Münchner Innovationspreise 2026

Preisträger*innen sind die Startups kibaudi GmbH, NewSense Engineering GmbH und DATFID sowie das Team TreeQuest der Hochschule München.

21. Juli 2026

Feierliche Preisverleihung

Innovationspreise 2026 - Gruppenbild
Michael Nagy, LHM
Die Gewinner des Innovationspreises der Landeshauptstadt München 2026 mit Bürgermeisterin Mona Fuchs und den Laudator*innen. V.l.: Dr. Yang Ji (NewSense Engineering GmbH), Dr. Valerii Dashuk, Igor Schapiro (DATFID), 1. Werkleiter der Münchner Stadtentwässerung Bernd Fuchs, Referent für Arbeit und Wirtschaft Dr. Christian Scharpf, Bürgermeisterin Mona Fuchs, Peer von Bremen (TreeQuest.app), Leiter des Kommunalreferats Edwin Grodeke, Lidia Grigoriev, Lukas Geirhos (kibaudi GmbH), Kreisverwaltungsreferentin Dr. Hanna Sammüller, Projektleiterin Frieke Meijer-Schepman

Die Startups kibaudi GmbH, NewSense Engineering GmbH und DATFID sowie das Team TreeQuest der Hochschule München wurden bei der neunten Runde des städtischen Innovationswettbewerbs als Preisträger*innen gekürt. Die Laudator*innen gaben bei einer feierlichen Preisverleihung die Gewinnerteams bekannt und überreichten zusammen mit Bürgermeisterin Mona Fuchs die Urkunden.

Bürgermeisterin Mona Fuchs: „München ist wirtschaftlich stark und die einzige deutsche Stadt, die sich regelmäßig in den Top 10 der Start-Up-Hauptstädte wiederfindet. Wir sind stolz auf unseren Standort als „Isar Valley“. Gleichzeitig verlangen der Fachkräftemangel, die Digitalisierung, der demografische Wandel und nicht zuletzt die angespannte Haushaltslage von uns, neue Wege zu gehen. Genau deshalb wollen wir vermehrt auf innovative Ideen setzen, damit München weiter eine so attraktive Stadt bleibt. Der Innovationspreis bietet uns die Möglichkeit, genau diesen Ideen eine Plattform zu geben und sie in realer Umgebung zu testen. So kann München noch lebenswerter, nachhaltiger und effizienter werden.“

Preisträgerinnen und Preisträger 2026

Daten und Wissen mit KI schnell, strukturiert und gezielt bieten

Preisträger*innen des Innovationspreis 2026
Michael Nagy, LHM
Laudatorin Dr. Hanna Sammüller, Gewinnerteam kibaudi GmbH – Lukas Geirhos und Lidia Grigoriev, Bürgermeisterin Mona Fuchs

Preisträgerin: kibaudi GmbH

Fachwissen in der Verwaltung verteilt sich auf zahlreiche Dokumente, Wikis, E-Mails und frühere Fallbearbeitungen. Gleichzeitig gehen in den kommenden Jahren viele erfahrene Beschäftigte in den Ruhestand. Mit der Challenge „Daten und Wissen mit KI schnell, strukturiert und gezielt bereitstellen“ hat das Kreisverwaltungsreferat deshalb eine Lösung gesucht, die Informationen intelligent verknüpft, aktuelle Rechtsgrundlagen berücksichtigt und Mitarbeitende bei fundierten Entscheidungen unterstützt.

Der Innovationspreis geht an die kibaudi GmbH. Das Unternehmen entwickelt einen KI-Agenten, der Rechtsvorschriften, Richtlinien und bisherige Fallbearbeitungen in einem intelligenten Wissensgraphen zusammenführt. Der KI-Agent macht Quellen nachvollziehbar, erkennt veraltete Rechtsgrundlagen und lässt sich in MUCGPT integrieren. So unterstützt sie Mitarbeitende dabei, Fachinformationen schneller zu finden, einzuordnen und sicher anzuwenden.

Die Jury überzeugte vor allem der Ansatz von kibaudi: Das Team will einen intelligenten Wissensgraphen aufbauen, der Informationen aus verschiedenen Quellen miteinander verknüpft. Ausschlaggebend waren außerdem die interdisziplinären Kompetenzen des Teams, sein großer Einsatz für das Projekt sowie Erfahrungen mit vergleichbaren Anwendungen in der Verwaltung.

