Debütförderung für Freie Tanzschaffende

Die Förderung richtet sich an professionelle Künstler*innen aller Altersgruppen, um ihnen den Weg in die künstlerische Berufstätigkeit zu erleichtern.

Über die Förderung

Die Landeshauptstadt München vergibt jährlich Debütförderungen für ein konkretes Arbeitsvorhaben im Bereich Tanz.

Ziel der Debütförderung ist es, erste professionelle Arbeitsprojekte zu fördern. Zielgruppe sind Künstler*innen aller Altersgruppen, die im Rahmen bzw. zum Abschluss ihrer professionellen Ausbildung oder durch eine gleichwertige Referenz unter Beweis gestellt haben, dass sie einen qualitativ hohen und eigenständigen künstlerischen Ansatz verfolgen.
Die Förderung ist grundsätzlich mit je bis zu 20.000 Euro dotiert und an ein konkretes Arbeitsvorhaben gebunden, wobei eine Aufführung nicht notwendig den Abschluss des Vorhabens bilden muss.

Die Debütförderung für Freie Tanzschaffende erhielten

Conant, Daniel: The Future Needs a Banger (AT)
Der Kanadier Daniel Conant ist der Münchner Tanzszene seit vielen Jahren vor allem als spektakulärer Ausnahmetänzer bekannt. Hat man ihn einmal auf der Bühne erlebt, vergisst man ihn und seine scheinbar unerschöpfliche Energie nicht so schnell. Erste choreografische Arbeiten, die innerhalb kollektiver Prozesse entstanden sind, präsentierte er im Rahmen mehrerer geförderter Residenzen der Tanztendenz München und in Portugal. Mit seiner Debütproduktion „The Future Needs a Banger“ steht nun seine erste Soloarbeit an, auf die man gespannt sein darf. Irgendwo zwischen dynamischer Tanzperformance, Konzert und Videoinstallation untersucht die Arbeit ausgehend von der ‚Macarena’ – dem vielleicht letzten optimistischen, kollektiv und global getanzten Tanz – und den techno-utopischen Versprechen der 1990er-Jahre, wie man in einer von Erschöpfung, Krisen und schwindendem Optimismus geprägten Gegenwart weitermachen kann. Die Jury empfiehlt die Förderung des Projekts in Höhe von 20.000 €.

Kell, Terra Hunter und Girard, Ria: we do nothing, and you watch
Terra Kell und Ria Girard haben bei der Münchner Plattform HIER=JETZT eine Arbeit vorgelegt, die mit dem Publikumspreis der Norbert-Janssen-Stiftung ausgezeichnet wurde. Ihr Debüt soll eine abendfüllende Weiterentwicklung des 18-minütigen Entwurfs werden, ausgehend von dem Konzept des sogenannten ‚Markierens’ – etwas, das dem Publikum normalerweise verborgen bleibt, denn es handelt sich um eine Sprache, die ausschließlich während der Proben stattfindet. Eine Sprache der Andeutung, ein poetischer Energiesparmodus, der hier zu einer Form des Widerstands gegenüber Produktivitätsdruck und kapitalistischer Leistungslogik wird und gleichzeitig eine Praxis der Fürsorge, der Präsenz und Achtsamkeit schafft. Kell und Girard, beide aus Kanada stammend und aus dem klassischen Ballett kommend, offenbaren schon in dem leisen, aber lautstark nachhallenden Entwurf von „we do nothing, and you watch“ ihr feines Gespür für das Zusammenspiel aus Virtuosität, Präzision, Detail und Reduktion. Die Jury empfiehlt die Förderung des Projekts in Höhe von 20.000 Euro.

Rizzo, Emmanuelle: Intreccio
Die Münchner Tänzerin Emmanuelle Rizzo ist in der hiesigen Szene sowie deutschlandweit aktiv. Als Künstlerin hat sie sich zuletzt dem Thema Schwangerschaft und Elternschaft in der Tanzkarriere gewidmet: in eigener Sache und in Form künstlerischer Forschung und Vermittlung. In einem ersten Schritt hatte sie die körperlichen Veränderungen in der Schwangerschaft und deren Auswirkungen auf die Bewegung dokumentiert. Über Social Media Posts und mit dem Kurzdokumentarfilm „Movement Pregnancy Diary“ wurde mit der (Tanz-)Community erfolgreich ein Austausch gestartet. Das Folgeprojekt „Movement Diary – Postpartum“ in Form einer Videodokumentation und eines kollaborativen Podcasts wurde 2026 mit einem Stipendium gefördert und widmete sich der Recherche nach der Vereinbarkeit von Elternschaft und Präsenz auf der Bühne. Folgerichtig plant Rizzo nun eine Bühnenarbeit zu diesem Thema. Diese ist integrativ als ‚Relaxed Performance‘ konzipiert und richtet sich ausdrücklich auch an Familien mit kleinen Kindern. Entsprechend empfiehlt die Jury die Förderung des Debüts in Höhe von 20.000 Euro.

  • 2025
    Chris-Pascal Braun; Kathrin Knöpfle; Nicola Kötterl; Hannah Kriesmaier
  • 2024
    Alina Belyagina; Anima Henn; Miriam Jakob
  • 2023
    Magdalena Hofmann; Marie Jacksch/Service not included; Fabian Maria Riess
  • 2022
    Jin Lee, Jan Struckmeier

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