Friedhöfe

Alter Südlicher Friedhof

Der Alte Südliche Friedhof ist ein historischer Friedhof von europäischem Rang. Die Ansammlung historischer, kunstgeschichtlich bedeutsamer Grabmäler ist einmalig - es ist wie in einem großen Freilichtmuseum. Der Friedhof ist als Landschaftsbestandteil geschützt und eine grüne Oase von großer ökologischer Bedeutung.

Heute ist der Alte Südliche Friedhof ein herausragender Ort für die Münchner Innenstadt - für Münchnerinnen und Münchner gleichermaßen wie für Touristinnen und Touristen. Eltern, die hier ungestört ihren Kinderwagen durch sicheres und schönes Gelände schieben, prägen das Bild des Friedhofes ebenso wie Menschen, die spazieren gehen, Ruhe suchen, die Natur beobachten oder Mittagspause hier verbringen. Auch Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker sind häufig anzutreffen.

Geschichte im Überblick

Der Alte Südliche Friedhof wurde im Jahr 1563 unter der Regentschaft von Herzog Heinrich V. außerhalb der Stadtmauern an der Ausfallstraße nach Thalkirchen angelegt. Neben den Pestopfern wurden hier vornehmlich arme Personen, gesellschaftliche Außenseiter und Selbstmörder bestattet. Protestanten und Juden blieb auf diesem Friedhof die letzte Ruhe verwehrt. Wer etwas auf sich hielt, ließ sich auf den Kirchhöfen um die großen innerstädtischen Kirchen bestatten.

Nachdem eine medizinische Kommission im Jahr 1774 empfohlen hatte, die innerstädtischen Kirchhöfe aufgrund gesundheitsschädlicher Dämpfe und Überfüllung zu schließen, wurden die Kirchhöfe um die Frauenkirche, die Kreuzkirche, die Salvatorkirche und das Franziskanerkloster nach und nach geschlossen und später sogar eingeebnet und gepflastert. Auf Anordnung von Kurfürst Karl Theodor II. wurden im Jahr 1789 Bestattungen innerhalb der Stadtmauern generell verboten. Damit war der Alte Südliche Friedhof der Zentralfriedhof für München und das Friedhofswesen in München war vollständig von kirchlicher in staatliche Verwaltung übergegangen.

Mit der neuen bayerischen Verfassung erhielt die Stadt München im Jahr 1818 ihre kommunale Selbstbestimmung wieder. Das Friedhofswesen wurde städtisch. Ab 1818 wurde der Alte Südliche Friedhof durch Gustav Vorherr und Friedrich von Sckell grundlegend umgestaltet und erhielt seine heutige Form und Gestalt. Im südlichen Halbkreis öffneten sich die Arkaden zu 97 Bögen, die für vornehme Familien gedacht waren. Schon bald dominierten klassizistische Grabmäler den Friedhof. Es gab öffentliche Ehrenplätze für für berühmte Persönlichkeiten nach Vorbild des Pantheons in Paris. Diese Art des öffentlichen Ehrenmals wurde in Bayern erstmals im Alten Südlichen Friedhof eingeführt, vor der Errichtung der Walhalla oder Ruhmeshalle.

Im Jahr 1850 wurde der Friedhof durch Friedrich von Gärtner um den neuen Friedhofsteil in Form eines "Campo Santo" erweitert.

Als in der schnell wachsenden Großstadt auch der 1868 eröffnete „Alte Nördliche Friedhof“ nicht mehr ausreichte, um den Münchnerinnen und Münchner einen würdigen Bestattungsort zu bieten, entstand das dezentrale Münchner Friedhofskonzept, das bis heute Bestand hat. Von 1899 bis 1907 baute Stadtbaurat Hans Grässel die vier großen nach den Himmelsrichtungen ausgerichteten Friedhöfe: Nord- , Ost-, West- und Waldfriedhof.

Mit Eröffnung des Waldfriedhofes wurden im Alten Südlichen Friedhof keine neuen Familiengräber mehr vergeben. Im Jahr 1943 wurde das Gelände durch Bombenabwürfe schwer beschädigt. Zum 31.12.1943 wurde der Bestattungsbetrieb offiziell eingestellt.

Im Jahr 1953 begann der Architekt Hans Döllgast mit der Wiederherstellung des Friedhofes in Form eines "interpretierenden Wiederaufbaus". 1973 wurde der gesamte Friedhof unter Denkmalschutz gestellt. 1989 wurde er als Landschaftsbestandteil geschützt.


Friedhofstyp

  • Historischer Friedhof

Bildergalerie

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Alter Südlicher Friedhof

Adresse

Thalkirchner Straße 17
80337 München

Öffnungszeiten

 

Zugang zum Friedhof:
  • November bis Februar: 8 bis 17 Uhr
  • März: 8 bis 18 Uhr
  • April bis August: 8 bis 20 Uhr
  • September bis Oktober: 8 bis 19 Uhr

Barrierefreiheit & Anfahrt

Anfahrt mit MVV

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