgedanken besprechbar machen und das Publikum zum Gespräch einladen. Mit ihrer Recherche knüpft Caitlin van der Maas an ihr Projekt „Gesprächshaus 2020-2022“ an. Sie entwickelt ihre Arbeitsweise für das Schreiben und Inszenieren von zeitgenössischem Musiktheater weiter. Sowohl die Thematik als auch die Vorgehensweise, im Dialog mit Jugendlichen Texte und Szenen zu entwickeln, überzeugen die Jury. Sie empfiehlt ein Stipendium in Höhe von 8.000 Euro.

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