Förderpreise für Bildende und Angewandte Kunst
Die Landeshauptstadt München vergibt Förderpreise als Auszeichnung einer künstlerisch herausragenden aktuellen Leistung.
Über die Preise
Architektur, Bildende Kunst, Design, Fotografie und Schmuck
Die Landeshauptstadt München vergibt alle zwei Jahre sechs mit jeweils 8.000 Euro dotierte Förderpreise als Auszeichnung einer künstlerisch herausragenden Leistung in den Bereichen Architektur (ein Preis), Bildende Kunst (zwei Preise), Design, Fotografie und Schmuck (jeweils ein Preis). Beurteilt wird das gesamte bisherige Schaffen.
Als Preisträgerinnen und Preisträger kommen nur Künstlerinnen und Künstler in Betracht, die ihren Wohnsitz in München beziehungsweise der Region München haben. Eigenbewerbung ist nicht möglich. Vorschlagsrecht hat eine vom Stadtrat alle zwei Jahre neu zu berufende Kommission, bestehend aus Fachjuror*innen sowie Stadträt*innen. 2014 fand ein Turnuswechsel bei der Vergabe statt.
Ausstellung
Werke aller von der Jury vorgeschlagenen Künstlerinnen und Künstler werden jeweils in einer Ausstellung gezeigt. Die Jurysitzungen, bei der die Preisträgerinnen sowie Preisträger ermittelt werden, finden in den Ausstellungsräumen statt.
Förderpreise erhielten im Jahr 2026
Jurybegründungen
Katrin Bittl
Katrin Bittl arbeitet als bildende Künstlerin und freie Autorin zu Fragen von gesellschaftlicher Teilhabe, Produktivität und der Dekonstruktion von Normen. In ihren Videoperformances, Malereien und Zeichnungen zeigt sie ihren nackten, auf Unterstützung angewiesenen Körper selbstbewusst und verletzbar.
Über ihre konkrete Situation hinausweisend, macht Bittl Abhängigkeiten und die essenzielle Rolle menschlicher Verbindungen erfahrbar. Katrin Bittl setzt sich dabei auch kritisch mit neusten Technologien auseinander. Auf die Fehlleistung einer KI, einen Körper im Rollstuhl nicht als menschliches Wesen lesen zu können, reagiert sie und kreiert ein neues digitales Pflanzenwesen mit dem Aussehen menschlicher Haut. Die digitale Zeichnung erlaubt es der Künstlerin dabei, ihre Werke auch überlebensgroß zu konzipieren. Ihre fein gearbeiteten kleinformatigen Malereien und Zeichnungen verorten behinderte Menschen dagegen eingebettet in einen natürlichen Zusammenhang oder zeigen sie in lustvollen Handlungen und fordern Sichtbarkeit.
Bittls Werk erweitert die zeitgenössische Kunstproduktion Münchens um eine wertvolle Perspektive von gesellschaftspolitischer Relevanz.
Veronika Hilger
Die Kunst von Veronika Hilger (* 1981 in Prien am Chiemsee) bewegt sich bewusst in einem Dazwischen: zwischen den Gattungen, zwischen Figuration und Abstraktion sowie zwischen Bezügen zur Malereigeschichte und der Formensprache unserer Gegenwart. Hilger verschränkt die klassischen Sujets der Malerei – Landschaft, Stillleben und Porträt – zu eigenständigen Bildkompositionen. Ihre Werke, auch die bildhauerischen, fordern uns heraus: Wir entdecken nicht nur ständig Neues, sondern sind stets auch aufgefordert, nach Sprache und Bedeutung für das Gesehene zu suchen. Wer sich auf diese Bildwelten einlässt, muss sich nicht nur orientieren, sondern auch Mehrdeutigkeit aushalten – und begegnet dabei ganz nebenbei sich selbst.
Jurybegründung
Serafina Eipert und Wolfram Winter / eipert winter
Serafina Eipert und Wolfram Winter / eipert winter Architekt*innen übersetzen die drängenden Themen unserer Zeit auf beispielhafte Weise in gebaute Wirklichkeit. Mit großem Einfühlungsvermögen und wenigen, präzisen Eingriffen machen sie den Umbau zur primären Bauaufgabe. Dabei verstehen sie Experiment und Forschung als Teil der praktischen Arbeit und zeigen, wie aus günstigen, handelsüblichen Materialien eine neue Wertigkeit entstehen kann. Bemerkenswert ist zudem, mit welcher Konsequenz sie ihre Projekte bis ins Detail der Umsetzung begleiten.