Kreisverwaltungsreferentin Dr. Hanna Sammüller:„Die kibaudi GmbH hat uns mit einer innovativen und zugleich praxistauglichen Lösung überzeugt. Der KI-Agent unterstützt unsere Kolleg*innen dort, wo besonders viel Zeit verloren geht: Beim Auffinden, Einordnen und Bewerten komplexer Fachinformation. Wir freuen uns auf die gemeinsame Co-Creation-Phase, in der wir den KI-Agenten im Praxisbetrieb weiterentwickeln und erproben.“

TreeQuest: Schüler*innen auf urbaner Datenmission

Preisträger*innen Innovationspreis 2026
Michael Nagy, LHM
Laudator Edwin Grodeke, Preisträger TreeQuest.app – Peer von Bremen, Bürgermeisterin Mona Fuchs

Preisträger: TreeQuest.app

Der GeodatenService München verwaltet die städtischen Geodaten, die unter anderem Baumstandorte im öffentlichen Raum beinhalten. Für die Aufnahme und Aktualisierung dieser urbanen Daten werden vor allem etablierte Erfassungsmethoden genutzt. Um diese Geodaten noch besser verifizieren und aktualisieren zu können, wurde eine innovative, mobil nutzbare Anwendung für eine „Crowdsourced Data Collection“ mit pädagogischem Mehrwert gesucht. Die Anwendung soll es Schüler*innen ermöglichen, während des Unterrichts und in ihrer Freizeit aktiv am Kartieren teilnehmen zu können. So können Datenfehler in Baumbestandsdaten korrigiert und zusätzliche Zustandsmerkmale erfasst werden.

Das Team von der Hochschule München Peer von Bremen und Philipp Gsell hat den Innovationspreis zu dieser Challenge gewonnen. Der Prototyp, der entwickelt wurde, zeigt bereits sehr konkret, wie die App einmal aussehen könnte und überzeugt durch seine Gamification-Ansätze. Mit wöchentlichen Missionen, Schatzsuchen und besonderen Auszeichnungen (sogenannte Meilenstein-Badges) werden die Schüler*innen motiviert, die Bäume in ihrer Nachbarschaft zu erkunden. Dabei werden sie nicht als Einzelkämpfer*innen losgeschickt, sondern können als Teams kooperieren. Die erfassten Daten von Bäumen werden für die Landeshauptstadt bereitgestellt und können für die Belange der Smart City München genutzt werden. Gleichzeitig werden die personenbezogenen Daten der Kinder von der Übertragung ausgenommen und so geschützt.

Leiter des Kommunalreferats Edwin Grodeke: „Herzlichen Glückwunsch an das Gewinnerteam der Hochschule München. Die Preisträger haben eine spannende Lösung eingereicht, die unserem Wunsch nach Beteiligung der Münchner Schüler*innen sehr gerecht wird. So kann es gelingen, die jungen Erwachsenen mit den Herausforderungen einer Großstadt und der Bedeutung einer ausgezeichneten Datengrundlage für eine souveräne Stadt zu befassen. Zugleich freuen wir uns natürlich über die Datenspende der Schülerinnen und Schüler. Wir werden die gewonnenen Informationen datenschutzkonform nutzen und zielgerichtet für Erhalt und Verbesserung der Lebensqualität in München einsetzen!“

Versteckte Informationen zum Münchner Kanalnetz entschlüsseln

Preisträger*innen Innovationspreis 2026
Michael Nagy, LHM
Laudator Bernd Fuchs, Preisträger NewSense Engineering GmbH – Dr. Yang Ji, Bürgermeisterin Mona Fuchs

Preisträgerin: NewSense Engineering GmbH

Die Münchner Stadtentwässerung (MSE) betreibt 37 000 Kanalschächte und 4000 Sonderbauwerke, die dem Kanalbetrieb zum sicheren Einstieg in das unterirdische Kanalnetz der Stadt München dienen. Dort wird saniert, repariert und gereinigt. Die wichtigsten Eckdaten zu den Kanalschächten sind bekannt: Meistens liegen sie in der Straßenmitte oder bei stark befahrenen Straßen an der Seite, um einen sicheren Einstieg zu ermöglichen. Die ungefähren Koordinaten und Schachttiefen sind im Geoinformationssystem (NIS) der MSE festgelegt. Weitere detailliertere Informationen schlummern in 9000 Zeichnungen, die im NIS lediglich als PDF-Datei verlinkt sind. Darin enthalten sind wichtige bauliche Informationen, wie beispielsweise die Wandstärke eines Kanals oder der Durchmesser eines Schachtes. Die MSE wünscht sich eine Lösung, um Daten aus PDFs auszulesen und in die Systeme des Unternehmens zu überführen.

Der Innovationspreis geht an die NewSense Engineering GmbH. Das Start-up schlägt mit dem Projekt "KenntNIS" ein KI-Verfahren für die Extraktion von technischen Parametern aus den 9000 eingescannten PDF-Dateien vor. Das vorhandene NIS kann so mit wertvollen Kenntnissen angereichert werden. Darüber hinaus möchte das Start-up ausloten, ob aus der vorhandenen Information auch ein 3D-Modell rekonstruiert werden kann.

Ausschlaggebend für die Juryentscheidung war das konkret durchdachte Vorgehen in der Co-Creation-Phase und der Ausblick, über die Erstellung von 3D-Modellen die Arbeit zu erleichtern.

