Cannabiskonsum
Heutzutage konsumieren zahlreiche Personen Cannabis (-produkte). Dies kann negative Folgen nach sich ziehen und unter Umständen zu Suchterkrankungen führen.
Anzeichen eines problematischen Konsums
Einige Anzeichen dafür, dass Sie Ihren Cannabiskonsum kritisch überdenken sollten:
- Sie fühlen sich gezwungen, Cannabis zu konsumieren
- Sie bekommen immer mehr den Eindruck, die Kontrolle über Ihren Konsum zu verlieren. Insbesondere darüber, wann, wie viel, wie oft oder wie lange Sie konsumieren
- Sie bemerken erste negative körperliche Symptome wie Nervosität oder Schlafprobleme, wenn Sie nicht konsumieren
- Sie haben das Gefühl, dass Sie immer mehr Cannabis benötigen, um die von Ihnen gewünschte Wirkung zu erzielen
- Ihr Interesse an anderen Aktivitäten lässt nach
- Sie können Ihren alltäglichen Verpflichtungen nicht mehr wie gewohnt nachkommen
- Sie leiden unter den Folgen Ihres Konsums, aber finden keinen Weg, um damit aufzuhören
Konsummuster
Ein Konsummuster beschreibt das Verhalten im Zusammenhang mit dem Konsum von Substanzen. Dabei wird grob zwischen weichem und hartem Konsum unterschieden.
Von einem harten Konsum wird bei folgenden Anzeichen gesprochen:
- Konsum aus Gewohnheit
- (fast) täglicher und/oder mehrmaliger Konsum am Tag
- Hohe Dosis
- Verwendung von Hilfsmitteln (Purpfeife, Bong oder ähnliche Utensilien)
- Cannabiskonsum als fester Bestandteil des Alltags
- Weitere Drogen neben Cannabis werden konsumiert
Von einem weichen Konsum wird bei folgenden Anzeichen gesprochen:
- Einmaliger oder gelegentlicher Konsum
- Konsum maximal 2 bis 3 Mal im Monat
- Nur geringe Mengen
- Nutzung in der Regel als Joint
- Cannabis nimmt keine besondere Bedeutung ein
- Wenig Geld und Zeit wird für den Konsum eingesetzt
- sehr häufiger Konsum von Cannabis
- intensiver Konsum von Cannabis
- der Konsum ist ein Teil Ihres Alltags
- Mischkonsum von Cannabis mit anderen Drogen
Mischkonsum bezeichnet umgangssprachlich den gleichzeitigen Konsum von mehreren psychotropen Substanzen, also von mindestens zwei Wirkstoffen, die das zentrale Nervensystem beeinflussen.
Theoretisch sind alle Kombinationen von Substanzen möglich, wobei Cannabis häufig in Kombination mit Alkohol konsumiert wird.
Beispiele für den Mischkonsum von Cannabis und mögliche Folgen:
Cannabis und Alkohol
Die Kombination von Cannabis und Alkohol führt häufig zu starker Übelkeit und Erbrechen.
Cannabis und Ecstasy
Cannabis kann die Wirkung von Ecstasy sowohl verringern als auch verstärken, was zu starken Halluzinationen und Bewegungsunfähigkeit führen kann. Zudem erhöht der Konsum von Ecstasy die dehydrierende Wirkung, was das Risiko für Hitzschläge, Nierenversagen und Bewusstlosigkeit steigert.
Cannabis und Speed / Crystal
Der gleichzeitige Konsum von Speed oder Crystal zusammen mit Cannabis kann zu erheblichen Kreislaufproblemen führen.
Cannabis und Psilocybin
Die gleichzeitige Einnahme kann die Wirkungen beider Substanzen verstärken und psychotische Zustände auslösen oder intensivieren.
Cannabis und Kokain
Cannabis kann die Wirkung von Kokain verstärken.
