Stipendien für Bildende Kunst
Das Kulturreferat vergibt jährlich sechs Stipendien als Förderung von Projekten in allen Bereichen der Bildenden Kunst.
Förderung für junge Künstler*innen
Die Landeshauptstadt München vergibt jährlich sechs mit jeweils 8.000 Euro dotierte Stipendien im Bereich Bildende Kunst. Ziel der Stipendien ist die Förderung von Münchner Künstler*innen am Anfang der Professionalität. Für die Bewerbung wird eine abgeschlossene, einschlägige akademische Ausbildung vorausgesetzt.
Eine vom Stadtrat berufene Jury bereitet einen Entscheidungsvorschlag vor. Der Stadtrat entscheidet aufgrund der Vorschläge der Jury in nichtöffentlicher Sitzung.
Eigenbewerbung ist erforderlich.
Stipendien für Bildende Kunst erhielten
Francesco Giordano, Béla Juttner, Mariella Maier, Eduardo Palomares, Rosanna Marie Pondorf, Vincent Scheers
Jurybegründungen
Francesco Giordano
Das Projekt „Ante Hirschfeld: Queeres Wissen im Widerstand (Arbeitstitel)“ von Francesco Giordano verbindet als medienübergreifendes Kunstprojekt die historische Zerstörung des Instituts für Sexualwissenschaft von Magnus Hirschfeld mit aktuellen Formen der Delegitimierung queerer Forschung. Francesco Giordano überzeugt mit der Idee einer interaktiven Rauminstallation, die Erinnerung als aktive Praxis des Widerstands erfahrbar macht. Um die Verbindung zwischen Hirschfelds Pionierarbeit und aktuellen Forschungsansätzen sichtbar zu machen, entstehen Porträts von zeitgenössischen Wissenschaftler*innen mittels Fotografie und Video, die heute in den Bereichen Gender Studies und Sexualforschung arbeiten.
Das von Giordano entwickelte, offene Vermittlungsformat, in dem sich sein künstlerisches Forschungsprojekt präsentieren wird, fördert solidarische Vernetzung über Identitätsgrenzen hinweg. Zudem wird ein partizipativer Workshop dazu einladen, Strategien queerer Resilienz zu reflektieren und zugleich konkrete Räume für Dialog, Austausch und kollektive Handlungsfähigkeit zu eröffnen. Der Künstler und Fotograf Giordano verbindet dabei digitale Medien, Performance und Sound, jeweils rückgekoppelt auf persönliche Erfahrungen, und eröffnet so einen Raum für Selbstermächtigung und solidarische Zukunftsentwürfe.
Béla Juttner
Mit dem Projekt „Acceptable Spread Index“ entwickelt Béla Juttner einen eigenständigen, Werkkomplex, der auf zugleich analytische wie poetische Weise gesellschaftliche Normen körperlicher Ausdehnung untersucht, dies mit ebenso großer Präzision, wie mit feinem Humor.
Künstlerisch geht er dabei aus vom Spannungsfeld zwischen dem im Alltag omnipräsenten, „Manspreading“ und als Gegenstück dazu dem „Spagat“, als Inbegriff einer körperlich-akrobatischen Übung, die eher weiblich konnotiert wird. Es entsteht eine vielschichtige künstlerische Arbeit, die mechanische Pierrot-Figuren, Videos und performative, partizipative Elemente verbindet. Verdeckte Zuschreibungen und Kategorisierungen werden auf diese Weise sichtbar. Fragen nach struktureller Misogynie und geschlechtsspezifischer Codierungen von Körperhaltungen werden in ein vermeintlich wissenschaftliches Messinstrument übertragen, das ästhetische Reflexion und gesellschaftliche Kritik spielerisch verschränkt.
Juttners interdisziplinäre Praxis, die Installation, Performance, Mode, Film und Design verbindet, zeichnet sich durch eine konsequente Arbeit am und mit dem Körper aus. Seine aus der eigenen Biografie entwickelte Perspektive ermöglicht eine differenzierte Auseinandersetzung mit Identität, Transformation und sozialer Zuschreibung. Die Einbindung des Publikums erweitert seine Arbeiten um eine kollektive Dimension.
Sein Vorhaben zeichnet sich durch konzeptuelle Schärfe, formale Eigenständigkeit und gesellschaftliche Relevanz aus.
Mariella Maier
In ihrem Projekt „Fiber Soil“ beschäftigt sich Mariella Maier im Zuge eines Residency-Aufenthalts in Belo Horizonte/Brasilien mit Naturfasern und tauscht sich dazu mit dortigen Expert*innen aus. Während für die Künstlerin die Naturfaser der Banane als Symbol für globalen Handel und Ausbeutung steht, versteht sie die Naturfasern der Buritipalme dementgegen als Trägermedium indigenen Wissens und ökologischer Resilienz.