Erster Werkleiter der Münchner Stadtentwässerung Bernd Fuchs: „Die Bewerber und deren Lösung überzeugen durch ihren konkreten Praxisbezug, die vielversprechende technische Umsetzung und die Berücksichtigung unserer besonderen Rahmenbedingungen als Kritische Infrastruktur.“

ÖKOPROFIT 2.0: KI-gestützte Umweltberatung für Münchens Betriebe

Preisträger*innen Innovationspreis 2026
Michael Nagy, LHM
Laudator Dr. Christian Scharpf, Gewinnerteam DATFID – Dr. Valerii Dashuk und Igor Schapiro, Bürgermeisterin Mona Fuchs

Preisträger: DATFID

Das Umweltberatungsprogramm ÖKOPROFIT unterstützt seit 1998 Betriebe bei der Verbesserung ihrer Umweltleistungen und der Reduktion ihres ökologischen Fußabdrucks. Das Programm bietet unter anderem thematische Workshops und Beratung vor Ort, für die unterschiedliche Arbeitsmaterialien zum Einsatz kommen. Die bestehenden, MS-Excel-basierten Arbeitsmaterialien, die verschiedene Umweltkennzahlen und Aspekte der Nachhaltigkeit abdecken, werden deutschlandweit bereits von rund 4500 Betrieben genutzt. Das Referat für Arbeit und Wirtschaft suchte nun eine innovative KI-basierte Lösung zur Erweiterung dieser ÖKOPROFIT-Arbeitsmaterialien. Sie soll effiziente Analysen über die gesammelten Daten ermöglichen und den teilnehmenden Betrieben darauf aufbauend eine Benchmark-Analyse sowie maßgeschneiderte Empfehlungen zur Verbesserung ihrer Umweltbilanz zu bieten.

Das Gewinnerteam DATFID entwickelt einen transparenten KI-Umweltberater für ÖKOPROFIT-Daten, der nachvollziehbare Ursachenanalysen liefert. Die Lösung ist bereits auf strukturierte Excel-/Tabellendaten zugeschnitten und nutzt Betriebs- und Umweltkennzahlen, um ähnliche Betriebe zu vergleichen, zentrale Treiber von Energieverbrauch, CO₂, Abfall und Kosten sichtbar zu machen und Maßnahmen nach erwarteter Wirkung zu priorisieren.

DATFID hat sich durch seine besondere Überzeugungskraft im Pitch den Sieg erarbeitet.

Die Jury wurde durch die Erfahrung des Teams auf dem Gebiet der Zeitreihenanalysen und Datenprognosen überzeugt. Der starke Bezug der Lösung zu ÖKOPROFIT sowie weiteren städtischen Tools wie z. B. zum städtischen KI-Assistent MUCGPT war bei der Auswertung ein weiterer wichtiger Faktor. DATFID kann zudem mit sehr wenigen Datensätzen durchstarten, was für die Co-Creation-Phase mit den Betrieben aus dem Münchner ÖKOPROFIT-Klub entscheidend sein kann.

Referent für Arbeit und Wirtschaft Dr. Christian Scharpf: „Wir haben eine innovative und effiziente Lösung gesucht, die gesammelten ÖKOPROFIT-Umweltdaten aufbereitet und die teilnehmenden Betriebe besser unterstützt. Wir möchten unsere Arbeitsmaterialien modernisieren und langfristig die Attraktivität von ÖKOPROFIT steigern. Ich bin überzeugt, dass die Lösung, die eingereicht wurde, das Projekt ÖKOPROFIT insgesamt verbessert und einen bedeutenden Beitrag zur Erreichung der Klimaneutralität der Stadt leisten wird.“

Referentin für Klima und Umweltschutz, Christine Kugler: „Mit dem neuen transparenten KI-Umweltberater wird ÖKOPROFIT fit für die Zukunft: Er leitet aus den ÖKOPROFIT-Umweltdaten schnell und effektiv maßgeschneiderte Empfehlungen für die teilnehmenden Unternehmen ab. Diese KI-gestützten Analysen werden Münchens Betrieben dabei helfen, ihre Umweltbilanz zu verbessern und auf unser Ziel der Klimaneutralität einzuzahlen.“

Weiterentwicklung und Erprobung

Die Gewinnerteams bekommen jeweils 10.000 Euro Preisgeld. Darüber hinaus haben sie die Möglichkeit, ihre Lösungsvorschläge in einem Co-Creation-Projekt gemeinsam mit der Stadtverwaltung in der realen städtischen Praxis weiterzuentwickeln und zu testen. Für die Umsetzungsphase stehen zusätzliche 15.000 Euro pro Team zur Verfügung.

Nicht zuletzt können die Preisträger*innen zur Begleitung und Unterstützung ausgewählten Angeboten der Kooperationspartner wahrnehmen: Die UnternehmerTUM, das Strascheg Center for Entrepreneurship, das LMU Innovation & Entrepreneurship Center, das Gründungszentrum founders@unibw, sowie die Start2Group GmbH bieten kostenlos ihre Expertise und Services an.

Der Innovationswettbewerb

Der Innovationswettbewerb feiert im Jahr 2027 sein zehnjähriges Jubiläum. Die neuen Challenges werden im Frühjahr ausgeschrieben.

Das Referat für Arbeit und Wirtschaft hat die Verantwortung für das Format; beteiligen können sich alle städtischen Referate, Eigenbetriebe und Beteiligungsgesellschaften. Bereits jetzt können Interessierte sich auf der Webseite Innovationswettbewerb der Landeshauptstadt München anmelden, um automatisch über den Ausschreibungsstart informiert zu werden.