Jurybegründung
Sebastian Berbig und Mona Franz / JUST YOUR TYPE
Das Münchner Designbüro JUST YOUR TYPE – Mona Franz & Sebastian Berbig – prägt mit seinen Schriften die Grundbausteine visueller Kommunikation und bereichert unseren Alltag unbemerkt, aber nachhaltig. Ihre Buchstaben verbinden Klarheit und Charakter und prägen auch preisgekrönte Corporate- und Kommunikationsdesigns für Theater, Kultureinrichtungen und Unternehmen weit über Bayern hinaus. Mit ihren „Type Walks” schenken sie den Menschen dieser Stadt einen neuen Blick auf die Schrift, die sie täglich umgibt, und machen Gestaltung zu einem gemeinsamen Erlebnis. Als Lehrende an einschlägigen bayerischen Hochschulen geben sie ihr Wissen mit Begeisterung an die nächste Generation weiter und vernetzen Studierende mit Designbüros in ganz Europa.
Jurybegründung
Sandra Singh
Die Künstlerin Sandra Singh arbeitet als freischaffende Fotografin und Kuratorin an der Schnittstelle von Fotografie, Druckgrafik, Medien- und Videokunst. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen gesellschaftspolitische Themen wie Grenzpolitik, weibliche Autonomie und migrantische Identität.
In beeindruckender Weise beschäftigt sich Singh kontinuierlich mit extrem(istisch)er Misogynie im analogen und digitalen Raum, die sie u.a. als eine Form von Terrorismus untersucht. Überzeugend ist dabei nicht nur die inhaltliche Tiefe ihrer Arbeit, sondern auch die Konsequenz, mit der sie ihre Themen in unterschiedliche Öffentlichkeiten trägt. Indem sie ihre künstlerischen Interventionen sowohl im öffentlichen Raum als auch im Ausstellungskontext oder in Buchform verankert, schafft sie Räume für Sichtbarkeit, individuelle Reflexion und kollektive Auseinandersetzung. Die Jury würdigt damit eine künstlerische Praxis, die Fotografie als kritisches Instrument begreift und drängende gesellschaftliche Fragen mit analytischer Schärfe und politischer Haltung verhandelt.
Jurybegründung
Marion Blume
Marion Blume begreift Schmuck als Prozess. Durch die Handlung der tragenden Person wird das Objekt als Schmuck aktiviert. Von besonderer Bedeutung sind die verschiedenen Materialien, deren Eigenschaften konsequent von Marion Blume erforscht werden, und in jedem Projekt neu zu einem stringenten künstlerischen Konzept führen. Für diese beeindruckend überzeugende Arbeit wird ihr der Förderpreis für Schmuck verliehen.
Frühere Preisträger*innen
- 2009
David Bielander, Mari Ishikawa - 2007
Ulrich Beckert & Georg Soanca-Pollak, Lisa Walker - 2005
Kerstin Becker - 2003
Thorsten Franck, Ike Jünger - 2001
Peter Bauhuis, Gerwin Schmidt - 2000
Preis steht nicht an Reformbeschluss Kulturausschuss 30.9.1999 - 1999
Kati Jünger, Bettina Speckner - 1998
Herwig Huber, Norman Weber - 1997
Doris Betz, Ayzit Bostan - 1996
Karl Fritsch, Jasmine Khezri - 1995
Konstantin Grcic, Melanie Kölsch - 1994
Bettina Dittelmann, Matijanca Hupfauer - 1993
Daniel Kruger, Barbara Seidenath - 1992
Alexandra Bahlmann, Detlef Thomas - 1991
Gruppe Kolonne, Karen Stool - 1990
Angela Hübel, Peter Verburg, Justine Wein - 1989
Rudolf Bott, Christa Lüthje, Josephine Tabbert - 1988
