Dieter-Hildebrandt-Preis

Der Preis zeichnet anspruchsvolles politisches Kabarett aus.

Über den Preis

Mit der Schaffung des Dieter-Hildebrandt-Preises ehrt die Stadt München seit dem Jahr 2016 den 2013 verstorbenen Kabarettisten Dieter Hildebrandt, der nicht nur das politische Kabarett, sondern die politische Kultur in Deutschland insgesamt entscheidend geprägt hat. Der Preis zeichnet anspruchsvolles politisches bzw. dezidiert gesellschaftskritisches Kabarett aus. Er wird jährlich vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert.
Der Dieter-Hildebrandt-Preis tritt an die Stelle des Kabarettpreises der Stadt München.

In die Auswahl kommen Künstlerinnen und Künstler aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Ausgezeichnet werden Einzel- und Ensembleleistung, reine Wortprogramme und Musikkabarett. Entscheidend für die Beurteilung sind das bisherige Schaffen und die aktuellen Leistungen der Kabarettistinnen und Kabarettisten. Der Preisträger/die Preisträgerin wird von einer vom Stadtrat berufenen Jury vorgeschlagen. Die Entscheidung liegt beim Stadtrat der Landeshauptstadt München. Eine Eigenbewerbung ist nicht möglich.

Den Dieter-Hildebrandt-Preis erhielten

Mit dem Charme und der Boshaftigkeit des Wiener Humors legt Severin Groebner (*1969) in einer beeindruckenden Beredtheit, deren Wortdichte die ganze Aufmerksamkeit des Publikums erfordert, den Finger in die Wunden der Gesellschaft, rührt am Gewissen und das mit großer Vergnüglichkeit. Geographisch beschreibt er sich selbst als gebürtigen Wiener, gelernten Österreicher, gewesenen Münchner und gebliebenen Frankfurter. Schlau und witzig, mit viel schwarzem Humor, zeichnet er die Szenarien, die uns und unsere Welt bedrohen: Klimawandel, Populismus, Rechtsnationale, Fake-News und alternative Fakten, Rechtsverlust, ein dem Luxus geschuldeter hemmungsloser Umgang mit den Ressourcen…

Als Kabarettist, Autor und Schauspieler ist er auf der Bühne wie im wirklichen Leben eine ‚multiple Persönlichkeit‘ und jede einzelne Abspaltung ist auch noch sehr musikalisch.

Das Wort beherrscht er mündlich wie schriftlich treffsicher, so auch als regelmäßigerer Kolumnist in der Wiener Zeitung und der taz.

Severin Groebner zeichnet eine große Vielseitigkeit aus, als Kabarettist (sechs Soloprogramme) wie als Schauspieler in den diversen Ensembles des Lustspielhauses, ob als Siegfried oder im Watzmann.

Legendär war er als lebendiges Alltagsmonster an der Seite des Comiczeichners Christian Moser. Auf der Bühne betrieben und erklärten sie gemeinsam die Wissenschaft der „Monster des Alltags“. Wer kennt sie nicht, diese Monster wie „Die innere Leere“, die eine penetrante Langweilerin ist. Oder die „Hypochondrie“, die Königin, die sich mit den großen Krankheiten der Menschheit abgibt, während sich das „Wehwehchen“ mit den banalen Dingen, wie eingewachsen Zehennägeln, begnügen muss. Severin Groebner personifizierte sie alle.

Mit dem Wiener Fatalismus skizziert er den „Abendgang des Unterlands“. Im Programm mit dem heute schon prophetischen Wortspiel erklärt er, dass das Völkerrecht gar nicht das Regelwerk beim Völkerball ist. Hätten die heutigen Despoten dieser Welt sich das Programm mal angeschaut, dann müssten Groebner und wir uns vielleicht des Nachts nicht mehr so viel Gedanken machen darüber, „was das Abendland eigentlich am Morgen danach macht“.

Groebner stellt die richtigen Fragen und wüsste auch die Lösung, nur leider fragen ihn die Diktatoren dieser Welt nicht. Den Dieter-Hildebrandt-Preis hat er sich trotzdem mehr als verdient.

Jurymitglieder

Der Jury 2022 unter dem Vorsitz von Kulturreferent Anton Biebl gehörten an:

Kulturreferent Anton Biebl (Vorsitz der Jury), Sarah Bosetti (Preisträgerin 2021), Renate Hildebrandt (Kabarettistin), Volker Isfort (Abendzeitung), Thomas Koppelt (Bayerischer Rundfunk), Maria Peschek (Kabarettistin), Sabine Rinberger (Valentin-Karlstadt-Musäum) und aus dem Münchner Stadtrat: Marion Lüttig (Fraktion Die Grünen-Rosa Liste), Angelika Pilz-Strasser (Fraktion Die Grünen-Rosa Liste), Beatrix Burkhardt (Fraktion der CSU), Ulrike Grimm (Fraktion der CSU) und Julia Schönfeld-Knor (Fraktion der SPD/Volt).

  • 2021
    Sarah Bosetti
  • 2020
    Frank-Markus Barwasser
  • 2019
    Christine Prayon
  • 2018
    Andreas Rebers
  • 2017
    Josef Hader
  • 2016
    Claus von Wagner

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