Mariella Maiers Werk zeichnet sich durch eine bemerkenswert konsequente Auseinandersetzung mit Fragen gesellschaftlicher Zusammenhänge aus und verbindet ästhetische Klarheit mit inhaltlicher Tiefe. Ihre forschungsbasierte, prozesshafte und materialorientierte künstlerische Praxis eröffnet Perspektiven, die sensibilisieren, hinterfragen und verbinden. In ihrer skulpturalen und konzeptuellen Auseinandersetzung mit Naturfasern interessiert sie sich nicht nur für die Materialität und deren Grenzen, sondern auch für ökologische Verbindungen und kulturelle Traditionen. Bereits in ihren Arbeiten mit regionalen Fasern wie der Brennnessel und der Artischocke erforschte sie die jeweilige Pflanze als Träger ökologischer, gesellschaftlicher und politischer Bedeutungen und schafft raumgreifende Skulpturen, die in ihrer ungewöhnlichen Materialität sowohl Geschichten speichern als auch Denkprozesse auslösen. In ihrem Projekt „Fiber Soil“ erweitert Mariella Maier ihren bisherigen regionalen künstlerischen Ansatz um eine globale Dimension.
Ungewöhnliche bildhauerische Setzungen und poetische Neuvermessung mittels Fotografie sind die zwei zentralen künstlerischen Prinzipien von Ossian Fraser. Der Künstler denkt seine physischen Interventionen stets aus der Perspektive ihrer fotografischen oder filmischen Dokumentation und entwickelt diese direkt vor Ort. Im Zusammenspiel von Präzision, Sensibilität und materieller „Bescheidenheit“ besetzt Fraser eine Zwitterposition zwischen ephemerer Bildhauerei und klassischer Lichtbildkunst. Frasers Kreise und Quadrate – oft aus Staub, Schnee, farbigen Gasen oder anderen vor Ort gefundenen Materialien – tauchen in urbanen Räumen oder in der Natur auf. Doch diese reduzierten Formen sind weder unmissverständliche Zeichen, noch sind sie mit Inhalt gefüllt. Vielmehr ermöglichen sie ihren Betrachter*innen einen neuen Blick auf die verborgenen Eigenheiten der ausgewählten Orte.
Fraser erhält das Stipendium für eine neue Werkgruppe aus Fotografie, Skulptur und Film, die er in zwei kontrastierenden Landschaften erarbeiten möchte: den Salzfeldern der Camargue und einem Moor im Norden Schottlands, in dem ein neuer Weltraumbahnhof entstehen soll. An beiden Orten fokussiert sich Fraser auf die Eingriffe des Menschen in natürliche Ökosysteme, auf ihre Ästhetik, Bedrohtheit und symbolische Aufladung. Wie lassen sich auf bildkünstlerischem Wege neue Perspektiven auf Landschaft als kulturellem und politischen Raum eröffnen? Frasers Werke antworten darauf, indem sie sich in ihren Kontext einfügen, in den Fluss der Zeit und den Lauf der Dinge.
Eduardo Palomares
Eduardo Palomares arbeitet als Bildhauer, Fotograf, Maler, Performance- und Installationskünstler. Auf sensible und sinnliche Weise spürt er Prozessen und Abläufen der Natur nach, die sich normalerweise unserer Wahrnehmung entziehen und die er in seiner Kunst anschaulich erfahrbar macht. Insbesondere interessiert er sich dafür, wie Landschaften über lange Zeiträume erodieren, sich verändern und welche Erinnerungen sie in sich tragen.
Für das mit dem Stipendium der Stadt München ausgezeichnete Projekt widmet er sich mit dem vom Aussterben bedrohten Waldrapp erstmals einem Vogel, der derzeit in Bayern wieder angesiedelt wird. Dafür werden die Vögel nicht nur permanent getrackt, sondern ihnen werden vom Menschen mit hohem technischem Aufwand die früheren Wanderbewegungen neu beigebracht. Basierend auf diesen Daten und Abläufen entwickelt Palomares eine kinetische Installation aus lebensgroßen Keramikvögeln, die auf die tatsächlichen Bewegungen der realen Vögel reagiert und etwa ihre Höhe im Ausstellungsraum verändert. Die Arbeit thematisiert die vielfältigen Maßnahmen, mit denen wir in natürliche Abläufe eingreifen, und erscheint als poetische Auseinandersetzung mit dem komplexen Verhältnis von Mensch und Natur.
Rosanna Marie Pondorf
Rosanna Marie Pondorf überführt in ihrer künstlerischen Praxis Machtverhältnisse in präzise materielle Setzungen. Ihre Arbeiten operieren an der Schnittstelle von Skulptur, Infrastruktur und installativer Analyse und machen sichtbar, wie sich patriarchale, ökonomische und technokratische Systeme in Material, Raum und Ästhetik einschreiben.