Christoph Jünger, Marianne Schliwinski, Silvia Ullmann - 1987
Otto Künzli, Karen Müller, Doris Sacher - 1986
Therese Hilbert, Karl Imhof, Peter Strassl - 1985
Mechtild Lobisch, Michael Ody - 1984
Jan Roth, Christina Weck - 1983
Mira Prus, Adrian W. Löffler - 1982
Enrico Nagai, Otto Baier - 1981
Rosa–Maria Molzberger, Else Bechteler - 1980
Eva Sperner, Tabea Wimmer
- 2022
Kollektiv P.O.N.R. - 2020
Carsten Jungfer und Norbert Kling / zectorarchitects - 2018
Sofia Dona - 2016
Sebastian Kofink & Simon Jüttner - 2014 (Turnuswechsel)
Dominikus Stark - 2013
Clemens Nuyken & Christoph von Oefele - 2011
Palais Mai / Ina-Maria Schmidbauer, Patrick von Ridder, Peter Scheller - 2009
Stefan Giers & Susanne Gabriel - 2007
Wolfgang Brune - 2005
Martina Günther und Jan Schabert - 2003
Thomas Unterlandstättner und Martin Schmöller - 2001
jatsch und laux - 2000
Preis steht nicht an, Reformbeschluss Kulturausschuss 30.09.99 - 1999
Hermann Hiller - 1998
Matthias Castorph - 1997
Eva Neumeyer - 1996
Team Susanne Burger ⁄ Stefan Tischer und Team Gerhard Landauer ⁄ Ludwig Kindelbacher - 1995
Team Doris Gruber ⁄ Bernard Popp - 1994
Peter Haimerl - 1993
Team Allmann ⁄ Sattler ⁄ Wappner und Felix Schürmann Architekten - 1992
Team Christoph Hilzinger ⁄ Tiemo Mehner - 1991
Bernhard Peck - 1990
Hein Goldstein - 1989
Team Peter Bohn ⁄ Julia Mang–Bohn - 1988
Rüdiger Leo Fritsch - 1987
Christine Scheiblauer - 1975-86
keine Preisverleihung - 1974
Michael Eberl - 1973
Walther und Bea Betz - 1972
Bernhard von Busse - 1971
Herbert Kochta - 1970
Peter Lanz - 1969
Johann Christian Ottow - 1968
Günter Eckert - 1967
Kurt Ackermann - 1966
Theodor Stein - 1965
Hans Busso von Busse - 1964
H. Peter Buddeberg - 1963
Peter C. von Seidlein - 1962
Franz Ruf - 1961
Herbert Groethuysen - 1960
Hans Maurer - 1959
Fred Angerer - 1958
Werner Wirsing - 1957
Alexander von Branca
- 2022
Melina Hennicker & Michael Schmidt, Gülbin Ünlü - 2020
Maria VMier, Sophia Süßmilch - 2018
Babylonia Constantinides, Philipp Gufler - 2016
Ruth Höflich, Veronika Veit - 2014 (Turnuswechsel)
René und Christian Landspersky, Lisa Reitmeier - 2013
Anja Buchheister, Carsten Nolte - 2011
Ulrich Gebert, Jens Kabisch - 2009
Motoko Dobashi, Beate Engl - 2007
Ina Ettlinger ,Michael Schrattenthaler - 2005
Alexander Laner, Stephanie Senge - 2003
Marco Schuler, Eva Maria Weinmayr - 2001
Sid Gastl, Benjamin Heisenberg - 2000
Preis steht nicht an; Reformbeschluss Kulturausschuss 30.9.99: ab 2001 zweijährlich - 1999
Alexandra Ranner, Doris M. Würgert - 1998
Cornelia Büschbell, Albert Weis - 1997
Daniel Knorr, Jai Young Park - 1996
Sabine Groß, Kay Winkler - 1995
Ralf Peters, Alix Stadtbäumer - 1994
Rotraut Fischer, Michaela Melián - 1993
Stephan Fritsch, Johannes Muggenthaler - 1992
Sarah Pelikan, Heinz Pfahler - 1991
Iris Häußler, Hubertus Reichert - 1990
Robin Beers, Helmut Dirnaichner, Jan Wehrens - 1989
Kuno Lindenmann, Dagmar Rhodius, Dieter Villinger - 1988
Angelika Bader & Dietmar Tanterl, Beate Passow, Ernö Simonyi - 1987
Bodo Buhl, Regine von Chossy, Stephan Kern - 1986
Doris Hadersdorfer, Alfons Lachauer, Thomas Lehnerer - 1985