Hilfsangebote vor Ort
Beratungsstellen vor Ort
Wenn Sie an Ihrem Cannabiskonsum etwas verändern möchten oder eine unverbindliche und erfahrene Beratung suchen, finden Sie in ausgewählten Suchtberatungsstellen kompetente Fachkräfte. Diese können Ihnen eine erste Orientierung geben und wenn Sie möchten auch weitere Hilfen anbieten. Priorität hat dabei Vertraulichkeit. Die Berater*innen haben Schweigepflicht und Zeugnisverweigerungsrecht. Die Beratung ist für Sie kostenlos.
Beratungsstellen und Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene
Für Jugendliche und junge Erwachsene bis einschließlich 21 Jahre gibt es spezielle Beratungsstellen, bei denen diese Hilfe und Unterstützung bekommen können. Die Beratung dort ist selbstverständlich kostenlos, auf Wunsch anonym und unterliegt der Schweigepflicht.
Hilfsangebote im Netz und per Telefon
Hier finden Sie online unverbindliche und kostenlose Beratungs- und Informationsangebote. Diese können eine erste Orientierung geben und Sie erhalten auf Wunsch weitergehende Unterstützung. Die Beratung ist für Sie kostenlos.
Daneben gibt es im Internet unterschiedliche Angebote, welche Informationen, Beratung oder spezielle Programme mit dem Schwerpunkt Cannabiskonsum anbieten.
Online und Telefonberatungsangebote
DigiSucht
DigiSucht ist eine digitale Beratungsplattform. Diese kann anonym und kostenlos genutzt werden. Die Plattform verbindet Sie digital mit Beratungsstellen in Ihrer Nähe und ermöglicht den digitalen Austausch mit professionellen Beraterinnen und Beratern. Diese arbeiten auch in lokalen Suchtberatungsstellen.
Mehrere Wege der Beratung werden angeboten:
• per Nachricht und Textchat
• per Videochat
• vor Ort.
Zusätzlich können Sie digitale Tools (interaktive Übungen) nutzen. Dazu gehören zum Beispiel ein Konsumtagebuch oder eine Motivationswaage.
SuchtHotline München
Ein Telefonberatungsangebot für Betroffene und Angehörige. Hier beraten ausschließlich ehrenamtliche Mitarbeiter*innen. Sie bekommen hier Informationen über Hilfsmöglickeiten und Unterstützung.
Anrufe sind täglich von 8 bis 24 Uhr möglich.
Hotline München: 089 282822
Spezielle Angebote bei problematischem Cannabis-Konsum
Quit the Shit
Ein Informations- und Beratungsangebot, das speziell auf Cannabiskonsument*innen ausgerichtet ist, die nach professioneller Hilfe suchen. Bei diesem vier- bis sechswöchigen Programm werden Sie online begleitet und unterstützt. Bausteine sind ein persönliches Tagebuch, Übungen zur Verhaltensänderung, ein Forum zum Austausch mit Gleichgesinnten und die Möglichkeit zur Onlineberatung per Chat. Die Teilnahme ist kostenlos und anonym.
Realize it!
Ein Programm, welches Jugendlichen und jungen Erwachsenen dabei helfen möchte, ihren Cannabiskonsum einzustellen oder signifikant zu reduzieren. Es ergänzt das Programm Quit the Shit und bietet die Möglichkeit des persönlichen Kontakts. In München wird das Programm beispielsweise vom Beratungszentrum TAL 19 angeboten. Die Teilnahme ist kostenlos.
CANDIS
Ein Entwöhnungsprogramm mit zehn Sitzungen Einzeltherapie, welches in Deutschland speziell für Jugendliche (über 16 Jahre) und Erwachsenen mit problematischem Cannabis-Konsum entwickelt wurde. In München gibt es mehrere Einrichtungen und Therapeut*innen, die dieses Programm anbieten. Die Teilnahme ist kostenlos.
Cannabis-Check
Hier können Sie online mit einem leicht durchzuführenden Check herausfinden, ob bei Ihnen unter Umständen ein riskanter Cannabiskonsum vorliegt.
Der Test dauert nur circa 5 bis 10 Minuten.
Sie bekommen sofort eine auf Ihre Antworten zugeschnittene Rückmeldung.