In ihrem Werkkomplex „I think in domination“ überträgt Pondorf Phänomene wie „Dictator Chic“ in eine eigenständige skulpturale Sprache: Serverstrukturen verschränken sich mit historischen Repräsentationsformen, digitale Netzwerke treffen auf ornamentale Machtgesten und Marmorgravuren. Überzeugend ist dabei die Verbindung von analytischer Recherche – etwa zu den strukturellen Netzwerken der sogenannten Epstein Files – mit einer konsequent materialbasierten Praxis. So entstehen präzise gesetzte Anordnungen, in denen sich Herrschaft als Zusammenspiel von Daten, Kapital und Inszenierung erfahrbar macht.
Pondorfs Arbeiten öffnen einen Raum, in dem globale Machtverhältnisse nicht nur reflektiert, sondern in ihrer physischen und ästhetischen Wirksamkeit erfahrbar und verhandelbar werden.
Vincent Scheers
Der Künstler Vincent Scheers arbeitet medienübergreifend mit Malerei, Video und Skulptur. Seine Werke bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Mensch und Natur und zeichnen sich durch eine oft subtil humorvolle, zugleich aber eindringliche Auseinandersetzung mit ökologischen und gesellschaftlichen Dynamiken aus. Dabei verbindet er ökologische und gesellschaftliche Fragestellungen mit experimentellen Prozessen wie Wachstum, Zerfall und Transformation. Charakteristisch ist die theatralische Inszenierung von Materialien und deren Dynamiken, etwa durch Oxidation, Korrosion oder mikrobielles Wachstum. So entstehen Arbeiten, die vertraute Ordnungen irritieren und Fragen zu Macht, Kontrolle und Zeitlichkeit aufwerfen.
Mit der geplanten Werkserie „Unsere Geschichte“ erweitert Scheers diesen Ansatz um eine Auseinandersetzung mit historischen Narrativen. Durch die Nutzung von 3D-Daten und Scans öffentlicher Skulpturen entwickelt er neue, keramisch gedruckte Objekte, die Geschichte als veränderbaren Prozess erfahrbar machen. Ein begleitender Workshop vermittelt diese Arbeitsweise an junge Menschen und lädt zur aktiven Mitgestaltung von Geschichtsverständnis und -erzählung ein. Die Teilnehmenden entwickeln eigene Arbeiten und erleben Geschichte als formbaren Prozess. Die Integration eines 3D-Keramikdruckers erweitert Scheers Praxis wesentlich und schafft zugleich neue Möglichkeiten innerhalb seiner Ateliergemeinschaft.
Scheers Ansatz überzeugt durch die Verbindung von konzeptueller Klarheit, materialbasierter Forschung, gesellschaftlicher Relevanz und künstlerischer Reflexion.
Mitglieder der Jury
Andrea Huber (Die Färberei), Rasmus Kleine (Kallmann-Museum), Kalas Liebfried (Lothringer 13 Halle), Dorothee Mammel (Galerie Bezirk Oberbayern), Dr. Caroline Sternberg (Museum Fürstenfeldbruck), Stefan Wischnewski (BBK München und Oberbayern) und aus dem Stadtrat: David Süß (Fraktion Die Grünen-Rosa Liste-Volt), Dr. Florian Roth (Fraktion Die Grünen-Rosa Liste-Volt), Leo Agerer, (Fraktion der CSU mit FREIE WÄHLER), Ulrike Grimm (Fraktion der CSU mit FREIE WÄHLER) und Lars Mentrup (Fraktion der SPD).