Cosy Piero, Stephan Huber, Ulrich Horndash - 1984
Albert Hien, Hormtientong Somboon, Hermann Bigelmayr - 1983
Werner Radetzky–Radetz, Franz Kochseder, Nikolaus Gerhart - 1982
Kurt Benning, Christoph Hessel, Jochen Sendler - 1981
Hubertus von Seidlein, Siegfried Kaden, Hans Matthäus Bachmayer - 1980
Annalies Klophaus, Helmut Pfeuffer, Emese Zavory - 1979
Ugo Dossi, Peter Vogt - 1978
Andreas Bindl, Hans Friedrich - 1977
Hetum Gruber, Rudolf Wachter - 1976
Toni Preis, Heiner–Matthias Priesnitz - 1975
Michael Glüder, Hermann Kleinknecht - 1974
Claus Negeler, Hannsjörg Voth - 1973
Friedrich G. Scheuer - 1972
Alf Lechner, Dieter Stöver - 1971
Simon Dittrich, Lothar Fischer - 1970
Kuno Küster, Karl Sperl - 1969
Ivo Krivcevic, Rainer Wittenborn - 1968
Burkhard Backe, Josua Reichert - 1967
Antonio Costa Pinheiro - 1966
Blasius Gerg, Ernst Neukamp, Herbert Peters - 1965
Hans Dumler - 1964
Michael Croissant, Walter Tafelmaier - 1963
Eva René Nele, Rupert Stöckl - 1962
Ernst Andreas Rauch, Ursula Rusche–Wolters - 1961
Georg Brenninger, Manfred Hollmann - 1960
Fritz König, Hans Platschek - 1959
Ferdinand Filler, Albrecht von Hancke - 1958
Prisca von Martin, Rainer Zimnik - 1957
Rolf Cavael, Josef Henselmann - 1956
Bernhard Bleeker, Gabriele Münter - 1955
Olaf Gulbransson - 1954
Anton Hiller, C.O. Miller - 1953
Adolf Hartmann, Joseph Wackerle - 1952
Ludwig Bock, Karl Arnold - 1951
Hugo Troendle - 1950
Willi Geiger, Hans Wimmer - 1949
Josef Achmann, Heinrich Kirchner - 1948
Oskar Coester, Karl Knappe - 1947
Maria Caspar-Filser, Toni Stadler
- 2022
Sebastian Thies - 2020
Leonhard Rothmoser - 2018
Christian Zanzotti - 2016
Philipp Weber - 2014 (Turnuswechsel)
Friederike Daumiller - 2013
Christine Wagner - 2011
Nitzan Cohen
- 2022
Sima Dehgani - 2020
Saskia Groneberg - 2018
Mara Pollak - 2016
Florian Huth - 2014 (Turnuswechsel)
Armin Smailovic - 2013
Julia Smirnova - 2011
Ute Klein - 2009
Olaf Unverzart - 2007
Katharina Gaenssler - 2005
Eva Leitolf - 2003
Myrzik&Jarisch Fotografen - 2001
Jörg Koopmann - 2000
Preis steht nicht an Reformbeschluss KA 30.9.99 - 1999
Zoltan Jokay - 1998
Peter Neusser - 1997
Thomas Demand - 1996
Scarlet Berner - 1995
Michael Wesely - 1994
Barbara Probst - 1993
Michael Hofstetter - 1992
Klaus von Gaffron - 1991
Dorothee Haering, Rita Hensen - 1990
Rudolf Herz - 1989
Wilfried Petzi - 1988
Wolfgang Hurle - 1987
Franz Birkner - 1986
Herbert Rometsch - 1985
Gerd Bonfert - 1984
Regina Schmeken
- 2022
Jasmin Matzakow - 2020
Carina Shoshtary - 2018
Annamaria Leiste - 2016
Yutaka Minegishi - 2014 (Turnuswechsel)
Alexander Blank - 2013
Helen Britton - 2011
Jiro Kamata
- 1999
Walter Siegfried
letzter Preisträger, da Preis mit Reformbeschluss Kulturausschuss 30.09.99 abgeschafft - 1998
Team Ingo Vetter und Annette Weisser - 1997
Juryvorschlag "Die Freie Klasse München" wurde nicht ausgereicht - 1996
Christoph Unger - 1995
Hans–P. Porzner - 1994
Josef Zehrer - 1993
Aribert von Ostrowski - 1992
Roswitha Freitag - 1991
Kurt Petz - 1990
Ulrike Kaiser, Silvia Kirchof - 1989
Nina Hoffmann, Angelika Thomas - 1988
Wolfgang Flatz, Verena Kraft - 1987
Peter Becker - 1986
Rabe Perplexum