Designpreis

Als Anerkennung eines Gesamtwerkes vergibt die Landeshauptstadt München alle drei Jahre alternierend mit dem Architekturpreis und dem Kunstpreis den Designpreis.

Über den Preis

Der Designpreis der Landeshauptstadt München wird alle drei Jahre vergeben, alternierend mit dem Architekturpreis und dem Kunstpreis. Jeder Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Berücksichtigt werden alle Bereiche des Designs: Möbel-, Schmuck-, Licht-, Schrift-, Graphikdesign usw. In erster Linie soll ein künstlerisches Werk/eine künstlerische Persönlichkeit ausgezeichnet werden; im Ausnahmefall können auch Persönlichkeiten gewürdigt werden, die besondere Leistungen in Wissenschaft und Lehre und für die Kunstvermittlung erbracht haben.

Als Preisträgerinnen und Preisträger kommen nur Künstlerinnen und Künstler aus dem Designbereich in Betracht, die in München/der Region München leben und eine für das Kunstleben in München bedeutsame Leistung erbracht haben. Eigenbewerbungen sind nicht möglich. Vorschlagsrecht hat eine vom Stadtrat berufene Kommission, bestehend aus sechs Fachjuroreninnen und -juroren sowie fünf Mitgliedern des ehrenamtlichen Stadtrats.

Den Designpreis erhielten

Jurybegründung

Mirko Borsche erhält den Designpreis 2026 der Landeshauptstadt München als eine Auszeichnung, mit der sowohl seine außergewöhnliche künstlerische Persönlichkeit als Gründer wie auch die kollektive kreative Stärke seines Studios gewürdigt werden.

Bureau Borsche sprengt Grenzen, verschiebt Perspektiven, bricht Erwartungen. Das Studio geht weit über jede disziplinäre Grenzziehung des Kommunikationsdesigns hinaus, und man sieht der Arbeit an, dass hier jemand etwas gestaltet, das ihn wirklich begeistert. Die Freude daran ist in jedem Projekt spürbar. Nicht durch die Akkumulation von Referenzen, sondern durch den konsequenten Mut zum Bruch verbindet das Studio von Mirko Borsche Editorial Design, Art Direction und die visuelle Sprache der Mode zu einer Praxis, die sich keiner bestehenden Kategorie fügt. Grafische Systeme denken hier wie Mode, Modesprache denkt wie Konzeptkunst, Sportidentitäten tragen die Eleganz von Luxusmarken. Das ist keine Methode. Das ist eine Haltung.

Mirko Borsches Werk hat eine Eigenschaft, die im Design selten ist: Es bezieht immer Position. Jede Arbeit überrascht, nicht durch Beliebigkeit, sondern durch die Konsequenz eines Blickwinkels, den man vorher nicht gesehen hat und danach vielleicht nicht mehr vergisst. Bureau Borsche verleiht einem Fußballclub die visuelle Eleganz eines Haute-Couture-Hauses und setzt einem Weltmuseum eine schreiend laute, punkhafte Identität auf. Diese Bandbreite ist kein Widerspruch. Sie ist Programm.

Das Portfolio reicht von der Entwicklung der visuellen Identität des Fußballclubs Internazionale Milano über Kampagnen für die Modelabel Balenciaga, Louis Vuitton, Givenchy, Moncler, Rimowa und Birkenstock bis hin zu langjährigen Partnerschaften mit der Bayerischen Staatsoper, dem Haus der Kunst, der Villa Stuck und Die Neue Sammlung – The Design Museum. Mehr als ein Jahrzehnt Art Direction für das ZeitMagazin und Numéro Berlin, globale Kampagnen für Nike und Apple, eine eigene Präsenz auf der Biennale Venedig: Bureau Borsche ist keine bloße Münchner Erfolgsgeschichte, es ist eine in München verwurzelte Stimme in einem internationalen Designdiskurs, der weit über jede Stadtgrenze hinausreicht.

Gestalterische Leistung auf diesem Niveau entsteht nicht im Alleingang. Mit dem Designpreis 2026 ehrt die Landeshauptstadt München eine Designpersönlichkeit und ein Studio, das Grafikdesign als Akt der Positionierung begreifen.
Mutig, subversiv, radikal, eigenständig.

 

Der Jury unter dem Vorsitz des Kulturreferenten Marek Wiechers gehörten an

Prof. Ayzit Bostan (Designerin, Kunsthochschule Kassel), Prof. Nitzan Cohen (Freie Universität Bozen), Prof. Annette Diefenthaler (TUM / Design and Transdisciplinarity), Prof. Sarah Dorkenwald (Hochschule für Kommunikation und Gestaltung Ulm), Prof. Markus Frenzl (Hochschule München), Dr. Angelika Nollert (Die Neue Sammlung) und aus dem Stadtrat: Mona Fuchs und Thomas Niederbühl (beide Fraktion Die Grünen-Rosa Liste-Volt), Sabine Bär und Ulrike Grimm (beide Fraktion der CSU mit FREIE WÄHLER) und Lars Mentrup (Fraktion SPD-Fraktion).

  • 2023: Ayzit Bostan
  • 2020: Günter Mattei
  • 2017: Otto Künzli
  • 2014: Florian Hufnagl
  • 2011: Alexander Neumeister
  • 2008: Rolf Müller
  • 2005: Erico Nagai
  • 2002: Günther Gerhard Lange
  • 1999: Ingo Maurer
  • 1997: Herbert H. Schultes
  • 1995: Hermann Jünger
  • 1993: Pierre Mendell

Ähnliche Artikel

This is a carousel with rotating cards. Use the previous and next buttons to navigate, and Enter to activate cards.

Projektstipendien Bildende Kunst

Für Junge Kunst / Neue Medien im Bereich Bildende Kunst.

Stipendien für Bildende Kunst

In allen Bereichen der Bildenden Kunst.

Stipendium Interkulturelles / Internationales

Die Stipendien sollen Kulturschaffenden ermöglichen, sich interkulturell oder international weiterzuentwickeln.

Prinzregent-Luitpold-Stiftung

Stipendien in den Bereichen Bildende und Angewandte Kunst

Förderung interkultureller Projekte

Münchner Kulturschaffende können für interkulturelle Projekte und Veranstaltungen eine Unterstützung beantragen.