- 2025
Veronica Burnuthian und Aelita le Quément, Sima Dehgani, Ossian Fraser, Michael Schmidt und Melina Hennicker und Andreas Woller, Michael Mönnich, Franziska Schrödinger - 2024
Cana Bilir-Meier, Katrin Bittl, Vincent Hannwacker, Sandra Harpreet Singh, Anna Knöller, Kristina Schmidt, Béla Juttner - 2023
Julia Klemm, MarinA, Philipp Gufler, Paulina Nolte, Minjae Lee, Laura Ziegler - 2022
Clara Laila Abid Alsstar, Kalas Liebfried, Jonghoon Im, Janina Roider, Patrik Thomas, Giulia Zabarella - 2021
Beowulf Tomek, Janina Totzauer, Gülbin Ünlü und Paul Valentin - 2020
Samuel Fischer-Glaser und Angela Stiegler, Laura Leppert, Anna M. Pascó Boltà, Viola Relle und Raphael Weilguni - 2019
Gretta Louw, Lorenz Mayr, Jonas von Ostrowski, Judith Neunhäuserer und Mathias R. Zausinger - 2018
Elke Dreier, Stefan Fuchs, Lee JiYoun, Lena Policzka - 2017
Timothy Bennett, Federico Delfrati, Zita Schüpferling, Carina Shoshtary - 2016
Ben Goossens, Lukas Kindermann, Keiyona Constanze Stumpf, Verena Seibt & Thomas Splett - 2015
Felix Leon Westner, Agnes Jänsch, Stefanie Hofer, Carsten Nolte - 2014
Heike Jobst, Angela Stauber, Anja Uhlig, Lisa Katrin Winkler - 2013
Ulrich Gebert, Esther Rutenfranz, Peter Weiss, Ralf Homann / Manuela Unverdorben - 2012
Anuk Miladinović, Elisabeth Magdalena Reitmeier, Ulla Rossek, Franz Wanner - 2011
Gürsoy Dogtas, Jadranka Kosorcic, Stefan Lenhart, Nina Annabelle Märkl - 2010
Benedikt Gahl / Veit Kowald, Kaori Nakajima, Andreas Lang, Susanne Wagner - 2009
Albert Coers, Daniel Permanetter, Christian Schnurer, Clea Stracke & Verena Seibt Anna McCarthy - 2008
Veronika Dimke, Lisa Erb, Silke Markefka & Nikolai Vogel und Peggy Meinfelder - 2007
Andrea Faciu, Lucia Falconi, Paul Huf und Alexander Steig - 2006
Helen Britton, Christian Engelmann, Stefano Giuriati und Erika Krause - 2005
Beate Engl, Gregor Passens, Stefanie Trojan, Valio Tschenkov - 2004
Heike Döscher, Stefan Eberstadt, Jens Kabisch, Claudia Wieser - 2003
Nevin Aladag, Tom Früchtl und Wolfgang Stehle, Michael Schrattenthaler, Stephanie Senge - 2002
Petra Gerschner, Jürgen Heinert, Eva Leitolf, Martina Salzberger - 2001
Loretta Lux, Stephanie Maier, Thomas Thiede, Friederike & Uwe - 2000
Lela Budde, Angela Dorrer, Wolfgang Groh, Veronika Veith - 1999
Burkard Blümlein, Pauline Schimmelpenninck, Ulrich Schmitt, Andreas Wutz - 1998
Angelika Böck, Angelika Hoegerl, Julia Kissina, Ursula Rogg - 1997
Sabine Fockner, Pia Lanzinger, Anna Leonie, Theda Radtke, Nevin Aladag (Leonhard– und Ida–Wolf–Gedächtnispreis) - 1996
Christiane Dörrich, Rawle Harper, Sabine Haubitz, M + M - 1995
Maria Buchner, Karl Fritsch, Sabrina Hohmann, Kristine Oßwald - 1994
Stefan Becker, Zoltan Jokay, Michael Lutz, Martin Schmidt - 1993
Roland Fischer, Iris Hackl, Michael Hauffen, Thomas Huber - 1992
Anna Anders, Johannes Brunner&Raimund Ritz, Kay Winkler, Jess Walter - 1991
Sabine Kammerl, Eva Ruhland, Hubertus von Skal, Stefanie Unruh - 1990
Patricia London Ante Paris, Uwe Oldenburg, Bert Rückert, Pavel Schmidt - 1989
Carola Heine, Gabi Höbel, Hans-Peter Porzner, Brigitte T.A. Tischler - 1988
Doris Titze, Reiner Wiesemes, Wolfgang Achmann, Michael Kunze - 1987
Michaela Melián, Johannes Muggenthaler, Haralampi (Harald) Oroschakoff, Alexandra Stadtbäumer - 1986
Magdalena Jetelova, Michael Böhmer, Petra Linck, Angelika Bader ⁄ Dietmar Tanterl - 1985
Aribert von Ostrowski, Svava Björnsdottir, Monika Huber, Anna Tretter - 1984
Hubertus Reichert, Regine von Chossy, Christoph Drexler, Samuel Rachl - 1983
Lali Johne–Honsell, Stephan Huber, Kuno Lindenmann, Ursel Lill–Stühler, Michael Eckle, Peter Casagrande, Joachim Jung, Rotraut Fischer, Horst Thürheimer, Herbert Rometsch - 1982
Helmut Rieger, Michael von Cube, Albert Hien, Viktor Kraus, Lukas Duwenhögger, Peter Mell, Heiko Herrmann, Wilhelm Holderied, Rainer Silbereisen, Stephan Kern - 1981
Hormtientong Somboon, Erhard Haller, Gerd Jäger, Alfred Görig, Jockel Heenes, Ingo Glass, Bodo Buhl, Reinhard Fritz, Franziska Ablinger, Angelika Hofmann - 1980
Nikolaus Gerhart, Dieter Villinger, Marianne Lautensack, Hans Seeger, Hansfried Münchberg, Shirley Shilling, Barbara Henning, Cristine Gruber, Ralf Meyer–Ohlendorf, Otto Künzli